Hi,
ihc habe folgendes Problem:
Ich bereite eine Arbeit zu dem werten Konstantin E. Ziolkowski vor. Er war ein Physiker in Russland um 1900 herum. Das Problem bei ihm war: Seine Ideen verloren sich in den Wirren des Umbruchs vom Zarenreich zum Bolschewismus einfach!
Ich habe nun angedacht einen Vergleich zu ziehen.
Wüssten sie jemanden aus der Geschichte, den ich da anführen könnte? So jemanden, dessen Ideen in den Wirren eines Umbruchs verloren gegangen sind und ein halbes Jahrhundert später gesagt wird: Schad, hät ich mal diese Ideen gehört, hät ich mir viel Arbeit erspart… (So spach sich Hermann Oberth aus, als er die Skribte Ziolkoskiws durcharbeitete…)
Hi,
ihc habe folgendes Problem:
Ich bereite eine Arbeit zu dem werten Konstantin E. Ziolkowski
vor. Er war ein Physiker in Russland um 1900 herum. Das
Problem bei ihm war: Seine Ideen verloren sich in den Wirren
des Umbruchs vom Zarenreich zum Bolschewismus einfach!
Ich habe nun angedacht einen Vergleich zu ziehen.
Gregor Mendel dürfte der berühmteste Wissenschaftler sein, der zu Unrecht zeitweise völlig in Vergessenheit geriet, später aber rehabilitiert wurde. Allerdings waren meines Wissens keine politischen Umstürze dafür verantwortlich.
Wüssten sie jemanden aus der Geschichte, den ich da anführen
könnte? So jemanden, dessen Ideen in den Wirren eines Umbruchs
verloren gegangen sind und ein halbes Jahrhundert später
gesagt wird: Schad, hät ich mal diese Ideen gehört, hät ich
mir viel Arbeit erspart
Im Bereich der technischen Erfindungen gibt es da einige:
Im Allgemeinen wird Alexander Graham Bell als Erfinder des Telefons genannt. Von etwa 1873 bis 1876 (Patentierung) führte Bell Experimente zur Übertragung von Klängen über Drahtleitungen durch.
Das erste funktionstüchtige Telefon hat jedoch Johann Philipp Reis bereits 1861 öffentlich dem Physikalischen Verein in Frankfurt/Main demonstriert.
Die Glühbirne gilt als Erfindung von Thomas Alva Edison, die er 1879 der Öffentlichkeit vorführte (Kohlefaden-Glühlampe mit einer Brenndauer von 40 Stunden).
Seit 1893 streiten sich die Fachleute darüber, ob nicht der 1848 aus Deutschland nach New York ausgewanderte Heinrich Göbel (amerikanisiert als Henry Goebel) bereits um 1854 eine Glühlampe entwickelte mit einem Kokosfaden und einer Eau-de-Cologne-Flasche.
Weltweit werden die amerikanischen Gebrüder Wright gefeiert als die ersten Menschen, die einen motorisierten Flug durchgeführt haben (17.12.1903). Das Smithsonian Institute hat m.W. sogar Prozesse geführt, damit diese Aussage Gültigkeit behält.
Doch bereits am 18.08.1903, also vier Monate vor den Wrights, hat Karl Jatho in der Vahrenwalder Heide bei Hannover - vor Zeugen und notariell bestätigt - einen 20 Meter langen Motorflug durchgeführt. Drei Monate später - also noch immer vor den Wrights - konnte er die Flugstrecke auf 80 Meter verlängern.
Weltweit werden die amerikanischen Gebrüder Wright gefeiert
als …
Sucht mal in Google nach „Gustav Weißkopf“!
Man bekommt eine Menge Links zu seinem Flug vom 14.August 1901 !!
Es kommen Befürworter und Verneiner zu Wort.
Die Wahrheit ??
Die Wahrheit ist, dass die Gebrüder Wright nicht die ersten waren, die geflogen sind. (Fliegen heißt, länger in der Luft bleiben, als man springen kann).
Sie waren aber die ersten - und das ist meines Wissens unstrittig - die ein Flugzeug konstruiert und geflogen haben, das um alle drei Achsen steuerbar war. Es handelte sich um die ersten kontrollierten und motorisierten Flüge schwerer als Luft der Luftfahrtgeschichte. Die Flüge waren reproduzierbar und die Länge des Fluges hing mehr von der Absicht des Piloten als von der Schwerkraft ab.
Im Wikipedia-Artikel über Jatho wird sogar erwähnt, dass Jatho selbst eingeräumt hat, dass sein Flug eventuell nur durch das abfallende Gelände möglich war (obwohl der Artikel anscheinend von einem Jatho-Fan geschrieben wurde). Es ist daher wahrscheinlich dass es sich um eine Art „motorisierten Gleitflug“ gehandelt hat.
nicht auf der Ebene der wissenschaftlichen Erkenntnis, sondern auf derjenigen der technischen Anwendung darf wohl Nicholas Cugnot in die Reihe aufgenommen werden, der 1769 ein dampfgetriebenes Automobil, eine Artillerie-Zugmaschine, konstruiert hat. Der Prototyp erwies sich als zu schwer lenkbar, er zerschellte auf seiner ersten Fahrt an der Mauer eines Kasernenhofs, aber dieses Problem wäre grundsätzlich mit den Mitteln der damaligen Zeit zu beheben gewesen, und dass er nicht weiter entwickelt wurde, darf man wohl der Entwicklung der Rahmenbedingungen in den zwei folgenden Jahrzehnten zuschreiben. Es darf vermutet werden, dass die gleiche Erfindung unter Napoleon Bonaparte eine andere Entwicklung genommen hätte.
Wenn wir grad beim Dampf sind, und unterhalb der Wissenschaft, bei der Technik bleiben: Zwei Entwicklungen des Dampfantriebs bei der Eisenbahn, die möglicherweise beide dem Wettbewerb Diesel/Kohle einen anderen Verlauf hätten geben können, sind am zweiten Weltkrieg untergegangen. Die eine sind die hervorragenden Konstruktionen von André Chapelon, dessen 240 P einen Wirkungsgrad hatte, der dem von zeitgenössischen Dieselmaschinen etwa entsprach. Die andere die Dampfmotoren-Lok 19 1001 von Henschel, die den klassischen Antrieb mit zwei bis vier großen Zylindern und Treibstangen durch Einzelachsantrieb mit V-Motoren ablöste. Sie kam Ende 1945 als verspätete Kriegsbeute in die USA, wo man zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr viel mit moderner ziviler Technik anfangen konnte. Ihre weitere Entwicklung scheiterte daran, dass die Bundesbahn die Kosten für den Rücktransport der einige Jahre später sehr ramponierten Maschine nicht aufbringen konnte oder wollte.
Ich bereite eine Arbeit zu dem werten Konstantin E. Ziolkowski
vor. Er war ein Physiker in Russland um 1900 herum. Das
Problem bei ihm war: Seine Ideen verloren sich in den Wirren
des Umbruchs vom Zarenreich zum Bolschewismus
Diese Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen: Ziolkowski (1857-1935) schrieb rund 580 wissenschaftliche Arbeiten (bes. zu Aerodynamik und Raketentechnik), davon etwa 450 in der Zeit nach der Oktoberrevolution (Quelle: dtv-Lexikon der Raumfahrt und Raketentechnik, 1972). Dies spricht nicht dafür, dass sich seine Ideen in den Wirren des Umbruchs verloren hätten. Es war eher das Gegenteil der Fall: im zaristischen Russland spielte Ziolkowski keine große Rolle, erst ab den 20er Jahren wurde seine Arbeit gefördert und international bekannt.
Grüße, Peter
Im Wikipedia-Artikel über Jatho wird sogar erwähnt, dass Jatho
selbst eingeräumt hat, dass sein Flug eventuell nur durch das
abfallende Gelände möglich war (obwohl der Artikel anscheinend
von einem Jatho-Fan geschrieben wurde). Es ist daher
wahrscheinlich dass es sich um eine Art „motorisierten
Gleitflug“ gehandelt hat.
Gilt die Aussage mit dem „motorisierte Gleitflug“ auch für den zweiten Flug, der ja zeitlich auch vor dem Wright-Flug stattfand?
Gilt die Aussage mit dem „motorisierte Gleitflug“ auch für den
zweiten Flug, der ja zeitlich auch vor dem Wright-Flug
stattfand?
Ich war nicht dabei. Um das zu beurteilen, müsste man mal das Fluggelände sehen. Fakt ist, dass Otto Lilienthal noch früher und ganz ohne Motor Strecken bis 250 m schaffte.
Als Kriterien für den ersten kontrollierten Motorflug könnte man anlegen:
3-Achsen-gesteuertes Flugzeug
Fähigkeit zum Kurvenflug
Start und Landepunkt auf gleicher Höhe
Horizontalflug ohne Verlust an Höhe und Geschwindigkeit
…
Ich weiß nicht, ob Jatho diese Bedingungen erfüllte. Ich habe jedoch meine Zweifel.
Letztendlich ist das Gefeilsche um die Frage „Wer war nun wirklich der erste?“ nebensächlich. Wenn ein Flugzeug als Mutter aller späteren Motorflugzeuge gelten kann, dann war es eben der Flyer (wahrscheinlich sogar eher Flyer III als Flyer I). Da beißt die Maus keinen Faden ab.