eben beim Abendessen hat mich mein jüngster kalt erwischt.
Er frug nach der Herkunft für ‚Verputzen‘ im Sine von Speisen zu vertilgen.
„Kein Problem“ hab ich gestrunkst und den Kluge, der Pfeifer und den Wahrig rausgekramt und nachgeschaut, aber ach, alle diese werke ließen mich kläglich im Stich. Zwar wurde erklärt, was ‚Verputzen‘ bedeutet, aber das war ja schon klar, allein die Herkunft dieser Wortschöpfung wurde nicht erklärt.
Laßt mich nicht im Regen stehen und die Achtung meines Jungen wiedergewinnen!
Er frug nach der Herkunft für ‚Verputzen‘ im Sine von Speisen
zu vertilgen.
Es ist so: statt „essen“ sagt man ja auch schon mal „spachteln“.
Wenn man also genug gespachtelt hat, hat man seine Magenwände verputzt. Mit dem Spachtel halt. Leuchtet doch ein, oder?
Er frug nach der Herkunft für ‚Verputzen‘ im Sine von Speisen
zu vertilgen.
Grimm schreibt zu
PUTZEN
[…]
6) … …uneigentlich braucht man, zumal in Niederdeutschland, dies putzen, wie etwa auch reine arbeit machen, für rein aufessen, die schüssel leeren, rein machen: er kann gut putzen, stark essen; er putzte alles weg, asz alles auf, wurde damit fertig… http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Hallo Gandalf,
bin zwar kein Etymologe, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Begriff verputzen abgeleitet ist von „vertilgen“ oder „weg“ und putzen im sinne von „schön“
quasi: alles schön weg machen
Bei der „Freien Presse“ im Chemnitzer Verlag gibt es eine Frageseite „Onkel Max“, der beantwortet lauter so´n Zeug. Versuche es doch dort mal.
Man sagt verputzen genauso wie wegputzen. Meine Mutter kam als Kind (ca 1916-1920) in den Ferien öfters auf einen Bauernhof im Schwarzwald. Dort hatte die Familie und die Knechtschaft gemeinsam ein Löffelbord. Jeder hatte seinen eigenen Löffel dort hängen. Das Esen wurde aus der gemeinsamen Schüssel geschöpft. Nach dem Essen hat jeder seinen Löffel sauber mit der Zunge gereinigt und wieder an die Wand gehängt.
Ich könnte mir denken, dass der Ausdruck wegputzen damit zusammen hängt.
Udo Becker
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