Versehentlich Vertrag abgeschlossen. Wiederrufbar?

Ich habe mich heute, am 17.11, mich versehentlich als Pate bei der Kindernothilfe eingetragen.
Ich wollte mich über das Thema informieren und habe dann das Formular entdeckt. Interessiert, wollte ich ich, da ich noch minderjährig bin, ausprobieren ob mein Geburtsdatum angenommen wird. Habe dazu lediglich meinen Namen und mein Geburtsdatum eingetragen und das Formular abgeschickt. Erwartet hatte ich entweder, dass das Formular „meckert“, weil es nicht komplett ist oder eben, weil ich minderjährig bin.
Nur leider hat mein Browser die fehlenden Daten automatisch eingefügt und ich hatte es nicht bemerkt. So wurde also mein Antrag angenommen und die Papiere sollen in den nächsten Tagen kommen.
Ich habe natürlich sofort eine Mail an den Kundenservice geschrieben mit der Bitte meinen Antrag zurückzunehmen.
Mal angenommen sie würden sich weigern und mir mitteilen, dass ich normal kündigen solle und bis zur Kündigungsfrist zu zahlen hätte:

  1. Müsste ich bezahlen?
    oder
  2. Habe ich das recht meinen Antrag zu wiederrufen?

Hallo MP,
soweit ich gesehen habe, kann man bei der Kindernothilfe nicht online Pate werden, sondern nur die Originalunterlagen für eine Patenschaft anfordern. So lange Du die nicht auch „aus Versehen“ unterschreibst und abschickst, dürftest Du keine Verpflichtung eingegangen sein.

Außerdem heißt es auf den Seiten der Kindernothilfe:
„…, Sie gehen keinerlei Verpflichtung ein. Sie übernehmen die Patenschaft nur so lange, wie Sie möchten. Sie können Ihr Engagement jederzeit, ohne Angabe von Gründen, beenden.“
Schubi

Danke erstmal für die schnelle Hilfe.
Also ich habe mir jetzt noch einmal das Formular angesehen und du hast recht, dass da steht, dass man jederzeit kündigen kann. Allerdings kann man am Anfang des Formulars auswählen ob man „fest entschlossen ist eine Patenschaft zu übernehmen“ oder ob man nur „interessiert ist“. -> Ich hatte ersteres gewählt (nicht darauf geachtet)
Auch kann man direkt die Zahlung veranlassen.

Aber trotzdem bin ich jetzt sicher, dass sich das sicher klähren lässt. Und vielleicht entscheide ich mich ja doch noch mal eine Patenschaft zu übernehmen :smile:.

Hallo, du hast bei Internetgeschäften als Privatmann gegen eine Firma ein Widerrufsrecht, das du ausgeübt hast. Damit ist die Sache erledigt. Wenn der Geschäftspartner zicken sollte, bitst du trotzdem auf der sicheren Seite, weil du als Minderjähriger die Einwilligung deiner ges. Vertreter für rechtsnachteilige Willenserklärugen brauchst, und die wirst du nicht bekommen - das kriegst du hin. Also: Zurücklehnen und abwarten - du bist in sicherer Position.

Hallo, du hast ein Widerrufsrecht. Wenn du nicht extra auf dein Wiederrufsrecht hingewiesen wurdest sogar länger als die üblichen 2 Wochen. Aber dokumentiere deine Kündigung und die Eingangsbestätigung der Kündigung. Weise nochmals auf dein Alter dein Kündigungsrecht hin und dokumentiere alles. Sollten Bankdaten vorhandensein wiederrufe Einzugsermächtigungen´. Dann verweigere sämtliche Zahlungen und sitze das aus. Die Firma wird mit Rechtsanwaltsschreiben kommen und massive Drohungen ausstoßen. Vieeleicht geben sie eher auf wenn du selbsbewußt und konsequent auftrittst. Eine kleine Drohung die Praktiken zu veröffentlichen hilft oft auch.
Gruß

Moin,

man kann so ziemlich alles widerrufen und anfechten.Also ich behaupte mal das man binnen 2 wochen noch unbeschadet zurücktreten kann.
Zu weigern gibts da nichts.Wichtig ist nur das man eindeutig belegen kann das man zurückgetreten ist.
Ein Zeuge,der den Inhalt des Einschreibens mit Rückschein bestätigen kann.Ne Begründung wäre auch nicht verkehrt.
Mir wäre e-mail zu unsicher.

mfg

Ähm zahlen muß man nie was wenn man nicht will^^

Hallo mp1010!

Zunächst solltest du wissen, dass Du mit deinen Daten (Name, Geburtsdatum, Adresse, Bankdaten) sehr sorgsam umgehen musst, diese verbreiten sich schneller, als einem lieb ist und man wird mit Werbung per Post und/oder Spam vollgedröhnt. Gerade wenn man auf einer Internetseite in einem Formular seine Daten eingeben soll, sollte man sehr vorsichtig werden, da dann genau das passiert, was nicht passieren soll, nämlich ein ungewollter Vertragsabschluss. Hier sollte die Neugierde nicht zu groß werden! Zudem kann die Angabe der eigenen Bankdaten auch einen Vertragsabschluss bedeuten, wenn man diese am Telefon angibt!
Als Pate hast du wahrscheinlich einen Vertrag abgeschlossen, bei dem wiederkehrende Zahlungen vereinbart wurden. Das ist für Minderjährige nicht zulässig. In der Regel muss der Erziehungsberechtigte schriftlich einen Widerruf an den Vertragspartner wenden mit Kopie des Personal- (Kinder-)Ausweises. Dann wird der Vorgang rückgängig gemacht.
Des Weiteren wurde dieser Vertrag über Internet abgeschlossen. Hier gilt das Fernabsatzgesetz, bei dem du - ähnlich wie bei Geschäften an der Haustür - innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen schriftlich vom Vertrag zurücktreten kannst (hier dein Erziehungsberechtigter!). Die Adresse für den Widerruf steht meistens in der AGB der Internetseite, die auch vom Impressum abweichen kann.
Der Widerruf sollte nicht an ein Postfach gehen, sondern an eine Straßenadresse und dieser sollte auch per Einschreiben mit Rückschein gesendet werden, damit der Empfang quittiert werden muss und du (bzw. dein Erziehungsberechtigter) einen Nachweis über den Empfang des Schreibens erhält. Bitte nicht zu lange damit warten, da es dann zu Meinungsverschiedenheiten wegen der Frist kommen kann, am besten noch heute erledigen.
Also, bitte in Zukunft sehr kritisch werden, wenn man seine eigenen Daten angeben muss, egal wo!