Hi
Vorweg, das Thema überschneidet sich vielleicht mit Krankenversicherungen - falls es dort besser hinpasst, bitte verschieben, danke.
Kann mir mal jemand bitte die Zusammenhänge erklären, warum ein Orthopäde sich so sträubt, Physiotherapie zu verschreiben?
Ich kenne viele Menschen in meinem Umfeld, und leider betrifft es mich jetzt selbst, dass sie Physiotherapie bzw. Krankengymnastik gut gebrauchen können, aber es nicht mehr von ihrem Arzt verschrieben bekommen.
Wie sind die Ärzte mit den Krankenkassen verknüpft? Gibts da irgendwelche festen Kapazitäten? Hat das was mit dem Geld zu tun, was ein Arzt für meine Behandlung von der KK bekommt?
Im besten Falle ist es ja so, dass man das bekommt, was zur Heilung benötigt wird. Allerdings muss man ja irgendwie heutzutage als normaler Kassenpatient um immer mehr Dinge regelrecht kämpfen.
Danke schonmal für die Aufklärung 
Karana
Ich würde Folgendes tun: Der Arzt wird die Frage nach der Physiotherapie sicher beantworten. Vielleicht ist Krankengymnastik in diesem Fall nicht sinnvoll. Vielleicht waren bereits mehrere frühere Therapien nicht erfolgreich.
Tipp 2: einmal auf eigene Rechnung zum Krankengymnasten (das kostet ca 30 - 50 €), sich die Übungen merken und selbst üben.
Jeder Arzt, der mit der Krankenkasse abrechnet, ist dazu angehalten, auch wirtschaftlich zu arbeiten. Das bedeutet, dass er bei der Verschreibung bestimmte Richtgrößen einzuhalten hat, tut er dies, wird er finanziell belohnt, tut er das nicht, wird er finanziell bestraft.
Wie hoch die Richtgrößen sind, hängt davon ab, was verschrieben wird, welcher Facharzt betroffen ist und in welcher Region. Das bedeutet dann konkret, dass der Orthopäde bspw. nur 3 oder 4 Behandlungen Heilmittel pro Quartal pro Patient im Durchschnitt verordnen darf. Bekommt Frau Müller 6 Mal KG, dann braucht es einen im gleichen Quartal behandelten Herrn Meier, der nichts bekommt.
Was heißt „nicht mehr verschrieben bekommen“? Wurde es verchrieben und jetzt gibt es keine Folgeverordnungen? Der Arzt darf z.B. nur maximal 3 x 6 KG verordnen, danach müssen m.M.n 3 Monate Pause liegen.
Es gibt die Ausnahme, bei schweren Erkrankungen oder auch nach Operationen „außerhalb des Regelfalls“ zu verordnen, dann geht es nicht mehr auf das Budget des Arztes - muss aber mächtig begründet werden.
Wofür soll die KG denn sein? Wie sieht es mit Eigenübungen zu hause aus, die einem i.d.R. gezeigt werden?