Verschleuderung von Flächen aus der Landschaft dur

Wer sieht das auch so, daß es den Kommunen schwerer gemacht werden sollte, weiterhin so günstig Flächen zum Überbauen mit Straßen und Gebäuden freizugeben. Die Zersiedlung der Freiflächen hat m.E. das erträgliche Maß überschritten. Es ist zu leicht, Bebauungspläne zu produzieren. Keiner riegelt ab. Die kleinste Gemeinde hinterm Wald bringt heute billigstes Bauland für die Städter etc. auf den Markt - aus der Forst und der Wiese werden großzügige 1-Fam.H.-Grundstücke, statt zum Beispiel Reiehenhäuser, welche nur die Hälfte an Platz benötigen.
Kein Politiker hat den Mut (er könnte Wähler verlieren) das Thema anzupacken.
Würde mich über eine rege Diskussion freuen…

Wer im Glashaus sitzt…
Hallo Gerhard,

Wer sieht das auch so, daß es den Kommunen schwerer gemacht
werden sollte, weiterhin so günstig Flächen zum Überbauen mit
Straßen und Gebäuden freizugeben. Die Zersiedlung der
Freiflächen hat m.E. das erträgliche Maß überschritten.

was soll aus denen werden die Wohraum suchen? Wir, die wir im warmen sitzen haben leicht reden. Aber die anderen, die Wohraum nachfragen, was sollen die machen?

Es ist
zu leicht, Bebauungspläne zu produzieren. Keiner riegelt ab.
Die kleinste Gemeinde hinterm Wald bringt heute billigstes
Bauland für die Städter etc. auf den Markt - aus der Forst und
der Wiese werden großzügige 1-Fam.H.-Grundstücke, statt zum
Beispiel Reiehenhäuser, welche nur die Hälfte an Platz
benötigen.

Was wir vorallem hier in Süddeutschland brauchen, sind bezahlbare Mietwohnungen der Mittelkasse, die gibt es aber nicht weil unsere Preise für Bauplätze die 1.000 DM - Grenze (in der nähe von Großstätten) schon lange überschritten haben.
Stuttgart zum Beispiel hat ein echtes Problem. Dort sind Mietwohnungen der Mittelklasse schon wieder knapp.

Eine Verknappung des Angebotes, also Reduzierung von Ausweisungen von Bauland wirken da eher kontraproduktiv.

Bei uns werden in letzter Zeit häufig Gewerbegebiete erschlossen, die sehr schnell ausverkauft sind. Auch hier besteht Bedarf.

Und „bezahlbare“ Flächen für 1-Familienhäuser gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Preis liegt unter „Freunden bei 1.200 DM/ qm“!

Gruß Klaus

Landschafts- u. Bodenverschleiß
Diese und ähnliche Antworten habe ich bereits zum Überdruß gehört: Mir geht es darum, daß Schluß gemacht werden muß mit der Bodenvergeudung für freistehende 1-Familienhäuser, die außerhalb der im Zusammenhang bebauten Orte erstellt werden, da diese 50 Prozent mehr Fläche als z.B. Reihenhäuser verbrauchen, ganz zu schweigen von Mehrfam.häuser die noch weniger anteilige Fläche verbrauchen!! Nur hier geht es drum. Ferner ist zu reformieren, daß sich nicht jede kleine Kleckergemeinde ihr Baugebiet nehmen kann, da deren Bauland wegen der niedrigen Preise heiß begehrt ist, ohne daß der Naturverbrauch bezahlt werden muß. Auf letzteres liegt die Betonung. Wer schreibt mir dazu?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo ohne Anrede und ohne Gruß,

Diese und ähnliche Antworten habe ich bereits zum Überdruß
gehört:

schön für Dich; dann kannst Du mir sicherlich sagen, wie Du das Problem der Wohnungsnot lösen willst.

Mir geht es darum, daß Schluß gemacht werden muß mit
der Bodenvergeudung für freistehende 1-Familienhäuser, die
außerhalb der im Zusammenhang bebauten Orte erstellt werden,
da diese 50 Prozent mehr Fläche als z.B. Reihenhäuser
verbrauchen, ganz zu schweigen von Mehrfam.häuser die noch
weniger anteilige Fläche verbrauchen!!

Sollen wir vielleicht nur noch Hochhäuser bauen und eben die sozialen Problem der Hochhäuser als kleineres Übel auf uns nhemen?

Nur hier geht es drum.
Ferner ist zu reformieren, daß sich nicht jede kleine
Kleckergemeinde ihr Baugebiet nehmen kann, da deren Bauland
wegen der niedrigen Preise heiß begehrt ist,…

Das mag dort wo Du wohnst so sein. Hier jedenfalls bekommst du unter 1.200 DM/qm keinen Baugrund für 1-Familienhaus, wenn Du was bekommst.

…ohne daß der

Naturverbrauch bezahlt werden muß. Auf letzteres liegt die
Betonung. Wer schreibt mir dazu?

Mich würde mal interessieren, wie denn Deine Wohnsituation ist!

Gruß Klaus

Hallo

Wer sieht das auch so, daß es den Kommunen schwerer gemacht
werden sollte, weiterhin so günstig Flächen zum Überbauen mit
Straßen und Gebäuden freizugeben.

Das steht die kommunale Selbstverwaltung (s. Grundgesetz) dagegen.

Die kleinste Gemeinde hinterm Wald bringt heute billigstes
Bauland für die Städter etc. auf den Markt - aus der Forst und
der Wiese werden großzügige 1-Fam.H.-Grundstücke, statt zum
Beispiel Reiehenhäuser, welche nur die Hälfte an Platz
benötigen.

Das ist sichr richtig, aber liegt auch daran, dass Reihenhäuser nicht gerade beliebt bei Häuslebauern sind.
Ich würde auch nicht gerne hören wollen, wenn meine Nachbarn sich streiten bzw. wieder vertragen (scnr).
Oder aufs Klo gehen und was man sonst noch so alles hört.

Auch sind hier die Städte und Gemeinden in einer Konkurenzsituation.

Gruß
HaWeThie

Guten Tag HaWaTie, danke für das Echo. Muß hierauf aber entgegnen::

Wer sieht das auch so, daß es den Kommunen schwerer gemacht
werden sollte, weiterhin so günstig Flächen zum Überbauen mit
Straßen und Gebäuden freizugeben.

Das steht die kommunale Selbstverwaltung (s. Grundgesetz)
dagegen.

Die kommun. Selbstverwaltung wirkt nicht absolut. Sie kann und wird z.B. durch die Raumordnung und Landschaftsplanung eingeschränkt. Nur: Es geschieht zu zaghaft. Keiner packt das Thema richtig an, da -wie in vielen ähnlichen Situationen- der Mensch erst wach wird, wenn die Dinge sichtbar und vor allem spürbar werden. Noch hat der Normalbürger den Eindruck, daß wir ja noch viel viel Platz zum Zubauen, Zupflastern und Versiegeln haben. Deshalb rührt sich auch kein Politiker.-

Die kleinste Gemeinde hinterm Wald bringt heute billigstes
Bauland für die Städter etc. auf den Markt - aus der Forst und
der Wiese werden großzügige 1-Fam.H.-Grundstücke, statt zum
Beispiel Reiehenhäuser, welche nur die Hälfte an Platz
benötigen.

Das ist sichr richtig, aber liegt auch daran, dass
Reihenhäuser nicht gerade beliebt bei Häuslebauern sind.
Ich würde auch nicht gerne hören wollen, wenn meine Nachbarn
sich streiten bzw. wieder vertragen (scnr).
Oder aufs Klo gehen und was man sonst noch so alles hört.

Auch sind hier die Städte und Gemeinden in einer
Konkurenzsituation.
Gruß:HaWeThie

Diese Meinung ist leider die Durchschnittsmeinung: Da wir eben alles gut haben wollen, darf es auch nicht beschnitten werden, einerlei, welche Folgen es später haben könnte. Bequehmlichkeit vor alles! Ich weiß nicht, ob das so noch möglich ist, da wir doch alle etwas aufgeklärter und erfahrener sind.- Ich würde mir wünschen, daß wir Wähler und Verbraucher den Politikern mehr die Daumenschraube aufsetzen. Oder kann man das von einer Spaßgesellschaft nicht erwarten? Nichts für ungut, wenn ich so scharf schreiben muß. Vielleicht hat aber jemand ein Einsehen.
Gruß G.I.

Hallo Klaus Plumple, ich antworte gern auf das, was du schreibst

Diese und ähnliche Antworten habe ich bereits zum Überdruß
gehört:

schön für Dich; dann kannst Du mir sicherlich sagen, wie Du
das Problem der Wohnungsnot lösen willst.

Von einer Wohnungsnot ist sicher keine Rede. Es geht allenfalls darum, billigeren Raum zu schaffen für weniger Betuchte.

Mir geht es darum, daß Schluß gemacht werden muß mit
der Bodenvergeudung für freistehende 1-Familienhäuser, die
außerhalb der im Zusammenhang bebauten Orte erstellt werden,
da diese 50 Prozent mehr Fläche als z.B. Reihenhäuser
verbrauchen, ganz zu schweigen von Mehrfam.häuser die noch
weniger anteilige Fläche verbrauchen!!

Sollen wir vielleicht nur noch Hochhäuser bauen und eben die
sozialen Problem der Hochhäuser als kleineres Übel auf uns
nhemen?

Nein, keine Hochhäuser, aber Häusermodelle, die weitaus weniger Boden benötigen wie Reihenh.usw.

Nur hier geht es drum.
Ferner ist zu reformieren, daß sich nicht jede kleine
Kleckergemeinde ihr Baugebiet nehmen kann, da deren Bauland
wegen der niedrigen Preise heiß begehrt ist,…

…ohne daß der

Naturverbrauch bezahlt werden muß. Auf letzteres liegt die
Betonung. Wer schreibt mir dazu?

Mich würde mal interessieren, wie denn Deine Wohnsituation
ist!

Ich „verbrauche“ eine 100jähriges Haus zuende. Dann muß es für den Hochwasserschutz weg und für mehr Landschaftsbild am Rand einer Aue, also nach mir. Hier auf dem Dorf im Norden gibts das Manko z.B., daß die alten Bau-Substanzen nur wenig wieder verwendet werden, um mit Material und Boden sinnvoller umzugehen. Leider fehlt der finanzielle und ideelle Anreiz und schließlich der Respekt vor dem Wert der Dinge. Du siehst die Sache zu sehr -leider wie die Masse- egoistisch und der Allherrschaft des Menschen. Nichts für ungut - war aber leider nötig. Trotzdem- eine schöne Adventszeit Gruß G.I.

Gruß Klaus

Hallo Gerhard,

Hallo Klaus Plumple, ich antworte gern auf das, was du
schreibst

freut mich!

Von einer Wohnungsnot ist sicher keine Rede. Es geht
allenfalls darum, billigeren Raum zu schaffen für weniger
Betuchte.

Diese „wenigen Betuchten“ haben hier im Großraum Stutgart in den letzten 30 Jahren enormes an Geldern in den Wohnungsbau investiert. (nur so nebenbei!)

Aber das ist ja nicht unser eigentliche Thema.

Nein, keine Hochhäuser, aber Häusermodelle, die weitaus
weniger Boden benötigen wie Reihenh.usw.

Was uns hier im Süden fehlt sind keine Reihenhäuser sondern Wohnungen. Mittlerweile sind wir Grundstückspreisen für Reihenhäuser jenseits von DM 1.000,- angelangt.

Die „Betuchten“ die sich ein eigenes Häuschen hinstellen sind in meinem Bekanntenkreis alle mit Grundstücken aus Erbschaft oder durch Überlassung aus der Familie gesegnet und dann baut sich der Schwabe eben sein Häuschen. Bei Preisen ab 400.000 Euro (Haus + Grundstück) auch kein Wunder.

… Hier auf dem Dorf im Norden gibts…

Nun wird mir Deine Haltung auch klarer. Wir hier im Süden haben das Problem, daß wir die Menschen unterbringen müssen. Da sich die Mieten vielfach in eine Gegend entwickelt haben, in der man dann ohne groß nachzudenken auch gleich kaufen kann. Das gilt sowohl für Altbau, als auch für Neubau.

Wohnraum als Lebensqualität dürfte wohl das Schlagwort sein, über das wir beide unterschiedlicher Meinung sind. Wer die Statistiken bei uns liest erkennt, daß der Wohnraum pro Person deutlich gestiegen ist und das wir immer mehr Singelhaushalte kreigen.

Das bedeutet natürlich, daß selbst bei gleichbleibender Bevölkerungszahl die Wohnfläche wachsen muß. Viel aus dem Großraum Stuttgart ziehen zudem in die umliegenden Städte und Gemeinden, weil sie mehr Lebensqualität dort suchen.

Und schon wieder brauchen wir mehr Wohnraum, Straßen und betonierte Flächen.

…das Manko z.B., daß die alten Bau-Substanzen nur wenig
wieder verwendet werden, um mit Material und Boden sinnvoller
umzugehen…

Glaub mir, Leute die alten Gebäude suchen, die für wenig Geld zu bekommen sind und mit den notwendigen eigenen Mitteln wieder aufgebaut werden können suchs Du bei uns vergebens. Die alten Bauerhöfe und Scheunen sind schon vor 20 Jahren abgerissen und durch Neues ersetzt worden.

…Leider fehlt der finanzielle und ideelle Anreiz und
schließlich der Respekt vor dem Wert der Dinge. …

Heißt Das du wünscht Dir finanzielle Hilfen von staatlicher Seite? Wer sollte das bezahlen? Etwa durch eine Erhöhung der Grundsteuer?

Du siehst die
Sache zu sehr -leider wie die Masse- egoistisch und der
Allherrschaft des Menschen.

Wie oben gesagt, wir müssen uns zuerst auf die regionalen Gegebenheiten verständigen, bevor wir beginnen Diskussionspunkte auszutauschen.

Ich denke bei Dir im „hohen Norden“ (bzw. Süd-Schweden wie man bei uns sagt - nix für ungut), gibt es sicherlich noch viel, was bei uns als Problemlösung schon lange nicht mehr funktioniert.

Bestes Beispiel: unsere Autobahnen in und um Stuttgart. Täglich total verstopft, ein Unfall und die ganze Schlage steht mal wieder. Trotzdem, daß der öffentliche Nahverkehr an seine Belastungsgrenze arbeitet, in der rushhour wohl ähnlich wie Tokio, sollten wir dringend die Autobahnen auf 4-Spuren in jede Fahrtrichtung ausbauen um auch ein zusätzliches Verkehrswachstum zu beherrschen.

Nur wer das in Stuttgart vorschlägt, dem attestieren Landschaftschützer eine Hirngröße von so: .
Und die die es bezahlen müssen sehen in den Safe und entdecken eine riesige Leere!

Gruß Klaus

Hallo Gerhard,

nur zu gut kann ich die Familie verstehen, die lieber für ein freistehendes Haus ein Leben lang bezahlt als für ein 6 m schmales Handtuch mit Reihenhaus. Im übrigen kann auf den zur Bebauung ausgewiesenen Flächen allenfalls von Bauplätzen die Rede sein, „Grundstück“ ist bei den durchschnittlich nicht einmal 500 qm hochgestapelt. Eine Zersiedelung kann ich nicht erkennen, immerhin bringt der Zwang zur Ver- und Entsorgung eine dichte Bauweise mit sich.

Mir erscheint es nicht angebracht, bei intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen von Natur zu reden. Das sind im Gegenteil Flächen, von denen aufgrund der Bewirtschaftung eine erhebliche Gefahr für das Grundwasser ausgeht. Besiedelte Flächen sind auch nicht zwangsläufig versiegelte Flächen. Bei Reihenhäusern ist der versiegelte Flächenanteil regelmäßig höher als beim freistehenden Haus.

Tatsache ist, daß die Ballungszentren nach außen immer weiter „ausfransen“. Das kann man nur beklagen, wenn man die innerstädtische „Intensivhaltung“ für menschengerecht hält.
Der überwiegende Teil der berufstätigen Bevölkerung arbeitet in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen, ist damit nicht völlig frei in der Wahl des Wohnortes. Die Menschen brauchen mindestens die Nähe zum Arbeitsplatz und zu Schulen. So erleben wir zwar einen Drang an die Ränder der Ballungsgebiete, aber gleichzeitig auch einen Zug vom Land zum Ballungsgebiet. Der weit überwiegende Bevölkerungsteil lebt in städtisch geprägten Gebieten und die ländlichen Gebiete entvölkern sich langsam.

Auch die landwirtschaftlichen Einheiten werden aus Kostengründen immer größer. Gleichzeitig geht die Anzahl der dort beschäftigten Menschen zurück. Sie finden dort keine Arbeit mehr und wandern ins Ballungsgebiet ab. Der Anteil stillgelegter Flächen wird auch immer größer.

Insgesamt kann ich Deine Sorge zumindest für Deutschland nicht teilen. Wir sind diesbezüglich in einer hervorragenden Situation, weil die Bevölkerung nicht wächst. Deshalb halte ich es für legitim und auch unter dem Naturschutz-Aspekt für vertretbar, daß sich die Menschen Lebensqualität und Freiraum wünschen. Mehr Freiraum jedenfalls, als die Geschoßwohnung mit ihren paar Quadratmetern je bieten kann.

Gruß
Wolfgang

hallo Wolfgang,
entschuldige bitte, wenn ich dir insgesamt –also wirklich in allen Punkten- mit aller Deutlichkeit widersprechen muß. Leider ist deine Darstellung weit in den Köpfen verbreitet – deshalb ja auch der Mißstand. Obwohl zeitlich ungelegen, muß ich dir kurz schreiben, damit das hier nicht so lange unwiderlegt von der Öffentlichkeit gelesen wird:

nur zu gut kann ich die Familie verstehen, die lieber für ein
freistehendes Haus ein Leben lang bezahlt als für ein 6 m
schmales Handtuch mit Reihenhaus. Im übrigen kann auf den zur
Bebauung ausgewiesenen Flächen allenfalls von Bauplätzen die
Rede sein, „Grundstück“ ist bei den durchschnittlich nicht
einmal 500 qm hochgestapelt. Eine Zersiedelung kann ich nicht
erkennen, immerhin bringt der Zwang zur Ver- und Entsorgung
eine dichte Bauweise mit sich.

Mir erscheint es nicht angebracht, bei intensiv
bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen von Natur zu
reden. Das sind im Gegenteil Flächen, von denen aufgrund der
Bewirtschaftung eine erhebliche Gefahr für das Grundwasser
ausgeht. Besiedelte Flächen sind auch nicht zwangsläufig
versiegelte Flächen. Bei Reihenhäusern ist der versiegelte
Flächenanteil regelmäßig höher als beim freistehenden Haus.

Sag mir bitte, was es rechtfertigt, daß eine Generation –also die jetzigen Zeitgenossen- moralisch und ethisch legitimiert sein sollen, t ä g l i c h die Fläche von 170 Fußballfeldern auf Nimmerwiedersehen zu versiegeln und damit völlig aus dem Naturhaushalt zu entnehmen? Die chemische Landwirtschaftspraxis ist zwar auch schlimm, läßt sich aber wenigstens korrigieren (Agrarwende). Beim Reihenhaus fehlen seitlich alle Möglichkeiten der sonst beliebten Betonierungen (Wege, Plätze, Kellertreppen usw usw.!! Schau mal rum und rechne bitte die qm und Hektarflächen hoch. Vergleiche eine Zeile Reihenh. mit der von Freistehenden in punkto Wohnfl-/versiegelte Fläche/Gesamtfläche). Der Bundestag, das Umweltbundesamt und die Hochschulen mit Siedlungswissenschaftsschwerpunkt usw. haben seit Jahren die schlimme Entwicklung untersucht bzw. untersuchen lassen. Ich besitze einen Teil der Ergebnis-Schriften.
Die ökolog. negativen Seiten der Landschaftszersiedlung und –Zerschneidung brauche ich wohl nicht zu erklären, da sie sich selbst erklären (z.B. Freiraumschutz für Klima, Boden, Grundwasser usw.).

Tatsache ist, daß die Ballungszentren nach außen immer weiter
„ausfransen“. Das kann man nur beklagen, wenn man die
innerstädtische „Intensivhaltung“ für menschengerecht hält.
Der überwiegende Teil der berufstätigen Bevölkerung arbeitet
in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen, ist damit nicht
völlig frei in der Wahl des Wohnortes. Die Menschen brauchen
mindestens die Nähe zum Arbeitsplatz und zu Schulen. So
erleben wir zwar einen Drang an die Ränder der
Ballungsgebiete, aber gleichzeitig auch einen Zug vom Land zum
Ballungsgebiet. Der weit überwiegende Bevölkerungsteil lebt in
städtisch geprägten Gebieten und die ländlichen Gebiete
entvölkern sich langsam.

Dieses Bild ist schief! Das Stadtleben hat ebenso viele (Versorgungs-)-Vorteile. Ich habe beide Jahrzehnte lang praktiziert – ohne gravierende Defizite festgestellt zu haben.

Insgesamt kann ich Deine Sorge zumindest für Deutschland nicht
teilen. Wir sind diesbezüglich in einer hervorragenden
Situation, weil die Bevölkerung nicht wächst. Deshalb halte
ich es für legitim und auch unter dem Naturschutz-Aspekt für
vertretbar, daß sich die Menschen Lebensqualität und Freiraum
wünschen. Mehr Freiraum jedenfalls, als die Geschoßwohnung mit
ihren paar Quadratmetern je bieten kann.

Leider kann man den Boden nicht vermehren. Deshalb fehlt es an einer Legitimation, den Enkeln den Boden auf Jahrhunderte im Übermaß vorzuenthalten. Die Forderung nach großem Wohnraum ist o.k., aber nicht auch noch Freifläche für z.B. widernatürlichen rausgeputzten Rasen, wo selbst der Maulwurf, das Laub, der Laubbaum, der Löwenzahn, die Moose usw nicht erlaubt (und mehrfach wöchentlich bis jährlich bekämpft wird !!) und standortfremde Gewächse wie fremde Koniferen massenweise hingestellt (und entspr. künstlich gepflegt und behandelt) werden.
Es wäre gut, diese vielleicht etwas leichtfertig dargestellten Dinge nochmals zu überdenken. Gruß Gerhard.

Es wäre gut, diese vielleicht etwas leichtfertig dargestellten
Dinge nochmals zu überdenken.

Hallo Gerhard,

jede Zeile meiner Antwort schrieb ich mit Überlegung. Leichtfertigkeit war nicht dabei. Du plädierst aus Umweltschutzgründen für Reihenhäuser, jedenfalls für verdichtete Bauweise und nicht für das freistehende Gebäude. Die Teile Deines Postings, die eine naturferne Bewirtschaftung beklagen, kann ich von der Sache her teilen. Nur hat das wenig mit der Fürsprache für das Reihenhaus zu tun. Der naturferne Ordnungstick vieler Zeitgenossen ist ein grundsätzliches Problem, das Du in jedem Schrebergarten bestaunen kannst. Viele Menschen sind der Natur entfremdet und glauben, alles was von alleine wächst, bekämpfen zu müssen. Ganz unabhängig von der Bebauung findet man solches Verhalten - leider.

Da wir aber schon mal bei der Entfremdung von der Natur sind: Wer etwas nicht kennt und nicht einschätzen kann, kann es auch nicht achten. Das Lebensumfeld aus Stadt, Auto, Büro, Etagenwohnung ist kaum geeignet, Menschen Naturzusammenhänge zu vermitteln. In einer Kunstwelt lebend kommt der Fetzen Fleisch auf den Tisch. Wenn es gerade „in“ ist, muß es ein erst wenige Wochen altes Spanferkel sein. Wie das Tier lebte und unter welchen Umständen es starb, interessiert niemanden. Nur derart degenerierte Menschen können auf die Idee kommen, einen Wald zu entlauben oder eine Brandbombe zu werfen, die alles zerstört, eben auch die Natur. Die Beispiele der mit der Naturferne einher gehenden Untaten lassen sich beliebig fortsetzen. Einen großen Teil Schuld daran rechne ich der Urbanisierung zu. Nicht nur in der Tierwelt führt zu große Dichte der Population zu asozialem Verhalten. Übrigens sind die sozialen Brennpunkte tatsächlich überwiegend in Ballungszentren anzutreffen. Das ist kein Zufall!

Technisches: Der Energiebedarf eines frei stehenden Gebäudes soll größer als beim Reihenhaus sein? Bei der vorsintflutlichen Bauweise zu Zeiten der Neuen Heimat stimmte das. Nennenswerte Unterschiede gibt es überhaupt nur, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Allein die Grundfläche eines frei stehenden Hauses ist durchschnittlich so groß wie die Gesamtfläche eines Reihenhauses über 2 bis 3 Etagen. Gleichzeitig geht beim Reihenhaus unvernünftig viel Fläche für Treppen verloren. Nebenbei hat das fatale Folgen für die Nutzbarkeit solcher baulichen Mißgeburten für alte Menschen.

Worüber unterhalten wir uns überhaupt? In Deutschland leben 82 Mio Menschen. Nehmen wir an, der durchschnittliche Haushalt hat 3 Personen und nehmen wir ferner an, alle würden in einem frei stehenden Haus leben. Das durchschnittliche Grundstück ist in D nur gut 400 qm groß. Ich rechne einmal mit 500 qm, dann haben wir gleich die Anwohnerstraße in die Rechnung einbezogen. Mit den gemachten Annahmen komme ich auf gut 27 Mio Haushalte mit einer Gesamt-Grundstücksfläche von 13.666 qkm. Deutschlands Fläche beträgt rund 400.000 qkm. Damit komme ich auf rund 3,5% der Staatsfläche für Wohngrundstücke.

Fraglos wollen nicht alle im freistehenden EFH leben. Viele fühlen sich auch sauwohl in der städtischen Intensivhaltung mit Lift und Hausmeister. Aber selbst dann, wenn alle im EFH leben wollten, käme man auf den oben als Taschenrechnerübung ermittelten Flächenbedarf. An den nie erreichten 3,5% mäkelst Du jetzt herum, wobei das keineswegs versiegelte Fläche ist. Ich denke, Du setzt die Prioritäten durch eine ideologisch verzerrende Brille.

Gruß
Wolfgang