Versailles 1871

Hallo,

warum wurde das deutsche Reich 1871 eigentlich in Versailles ausgerufen?

Wollte man die Franzosen damit demütigen?

Falls ja: Wurde das von den Franzosen wirklich so empfunden? Oder wie war die Reaktion dort?

Grüße
Carsten

Hallo,

Servus

warum wurde das deutsche Reich 1871 eigentlich in Versailles
ausgerufen?

Zum einen ging der Einigung des deutschen Reiches ja der Deutsch-Französische Krieg voran. Daher hatte es natürlich einen besonderen Reiz gerade dort das Reich auszurufen.

Zum anderen befinden sich im Spiegelsaal des Schloß Versailles Bilder das Einverleiben deutscher Gebiete durch die Franzosen zeigen. Das war dann sozusagen eine Art Wiedergutmachung…

Wollte man die Franzosen damit demütigen?

Ja

Falls ja: Wurde das von den Franzosen wirklich so empfunden?
Oder wie war die Reaktion dort?

Es war ja nicht nur die Proklamation. Dazu kamen Gebietsabtretungen, Reparationszahlungen und natürlich der psychologische Aspekt. Alles das entlud sich dann 1914 wo dann so ziemlich jede Seite alte Rechnungen begleichen wollten (schau dir mal die Kapitulationsbedingungen für das Deutsche Reich nach dem 1. WK an).

Interessante Parallele ist die Kapitulationszeremonie Frankreichs im 2. WK wo Hitler darauf bestand dass sie in dem selben Waggon abgehalten werden soll wo das Deutsche Reich nach dem 1. WK. kapitulieren mußte.

Grüße
Carsten

MfG
Christoph

Entscheidender Punkt deines statements, die „abgetretenen Gebiete“, waren die Deutsch als sie abgetreten wurden?

Oder entwickelten sich die nicht-abgetreten Gebiete zu etwas Deutschem, um dann die abgetretenen Gebiete, die, waeren sie nicht abgetreten worden, sich ebenfalls mit den nicht-abgetreten Gebieten zu etwas Deutschem entwickelt haetten.

Hallo Carsten,

Falls ja: Wurde das von den Franzosen wirklich so empfunden?
Oder wie war die Reaktion dort?

zumindest ließen es sich die Franzosen nicht nehmen, genau 48 Jahre nach der Proklamation (18.01.1919), die Pariser Firedenskonferenz ebendort zu eröffnen und natürlich unterschrieb Deutschland seinen Friedensvertrag in Versailles.

Gruß

Hallo !

Versailles war Sitz des großen Hauptquartiers der deutschen Armeen.

Ende dieses Krieges waren dort sämtliche deutschen Landesfürsten versammelt und Bismark nutzte diese Gelegenheit zur Proklamation. Eigentlich gegen den Willen des preußischen Königs, des späteren Kaisers.
Jetzt oder nie, waren wohl die Gedanken Bismarks. Ich glaube nicht, dass es eine Provokation gegen die Franzosen war.

mfgConrad

Hallo,

un eine Demütigung Frankreichs ging es dabei nicht. Daran konnte Bismarck kein Interesse haben - seine Kreigsziele hatten sich ja erfüllt und ihm war für die Zukunft nicht an einem rachsüchtigen Frankreich gelegen.
Was er aber wollte, war die Kaiserkrönung - egal wie. Und dabei wollte er die süddeutschen Fürsten, die ja von einem deutscjem Kaiserreich unter Preußens Führung nicht sher begeistert waren, nicht unnötig reizen. Deshalb war im Versailles als Krönungsort sehr recht - es gehörte schließlich nicht zu Preußen und war damit für die deutschen Fürsten akzeptabler als zum Beispiel Berlin. Außerdem erinnerte Versailles alle an den gerade gewonnenen Krieg, der ja in erster Linie gezeigt hatte, war ein einheitliches Deutschland für eine Macht hatte. Die Fürsten waren ja nun ein wenig unter moralischem Druck - unter Preußens Führung war der Krieg gewonnen worden, nur hatten sie eine gewisse Bringeschuld Preußen gegenüber.
Und nicht zuletzt gab ja Versailles auch einen wirklich glanzvollen Rahmen für eine Kaiserkrönung ab. So ein Tittel lebt ja nur, wenn er auch ernst genommen wird - das kann micht so nebenbei in einer Hundehütte machen. Die Siegesfeier war da ein entsprechender Anlaß (man mußte ja auch erst mal alle deutschen Fürsten auf einen Haufen zusammenbekommen).
ES war ja eh schon schwierig genug alles. Das fing schon beim Titel an, Wilhelm wollte „deutscher Kaiser“ werden, die Fürsten wollten nur den unverbindlicheren Titel „Keaiser von Deutschland“ zugestehen, die Krone sollte möglichst der bedeutenste deutsche Fürst dem Kaiser antragen (also der König von Bayern), aber der etwas versponnene Ludwig wollte auch nciht so richtig - Bismarck mußte also den bayrischen Ministerpräsidenten bestechen und Ludwig ein paar bayrische Sonderrechte zugestehen. Zudem rückte Wien natürlich die alte deutsche Kaiserkrone nicht raus - es mußte ne neue her… ih schätze, Bismarck war der Ort ziemlich egal, wenn er das Ganze nur überhaupt über die Bühne bekam. Und ne Chance dafür hatte er eigentlich nur, so lange alle noch unter Eindruck des Sieges über Frankreich standen.

Gernot Geyer

Servus

Erstens mal wäre irgendeine Form des Grußes ganz nett…

Zweitens habe ich in meinem ‚Statement‘ die von dir zitierte Phrase nirgends verwendet. Und zum dritten macht dein Satz keinen Sinn. Jedenfalls keinen der sich mir erschließen würde mit der Ausnahme, dass hier Haare gespalten werden sollen. Sollte dies wirklich der Fall sein verzichte ich auf ein vertiefendes Gespräch zu diesem Thema.
Sollte das allerdings nicht der Fall sein würde ich dir nahelegen, deine Gedanken entweder zu ordnen oder neu zu strukturieren bevor du sie niederschreibst.

MfG
Christoph

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die Krone sollte möglichst der

bedeutenste deutsche Fürst dem Kaiser antragen (also der König
von Bayern), aber der etwas versponnene Ludwig wollte auch
nciht so richtig - Bismarck mußte also den bayrischen
Ministerpräsidenten bestechen und Ludwig ein paar bayrische
Sonderrechte zugestehen.

Hallo,
bestochen wurde Ludwig II.vor allem mit dem Geld, das Bismarck beim Einsacken Hannovers durch Preußen nach dem 66er-Krieg gewonnen hatte: der berüchtigte Reptilienfond (nach dem noch heute der unkontrolliert vom Bundeskanzler verwendete Etat benannt ist). Nur weiß kaum mehr jemand, dass Bismarck tatsächlich den König von Hannover als Reptil bezeichnet hat, dem man den Kopf zertreten muss.
Mit diesem Geld von Bismarck von Hannover konnte Ludwig einen Teil seiner Bauschulden bezahlen.
Dies nur als kleine Anmerkung am Rande zur Klarstellung.
Gruß!
H.

Erstens mal wäre irgendeine Form des Grußes ganz nett…

Servus!?

Zweitens habe ich in meinem ‚Statement‘ die von dir zitierte
Phrase nirgends verwendet.

„Zum anderen befinden sich im Spiegelsaal des Schloß Versailles Bilder das Einverleiben deutscher Gebiete durch die Franzosen zeigen. Das war dann sozusagen eine Art Wiedergutmachung…“
Sach ma’, was ist denn mit dir los?? Du sprichst von „Einverleiben deutscher Gebiete“, ich nenne dies dann abgetretene Gebiete, so what? Wo in aller Herrgottsnamen ist der Unterschied??
Imo, Haarspalterei in hoechster Form.

Und zum dritten macht dein Satz
keinen Sinn. Jedenfalls keinen der sich mir erschließen würde
mit der Ausnahme, dass hier Haare gespalten werden sollen.
Sollte dies wirklich der Fall sein verzichte ich auf ein
vertiefendes Gespräch zu diesem Thema.
Sollte das allerdings nicht der Fall sein würde ich dir
nahelegen, deine Gedanken entweder zu ordnen oder neu zu
strukturieren bevor du sie niederschreibst.

Also nur weil sich dir etwas nicht erschliesst, heisst dies noch lange nicht, dass es keinen Sinn macht.
Und wiederspruchlich ist deine Aussage ohnehin. Erst labberst du was von keinen Sinn machen, aber den nachsten Satz eroffnest du mit Jedenfalls, begrenzt deine vorherige Aussage, welche doch Allgemeingultig sein sollte. Und dann findest du absurderweise doch einen Sinn, namlich die Haarspalterei! Also erstes Argument in die Tonne gekloppt.

Und welche Auswahl hab ich dann von dir angetragen bekommen? Entweder Gedanken ordnen oder neu zi strukturieren! Also sind beide Vorschlage equivalent oder was? Kann ich also indiskriminierend was aussuchen!!

Da jedoch meine Argumentationskette, imo, als Syllogismus intendierd war, sage ich Danke viel mals fur deine Anregungen (die fur mich keinen Sinn machen), und hoffe, dass du deine Gedanken nochmals vertiefen tust und nachvollziehen kannst was ich denn da oben produziert hab’

Lieber Karl Heinz

Ich habe nicht deine gesamte Antwort gelesen da mir ehrlich gesagt schon nach dem zweiten Absatz die Lust vergangen ist. Aber es kommt mir auch so schon vor, dass du nicht wirklich an einer konstruktiven Diskussion interesiert bist. Und scheinbar ist dies auch nicht der einzige Thread in dem du krampfhaft nach Streit suchst. Da ich aber weder Zeit noch Lust habe auf so einem Niveau eine Diskussion zu führen hat sich das Thema für mich erledigt.

MfG
Christoph

Servus Karl-Heinz,

zur Frage deutscher Gebiete, die von Frankreich annektiert wurden:

1552 (faktisch, formal bestätigt 1648): Metz, Toul, Verdun & die zugehörigen Herrschaften - also im wesentlichen Lothringen außer Nancy.
1648 Breisach, der Sundgau und das Elsass (bis Landau in der heutigen Pfalz). Besondere Rollen spielen Straßburg - das formal weiterhin zum Deutschen Reich gehörte - und, wemmer grad dabei sind, Montbéliard, das von 1397 - 1796 zu Württemberg gehörte. Das heutige Saarland ist zu kompliziert für eine kurze Zusammenfassung. Dass zwischen dem kleinen Grossblitterstroff (F) und dem unmittelbar benachbarten, größeren Kleinblittersdorf (D) eine Staatsgrenze verläuft, hat vermutlich damit zu tun, dass „-troff“ und -„dorf“ natürlich ganz verschiedene Dinge sind.

Schöne Grüße

MM

OT: Nicht gelesene Beiträge

Ich habe nicht deine gesamte Antwort gelesen da mir ehrlich
gesagt schon nach dem zweiten Absatz die Lust vergangen ist.

Lieber Christoph,

einen Vorschlag zur Güte:
Wenn du keine Lust hast, einen Beitrag zu lesen, dann lasse doch bitte auch das Antworten. Denn Antworten wie deine obige füllen inhaltsarm die Diskussionen, zum argen Missvergnügen der Mitlesenden.

Hättest du Karl-Heinzens Beitrag antwortlos ins Leere laufen lassen, er hätte sich bestimmt genauso gegrämt, wie auf diesen deinen Beitrag.

Nichts für ungut
Hardey

Hallo Hardey

Ich habe immer Lust Beiträge zu lesen. Nur kommt es manchmal vor dass mir dann während dem Lesen die Lust vergeht…

Ich habe mir andere Beiträge von Karl Heinz angeschaut und festgestellt, dass das scheinbar keine Ausnahme sondern die Regel bei ihm ist, in Diskussionen Streit zu suchen.

Außerdem antworte ich prinzipiel auf alle Postings die an mich adressiert sind und ich möchte dhass Karl Heinz auch weiß, wieso ich auf eine weitere Diskussion mit ihm verzichte.

Aber natürlich hast du Recht dass ein schlichtes Nichtbeachten immer noch die beste Antwort auf solche Personen ist. Vermutlich werden die Mods diesen Teil der Diskussion jetzt sperren aber ich kann nicht sagen, dass mir das Leid tun würde :wink:

MfG
Christoph

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Hallo,

zur Sache selbst möchte ich nur zwei Sachen klarmachen.

  1. Die eigentliche Gründung des Deutschen Reichs war am 1.1.1871 (schön juristisch!) mit dem Inkrafttreten der Verfassung. Man könnte auch sagen, mit dem Beitritt der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund, dessen Verfassung wesentlich übernommen wurde.

  2. Der Akt am 18.1.1871 war keine Krönung, sondern eine Proklamation, bei der der Großherzog von Baden „den Kaiser Wilhelm“ hochleben ließ. Damit war nolens volens eine Demütigung des geschlagenene Frankreichs verbunden.

Beste Grüße,
Andreas

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