Versagt der Staat bei der Daseinsvorsorge?

Hallo,

das „Desaster“ am gestrigen Tage mit dem Orkan „Kyrill“ und der Einstellung des GESAMTEN EISENBAHNVERKEHRES in Deutschland
(Das erste Mal in 171 Jahren Eisenbahnen in Deutschland) bringt einem
zu der Frage,ob der Staat nicht bei der Daseinsvorsorge versagt…

Hallo,
zu der Frage,ob der Staat nicht bei der Daseinsvorsorge
versagt…

Wer nach draußen ging, war selber schuld.

Hallo,

was hat der Staat mit der Bahn zu tun? Die ist seit 16(!) Jahren privatisiert?
Privatisiert ist gleichbedeutend mit Gewinn bringen / Gewinne maximieren. Mehdorn, der Vorstand, wird am Gewinn gemessen (und danach bezahlt, nicht danach, dass die Reisenden fahrplanmäßig von A nach B kommen)

Die Bürger haben nach Wettbewerb gerufen. Kein Staatsmonopol. Das ist zu träge, zu ineffizient, zu teuer, kein Service.
Das war dann auch ganz im Sinne des Staates: „Zuschussgeschäfte“ los werden.

Wie allseits gewünscht, ist er verfahren mit Post, Energieversorger, Telefon, Müll, Flug (Lufthansa), Flugsicherung, Krankenhäuser. Demnächst kommen Friedhöfe, Wasserversorgung, Straßenbau (Stichwort Maut für Pkw).

Noch nicht in der Diskussion (oder ich habs verpasst) Polizei, Feuerwehr. Die kann man auch privatisieren. Wer es bezahlen kann, wird sich Sicherheit kaufen können…

Die Bürger rufen doch danach: Wettbewerb muss her, dann wird alles besser!

Jetzt habt ihr ihn. Lebt damit und meckert nicht.

Es grüßt überaus nachdenklich
Mara

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Hallo Maralena!

was hat der Staat mit der Bahn zu tun? Die ist seit 16(!)
Jahren privatisiert?

Meinst Du, ein Tiefdruckgebiet schert sich um irgendwelche Eigentumsverhältnisse? Wenn Sachen durch die Gegend segeln und Waggons aus den Gleisen gepustet werden, ist es eine Frage von Betriebssicherheit und Verantwortungsbewußtsein, die Witterung nicht einfach zu ignorieren. Dabei sind ähnliche Überlegungen fällig, wie bei jedem anderen Verkehrsmittel. Es gibt Situationen, unter den Schiffe nicht auslaufen und Flieger am Boden bleiben. Wenn man mit beschädigten Oberleitungen und auf den Gleisen liegenden Bäumen rechnen muß, kann man schlecht Hochgeschwindigkeitszüge fahren lassen. Wenn die Anzahl der Problemstellen nur groß genug wird, ist kein sicherer Betrieb mehr möglich und der Betrieb ruht.

Darf ich raten, welche Reaktion nach sturmbedingten Unfällen erfolgt wäre? Mit letzter Sicherheit hätte es dann geheißen, daß private Betreiber ihre Gewinngier über Sicherheit und Leben der Fahrgäste stellen.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Frank!

das „Desaster“ am gestrigen Tage mit dem Orkan „Kyrill“ und
der Einstellung des GESAMTEN EISENBAHNVERKEHRES in Deutschland
(Das erste Mal in 171 Jahren Eisenbahnen in Deutschland)
bringt einem
zu der Frage,ob der Staat nicht bei der Daseinsvorsorge
versagt…

Natürlich! Der nachlässige Staat versäumte, das Tiefdruckgebiet mit mehr Luftdruck zu versehen.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

das „Desaster“ am gestrigen Tage mit dem Orkan „Kyrill“ und
der Einstellung des GESAMTEN EISENBAHNVERKEHRES in Deutschland
(Das erste Mal in 171 Jahren Eisenbahnen in Deutschland)
bringt einem
zu der Frage,ob der Staat nicht bei der Daseinsvorsorge
versagt…

Wie erwähnt wurde ist die Bahn keine Behörde mehr, weshalb Du zunächst einmal im vollkommen falschen Brett gelandet bist.
Man kann sich ohnehin darüber streiten, in welchem Maße der Staat noch für die Daseinsvorsroge verantwortlich ist. Dinge, die früher originär staatliche Aufgaben der Daseinsvorsorge gewesen sind, sind es eben heute nur noch eingeschränkt. Man betrachte die Energieversorger, die Post, die Telekommunikationsbranche, nicht zuletzt die Eisenbahn. Es hat sich da offensichtlich in den vergangenen Jahren ein ziemlicher Wertewandel vollzogen - das klassische Modell des Staates, der mit eigenen Einrichtungen und Betrieben das Wohl der Bürger und eine grundsätzlich funktionierenden Infrastruktur sicherstellt hat sich wohl erledigt. Der Staat ist nun eher Überwachergarant für ein angemessenenes Versorgungsnetz, nicht aber selbst Organisator derartiger Einrichtungen.
Ganz gleich aber, in welcher Form der Staat heute überhaupt noch im Rahmen der Daseinsvorsroge für gewissen Bereiche verantwortlich ist, ist doch die Eintscheidung, den Bahnverkehr einzustellen, aus Sicherheitsaspekten nicht ungerechtfertigt gewesen. Es hätte ohnehin auf vielen Strecken ein ziemliches Chaos gegeben. Statt also die Menschen durch wenig vorausschauendes Krisenmanagement in die Gefahr zu bringen, auf offener Strecke wenn auch nicht verletzt zu werden, so doch dort ihre Nacht verbringen zu müssen, hat man hier meiner Meinung nach einen richtigen Weg gewählt.
Diejenigen, die am Bahnhof merkten, dass sie nicht weiterkommen, konnten zurück nach Hause. Die, die an Bahnhöfen gestrandet waren, konnten dort sicherlich besser und sicherer versorgt werden als diejenigen, die man ansonsten auf offener Strecke im Zug hätte versorgen müssen.
Abgesehen also davon, dass das mit staatlicher Daseinsvorsorge meiner Meinung nach nicht viel zu tun hat, war es eine richtige Entscheidung der Bahn.
Wie sich die Wiederaufnahme des Verkehrs am kommenden Tag abgespielt hat, daüber kann man dann wieder anderer Meinung sein.

Alles in allem gilt doch aber, um nochmal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Der Wohlfartsstaat der seine Bürger durch Beamte in Zügen von A nach B bringen lässt hat längst ausgedient.

Gruß,

Florian.