ich denke schon die ganze Zeit nach, als was man die beiden Begriffe in der
Betreffszeile bezeichnen könnte. In den Sinn kamen mir Begriffe wie
„Eigenschaften” bzw. „Fähigkeiten” des Menschen, aber das trifft es wohl kaum.
Was fällt euch dazu ein? Hier der Satz, der ausgefüllt werden möchte:
Schiller sieht in diesen beiden ??? des Menschen zwei entgegengesetzt wirkende
Grundtriebe, den Stofftrieb (das Gefühl) und den Formtrieb (die Vernunft).
Ich würde „Emotionszentrum” bei dem Gefühl gelten lassen, keine Frage, aber es
passt nicht zur Vernunft, denn die Vernunft ist ja das Gegenteil der Emotion.
Ich verstehe unter „Leistung” etwas, was aktiv getan wird bzw. erbracht wurde. Bei
den beiden Begriffen handelt es sich hingegen mehr um etwas Passives, was jeder
Mensch, zwar nicht immer in ausreichendem Maß besitzt, aber eben besitzt. …bzw.
in der Lage ist es anzuwenden.
Ich denke, es müsste schon in die Richtung von „Eigenschaft” oder „Fähigkeit”
gehen, wobei mir beide Begriffe zu schwach dafür sind.
Schiller sieht in diesen beiden ??? des Menschen zwei entgegengesetzt
wirkende Grundtriebe, den Stofftrieb (das Gefühl) und den Formtrieb (die Vernunft).
mit „???“ suchst du ja einen Oberbegriff über beides, was Schiller in den Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen „Triebe“ nennt. Aber mit Schillers „Grunddtriebe“ ist der Oberbegriff ja bereits gegeben und es ist unnötig und macht keinen Sinn, einen weiteren parallel dazu zu suchen.
Der Satz könnte also lauten: Schiller sieht in diesen beiden Grundtrieben, dem Stofftrieb (Gefühl) und dem Formtrieb (Vernunft) einen Gegensatz
oder besser: Schiller behandelt diese beiden Grundtriebe, den Stofftrieb (das Gefühl) und den Formtrieb (die Vernunft) in ihrem Gegensatz
Obwohl „Gegensatz“ ein etwas schwachbrüstiger Ausdruck ist für das, als was er sie sieht. „Widerstreit“, „Konflikt“ wäre angemessener.
mit „???“ suchst du ja einen Oberbegriff über beides, was
Schiller in den Briefen über die ästhetische Erziehung des
Menschen „Triebe“ nennt. Aber mit Schillers „Grunddtriebe“ ist
der Oberbegriff ja bereits gegeben und es ist unnötig und
macht keinen Sinn, einen weiteren parallel dazu zu suchen.
Das stimmt, sofern der Satz für sich alleine stehen bzw. mein Text nur
über Friedrich Schiller handeln würde. Ich schreibe gerade über die Entwicklung
der Ästhetik, in der die beiden Begriffe Vernunft und Gefühl eine zentrale Rolle
spielen und erst Schiller tauft sie auf den Namen Grundtriebe. Daher kann ich ihn
davor noch nicht nennen und aus stilistischen Gründen wäre es schön, sie mit einem
Oberbegriff zusammenfassen zu können.
Ich denke gerade darüber nach, meinen Text einfach umzuformulieren, aber kann es
denn wirklich sein, dass es der deutschen Sprache an diesem Oberbegriff mangelt?
die Entwicklung der Ästhetik, in der die beiden Begriffe Vernunft und Gefühl
eine zentrale Rolle spielen
Natürlich. Aber damit hast du doch bereits die passende Formulierung:
Schiller sieht in diesen beiden Begriffen zwei entgegengesetzt
wirkende Grundtriebe, die er „Stofftrieb“ (das Gefühl) und „Formtrieb“ (die Vernunft) nennt.
Den Zusatz „… des Menschen …“ kannst du dir sparen, da es um nichts anderes geht.
kann es denn wirklich sein, dass es der deutschen Sprache an diesem
Oberbegriff mangelt?
Sicher nicht, aber die Alltagssprache braucht ihn nicht. Dazu müßte man tief in die 2500 Jahre alte Begriffskiste (Vernunft, Verstand, Geist, Seele usw.) greifen und die Bestimmung eines Oberbegriffs dazu wäre nur innerhalb einer anthropologischen (ggf. psychologischen) Theorie möglich - und auch dort nur nötig. Und eine solche baut Schiller ja gerade mit den „Grundtrieben“ auf. D.h. in diesem Fall ist dies der Oberbegriff.
ich hab es nun umformuliert und bin bei „Schiller sieht in ihnen” gelandet, und da
Vernunft und Gefühl im vorherigen Satz auftauchen, funktioniert es im Kontext.
Danke für die Hilfe, ich bin dennoch ein wenig enttäuscht von der deutschen
Sprache, hatte vermutet, dass die Antwort sehr offensichtlich ist und sie mir nur
nicht einfällt.
ich bin dennoch ein wenig enttäuscht von der deutschen Sprache
In welcher Sprache findest du denn zu „Vernunft“ und „Gefühl“ einen umgangssprachlichen Oberbegriff? Und in welcher überhaupt einen Begriff, der dem Begriff „Gefühl“ der Literatur der deutschen Romantik voll entspricht?
hatte vermutet, dass die Antwort sehr offensichtlich ist und sie mir nur nicht einfällt.
Sie ist auch offensichtlich, nur nicht umganssprachlich: Ein Oberbegriff ist z.B. „anthropologische Grundkategorie, oder -bestimmung“, „anthropologischer Grundbegriff“.
ich musste zuerst an Gaben Gottes denken, was auf keinen Fall in meinen Kontext
passen würde…aber vielleicht ist es auch nur meine Assoziation des Begriffs.
also mal bei wiki nachgeschaut…
Gabe kommt von Begabung oder auch Talent…es wird gebraucht, wenn man etwas
überdurchschnittlich gut kann…Vernunft und Gefühl passen da also nicht rein.
Mir ist noch der Begriff „Wesenszüge" eingefallen…denn es handelt sich ja um das
Wesen des Menschen, welches es zu beschreiben gilt. Was meinst du?