Verständnisfrage: gibts Anwalt für 'kleinigkeiten'

plaudert mal aus dem Nähkästchen
Hallo Forum

ich kann mir vorstellen das ein Unternehmen viele kleine problemchen mit Kunden hat.

Vertreten Anwälte auch „kleinigkeiten“ zB Streitwerte um die 50€…
wenn man 20 solche Vorfälle im Unternehmen hat sind auch 1000€ weg…
Deshalb kann ich mir denken dass sowas schon öffters vorkommt, schreiben die Firmen die Kohle einfach ab oder nehmen Anwälte auch solche Kleinigkeiten an?

Gruss

Daniel

Hallo!

Grundsätzlich ja, wobei ich sagen würde, nicht immer. Das hängt von mehreren Umständen ab. Man findet aber sicher einen guten Anwalt, der solche „Kleinigkeiten“ macht, immerhin sind 50,- Euro ja auch nicht nichts und zu verschenken hat niemand was.

Gruß
Tom

Hallo!

Ich kann da nur für mich sprechen: Ich mach alles. Ich will, dass die Leute Recht bekommen, und da ich professionell aufgestellt bin und das Meiste an Inkassotätigkeiten standardisiert ist, fange ich auch nicht an zu jammern, dass sich mein Aufwand gar nicht lohnen würde. Quastch! Ich gebe dafür so gut wie kein Geld für Werbung aus, denn das beste Werbemittel überhaupt sind Empfehlungen durch zufriedene Kunden. Und wem ich mal 32,50 erstritten habe, der wird sich gerne daran erinnern, wenn er oder ein Kumpel mal was Größeres am Start hat.

Im übrigen bin ich auch der Auffassung, dass die leider weit verbreitete Auffassung unter kleinen und mittleren Unternehmen, der Afwand lohne sich nicht für Kleinkram und es sei daher besser, die Forderungen fallen zu lassen (und somit sein Geld nciht selten an Profischuldner zu verschenken, die genau darauf spekulieren), reichlich unprofessionell ist. Die Telekom zB hat’s fast nur mit Kleinschuldnern zu tun, und wenn die nicht stringent und konsequent von Anfang an mit anwaltlicher Unterstützung jede Forderung titulieren und vollstrecken würden, wäre der Laden aber sowas von pleite.

so kann nur ein anwalt argumentieren
hallo

Ich gebe
dafür so gut wie kein Geld für Werbung aus, denn das beste
Werbemittel überhaupt sind Empfehlungen durch zufriedene
Kunden.

aber wenn man schon eine homepage hat, sollte die auch schon etwas hergeben. keine zu haben, wäre sicherlich besser, als eine die rein gar nichts hergibt.

Im übrigen bin ich auch der Auffassung, dass die leider weit
verbreitete Auffassung unter kleinen und mittleren
Unternehmen, der Afwand lohne sich nicht für Kleinkram und es
sei daher besser, die Forderungen fallen zu lassen (und somit
sein Geld nciht selten an Profischuldner zu verschenken

hier stimme ich erst einmal zu. jedoch sollte auch immer der kosten-nutzen aspekt eine rolle spielen. was nutzt es, für 20 euro einen prozess zu wagen, wenn ich a: den prozess eventuell verliere, und b: ich mein geld - und die kosten des prozess, nicht erstattet bekomme, weil der schuldner nicht zahlt?

der, der IMMER gewinnt, ist der anwalt. daher kann ich die intension deines postings schon verstehen:wink:. jedoch fehlt mir deinerseits die objektivität. der von dir vergessene kosten-nutzen aspekt stößt auf.

jana

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Hallo Jana,

aber wenn man schon eine homepage hat, sollte die auch schon
etwas hergeben. keine zu haben, wäre sicherlich besser, als
eine die rein gar nichts hergibt.

was hat das denn mit der Frage zu tun? Ich schreibe doch hier auch nicht: „Wenn Jana Buschfink hier was postet, dann sollte sie sich vorher überlegen, ob das was sie schreibt auch wirklich einen Sinn ergibt.“

jedoch sollte auch immer der
kosten-nutzen aspekt eine rolle spielen. was nutzt es, für 20
euro einen prozess zu wagen, wenn ich a: den prozess eventuell
verliere, und b: ich mein geld - und die kosten des prozess,
nicht erstattet bekomme, weil der schuldner nicht zahlt?

Nicht für jeden Gläubiger steht der finanzielle Ausgleich im Vordergrund. Manchmal möchte der Gläubiger einfach seinem Schuldner vermitteln: „Hey, soetwas ziehst du bei mir nicht ab.“
Das finanzielle Risiko ist zudem für den Gläubiger bei solche Forderungen winzig. Mit deiner Logik dürfte man gerade hohe Geldbeträge nicht einfordern, da sich die Kosten fast ausschließlich nach dem Streitwert richten. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit sein Geld aufgrund der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners nicht wiederzuerlangen mit der Höhe der Forderung.

der, der IMMER gewinnt, ist der anwalt. daher kann ich die
intension deines postings schon verstehen:wink:.

Nein, der Anwalt gewinnt nicht immer. Er führt bestimmt auch eine Kalkulation durch und eigentlich passt da eine errechnete Stundenvergütung von 3,50 € nicht hinein. Um es mit deinen Worten zu sagen: Das sollte selbst eine 30jährige Bildhauerin wissen…

Gruß

Joschi

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Hallo!

jedoch fehlt mir
deinerseits die objektivität. der von dir vergessene
kosten-nutzen aspekt stößt auf.

Wie mans macht, ist es falsch. Sagt der Anwalt er macht sowas nicht, ist er gierig. Sagt er, er machts, ist er auch gierig…

Es ging ausdrücklich (!) um die Frage, ob Anwälte sowas übernehmen und nicht um die Frage des Prozesskostenrisikos! Abgesehen davon hat das Risiko einen Prozess zu verlieren überhaupt nichts mit dem Streitwert zu tun, nur die Beträge sind unterschiedlich, nicht die Wahrscheinlichkeit.

wwf hat das genauso beantwortet, wie das richtig ist. Da kann man ihm nichts vorwerfen. Da ist auch viel Idealismus dabei und das ist gut so (in der heutigen Zeit sind eh viel zu viele viel zu gierig).

Und übrigens: ein Prozess mit 50€ Streitwert (also wenn die Forderung bestritten wird) ist kein Gewinn für einen Anwalt (oder gehörst du zu denen, die Gewinn und Umsatz nicht unterscheiden?). Wenn ich hier einen durchschnittlichen Aufwand für so ein Verfahren heranziehe und davon ausgehe, dass das in 1 Instanz erledigt ist, dann liegt das Honorar auf Anwaltsstunden umgerechnet bei ca. 15,- bis 20,- Euro (netto) in der Stunde. Da bin ich (und jeder andere Anwalt auch) weit weg von einer Kostendeckung. Ich vermute mal, dass auch nach deutschem RVG abgerechnet so ein Verfahren nicht kostendeckend ist.

Gruß
Tom

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der, der IMMER gewinnt, ist der anwalt.

Das könnte daran liegen, dass der Anwalt selbst kein Problem hat, dass er vor Gericht lösen muss, sondern sein Beruf darin besteht, anderen dabei zu helfen.

Aber schon eine Frechheit, dass man für seine Arbeit auch bezahlt werden möchte.

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Hallo,

kostendeckend? Was ist das? Wenn man sich mal anschaut, dass die Mandate mit den kleinen Streitwerten üblicherweise mit ordentlichem Zeitaufwand verbunden sind. Entweder hat man es mit Mandanten zu tun, für die € 50,-- die Welt sind (und das soll jetzt keine Herabwürdigung dieser Menschen sein), die noch nie mit Anwälten oder Gerichten zu tun hatten, und die meinen jetzt jeden Tag eine Stunde mit dem Anwalt telefonieren zu müssen, gerne auch mal unangekündigt auf einen Kaffee vorbei kommen, … Oder man hat genau die selben Leute auf der Gegenseite, die einem dann seitenlange Briefe schreiben, und erst nach dem Dritten Schreiben kapieren, dass es auf ihre ganze Lebensgeschichte nicht ankommt, sondern sie aufgrund eines Vertrages nun mal zu zahlen haben, und Punkt.

Nein, es ist schon viel Idealismus dabei, Mandate mit geringem Streitwert, Beratungshilfe und PKH abzuwickeln, und ich bin ehrlich gesagt froh, inzwischen in einem Unternehmen zu sitzen, wo es um interessantere und bedeutendere Dinge geht, und am Monatsende das Gehalt auf dem Konto ist, unabhängig davon, ob es um Millionen in dem Monat gegangen ist, oder es wertmäßig nur Kleinkram gab.

Gruß vom Wiz

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Au weia
Hallo,

hier stimme ich erst einmal zu. jedoch sollte auch immer der
kosten-nutzen aspekt eine rolle spielen. was nutzt es, für 20
euro einen prozess zu wagen, wenn ich a: den prozess eventuell
verliere, und b: ich mein geld - und die kosten des prozess,
nicht erstattet bekomme, weil der schuldner nicht zahlt?

Dich darf man also bis zum Betrag von 20 Euro bescheißen, ohne dass Du dagegen angehst?

Nun ja. Für mich sind 20 Euro nicht die Welt. Für einen Rentner, der dummerweise einem Callcenter seine Kontodaten preisgegeben hat und das nun fleißig Kleinbeträge abbucht, sind 20 Euro vielleicht sehr viel Geld.

Nun findet sich ein Anwalt, der selbst solche Peanuts für den Rentner eintreibt, und Du findest das alles verwerflich, weil er für seine Mühen auch noch eine unterdurchschnittliche Vergütung verlangt?

Da kann ich mir nur die Augen reiben…

Gruß

S.J.

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Hallo,

der, der IMMER gewinnt, ist der anwalt. daher kann ich die
intension deines postings schon verstehen:wink:. jedoch fehlt mir
deinerseits die objektivität. der von dir vergessene
kosten-nutzen aspekt stößt auf.

wenn ich sehe, welche Leistung ein Anwalt oft für sehr wenig Geld erbringen muss, dann sehe ich da keinen Gewinn drin.
Der Anwalt ist an eine Gebührenordnung gebunden und die ist so gestrickt, dass er gerade bei geringem Streitwert eher draufzahlt als gewinnt. Dafür hat er dann jahrlang studiert. Dafür, was er dann an dem Fall „gewinnt“, würde manch ein (ungelernter) Handwerker dir noch nicht einmal die Hand geben.

Gruss

Iru

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