ich hatte gestern Werbung von KQV in meinem Briefkasten und dabei ging es um „Dental-Vital-Plus“. Das ganze hört sich ja soweit sehr gut an, nur frage ich mich, ob es da einen Haken gibt. Die Beiträge sind monatl. zu richten und entsprechen 6,40€ 0-20 Jahre und 12,90€ ab 21 Jahre.
Damit werden 100% der Kosten erstattet, die durch eine professionelle Zahnreinigung entstehen.
100% Erstattung für teure Zahnfüllungen
100% Erstattung für Wurzel- und Paradonthosebehandlungen
100% -unbegrenzte- Erstattung für zahnmedizinische Individual-Prophylaxe
grundsätzlich vorab. Eine Versicherung soll Risiken abdecken. Risiken sind meiner Meinung nach wenn z.B. die Arbeitskraft und somit das mtl. Einkommen wegfällt, wenn die Rente nicht ausreicht usw. .
Eine Zusatzversicherung, ausser Pflege und evtl. Tagegeld, ist in den meisten Fällen eher eine Luxusversicherug. Wenn die anderen Risiken die richtig ins Geld gehen abgedeckt sind (Häusliche Pflege z.B. kann durchaus mtl. 1000-1500 Euro Eigenbeteiligung kosten - kennen bestimmt einen Pflegefall im Umkreis), dann kann man natürlich weitere Risiken abdecken. Die Krankenzusatztarife helfen hier meist kaum und selten ein wenig mehr.
Zum Tarif:
Der Beitrag im Monat beträgt 12,90 Euro, also 154,80 Euro im Jahr.
In den ersten 4 Jahren erhalten Sie aus dem Tarif max. 250 (!) Euro im Jahr. Also wenn Sie das optimal ausnutzen würden, könnten würden Sie für 45 Jahre ein Risiko von jährlich 95,20 Euro abdecken ! Jede Hausratversicherung ist da sinnvoller.
Doch damit nicht genug.
Für die Prophylaxe erhalten Sie 50 Euro Zuschuss. Sind aber in den 250 Euro enthalten. 50 Euro reichen übrigens sehr oft nicht aus für eine Prophylaxe. Kommt im Rahmen dieser Behandlung eine Parodontosebehandlung hinzu kommen Sie auch schon mal auf 200 Euro. Sie bekommen trotzdem nur 50 Euro.
Geleistet wird nur für erstattungsfähige Aufwendungen. Heisst wenn der Arzt spezielle Anwendungstechniken z.B. auch bei Füllungen usw. verwendet dann erhalten Sie garnix. Sie erhalten nur Geld für Leistungen die auch die GKV in ihrem Katalog vorgesehen hat.
Eine etwas aufwendigere Behandlung wird oft mit höheren Abrechnungssätzen berechnet. Diese zahlt der Tarif nicht.
usw. usw.
Im Endeffekt ist das mit dem Tarif so:
Ganz normale Standartleistungen der GKV werden anerkannt. Diese normalen Leistungen führen aber oft garnicht oder nur gering zu Zuzahlungen. Aufwendigere Leistungen werden garnicht berücksichtigt.
Innerhalb der geringen Möglichkeiten wird dann die Leistung sogar noch für 4 Jahre extrem beschränkt.
Sie werden den Tarif in der Praxis kaum ausnutzen können. Er ist einer der Schwächsten die auf dem Markt sind.
Leider der meistverkaufte da es anscheinend Massen von Menschen gibt die sich noch immer von markigen Werbesprüchen blenden lassen.