Verschiedene Arten von Stille

Hallo zusammen,

sitze gerade an einem Essay über den Begriff „Stille“, in dem ich die subjektiv unterschiedlichen Auffassungen von Stille anhand von ausgewählten Szenarien skizzieren soll.

Spontan fällt mir dazu folgendes ein.

-Die Wahrnehmung des Großstadtlärms durch einen tauben Menschen.
-Die ängstliche Stille eines eines leeren Korridors in der Nacht
-Die entspannende Stille eines ruhigen Bergsee am Morgen

Fallen euch evtl. noch weitere „stille“ Szenarien ein?

Gruß,
k@@rsten

Hi,

Fallen euch evtl. noch weitere „stille“ Szenarien ein?

ich vermute mal, dass es davon mehr gibt als Menschen. :smile: Jeder hat dazu seine eigenen Phantasien wobei „Stille“ für mich nicht mit „Geräuschlosigkeit“ gleichzusetzen ist. Was mir so spontan einfällt:

Die Stille…
…kurz vor dem einschlafen
…an einem einsamen Strand zu sein und nur das Wasser zu hören
…kurz nach einer Katastrophe in Erwartung einer noch schlimmeren (Flugzeugabsturz, Flugzeug steht und wird explodieren) oder auch nach einer schweren Verletzung hilflos und benommen herumliegen
die peinliche Stille mit jemandem (Kollegen, Freundin, Eltern) an einem Tisch im Restaurant zu sitzen und sich nichts zu sagen zu haben oder nicht antworten zu können (Polizei, Chef)

Grüße,
J~

vor dem Sturm
Hallo

Man kann sie wirklich immer wieder mal erleben,
diese merkwürdige und auffällige «Stille vor dem
Sturm» – nicht nur im zwischenmenschlichen oder
politischen Bereich, sondern ganz handfest in
der Natur!

Rolf

Hallo zusammen,

sitze gerade an einem Essay über den Begriff „Stille“, in dem
ich die subjektiv unterschiedlichen Auffassungen von Stille
anhand von ausgewählten Szenarien skizzieren soll.

Spontan fällt mir dazu folgendes ein.

-Die Wahrnehmung des Großstadtlärms durch einen tauben
Menschen.

Da muss ich mal ganz kurz protestieren. Der Taube nimmt den Großstadtlärm nicht wahr. Der nimmt überhaupt keine Geräusche wahr. Also ist in dem Fall die Stille eine generelle, also eine (auch beim für den normal Hörenden so nervigen Großstadtlärm) nicht irgendwie besonders geartete Stille.

Aber nun vom Khorinthenkacken :wink: mal zu meinen Beispielen:

  • eine Mücke, die nachts ums Ohr schwirrt und sich dann plötzlich irgendwo hinsetzt

  • die Stille, die eintritt, wenn Kinder vorm Fenster gespielt haben und dann von ihrer Mutter ins Haus gerufen werden

  • eine gewisse Art von Stille (weniger auditiv, aber man kann es mit „Lärm“ im Köper vergleichen) tritt auch ein, wenn man Schmerzen hatte und diese durch entsprechende Behandlung wieder weggehen

Hm, alles andere, was mir einfallen würde, wurde schon gesagt.

Gruß, Dine

bei der Sofi
Hallo Rolf,

sondern ganz handfest in der Natur!

Du hast mich an die Sofi erinnert, an die unwirkliche Stille „danach“,
am 11. August 1999.

Die vom 8. Juli 1842 kann man bei Adalbert Stifter nachlesen:
http://gutenberg.spiegel.de/stifter/sonnenfi/sonne00…

Nie und nie in meinem ganzen Leben war ich so erschüttert, von Schauer und Erhabenheit so erschüttert, wie in diesen zwei Minuten …

Gruß Gudrun *die in der Totalzone war*

Taube und Lärm
Hallo Dine

Du solltest Dich mal mit einem Tauben unterhalten über die
Wahrnehmungen, die er von Geräuschen hat.

Taube fühlen Geräusche körperlich, wenn sie denn genügend laut sind
und das ist bei Grossstadtlärm garantiert der Fall (sonst würde das
ja nicht Lärm heissen :wink:).

Gruss
Heinz

PS. Taube tanzen übrigens auch in der Disco

Grüß dich, Heinz!
Ich gebe dir da bis zu einem gewissen Grade gerne Recht. Gewiß nehmen Taube irgendwas am Lärm wahr, wenn er nur laut genug ist. In der Disco dürften das vor allem die Bässe sein, die richtig schön wummern. In der Großstadt sind´s dann die Motoren der Motorradfahrer, die gerade mit 100 Sachen an einem vorbeifahren:wink: Aber sie nehmen da keine Geräusche im engeren Sinne wahr, denn dazu fehlt ihnen das entsprechende Wahrnehmungsorgan. Auch ein Hörender kann diese „Schwingungen“, die Vibration (oder wie soll ich es mal nennen?) wahrnehmen und von dem Geräusch an sich unterscheiden.
So oder so hinkt dann aber das Beispiel mit dem Großstadtlärm: entweder, die Tauben „hören“ in gewisser Weise durch den Rest ihres Körpers. Dann ist da auch keine Stille mehr.
Oder wir beschränken das Hören auf den auditiven Sinn (darauf beschränkte sich auch mein vorheriges Posting), dann sind wir wieder bei dem, was ich vorher gesagt hab.

Gruß, Dine

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo k@@rsten

Einen der eindrücklichsten Momente von Stille habe ich bei einem Pink
Floyd Konzert erlebt:

10000 Leute die nach Verklingen des Schlussakkordes zuerst mal kurz
die Münder zuklappen mussten, bevor sie zu klatschen begannen.

Gruss
Heinz

oTo

*die in der Totalzone war*

wer nicht :wink:
Ich fand schon die An/Rückfahrt geil. Halb Deutschland auf der Autobahn und alle lustiger Stimmung :smile:

J~

»Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille.«
(Kurt Tucholsky, 1890-1935)

Gruß
Christopher

Hallo Dine,

Der Taube nimmt den Großstadtlärm nicht wahr. Der nimmt überhaupt
keine Geräusche wahr. Also ist in dem Fall die Stille eine
generelle … nicht irgendwie besonders geartete Stille.

nanu? Woher weißt du das denn?

Zunächst mal: Es gibt nur sehr wenig Menschen, die wirklich völlig gehörlos sind (taub sagt man eigentlich nicht mehr). Die meisten Gehörlosen haben ein Resthörvermögen, hören Geräusche und erst recht Lärm also durchaus.

Meist ist es so, dass der Hörgeschädigte bestimmte Frequenzen nicht oder nur schlecht hört. Wenn das nun die Frequenzbereiche sind, in der die menschliche Sprache angesiedelt ist, kann er die nicht hören, spricht also in Gebärden, hört aber vieles andere sehr wohl.

Ist jemand aber wirklich 100 % gehörlos, kann es sein, dass er zusätzlich Tinnitus (Ohrgeräusche) hat, dann hört er also ständig etwas. Das war z. B. bei Beethoven der Fall.

Schall, um daran zu erinnern, ist eine Schwingung. Schwingungen kann man aber nicht nur hören, sondern auch fühlen. Hört jemand nun wirklich absolut nichts, fühlt er in der Disko die Schwingungen, weil sie sich ja über den Boden Übertragen. Straßenlärm bekommt er nicht mit, weil keine direkte mechanische Verbindung zum Lärmerzeuger besteht, es sei denn, ein schwerer Laster donnert so nah vorbei, dass der Boden zittert.

Gruß
Peter