Versicherungsvergleiche , wie bewerten ?

Hallo zusammen,

Ich bin auf der Suche nach einer UV-Versicherung mit einem guten Preisleistungsverhältnis.
Um hier möglichst unabhängige Infos zu bekommen habe ich mich vorab bei der mE. seriösen Stiftung W… Informiert.

Zu meinem Erstaunen weigerten sich einige namhafte Versicherungen, ua.auch der ERGO-Gruppe an diesem UV-Vergleich teil zu nehmen.

Diese Versicherungen sollten lt.der Stiftung W… gemieden werden.

Was meint Ihr ?

Wie Aussagekräftig sind diese Vergleiche ?
Wissen diese Versicherungen um ihr schlechtes Produkt? Für mich im Moment die einzige Begründung.
oder gibt es andere Gründe dieser Verweigerung?

Viele Grüße
Markus

Hallo zusammen,

Hallo alleine,

Ich bin auf der Suche nach einer UV-Versicherung mit einem
guten Preisleistungsverhältnis.
Um hier möglichst unabhängige Infos zu bekommen habe ich mich
vorab bei der mE. seriösen Stiftung W… Informiert.

Ist ein guter Schritt

Zu meinem Erstaunen weigerten sich einige namhafte
Versicherungen, ua.auch der ERGO-Gruppe an diesem UV-Vergleich
teil zu nehmen.

Diese Versicherungen sollten lt.der Stiftung W… gemieden
werden.

Würde ich pauschal so nicht sagen.

Was meint Ihr ?

Wie Aussagekräftig sind diese Vergleiche ?

Ist auf jedenfall eine Hilfe für jemanden der gar keine Erfahrung mit irgendeinem/ speziellen Produkt hat.

Wissen diese Versicherungen um ihr schlechtes Produkt? Für
mich im Moment die einzige Begründung.
oder gibt es andere Gründe dieser Verweigerung?

Kommt darauf an, welche Kriterien die Tester als Voraussetzung ansetzen. Setzen die Tester eine oberste Finanzgrenze an, welche Leistungen sollen dort dabei sein, haben die Tester eine bestimmte Zielgruppe (nur Frauen, nur Männer, oder nur Kinder), bestimmtes Alter? Wenn das von den Testern angesetzte Kriterium nicht in das des Anbieters passt, kann es sein, dass die Gesellschaft die Teilnahme unter Umständen verweigert, weil der Test sonst ggf. das eigentlich vielleicht gute Produkt falsch interpretiert. Dann sind ggf. auch noch Kosten zu berücksichtigen.

Eine weitere Alternative zur Stiftung W… sind die Verbraucherschutzberater und die verschiedenen Ratingagenturen.

Viele Grüße
Markus

Gruß
Winni

Hallo!

Die Aussagekraft von Stiftung Warentest (Finanztest) tendiert leider gegen 0. So werden oft Preise bewertet und die Leistungen werden stets nur angerissen. Man versucht Leistungsaussagen in ein Schema zu pressen ohne den tatsächlichen Wortlaut in den Bedingungen zu beachten.
Ein kleines Beispiel: Insektenstiche. Hier müsste Finanztest unterscheiden ob z.B. die Stiche selber, Infektionskrankheiten durch Insektenstiche bewertet werden. Das tut man noch bis zu einem gewissen Grad. Welche Infektionskrankheiten dann wiederum versichert sind wird nicht verglichen.
Ein anderes Beispiel ist z.B. ein Unfall der nach z.B. einem Herzanfall auftritt. Zur Info: Standartmässig ist in der UV nur versichert wenn ein Ereignis plötzlich von aussen eintritt. Ein Unfall nach einem Herzanfall wäre da z.B. eine Folgeerscheinung und von Grund auf nicht versichert.

Stiftung Warentest bewertet nun z.B. den Herzanfall. Aber wie schaut es mit Schlaganfall und anderen Dingen aus. Die Bedingungen sind sehr unterschiedlich, eine Differenzierung fehlt.

Das kann man nun unendlich weiter führen. Ich würde mir daher mehrere Angebote eiholen und die Bedingungen vergleichn, nicht die Leistungsaussagen in Prospekten. Helfen kann hierbei ein Makler, Mehrfachagent oder man vergleicht mehrere andere Vermittler.

Wie auch immer. Anhand des Umfangs der Beratung und wie der Vermittler einzelne Aussagen in den Bedingungen erläutern kann erkennt man dann eine gute Beratung und die Entscheidung ist sicherlich genauer.

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Hallo,

Wie Aussagekräftig sind diese Vergleiche ?

Versicherungen werden bei der Stiftung Warentest normalerweise nicht in einem Ranking eingeordnet. Soll heißen, es werden erst einmal wertfrei die Leistungen und Preisen der Anbieter nebeneinander gestellt. Dabei wird angegeben, ob bestimmte Anbieter bestimmte Leistungen bieten.

Ich würde mir einfach klarmachen, welche Leistungen mir wichtig sind. Dann würde ich in die Tabellen sehen und mir die Gesellschaften heraussuchen, die grundsätzlich meine gewünschten Leistungen bieten. Dann habe ich schon eine kleine persönliche Liste. Die würde ich dann nach weiteren Kriterien (Preis, Erreichbarkeit usw.) sortieren und mir dann von den bestplatzierten Angebote einholen.

Ich denke so ziehst Du den besten Nutzen aus den Vergleichen.

Wissen diese Versicherungen um ihr schlechtes Produkt?

Ja natürlich, sie haben es ja erstellt.

Für
mich im Moment die einzige Begründung.
oder gibt es andere Gründe dieser Verweigerung?

Eine UV ist ein Standardprodukt welches je nach Gesellschaft um mehr oder weniger viele Extras erweitert wird. Die Extras sind bei der Stiftung Warentest immer im Tabellenkopf angegeben und extra erläutert. Ggf. werden Abweichungen in Fußnoten erläutert.

Es kann sein, daß eine Gesellschaft ein Produkt anbietet, welches außergewöhnlich am Markt ist und stark vom Standard abweicht. Dann kann es Probleme beim Vergleich geben. Aber ehrlich gesagt sind solche Produkte sehr, sehr selten. Die Gründe für Verweigerungen liegen wohl eher darin, daß manche Gesellschaften um ihr schlechtes Abschneiden wissen und lieber nicht in den Tabellen auftauchen wollen. Deshalb werden oft auch verdeckte Tariferhebungen gemacht, in dem Scheinkunden Informationen bei den Gesellschaften einholen.

Um hier noch auf die Kritik einzugehen, daß Differenzierungen fehlen: Die Testtabellen geben einen Überblick über bestimmte Leistungen, die zuvor definiert werden. Innerhalb dieser Vorgaben kann man den Vergleich nutzen.

Auch bei anderen Tests kann immer nur das dargestellt werden, was auch berücksichtigt wurde. Wenn zwei Waschmaschinen gleich gut abschneiden, kann ich es nicht der Stiftung Warentest anlasten, wenn es aber nur eine auch in Knallrosa gibt. Das wurde nicht getestet. Lege ich wert auf solche Details, muß ich mich innerhalb meiner Favoritenliste weiter selbst erkundigen.

Benni

Hallo Markus,

die Vergleiche bzw. die Institution SW halte ich generell für seriös und unabhängig.

Allerdings sind in vielen Vergleichen - zumindest bei Leben/Rente und Kfz - in der Vergangenheit auch immer wieder methodische Fehler aufgetreten bzw. teilweise fehlt dort schlicht das fachliche know-how. Trotzdem haben die Vergleiche m. E. durchaus ihren Wert, man sollte die Ergebnisse aber halöt nicht als Bibel betrachten.

Was SW nicht macht und was mE die einzig wahre Methode ist, Versicherer auf ihre Leistungsfähigkeit zu untersuchen: eine große Zahl von Leistungsfällen sichten und auf Schnelligkeit, „Vertragstreue“ oder sogar Großzügigkeit zu prüfen. Wäre zumindest für die Schaden- und Unfallvers. sinnvoll…

Grüße, M

Guten Tag Markus,
V.vergleiche - so sie von der genannten Einrichtung durchgeführt werden - sind aus meiner Sicht durchaus aussagekräftig und nachvollziehbar. Das gilt insbesondere für den Bereich der sog.
Sachversicherungen - wozu die UV zwar pro forma nicht zählt, aufgrund
ihrer Leistungssystematik aber dennoch zugerechnet werden kann.
Einschränken will ich die Aussagekraft der genannten Einrichtung
bei Vergleichen im Lebenbereich. Denn auch dort hat die Einrichtung
in der Vergangenheit ihr Fähnchen nach dem Wind ausgerichtet, der gerade daherpfeift. So wurden vor 2001 Lebensversicherer mit hohen
Reserven eher schlecht beurteilt - nach dem Motto: Gewinne werden den
Kunden vorenthalten. Hungerleiderlebensversicherer ohne nennenswerte Reserven wurden gelobt, da ja dort die Kunden zeitgerecht mit den
Überschüssen angefüttert wurden. Ebenso wurden vor 2001 Gesellschaften
mit hoher Aktienanlagequote und hohen Überschüssen gelobt.
Nach 2001 war es umgekehrt. Die Hungerleider und Zocker waren die Bösen und die Reservehorter und Sicherheitsanleger waren in den
Tests plötzlich die Guten. All das wurde jeweils vor und nach 2001
nachvollziehbar und hübsch durchformuliert der staunenden Leserschaft
als das jeweils Gelbe vom Ei schlüssig präsentiert.
Bei einer Langfristveranstaltung wie es eine LV aber nun einmal ist,
ist derjenige gekniffen, der sich den jeweils herrschenden Vergleichsmoden unterwirft - und sei es auch, dass diese von namhaften
Vergleichsgurus mitgetrieben werden.
Bei Sach- und U.versicherungen liegen die Dinge doch etwas anders.
Es handelt sich um Kurzfristverträge, die in ihrem Kern eine weitgehend einheitliche Leistung zu einem direkt gegenüberstehenden
Preis beinhalten, der auch nicht durch andere - der LV eigene Verwässerungseffekte - verschleiert wird.
Insofern halte ich Vergleiche in dem Bereich für sinnstiftend.
V.gesellschaften im Sach- und U-Bereich wissen sehr genau, wo sie mit
ihren Prütteln im Vergleich zum Marktdurchschnitt stehen. Wenn eine
Gesellschaft daher am Vergleich nicht teilnimmt, kann sich der geneigte Leser ohne große Mühe seinen eigenen Reim darauf machen.
Gesellschaften verweigern die Teilnahme mitunter auch unter Nennung
von Gründen. Etwa unmittelbar bevorstehende Tarifänderung, technische
Probleme der Übermittlung, Missverständnis im redaktionellen Vorfeld
u.ä… Das kann man akzeptieren oder man lässt es.
Vergleich hin, Vergleich her sollte man auch wissen, dass Vergleiche

  • sei es im Leben- oder Sachbereich - letztlich eines sicher bewirken:
    Nämlich kaum etwas bis gar nix.
    Denn erstens liest sie kaum jemand, zweitens versteht sie kaum jemand
    von denen, die sie lesen. Und drittens ist nichts so verläßlich in der
    Versicherungsbranche wie das sichere Fehlurteil und das poröse Gedächtnis von Kunden und Versicherungsvergleichslesern.
    Wie hat es treffend vor einigen Jahren der Vertriebsvorstand einer
    Gesellschaft formuliert ? „Mich interessieren keine Vergleiche,
    genauso wenig wie 99 % unserer Kunden sich dafür interessieren.
    Und das restliche eine Prozent versteht sowieso nicht, was da gesagt wird.“
    Also bleibt - wie immer - nur eines übrig: Alles richtig machen und
    Kartoffeln essen.

Gruß
Günther

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DANKE
für die Antworten und Tipps.

Heute habe ich eine dieser Versicherungen zu diesem Vergleich angemailt.
Bin mal gespannt ob ich ne Antwort bekomme.

Viele Grüße
Markus