Hallo,
ich habe meine Frage bereits in einem anderen Forum gestellt, bisher aber noch keine Antwort erhalten. Deswegen würde Ich mich freuen, falls mir hier jemand weiterhelfen könnte.
Ich habe mir heute Abend „Schilers Sammlung von Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ durchgelesen.
Doch betrachtete Schiller den „ästhetischen Zustand“ als Ziel eines jahrhundertelangen Entwicklungsprozess? Wenn dem so sei, komme ich zu folgender Überlegung:
Zitat aus Schillers neunten Brief: „Ohne ihre Schuld getheilt zu haben, theile mit edler Resignation ihre Strafen und beuge dich mit Freiheit unter das Joch, das sie gleich schlecht entbehren und tragen.“
Kann dem ästhetische Zustand durch Aufopferung nähergekommen werden? Welchen Wert hätte das Leben gehabt, wenn Vernunft und Gefühl den Zeitgenossen zu solchem Verhalten brächten? Erklärlich wäre mir dies nur durch eine Zielsetzung, die über die eigene Existenz hinausginge. Das aber wäre irrational und eher der „Romantik“ zuzuordnen. Ebenfalls hätte sich das tragische Ende der Protagonisten durch den „Harmoniegedanken“ nicht vermeiden lassen. (Das wäre meine Kritik an dem Modell)
Viel weitreichender wären die Konsequenzen wiederum gewesen, wenn Schiller selbst seine Konzeption für unrealistisch gehalten hätte. Dadurch wären der Epoche nämlich alle förderlichen Grundlagen genommen worden (außer der Erkenntnis, dass der ästhetische Zustand eine Unmöglichkeit darstellt). Hätte sie dann nicht spätestens mit Goethes Faust beendet worden sein müssen?
Der Sinn der Weimarer Klassik ist mir zwar bekannt, jedoch finde ich ihn in seinen Werken nicht wieder.
Für ein wenig Aufklärung wäre Ich dankbar