Hi,
Bekanntermaßen mag Fidel die USA nicht. Entsprechend sollte
man inzwischen nicht mehr mit Dollar einreisen, weil die eh
keiner mehr annehmen mag. Jetzt meinte meine Mutter aber,
kürzlich gelesen zu haben, dass man bei ärztlicher Versorgung
in US-Dollar bezahlen müsste.
Handelt es sich dabei um eine veraltete Meldung oder sind die
die Ausnahme?
Nun, mit Dollar (cash) konnte man schon immer einreisen (nur nicht
mit travellers checks einer US Bank!!!). Nur wird der Dollar jetzt
nicht mehr 1:1 gehandelt, sondern es gibt ne heftige Gebühr (so ca
20% ???).
Dh, beim offiziellen Umtausch sollte man halt lieber Euro tauschen,
weil das dann halt billiger wird.
In Cuba gibt es zwei Währungen - quasi den cubanischen Peso und den
cubanischen Dollar (welcher ursprünglich aus Mangel an US $ Noten
eingeführt wurde, und eben 1:1 zum US $ gehandelt wurde, bis sie
diese Gebühr erhoben).
Ich würde mal stark annehmen, dass es sich bei den Dollar, von denen
Deine Mutter redet, einfach um Dollar im Gegensatz zu Peso handelt.
Ein Tourist kann zwar ‚Sachen auf der Strasse‘ (Snacks, Eis,
Souvenire etc) für Pesos kaufen, kann aber zB nicht ein Bus- oder
Bahnticket (ausser dem Stadtbus) damit bezahlen, sondern muss, weil
eben Tourist, mit Devisen, bzw heute mit dem cubanischen Dollar,
zahlen. Ähnlich wie früher in der DDR und Sowjetunion.
Und so wird sich auch kein Arzt von einem Touristen in Peso bezahlen
lassen. (Peso cubano oder moneda nacional = Peso ; Peso convertible
‚umtauschbarer Peso‘ = cubanischer Dollar).
An vereinzelten Stellen im Netz habe ich was gelesen in der
Art „die Fahrt von A nach B kostete soundso viel“. Dabei
schien es sich um eine Reise im Mietwagen oder privaten
Fahrzeug zu handeln. Muss man in Kuba Straßengebühren
bezahlen?
Strassengebühren - nein. Eine Fahrt, die von A nach B soundsoviel
kostet: da wird wohl von einem Taxi die Rede sein (also quasi ein
‚Langstreckentaxi‘, ja, Privatfahrzeug).
Beim Mietwagen UNBEDINGT daran denken, dass Du nur an Tankstellen mit
‚richtigem‘ Benzin tanken darfst - mit dem Zeug, was die in die
‚nichtimportierten‘ (also vor der Revolution auf Cuba gelandeten)
Wagen füllen, machst Du den Motor kaputt, und bist dann dafür
verantwortlich!!!
Und nochmal zu der USA-Abneigung: Ich habe mir sagen lassen,
dass ich z.B. von meinen amerikanischen Medikamenten möglichst
die Aufschrift der Herkunft entfernen sollte, damit es am Zoll
keine Probleme gibt. Bei den Tabletten sollte das ganz leicht
machbar sein. Jetzt haben wir uns aber einen Kuba-Reiseführer
aus den USA bestellt. Der ist wirklich umfangreich und den
würde ich deshalb ungern zu Hause lassen. Könnte es deswegen
Ärger am Zoll geben, wenn ich einen US-amerikanischen
Reiseführer über das Zielland mitnehme?
Das ist Quatsch. Ja, klar haben die was gegen die US. Aber deshalb
darfste trotzdem mit dem Reiseführer rumlaufen.
Was Medikamente anbetrifft: ok, das sind deine, für deine eigene
Verwendung.
Wir haben aber mal in Cancun einen RIESENschinken Medizinlexikon (US)
und diverse Medikamente (auch US) von einem amerikanischen Arzt
übernommen, und sie in Havana einer dort lebenden Amerikanerin
übergeben. Die Zollbeamten waren darüber sehr erfreut, schliesslich
sind meds in Cuba knapp!
Ach ja, und wenn Du was nach Cuba mitnehmen willst, das die Cubaner
nicht allzu oft zu sehen bekommen (ausser Zahnbürsten, Zahnpasta,
Rasierzeug, Kaugummi, blabla, also Sachen, für die man teure
cubanische Dollars hinblättern müsste), kannst Du ein paar Äpfel
einstecken… zumindest hatte ich auf der Reise ex Cancun zufällig
noch zwei in Cancun gekaufte, aber nicht gegessene Äpfel im Gepäck -
oh Freude, ‚Äpfel haben wir seit dem Kollaps der Sowjetunion nicht
mehr gesehen‘ - war also das Pendent zu einer DDR-Banane…
Mir ist zwar durchaus etwas mulmig, weil ich in der
Zwischenzeit viele Berichte gelesen habe, in denen es heißt,
die Kriminalität würde immer heftiger. Von einfachen
Diebstählen über Autoreifen-Stecher bis hin zu Einbrüchen in
Touri-Unterkünften (die auch immer mal wieder tödlich enden).
Aber ich denke, wenn wir uns nicht ganz daneben benehmen,
sondern freundlich bleiben, und dennoch nicht vergessen,
wachsam und nicht gutgläubig zu sein, sollte das alles halb so
wild sein. Andere Touristen überleben eine Rundreise mit dem
Mietwagen ja auch unbeschadet! 
Naja, ‚die Kriminalität wird immer heftiger‘ heisst ja nur, dass sie
sich von sehr, sehr gering, und NUR Diebstahl (ohne Gewalt etc), zu
Raub etc mit zeitweise Gewaltanwendung geändert hat.
Cuba war immer das sicherste Land in ‚ganz Südamerika‘, wenn ich das
jetzt einfach mal quasi aus der Karibik rausbefördere… ihr wisst
schon, was ich meine.
Wenn sich jetzt einiges zum Schlechteren ändert, ist es dort immer
noch viel sicherer als anderswo. Sprich, Du fährst weder nach
Kolumbien, noch nach Südafrika.
(Trotzdem, ein Auto mit Gepäck drin konnte man auch vor fünf Jahren
nicht unbewacht stehen lassen - man beauftragte halt jemanden, drauf
aufzupassen, und nen Dollar ist schon erfreulich für jemanden, der
cubanische Peso, Kurs ca 20:1, verdient).
Ansonsten, das Wichtigste, was Du wohl ‚beachten‘ solltest, ist, dass
eine Reise auf Cuba viel Flexibilität, Spontaneität und Geduld
erfordert. Alles geht langsam, und nicht unbedingt dann, wenn Du
willst. Aber es geht - also nur Geduld.
Und wenn Du auch mal was ausprobieren willst, das nicht nur für
Touristen erhältlich ist - sei es ein Eis, oder ne Orange: ‚La cola‘
- bereite dich auf die Schlange (cola) vor. Es wird nicht unbedingt
absolut streng in Reih und Glied gestanden, aber der letzte, der
hinzukommt, fragt, ‚el ultimo?‘, ‚der letzte?‘, um sich so ans Ende
der Schlange stellen zu können.
Ach, und wenn die Schlange zu lang erscheint: Nicht denken, ach, ich
stell’ mich später an, wenn sie kürzer ist: Dann ist nämlich nix mehr
da! Es wird verkauft, bis alle ist. Was sehr gut VOR Ende der
Schlange sein kann.
Gruss, und viel Spass auf Cuba von einer ‚neidischen‘
Isabel