Hallo!
Als Antwort auf meine
Frage bekam ich hier neben Prügel viele Erklärungen, warum die
Psychologie aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage ist,
pot. Amokläufer zu erkennen. Daher frage ich weiter: wird das
Problem gelöst wenn noch mehr Psychologen die Schüler
betreuen?
Der Sinn dieser Schulpsychologen ist es nicht, potentielle Amokläufer zu erkennen, damit sie dann aus dem Verkehr gezogen werden können - es geht darum, den Schülern psychischen Beistand zu bieten, damit seelische Verletzungen, Depressionen, Kränkungen (also der Nährboden solcher Amokläufe) erst gar nicht entstehen. Dadurch können nicht nur Amokläufe verhindert werden, sondern auch Selbstmorde, selbstverletztendes Verhalten, Esstörungen und anderes mehr. Schickt man den Schüler erst zum Psychologen, wenn er hochgradig auffällig ist, braucht es dann mehr als ein paar Beratungsstunden, um das wieder geradezubiegen. Aber auch da gilt: Nur ein Bruchteil der hochgradig auffälligen Jugendlichen läuft Amok.
Nach den Pressemeldungen hatte Amokläufer FÜNF Termine in einer psychotheraperutischen Klinik. Das ist noch nicht einmal der Ansatz einer Therapie - eine Therapie besteht aus gut und gerne 50 bis 200 Terminen.
Komisch, gerade wird in den Nachrichten erzählt, dass auch der
Ansbacher Amokläufer bestimmte Merkmale eines Aussenseiters
hatte, die auch bei anderen Attentätern vorhanden waren, also
Anzeichen gab es wohl schon vor der Tat.
Diesen verkehrten Umkehrschluß bringst Du nun schon zum wiederholten Male - auf die Gegenargumente dazu bist Du bisher aber nicht eingegangen.
Gruß,
Max
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Hallo
Man kann das in der Presse immer wieder lesen, das Psychologen Fehler im Umgang mit Staftätern machen.
Vielleicht ist es hilfreich, wenn man daran denkt, das Staftäter nicht unbedingt krank sind.
Das ist auch ein Gebiet, wo viele Menschen Verständnisprobleme haben, und ich selbst habe da auch oft Probleme.
MfG
Hallo!
Man darf doch mal gewisse Institutionen, die sich furchtbar
wichtig und sachverständig nehmen, hinterfragen, ohne gleich
einen Stammtischgeruch angehängt zu bekommen!
Der Stammtischgeruch kommtz nicht durch das Hinterfragen,
sondern durch die Stammtischargumente - wie zum Beispiel den
fehlerhaften Umkehrschluß.
warum hier kein Killer ausgefiltert werden konnte.
Weil es KEIN Merkmal gibt, nach dem man Killer ausfiltern
könnte. Das ist eben der fehlerhafte Umkehrschluß. Selbst wenn
alle Killer die Eigenschaft x haben, ist es völlig unmöglich,
mi Sichgerheit vorherzusagen, ob jemand mit der Eigenschaft x
ein Killer ist.
Das sehe ichanders. Bei der Bekämpfung von Terroristen gab es die Rasterfahndung, wo ein Personenkreis auf bestimmte Verhaltens- und Umfeldmerkmale untersucht wurde die charakteristisch für Terroristen waren. Bei einer größeren Schnittmenge wurden die Betroffenen eingehender überprüft und siehe da, es wurden so auch Terrosisten gefasst. Bevor nun das Wutgeheul von Euch Psycho-Experten losgeht, lest erst mal weiter.
Der Ansbacher Amokläufer saß angeblich allein in der Klasse, auf einer Klassenfahrt wollte niemand das Zimmer mit ihm teilen. Wenn dem tatsächlich so wäre, hat da niemand bemerkt, dass der Schüler fürchterlich leiden mußte und Hilfe brauchte? Hier waren wohl zuerst die Lehrer an der Front gefordert, aber der behandelnde Psychotherapeut mußte doch auch etwas gemerkt haben! Solche ausgegrenzte Schüler gibt es wohl in jeder Klasse, sie als Amoklaufverdächtige zu erfassen ist freilich Unsinn, aber es sollte ihnen geholfen werden, dass sie ihre Introvertiertheit oder sonstigen Mängel überwinden, das wäre z.B. der Sinn einer „Rasterfahndung“ an Schulen.
Die Forderung von Fachleuten, mehr Schulpsychologen einzustellen, macht für mich nur dann Sinn, wenn in einer Art Rasterfahndung verhaltensauffälige Schüler ermittelt und ihnen Hilfe angeboten wird. Oder, liebe Experten, wie sonst könnten mehr Psychologen das Problem lösen, wenn es der der späteren Amokläufer schon nicht lösen konnte?
Wolfgang D.
Danke!
Hallo PSYCHo-Experten,
Vielen Dank für Eure sehr aufschlussreichen Antworten und die Analysen über mich, die ihr mir habt so nebenbei zukommen lassen. Ich weiß jetzt, dass ich mit eingeschränkter Sichtweise geboren wurde und anderen Übeln mehr. Es tut mir leid, dass die Diskussion auf Stammtischniveau abgesunken ist, als Fragensteller sehe ich mich als Verursacher, nachdem zur Diskusion aber immer mehrere Personen gehören darf ich den Tadel an Euch weitergeben.
Ich wollte mit meiner Frage keine Psychologenschelte anrichten oder sie gar beleidigen, sonder nur das fragen was die meisten Zeitungsleser auch tun wenn sie die Schlagzeilen über die Hintergründe von Ansbach und Winnenden gelesen haben. Vielleicht war die Fragestellung etwas zu provokativ, aber damit lockt man die Experten immer aus der Reserve, denn Kritik oder einen Hauch davon können diese meist nicht vertragen. Und ihr seid, das habe ich so nicht erwartet, voll mit teilweise gehässigen aber in der Regel unsachlichen Beiträgen darauf abgefahren. Also, etwas mehr Niveau und Sachlichkeit hätte ich auf diesem Board schon erwartet!
Bis zum nächsten Mal - und keinen Streit vermeiden!
Wolfgang D.
Innenansichten
http://www.wolfgang-schmidbauer.de/artikel/innenansi…
Habe mir nicht alles durchgelesen. Dieser Artikel gibt Hintergründe umfassend und wahrheitsgemäß wieder.
Gruß Anwärter
Wie man in den Wald hineinruft, . . .
oder, lieber Wolfgang,
der Ton macht die Musik.
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