Versetzung durch Nachprüfung oder Zusatzprüfung?

Unser Sohn hat gerade das 11. Schuljahr der gymnasialen Oberstufe abgeschlossen und kann wegen einer 5 in Mathe und fehlendem Ausgleich nur in die 12 versetzt werden, wenn er eine Nachprüfung (in Mathe) ODER eine Zusatzprüfung (in Informatik) macht.
Wer kennt den genauen Unterschied, Pros und Cons und kann mir - dem Vater - einen Tip oder andere Informationen geben?

Grundsätzlich gilt natürlich, dass er wasauchimmer in dem Fach machen sollte, dass ihm noch am ehesten liegt. Ich denke, in beiden Fällen sind die betroffenen LehrerInnen nicht besonders glücklich, denn sowas bedeutet immer Mehrarbeit.
Allerdings haben wohl fast alle von ihnen bereits eine Nachprüfung durchgeführt und können so auf ihre Materialien und Erfahrungen zurückgreifen. Für eine Zusatzprüfung müssen sie jedoch eine schriftliche Aufgabe und eine mündliche Prüfung vorbereiten, und das ist -gerade weil es sich nun um eine neue Situation handelt- für LehrerInnen immer ganz besonders lästig. Von daher kann man davon ausgehen, dass der/die InformatiklehrerIn alles andere als glücklich über diese Zusatzprüfung wäre. Man kann jetzt selbstverständlich sagen, dass das ja seine/ihre verdammte Pflicht ist, aber als Lehrer ist man halt auch nur ein Mensch und als solcher bestimmten Stimmungen unterworfen; und in diesem Fall wäre die wohl eher schlecht, was gegen die Zusatzprüfung in Informatik sprechen würde (ist ohnehin aufwendiger).
Ein mündliche Nachprüfung in Mathe ist aber sicherlich auch nicht gerade der Bringer, zumal man ja wohl davon ausgehen kann, dass Mathe nicht gerade zu den Lieblingsfächern Deines Sohnes gehört (was ich gut verstehen kann :wink:.
Keine Ahnung, ob Dich das weitergebracht hat, aber ich kann Dir auf jeden Fall sagen, dass bei uns im Kollegium die von Zusatzprüfungen betroffenen LehrerInnen nicht gerade glücklich (und damit vielleicht auch weniger wohlwollend?) sind.
Gruss,
HOFee.

Hallo
Die Nachprüfung muß so „erfolgreich“ sein, daß die 5 in (mindestens) 4- verbessert wird.
Die Zusatzprüfung ist wohl das Bescheuertste, was sich Frau Behler (KM in NRW - es geht doch um MRW ?) hat einfallen lassen. In Informatik liegt wohl eine 3 oder gar bessere Lesistung vor?!
DIESE schon erreichte befriedigende Lesitung (auch in einen nicht-schriftlichen Fach) muß in einer SCHRIFTLICHEN (!!!) und mündlichen Zusatzprüfung BESTÄTIGT werden, damit sie als AUSGLEICH für die MATHE 5 wirksam werden kann.
Gruß Norbert (Pauker in NRW)

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Hallo
Es ist schon richtig, daß Kollegen nicht gerne eine Zusatzprüfung durchführen. Die Wahrscheinlichkeit aber, daß die schon erteilte „gute“ oder „befriedigende“ Leistung bestätigt (!) wird, schein mir aber doch sehr hoch zu liegen. Welcher Lehrer wird in einer Zusatzprüfung denn schon gerne dokumentieren, daß die erteitlte Zeugniszensur „zu gut“ ausgefallen ist ?!

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Hallo Norbert, hallo HOFie!
Erstmal herzlichen Dank für Eure (für einen Nicht-Pädagogen) offenen Antworten.
Ich suche aber noch Rat in einem anderen Aspekt: Wir (Eltern) sind der Auffassung, dass eine Nachprüfung samt der dazu notwendigen Vorbereitung in dem Leidensfach Mathe zwar einerseits schwieriger, andererseits aber auf lange Sicht sinnvoller ist. Falls Tobi sich für den (einfachen) Weg (Lieblingsfach Informatik) entscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Versetzung sicher höher, aber kommen die Probleme dann nicht in der 12 doppelt so dick? Informatik mit 4-5 in Mathe? Kann man in Mathe Abi machen wenn man in der 11 schon durchhing?
Wir sind drauf und dran, ihn massiv (?!?) zu einer Nachprüfung zu drängen oder mindestens auch Nachholen / Nachhelfen in Mathe zu verordnen (!?!).
Wie ist Eure Meinung dazu? Habt Ihr einen Tip, wie man Ihn zu dieser Weitsicht bringen kann, sofern Ihr das für richtig haltet?

Gruß

Wolfgang

Vorbereitung in dem Leidensfach Mathe zwar
einerseits schwieriger, andererseits aber auf lange Sicht
sinnvoller ist

Da ist was dran, denn wann sonst würde er jemals all diese Dinge nach- bzw. wiederholen!? Natürlich wird er das nicht wirklich einsehen, aber es ist nicht das schlechteste Argument.
HOFee *der selber in Mathe schlecht war und sicherlich auch die Informatik-Zusatzprüfung hätte machen wollen*

Ich schließe mich grundsätzlich dieser Auffassung an. Natürlich kann man die konkrete Situation nur unter Berücksichtigung der ganz persönlichen Lage treffen. Der Grundgedanke aber ist m.E. ok. Ein kurzfristiger Erfolg in diesem Jahr kann auch ein Pyrrhussieg sein.
Gruß und ein gute Entscheidung …

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