Versicherungen, Steuern, Kindergeld als Azubi

Hallo,

ich fange im Sommer eine Ausbildung an und würde gerne wissen, mit welchen Abzügen ich vom Brutto-Lohn rechnen muss. Welche Steuern (Lohnsteuer, Kirchensteuer,…) muss ich zahlen und welche Versicherungen (Rentenversicherung,…) abschließen?
Bis wann bekomme ich Kindergeld? Habe mal gehört, dass das vom Jahresverdienst abhängt. Wird da der Verdienst in einem Kalenderjahr (Jan-Dez) errechnet oder in einem Ausbildungsjahr(z.B. August-Juli)?

Freue mich auf Antworten!

MFG

Guten Tag Milkaschokolade,

zunächst einmal gratuliere ich Dir zum Ausbildungsplatz.
Von Deinem Bruttoeinkommen werden Dir rund 21 % Arbeitnehmeranteil
für die Gesetzliche Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen und abgeführt. Das sind Pflichtversicherungen von Gesetzes wegen und Du kannst Dir nicht aussuchen, ob Du darauf verzichtest. Sodann erfolgt der Lohnsteuerabzug von Deinem Einkommen gemäß Deiner Steuerklasse

  • ein weites Feld - dazu sollte ein Steuerkenner besser etwas sagen.

Deine Frage nach den Versicherungen ist schnell beantwortet.
Du m u ß t keine privaten Versicherungen abschließen.
Insbesondere bist Du als Azubi in der Regel über die Familien-
haftpflichtversicherung Deiner Eltern noch mitversichert.
Alle anderen Versicherungsbereiche (Unfall, Berufsunfähigkeit,
Rente etc.) sind auf die Schnelle und bezogen auf Deine Person
nicht ohne weitere Angaben von Dir darzustellen.
Mit Deiner Initiative durch diese Anfrage hast Du aber bewiesen,
dass Du zu derjenigen Bevölkerungsgruppe gehörst, die zum Nachdenken
neigt. Ich empfehle Dir aus voller Überzeugung, ein Versicherungsbuch
für Privatleute im Buchhandel zu erwerben. Das arbeitest Du durch
und mit den gezielten Sachfragen zu den Themen, von denen Du meinst,
dass sie wichtig für Dich sind, kommst Du einfach wieder hierher
zurück. Möglicherweise erübrigt sich das aber auch für Dich.
Ich traue Dir viel zu.
In der Zwischenzeit aber solltest Du vor allem eines tun: Keine
privaten Versicherungsverträge abschließen, nur weil vielleicht
ein guter Bekannter der Familie bei einer Versicherung arbeitet.
Abschließend noch zu Deiner Kindergeld-Frage:
Maßgeblich für die Einkünftegrenze ist das Kalenderjahr.

Du machst Deinen Weg. Alles Gute !

Günther

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Guten Abend, schließe mich in vielen Teilen meinem Vor-Kommentator an… Lob usw… Nur, in Bezug auf die Absicherung der Arbeitskraft, bin ich doch ganz entschieden anderer Meinung. Wer leistet denn, wenn aufgrund einer Krankheit, eines Unfalles etc. die Arbeitskraft insoweit eingeschränkt ist, dass sich der Lebensunterhalt nicht mehr alleine stemmen lässt? Die Sozialversicherung (grins!!), die Eltern (na klar, haben doch erst 16 oder 18 Jahre für den Filius gesorgt)… Ich denke schon, dass man von einem Azubi erwarten kann, ein Teil seiner Versorgung (nix Unnötiges!!! hier geht es um die Absicherung der finanziellen Folgen auf Grund einer Einschränkung der Arbeitskraft) aus eigenen Mitteln zu bestreiten, oder? Keine Luxus-Versorgung, von mir aus auch auf das Sparen fürs Alter erst einmal verzichten (würd ich jedenfalls empfehlen)… Aber das unbedingt-Notwendige, hier die Absicherung gegen, bzw. Berufsunfähigkeit, darf und sollte es schon sein… „Nen juten Anbieter rausjesucht und dann läuft dat schon“ :smile:

Gruß Matthias

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Hallo,

was netto rauskommt kannst Du z.B. hier berechnen:
http://www.jobware.de/ra/vr/gr/gehaltsrechner.html#e…

Zu dem was zu privaten Versicherungen gesagt wurde ist nichts hinzu zu fügen.

Gruß
Werner

Du m u ß t keine privaten Versicherungen abschließen.
Insbesondere bist Du als Azubi in der Regel über die Familien-
haftpflichtversicherung Deiner Eltern noch mitversichert.
Alle anderen Versicherungsbereiche (Unfall, Berufsunfähigkeit,
Rente etc.) sind auf die Schnelle und bezogen auf Deine Person
nicht ohne weitere Angaben von Dir darzustellen.
Mit Deiner Initiative durch diese Anfrage hast Du aber
bewiesen,
dass Du zu derjenigen Bevölkerungsgruppe gehörst, die zum
Nachdenken
neigt. Ich empfehle Dir aus voller Überzeugung, ein
Versicherungsbuch
für Privatleute im Buchhandel zu erwerben. Das arbeitest Du
durch

Hallo Milkaschokolade,

ich schließe mich diesen Äußerungen an. In Bezug auf private Versicherungen gehe ich wie folgt vor:

  1. Ich bewerte das Risiko:

Wie hoch sind die Leistungen, die ich ohne Versicherung selbst zahlen müsste?

Schließe ich die Versicherung ab um ein Ereignis abzusichern, das auch wirklich eintreten könnte?

  1. Stimmt das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung die ich in Anspruch nehmen würde?

  2. Ich Informiere mich in der Regel durch entsprechende aktuelle Zeitschriften über:

  • Vetragsunterschiede
  • wichtige Vertragsinhalte
  • Kosten
  • Zusatzleistungen
  1. Ich entscheide mich.

Wie dir vielleicht auffällt, sage ich dir nicht, welche Versicherung für dich wichtig ist. Der Grund: Dies kannst nur du alleine entscheiden - und was für mich gilt, muss aufgrund anderer Risiken und Lebensumstände nicht für dich gelten.

Ich rate dir also lasse dich nicht „unvorbereitet“ beraten. Nur mit Vorwissen kannst du die Beratung „bewerten“ und dir deine eigene Meinung bilden.

Bleib fröhlich und wissbegierig (das ist nach meiner Meinung die wichtigste Eigenschaft für AZUBI´s)

Andi

PS: Auch von mir noch ein Lob, dass du dich vorher mit der Thematik beschäftigst.

Danke für eure Tipps!
Es ist doch richtig, dass ich 0,85 % Pflegeversicherung, 3,25 % Arbeitslosenversicherung, 9,75 Rentenversicherung, 0,9 % Zusatz-Krankenversicherung und die Hälfte der Krankenversicherung bezahlen muss, oder??

Ich habe mich noch nicht für eine Krankenkasse entschieden. Wie sollte man da am besten vorgehen? Ich würde ja lieber eine billigere nehmen => mehr Geld, habe aber Angst, dass die dann vielleicht nicht so gut ist. Sind Betriebskrankenkasse (meine zukünftige Firma hat eine) empfehlenswert? Oder sollte ich lieber bei der Krankenkasse meiner Eltern bleiben, weil ich nach der Ausbildung (während auch schon -> duales Studium) ein Studium mache und dann wieder in die Familienversicherung falle. Vielleicht ist es dann einfacher, gleich bei der Kasse meiner Eltern zu bleiben?

Danke für eure Tipps!
Es ist doch richtig, dass ich 0,85 % Pflegeversicherung, 3,25
% Arbeitslosenversicherung, 9,75 Rentenversicherung, 0,9 %
Zusatz-Krankenversicherung und die Hälfte der
Krankenversicherung bezahlen muss, oder??

JA!!! ungefähr und ca!!!

Ich habe mich noch nicht für eine Krankenkasse entschieden.
Wie sollte man da am besten vorgehen? Ich würde ja lieber eine
billigere nehmen => mehr Geld, habe aber Angst, dass die
dann vielleicht nicht so gut ist.

Bist Du krank??? Du kannst alle 18 Monate wechseln - zusätzlich Sonderkündigungsrecht in bestimmten Fällen!

Sind Betriebskrankenkasse
(meine zukünftige Firma hat eine) empfehlenswert?

Gibt es wirklich unterschiede - bei Chronikern und Müttern und wenn Du auf bestimmte Sachen stehst!!!

Oder sollte
ich lieber bei der Krankenkasse meiner Eltern bleiben, weil
ich nach der Ausbildung (während auch schon -> duales
Studium) ein Studium mache und dann wieder in die
Familienversicherung falle. Vielleicht ist es dann einfacher,
gleich bei der Kasse meiner Eltern zu bleiben?

z.B.!!!

Es gibt Fragen, die die Welt nicht braucht!! Über welches brutto sprechen wir??? Über welchen Beitragssatzunterschied??? Und nach Abzug des AG_Anteils über wieviel Euro???

Thorulf Müller

Hallo,
mein Brutto-Gehalt wird wahrscheinlich um die 700 Euro sein (ich komme wahrscheinlich sofort ins 2. Lehrjahr).
Zu den Beitragssatunterschieden kann ich noch nicht viel sagen, da ich noch keine KK in die nähere Auswahl gezogen habe. Die Unterschiede werden sich so im Rahmen von 2 % bewegen, da die Beiträge meist ja bei 12 % anfangen und bei 14 % aufhören. Es handelt sich deshalb wohl nur um einstellige Euro-Beträge. Trotzdem, als Student (und das werde ich ja auch sein) zählt nunmal jeder Euro.

Und warum stimmen meine Prozentangaben bzgl. der Sozialversicherung nur „ungefähr und ca.“?

Und wie soll ich die Frage „Bist du krank“ verstehen? Also ob ich wirklich krank bin oder nicht mehr alle Tassen im Schrank habe? Die 18 Monate interessieren mich eig nicht, da ich nach 24 Monaten sowieso wieder kündigen muss, da die Ausbildung dann abgeschlossen ist und ich Vollzeit-Studentin werde.

Und zu der BKK: Sind diese besonders empfehlenswert, wenn man chronisch krank ist oder gerade dann nicht?

Vielen Dank für eine erneute Antwort. MFG

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Hallo,
mein Brutto-Gehalt wird wahrscheinlich um die 700 Euro sein
(ich komme wahrscheinlich sofort ins 2. Lehrjahr).
Zu den Beitragssatunterschieden kann ich noch nicht viel
sagen, da ich noch keine KK in die nähere Auswahl gezogen
habe. Die Unterschiede werden sich so im Rahmen von 2 %
bewegen, da die Beiträge meist ja bei 12 % anfangen und bei 14
% aufhören. Es handelt sich deshalb wohl nur um einstellige
Euro-Beträge. Trotzdem, als Student (und das werde ich ja auch
sein) zählt nunmal jeder Euro.

Also maximal 14 Euro geteilt durch 2!

Und warum stimmen meine Prozentangaben bzgl. der
Sozialversicherung nur „ungefähr und ca.“?

Weil die Aufwendungen in % mich nicht interessieren, weil sie variabel sind und (außer GKV) gleich!

Und wie soll ich die Frage „Bist du krank“ verstehen? Also ob
ich wirklich krank bin oder nicht mehr alle Tassen im Schrank
habe?

Nun, neben psychischen Krankheiten gibt es Diabetes, Herz-Kreislauf, Schilddrüsen, etc. Ich wollte wissen ob Du Chroniker bist!

Die 18 Monate interessieren mich eig nicht, da ich nach
24 Monaten sowieso wieder kündigen muss, da die Ausbildung
dann abgeschlossen ist und ich Vollzeit-Studentin werde.

Die interessieren eh nicht, wenn angepasst wird!

Und zu der BKK: Sind diese besonders empfehlenswert, wenn man
chronisch krank ist oder gerade dann nicht?

Das kommt auf die Leistungsaussgaen außerhalb des SGB V an, die ja immer gleich sind! Der Rest variabler Leistung könnte man auf den Bedarf von Chronikern abstimmen!

Vielen Dank für eine erneute Antwort. MFG

Bitte!

Es ist, wenn Du gesund bist egal - nimm die billigste Kasse!!! IKK Direkt mit Ausnahme bestimmter Bundesländer!

Hallo,

also ich bin chronisch krank. Da es aber eine sehr seltene Krankheit ist, hat auch keine Krankenkasse diesbezüglich irgendwelche Vorteile für mich.
Ich habe mich mittlerweile für die Krankenkasse meiner Eltern entschieden, da dies eine der besten ist und ich ja in drei Jahren zurück in die Familienversicherung falle.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]