Versch. Fragen zu Kuba

Hallo,

in „einschlägigen“ Kuba-Foren konnte ich ebenso wenig in Erfahrung bringen wie über sonstige Google-Ergebnisse. Da hier aber auch schon einige unser nächstes Urlaubsziel bereist haben, könnt ihr mir vielleicht helfen.

Bekanntermaßen mag Fidel die USA nicht. Entsprechend sollte man inzwischen nicht mehr mit Dollar einreisen, weil die eh keiner mehr annehmen mag. Jetzt meinte meine Mutter aber, kürzlich gelesen zu haben, dass man bei ärztlicher Versorgung in US-Dollar bezahlen müsste.
Handelt es sich dabei um eine veraltete Meldung oder sind die die Ausnahme?

An vereinzelten Stellen im Netz habe ich was gelesen in der Art „die Fahrt von A nach B kostete soundso viel“. Dabei schien es sich um eine Reise im Mietwagen oder privaten Fahrzeug zu handeln. Muss man in Kuba Straßengebühren bezahlen?

Und nochmal zu der USA-Abneigung: Ich habe mir sagen lassen, dass ich z.B. von meinen amerikanischen Medikamenten möglichst die Aufschrift der Herkunft entfernen sollte, damit es am Zoll keine Probleme gibt. Bei den Tabletten sollte das ganz leicht machbar sein. Jetzt haben wir uns aber einen Kuba-Reiseführer aus den USA bestellt. Der ist wirklich umfangreich und den würde ich deshalb ungern zu Hause lassen. Könnte es deswegen Ärger am Zoll geben, wenn ich einen US-amerikanischen Reiseführer über das Zielland mitnehme?

Tja, das wärs (erst mal *g*).

Mir ist zwar durchaus etwas mulmig, weil ich in der Zwischenzeit viele Berichte gelesen habe, in denen es heißt, die Kriminalität würde immer heftiger. Von einfachen Diebstählen über Autoreifen-Stecher bis hin zu Einbrüchen in Touri-Unterkünften (die auch immer mal wieder tödlich enden). Aber ich denke, wenn wir uns nicht ganz daneben benehmen, sondern freundlich bleiben, und dennoch nicht vergessen, wachsam und nicht gutgläubig zu sein, sollte das alles halb so wild sein. Andere Touristen überleben eine Rundreise mit dem Mietwagen ja auch unbeschadet! :smile:

Fällt euch noch was ein, was wir unbedingt beachten sollten?

Viele Grüße
Merlinchen

Hi,

Bekanntermaßen mag Fidel die USA nicht. Entsprechend sollte
man inzwischen nicht mehr mit Dollar einreisen, weil die eh
keiner mehr annehmen mag. Jetzt meinte meine Mutter aber,
kürzlich gelesen zu haben, dass man bei ärztlicher Versorgung
in US-Dollar bezahlen müsste.
Handelt es sich dabei um eine veraltete Meldung oder sind die
die Ausnahme?

Nun, mit Dollar (cash) konnte man schon immer einreisen (nur nicht
mit travellers checks einer US Bank!!!). Nur wird der Dollar jetzt
nicht mehr 1:1 gehandelt, sondern es gibt ne heftige Gebühr (so ca
20% ???).

Dh, beim offiziellen Umtausch sollte man halt lieber Euro tauschen,
weil das dann halt billiger wird.

In Cuba gibt es zwei Währungen - quasi den cubanischen Peso und den
cubanischen Dollar (welcher ursprünglich aus Mangel an US $ Noten
eingeführt wurde, und eben 1:1 zum US $ gehandelt wurde, bis sie
diese Gebühr erhoben).

Ich würde mal stark annehmen, dass es sich bei den Dollar, von denen
Deine Mutter redet, einfach um Dollar im Gegensatz zu Peso handelt.
Ein Tourist kann zwar ‚Sachen auf der Strasse‘ (Snacks, Eis,
Souvenire etc) für Pesos kaufen, kann aber zB nicht ein Bus- oder
Bahnticket (ausser dem Stadtbus) damit bezahlen, sondern muss, weil
eben Tourist, mit Devisen, bzw heute mit dem cubanischen Dollar,
zahlen. Ähnlich wie früher in der DDR und Sowjetunion.

Und so wird sich auch kein Arzt von einem Touristen in Peso bezahlen
lassen. (Peso cubano oder moneda nacional = Peso ; Peso convertible
‚umtauschbarer Peso‘ = cubanischer Dollar).

An vereinzelten Stellen im Netz habe ich was gelesen in der
Art „die Fahrt von A nach B kostete soundso viel“. Dabei
schien es sich um eine Reise im Mietwagen oder privaten
Fahrzeug zu handeln. Muss man in Kuba Straßengebühren
bezahlen?

Strassengebühren - nein. Eine Fahrt, die von A nach B soundsoviel
kostet: da wird wohl von einem Taxi die Rede sein (also quasi ein
‚Langstreckentaxi‘, ja, Privatfahrzeug).

Beim Mietwagen UNBEDINGT daran denken, dass Du nur an Tankstellen mit
‚richtigem‘ Benzin tanken darfst - mit dem Zeug, was die in die
‚nichtimportierten‘ (also vor der Revolution auf Cuba gelandeten)
Wagen füllen, machst Du den Motor kaputt, und bist dann dafür
verantwortlich!!!

Und nochmal zu der USA-Abneigung: Ich habe mir sagen lassen,
dass ich z.B. von meinen amerikanischen Medikamenten möglichst
die Aufschrift der Herkunft entfernen sollte, damit es am Zoll
keine Probleme gibt. Bei den Tabletten sollte das ganz leicht
machbar sein. Jetzt haben wir uns aber einen Kuba-Reiseführer
aus den USA bestellt. Der ist wirklich umfangreich und den
würde ich deshalb ungern zu Hause lassen. Könnte es deswegen
Ärger am Zoll geben, wenn ich einen US-amerikanischen
Reiseführer über das Zielland mitnehme?

Das ist Quatsch. Ja, klar haben die was gegen die US. Aber deshalb
darfste trotzdem mit dem Reiseführer rumlaufen.

Was Medikamente anbetrifft: ok, das sind deine, für deine eigene
Verwendung.

Wir haben aber mal in Cancun einen RIESENschinken Medizinlexikon (US)
und diverse Medikamente (auch US) von einem amerikanischen Arzt
übernommen, und sie in Havana einer dort lebenden Amerikanerin
übergeben. Die Zollbeamten waren darüber sehr erfreut, schliesslich
sind meds in Cuba knapp!

Ach ja, und wenn Du was nach Cuba mitnehmen willst, das die Cubaner
nicht allzu oft zu sehen bekommen (ausser Zahnbürsten, Zahnpasta,
Rasierzeug, Kaugummi, blabla, also Sachen, für die man teure
cubanische Dollars hinblättern müsste), kannst Du ein paar Äpfel
einstecken… zumindest hatte ich auf der Reise ex Cancun zufällig
noch zwei in Cancun gekaufte, aber nicht gegessene Äpfel im Gepäck -
oh Freude, ‚Äpfel haben wir seit dem Kollaps der Sowjetunion nicht
mehr gesehen‘ - war also das Pendent zu einer DDR-Banane…

Mir ist zwar durchaus etwas mulmig, weil ich in der
Zwischenzeit viele Berichte gelesen habe, in denen es heißt,
die Kriminalität würde immer heftiger. Von einfachen
Diebstählen über Autoreifen-Stecher bis hin zu Einbrüchen in
Touri-Unterkünften (die auch immer mal wieder tödlich enden).
Aber ich denke, wenn wir uns nicht ganz daneben benehmen,
sondern freundlich bleiben, und dennoch nicht vergessen,
wachsam und nicht gutgläubig zu sein, sollte das alles halb so
wild sein. Andere Touristen überleben eine Rundreise mit dem
Mietwagen ja auch unbeschadet! :smile:

Naja, ‚die Kriminalität wird immer heftiger‘ heisst ja nur, dass sie
sich von sehr, sehr gering, und NUR Diebstahl (ohne Gewalt etc), zu
Raub etc mit zeitweise Gewaltanwendung geändert hat.

Cuba war immer das sicherste Land in ‚ganz Südamerika‘, wenn ich das
jetzt einfach mal quasi aus der Karibik rausbefördere… ihr wisst
schon, was ich meine.

Wenn sich jetzt einiges zum Schlechteren ändert, ist es dort immer
noch viel sicherer als anderswo. Sprich, Du fährst weder nach
Kolumbien, noch nach Südafrika.

(Trotzdem, ein Auto mit Gepäck drin konnte man auch vor fünf Jahren
nicht unbewacht stehen lassen - man beauftragte halt jemanden, drauf
aufzupassen, und nen Dollar ist schon erfreulich für jemanden, der
cubanische Peso, Kurs ca 20:1, verdient).

Ansonsten, das Wichtigste, was Du wohl ‚beachten‘ solltest, ist, dass
eine Reise auf Cuba viel Flexibilität, Spontaneität und Geduld
erfordert. Alles geht langsam, und nicht unbedingt dann, wenn Du
willst. Aber es geht - also nur Geduld.

Und wenn Du auch mal was ausprobieren willst, das nicht nur für
Touristen erhältlich ist - sei es ein Eis, oder ne Orange: ‚La cola‘

  • bereite dich auf die Schlange (cola) vor. Es wird nicht unbedingt
    absolut streng in Reih und Glied gestanden, aber der letzte, der
    hinzukommt, fragt, ‚el ultimo?‘, ‚der letzte?‘, um sich so ans Ende
    der Schlange stellen zu können.

Ach, und wenn die Schlange zu lang erscheint: Nicht denken, ach, ich
stell’ mich später an, wenn sie kürzer ist: Dann ist nämlich nix mehr
da! Es wird verkauft, bis alle ist. Was sehr gut VOR Ende der
Schlange sein kann.

Gruss, und viel Spass auf Cuba von einer ‚neidischen‘
Isabel

Hi Isabel,

Nun, mit Dollar (cash) konnte man schon immer einreisen (nur
nicht
mit travellers checks einer US Bank!!!). Nur wird der Dollar
jetzt
nicht mehr 1:1 gehandelt, sondern es gibt ne heftige Gebühr
(so ca
20% ???).

Das ist soweit klar. Ich hab inzwischen auch rausgefunden, wo ich die passenden Reiseschecks kriege. Die Gebühr sind m.W. 10%, aber etwa weitere 10% büßt man durch die Umtauschkurs ein.

Ich würde mal stark annehmen, dass es sich bei den Dollar, von
denen
Deine Mutter redet, einfach um Dollar im Gegensatz zu Peso
handelt.

Nö, sie las noch vor: US-Dollar. Deshalb wundert mich das ja. Ich dachte, die würden dann auch Euros sehen wollen.

Ein Tourist kann zwar ‚Sachen auf der Strasse‘ (Snacks, Eis,
Souvenire etc) für Pesos kaufen, kann aber zB nicht ein Bus-

Darf ich als Touri eigentlich nur den Peos convertible oder auch den „echten“ kubanischen Peso besitzen? Ausführen darf ich weder das eine oder andere. Aber wie sieht es im Land aus? Nimmt jeder, der auch den kubanischen Peso annimmt, auch Peso convertible?
Darf ich irgendwo, wo nur CUP angenommen wird, überhaupt einkaufen?

Strassengebühren - nein. Eine Fahrt, die von A nach B
soundsoviel
kostet: da wird wohl von einem Taxi die Rede sein (also quasi
ein
‚Langstreckentaxi‘, ja, Privatfahrzeug).

Ok, dann hab ich das wohl verwechselt. Danke!

Beim Mietwagen UNBEDINGT daran denken, dass Du nur an
Tankstellen mit
‚richtigem‘ Benzin tanken darfst - mit dem Zeug, was die in
die
‚nichtimportierten‘ (also vor der Revolution auf Cuba
gelandeten)
Wagen füllen, machst Du den Motor kaputt, und bist dann dafür
verantwortlich!!!

Ok, dann werden wir drauf achten. Gibts dafür „Erkennungszeichen“?

Das ist Quatsch. Ja, klar haben die was gegen die US. Aber
deshalb
darfste trotzdem mit dem Reiseführer rumlaufen.

Sehr beruhigend.

Was Medikamente anbetrifft: ok, das sind deine, für deine
eigene
Verwendung.

Prima, dann werden sie mir die wohl auch nicht abnehmen.

schliesslich
sind meds in Cuba knapp!

Unseren alten Verbandskasten nehme ich für die Rundreise auch mit und lass ihn dann dort.

Ach ja, und wenn Du was nach Cuba mitnehmen willst, das die
Cubaner
nicht allzu oft zu sehen bekommen (ausser Zahnbürsten,
Zahnpasta,
Rasierzeug, Kaugummi, blabla, also Sachen, für die man teure
cubanische Dollars hinblättern müsste), kannst Du ein paar
Äpfel

Dann werd ich mal sehen, was uns so „in die Hände fällt“. :wink:

Wenn sich jetzt einiges zum Schlechteren ändert, ist es dort
immer
noch viel sicherer als anderswo. Sprich, Du fährst weder nach
Kolumbien, noch nach Südafrika.

Das beruhigt mich. Ich denke auch, dass ich mich da nicht verrückt machen lassen sollte. Schlechte Nachrichte verbreiten sich halt leider immer schneller als gute. Aber da sogar das Auswärtige Amt ne Warnung auf der Homepage hat, war/bin ich halt etwas skeptisch.

nicht unbewacht stehen lassen - man beauftragte halt jemanden,
drauf
aufzupassen, und nen Dollar ist schon erfreulich für jemanden,

Das hab ich mir auch schon überlegt. Und ich will noch raussuchen, wo wir in den Städten das Auto am besten parken können. Nicht, dass sich jemand über den Dollar freut, aber dann doch nicht aufpasst.

eine Reise auf Cuba viel Flexibilität, Spontaneität und Geduld
erfordert. Alles geht langsam, und nicht unbedingt dann, wenn
Du
willst. Aber es geht - also nur Geduld.

Darauf freue ich mich sogar in gewisser Weise.

Vielen Dank für die Infos!

Gruss, und viel Spass auf Cuba von einer ‚neidischen‘

*g* Ganz ehrlich: ich an deiner Stelle wäre auch neidisch. Ich freue mich tierisch drauf, endlich mal wieder hinzukommen! Denn endlich kann ich mir den Wunsch mit der Rundreise erfüllen, letztes Mal war es nur Strand-Urlaub.

Viele Grüße
Merlinchen

Darf ich als Touri eigentlich nur den Peos convertible oder
auch den „echten“ kubanischen Peso besitzen? Ausführen darf
ich weder das eine oder andere. Aber wie sieht es im Land aus?
Nimmt jeder, der auch den kubanischen Peso annimmt, auch Peso
convertible?

Hallo Merlinchen,
meine erfahrung war, dass ich als Weiße fast nur mit $ bezahlen konnte, dh Pesos wurden gar nicht akzeptiert. Außer auf Märkten Gemüse oder Obst, da habe ich mit Pesos gezahlt.

Darf ich irgendwo, wo nur CUP angenommen wird, überhaupt

einkaufen?

ja darfste. Solange es was gibt.

Viel Spaß in Cuba,
P

Hallo,

meine erfahrung war, dass ich als Weiße fast nur mit $
bezahlen konnte, dh Pesos wurden gar nicht akzeptiert. Außer
auf Märkten Gemüse oder Obst, da habe ich mit Pesos gezahlt.

die Zeiten ändern sich: Im November 2004 wurde der US-Dollar als Zahlkungsmittel abgeschafft, darf also von Einheimischen nicht mehr angenommen werden. Dollars sind in pesos convertibles zu tauschen, wobei eben der Abschlag von 10 (nicht 20) Prozent anfällt.

Gruß,
Christian

Hallo,

meine erfahrung war, dass ich als Weiße fast nur mit $
bezahlen konnte, dh Pesos wurden gar nicht akzeptiert. Außer
auf Märkten Gemüse oder Obst, da habe ich mit Pesos gezahlt.

die Zeiten ändern sich: Im November 2004 wurde der US-Dollar
als Zahlkungsmittel abgeschafft, darf also von Einheimischen
nicht mehr angenommen werden. Dollars sind in pesos
convertibles zu tauschen, wobei eben der Abschlag von 10
(nicht 20) Prozent anfällt.

Jein - der US $ mag nicht mehr verwendet werden, aber der peso
convertible IST quasi Dollar, wenn auch nicht US, und wird auch so
genannt.

Es geht darum, dass die ‚einheimische‘ Währung, also moneda nacional,
der nicht-convertible Peso, der einheimischen Bevölkerung vorbehalten
ist. Touristen mussten Dollar bisher 1:1 gegen ihn tauschen (wie eben
D-Mark und DDR-Mark), auf dem Schwarzmarkt sind es aber so um die 1:
20 (ändert sich fortwährend, ich hab keine Ahnung vom aktuellen
Stand).

Aber eben auf Märkten, Obst und Gemüse, an Ständen, da wo es Pizzas
gibt, etc etc…, da kann man als Tourist problemlos mit
(schwarzgetauschtem) moneda nacional bezahlen. Auch im Stadtbus.

Nur im Hotel, Unterkunkt, Restaurant, etc etc, da wird mit Dollar
bezahlt. Und im Taxi etc etc. Eben für Dinge, die für einen Cubaner
für Peso oft gar nicht erhältlich sind (wie eben auch Zahnpasta, Deo,
Cola, …)

gruss, isabel

Es geht darum, dass die ‚einheimische‘ Währung, also moneda
nacional,
der nicht-convertible Peso, der einheimischen Bevölkerung
vorbehalten
ist.

Stimmt nicht.

Touristen mussten Dollar bisher 1:1 gegen ihn tauschen
(wie eben
D-Mark und DDR-Mark), auf dem Schwarzmarkt sind es aber so um
die 1:
20 (ändert sich fortwährend, ich hab keine Ahnung vom
aktuellen
Stand).

Glaub ich gern.

Aber eben auf Märkten, Obst und Gemüse, an Ständen, da wo es
Pizzas
gibt, etc etc…, da kann man als Tourist problemlos mit
(schwarzgetauschtem) moneda nacional bezahlen. Auch im
Stadtbus.

Da hab ich nichts gegenteiliges behauptet.

Nur im Hotel, Unterkunkt, Restaurant, etc etc, da wird mit
Dollar
bezahlt.

Der Dollar wird nicht mehr akzeptiert, weil die Kubaner ihn eben nicht mehr akzeptieren bzw. nicht mehr ausgeben dürfen. Als die Änderungs stattfand, waren alle Supermärkte in den Touristengegenden überfüllt, weil er dort danach nicht mehr akzeptiert wurde.

Gruß,
Christian