Versicherungsrückkauf

Hallo,

ich möchte eine Immobilie kaufen und über die Bank auf 15 Jahre finanzieren. Die Restschuld will ich dann nach 15 Jahren durch Lebensversicherungen tilgen, die bis dahin zuteilungsreif sind.

Nun frage ich mich, ob es vielleicht sinnvoller ist, die Lebensversicherungen jetzt zurückzukaufen, damit zwar einen Verlust zu machen, dafür aber nicht so einen hohen Kredit bei der Bank zu benötigen.

Dadurch spare ich Bankzinsen, bin finanziell flexibler, weil ich die Lebensversicherungen nicht mehr bedienen muss und liege damit vielleicht insgesamt günstiger?

Wie kann man so etwas sauber ausrechnen?

Danke für einen Hinweis und herzliche Grüße

Guten Tag Sabine,
Sie haben bereits erkannt, dass ein „Rückkauf“ oder besser gesagt eine
Kündigung Ihrer LVen mit Verlust einhergeht.
Bevor Sie den Schritt unternehmen, machen Sie sich besser klar,
was Sie mit den LVen anfangen wollten. Falls da die Absicherung von
Hinterbliebenen eine Rolle spielt, wird ein Ersatz durch einen neuen
Risikovertrag nominal günstiger, weil der Spareffekt wegfällt,
relativ gesehen vermutlich jedoch teurer, weil Sie inzwischen älter sind als beim Altabschluß. Wenn Ihre Verträge der alten Steuerregelung
unterfallen, so wäre es aus dem Grund etwas schade, wenn Sie diesen
Vorteil mit einer Kündigung weggeben. Und schließlich: Der konkrete
Verlust ist von hier aus nicht genau zu beziffern, weil keine Zahlen bekannt sind. Gehen Sie aber als grobe Regel davon aus, dass eine
KLV unter herkömmlichen Abschlussbedingungen (kein Direktvertrag)
und durchschnittlicher Laufzeit von 27 Jahren etwa 14 bis 17 Jahre
laufen muss, bis der Punkt erreicht ist, dass die eingezahlten Beiträge den Rückkaufswert erreichen. Hinzu kommt, dass ein
durchschnittlicher Tarif im letzten Laufzeitdrittel ungefähr die
Hälfte des Ablaufswertes an Speck zulegt. Wenn Sie sich das einmal
auf einem Stück Papier grob aufzeichnen, dann erkennen Sie, wie sehr
all diejenigen gekniffen sind, die ihre LV vorzeitig beenden.

Die von Ihnen genannten Argumente bezüglich der Zinsen und des
Spielraumes sind natürlich nicht von der Hand zu weisen.
Sie sehen aber, dass es eine ganz „saubere“ Rechnung nicht geben kann,
weil verschiedene Unbekannte darin enthalten sind.
Gruß
Günther

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