Verständnisschwierigkeiten?

Hallo an alle hier,

ich trag mal wieder ein Problem, was mir über Jahre auffiel, und irgendwann zur Sprache kommt mit mir rum und würde gern Eure
Meinungen hören.

Vielleicht kennt es ja der eine oder andere auch. Im Umgang mit Menschen stoßen wir ja immer mal auf Mißverständnisse, aber
die Menschen, an denen uns liegt, deren Meinung uns wichtig ist, verletzen einen oft am meisten und ganz sicher auch umgedreht.

Also zum Problem:
Mich rief ein sehr guter Freund (?) an und fragte, wie ich über eine ihm wichtige Sache denke, vorher teilte er mir noch seine Meinung darüber mit.
Da mir vorher klar war, daß ich seine Position nicht vertreten kann, sagte ich ihm (ist hier schon der Fehler?) Gut ich sage es Dir, aber es wird Dir vielleicht unangenehm sein. Lapidare
Antwort: Ja, dann ist mir schon klar, wie Du denkst.
So etwas bringt mich um!
Wenn man Menschen nahesteht, nimmt man doch an, was der andere zu sagen hat, zumal wenn man genau weiß, daß ich Unangenehmes nicht hübsch rede? Und immer wieder fällt mir dabei auf
(keine Wertung!!!) das vorwiegend Intellektuelle so reagieren.
Ich komm mir dann so „klein“ vor und bin mir doch so sicher, das dieser vielgepriesene Intellekt nur eine Schicht des großen und ganzen darstellt. Zu pathetisch? Nein! Denn gerade diese
Leute kommen so oft nicht zurecht im Leben.
Entschuldigt, ich versuch mir wohl grad selber einer Antwort zu geben, dabei möcht ich lieber wissen wie ihr drüber denkt, um
in Zukunft nicht mehr so „dumm dazustehen“.

Dankeschön schon mal vorab.

H.-D.

Hallo,
Dein (guter) Freund sollte eigentlich Deine ehrliche Meinung und das Du sie ihm sagst eigentlich sehr schätzen. Denn viele sagen dann nur was damit es dem andern gefällt und das ist bestimmt nicht Sinn und Zweck der ganzen Sache wenn man jemanden fragt wie er zu einer Sache steht und was er darüber denkt, denn dasnn müßte man den anderen ja auch gar nicht fragen. Wobei man natürlich zwischen Frauen und Männern unterscheiden sollte. Denn Frauen haben oft schon eine Lösung für ihr Problem und wollen diese nur bestätigt haben. Primitives Beispiel: Eine Frau fragt ihren Mann ob sie das schwarze oder das rote Kleid zu einem ball anziehen soll, insgeheim hat sie sich aber schon für das scharze entschieden denn dazu hat sie die passenden Schuhe. Trotzdem fragt sie ihren Mann und die richtige Antwort des Mannes wäre: „Welches gefällt Dir denn am Besten?“ Oder das trifft auf Männer zu die die Kleider ihrer Frau kenn „welches gefällt Dir am besten?Zu dem Scharzen hast Du doch auch die passenden Schuhe!“. Das ist so eine Frauen/Männer geschichte (entnommen aus dem Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“). Aber um auf dein Problem zukommen kann ich nur das wdh. was ich oben eigentlich schon geschrieben habe.

*nachhak*
Hallo Heidi,

Da mir vorher klar war, daß ich seine Position nicht vertreten
kann, sagte ich ihm

Ich wäre eine Schande für mein - von Natur aus überaus neugieriges - Sternzeichen, wenn ich Dich nicht fragen würde, warum es Dir schon vorher klar war… Hat er Dich schon öfters nach Deiner Meinung gefragt? Oder ging es um ein Thema, bei dem Du Deine eigene Meinung hast und die Du dann konsequent vertrittst?

(ist hier schon der Fehler?)

Nein, es ist kein Fehler, auch mal einem Freund zu sagen, daß man seine Meinung nicht teilt.

Gut ich sage
es Dir, aber es wird Dir vielleicht unangenehm sein. Lapidare
Antwort: Ja, dann ist mir schon klar, wie Du denkst.

Worauf zum Teufel basiert diese Freundschaft? Wenn die Grundlage dafür die Bedingung - wobei eine Freundschaft, die auf Bedingungen (welcher Art auch immer) basiert, niemals Bestand haben kann - ist, daß Du gefälligst grundsätzlich und ohne jegliche Rückfrage seine Meinung teilst, dann: gute Nacht! Das ist keine Freundschaft.

Vielleicht kennt es ja der eine oder andere auch. Im Umgang
mit Menschen stoßen wir ja immer mal auf Mißverständnisse,
aber
die Menschen, an denen uns liegt, deren Meinung uns wichtig
ist, verletzen einen oft am meisten und ganz sicher auch
umgedreht.

Jaein… Klar, Mißverständnisse gibt es überall. Trotzdem sollte eine Freundschaft ein Mißverständnis locker verkraften können. In diesem Zusammenhang stellt sich mir übrigens auch die Frage, ob es wirklich ein Mißverständnis war oder ob es bei Euch um grundverschiedene Einstellungen geht. Ich persönlich pflege Freundschaften zu Menschen jeglicher Coleur… Unser Bürgermeister würde den Satz noch mit ‚und das ist auch gut so!‘ ergänzen. *ggg* Ich sehe es genauso.

Wenn man Menschen nahesteht, nimmt man doch an, was der andere
zu sagen hat, zumal wenn man genau weiß, daß ich Unangenehmes
nicht hübsch rede?

DAS hängt davon ab, wie Du ‚annehmen‘ definierst.

Und immer wieder fällt mir dabei auf
(keine Wertung!!!) das vorwiegend Intellektuelle so reagieren.
Ich komm mir dann so „klein“ vor und bin mir doch so sicher,
das dieser vielgepriesene Intellekt nur eine Schicht des
großen und ganzen darstellt. Zu pathetisch? Nein! Denn gerade
diese
Leute kommen so oft nicht zurecht im Leben.

Auch hier muß ich Dir widersprechen… Vanessa Beyer erwähnte letztens - in Zusammenhang mit dem Thema ‚Verzeihen in der Beziehung‘ - die emotionale Intelligenz. Und diese hat weiß Gott nichts damit zu tun, ob sich jemand ‚Akademiker‘, ‚Intellektueller‘ oder weiß der Geier was, schimpft/schimpfen darf oder nicht.

Warum kommst Du Dir ‚klein‘ vor??? Weil Du nicht oder nicht zu Ende studiert hast und Dir kein Dipl.-Ing. oder Ähnliches auf die Visitenkarte drucken lassen kannst?

Dein Selbstvertrauen solltest Du vielleicht ein bißchen aufpolieren… Da fällt mir gerade ein Zitat von Georg C. Lichtenberg ein (das Ding hat mir ein Scherzkeks von Exfreund vor meiner Abschlußprüfung anstatt des versprochenen Spickzettels in die Tasche gestopft):

‚Bei Ausarbeitungen habe vor Augen: Zutrauen auf dich selbst, edlen Stolz und den Gedanken, daß andere nicht besser sind als du, die deine Fehler vermeiden und dafür andere begehen, die du vermieden hast.‘

In diesem Sinne und in der Hoffnung, keinen Fehler gemacht zu haben *g*

Beste Grüße

Tessa

je lieber desto mehr
Hallo Heidi-Dilarah,

Das kenne ich auch:

Vielleicht kennt es ja der eine oder andere auch. Im Umgang
mit Menschen stoßen wir ja immer mal auf Mißverständnisse,
aber die Menschen, an denen uns liegt, deren Meinung uns :wichtig ist, verletzen einen oft am meisten und ganz sicher :auch umgedreht.

Wenn ich es mir recht überlege, gehört das wahrscheinlich zur Kehrseite manch einer Freundschaft, was mit den Eigenschaften der jeweiligen Menschen zu tun hat. Es gibt Leute, die sind dermaßen ausgeglichen und selbstbewußt, dass sie unbequeme Gespräche gut wegstecken können. Und manche können es nicht. Aber das tut der Freundschaft keinen Abbruch, oder?

Da mir vorher klar war, daß ich seine Position nicht vertreten
kann, sagte ich ihm (ist hier schon der Fehler?) Gut ich sage
es Dir, aber es wird Dir vielleicht unangenehm sein. Lapidare
Antwort: Ja, dann ist mir schon klar, wie Du denkst.
So etwas bringt mich um!

Vielleicht hat er sich an erster Stelle Anteilnahme von Dir erhofft, und formulierte es ungeschickterweise in eine Bitte um Deine Meinung um, anstatt einfach „bitte, tröste mich“ zu sagen.
Es gibt Situationen, da wird man nach seiner Meinung gefragt, und gemeint ist die eigene.

Wenn man Menschen nahesteht, nimmt man doch an, was der andere
zu sagen hat, zumal wenn man genau weiß, daß ich Unangenehmes
nicht hübsch rede? Und immer wieder fällt mir dabei auf
(keine Wertung!!!) das vorwiegend Intellektuelle so reagieren.

Ich bin mir unsicher, ob dies etwas mit geistiger Leistungsfähigkeit zu tun hat. Es geht ja schließlich um Gefühle.

Ich komm mir dann so „klein“ vor und bin mir doch so sicher,
dass dieser vielgepriesene Intellekt nur eine Schicht des
großen und ganzen darstellt. Zu pathetisch? Nein! Denn gerade
diese Leute kommen so oft nicht zurecht im Leben.
Entschuldigt, ich versuch mir wohl grad selber einer Antwort
zu geben, dabei möcht ich lieber wissen wie ihr drüber denkt,
um in Zukunft nicht mehr so „dumm dazustehen“.

Hast Du Dich deshalb klein gefühlt, weil der andere mit treffenden Worten Dich klein gemacht hat und sich selber besser darstehen ließ? Oder hast Du Dich klein gefühlt, weil er partout nicht Deinen Rat annehmen wollte, ihn vielmehr abschmetterte?

Meiner Ansicht nach war es wirklich ein Mißverständnis zwischen Dir und Deinem Freund, wie ich oben schon geschrieben habe (die Sache mit dem Trost). Vielleicht habt Ihr voneinander andere Aussagen erhofft als bekommen.
Ich kann Dir verraten, dass ich solche Enttäuschungen auch kenne, und mit ihnen wahrscheinlich immer wieder konfrontiert werde. Das sind halt die unvermeidbaren Reibereien. Und je mehr man sich mag, und die Person oder man selber nicht ganz unempfindlich ist, dann reibt es manchmal ganz ordentlich.
Ruf ihn an, und frag ihn wie es ihm geht. Du wirst sehen (oder besser hören :wink: dass er sich darüber freut. Er kann sich seinen Müll von der Seele quasseln, und Du warst da und hast ihm zugehört. Und alles ist wieder gut.

liebe Grüße
Claudia

nicht ganz zu kompliziert :smile:

Hallo Tessa,

Hat er Dich schon öfters nach Deiner Meinung gefragt? Oder ging es um ein Thema, bei dem Du Deine eigene Meinung hast und die Du dann konsequent vertrittst?

Aber ja, deshalb ja!! Geht es um Dinge, die sozusagen Hand und Fuß haben, und da ich zieml. fix im denken bin, vertraut er mir, selbst wenn ich mal falsch liege, aber in emotionalen Dingen, hab ich das Gefühl, eigentlich fragt er gar nicht, sondern redet nur…

(ist hier schon der Fehler?)

Nein, es ist kein Fehler, auch mal einem Freund zu sagen, daß
man seine Meinung nicht teilt.

Ich meinte eher die Ankündigung, die sollte ich vielleicht weglassen…

Worauf zum Teufel basiert diese Freundschaft?

Nun auf 18 schönen Jahren, auf mitunter wortlosem Verstehen,
auf durchwachten, durchredeten Nächten, auf meiner vielleicht
etwas übertriebenen Bewunderung seines brillianten Geistes.
Ob eines großen Altersunterschiedes (vielleicht ist es ja auch das) hat er mir viel beigebracht. Manchmal sagt er, wenn ich
wiederspreche: Oh da ist´s, das Monster , das ich selber schuf…*lacht*. Er bereitet sich jetzt auf seine Emeritation vor und kommt damit so gar nicht klar. Augenblicklich fühle ich mich
stärker und versuch ihm klarzumachen, daß seine Welt nicht nur
aus Dozentiererei besteht und er das im priv. bitte weglassen möge. Vielleicht verlange ich genau hier zuviel. Aber er wollte es ja wissen, denn ehrlich gesagt: es nervt, wenn jemand sich nur über sein „Tun“ beruflich identifizieren kann, seine eigne
Ehefrau ist ihm fremd, ist wohl auf der Strecke geblieben. Ich allerdings seh das ganz anders, darum gings auch, denn ohne sie hätte er es nie geschafft!!

Jaein… Klar, Mißverständnisse gibt es überall. Trotzdem
sollte eine Freundschaft ein Mißverständnis locker verkraften
können. In diesem Zusammenhang stellt sich mir übrigens auch
die Frage, ob es wirklich ein Mißverständnis war oder
ob es bei Euch um grundverschiedene Einstellungen geht.

Na ja, mach Dir aus dem von mir geschriebenen das richtige Bild, es ist vielleicht sogar eher (der Gedanke kommt mir übrigens erstmals) eine Art Abhängigkeitsverhältnis, aber beidseitig:
er braucht mich, um zu sehen, was er geschaffen hat (denkt er) u. ich brauch seine …tja Freundschaft, weil ich ihn wahr-
haftig bewundere für ganz viele Dinge, die im einzelnen aufgeführt einfach zu weit hier führen würden.

Ich persönlich pflege Freundschaften zu Menschen jeglicher

Coleur… Unser Bürgermeister würde den Satz noch mit ‚und das
ist auch gut so!‘ ergänzen. *ggg* Ich sehe es genauso.

Das ist auch so ein Punkt, den er mir beigebracht hat, denn früher, hab ich mich nur an eine bestimmte Art von Menschen gehalten, aber das ist lange her und es war eine Bereicherung ohnegleichen, als ich die Menschen in ihrer Vielfalt kennenlernen konnte. Da sag ich auch: Das ist auch gut so :smile:

DAS hängt davon ab, wie Du ‚annehmen‘ definierst.

Das war wirklich blöd formuliert, ich meinte eher anhören, i.S. von zuhören…

Auch hier muß ich Dir widersprechen… Vanessa Beyer erwähnte
letztens - in Zusammenhang mit dem Thema ‚Verzeihen in der
Beziehung‘ - die emotionale Intelligenz. Und diese hat weiß
Gott nichts damit zu tun, ob sich jemand ‚Akademiker‘,
‚Intellektueller‘ oder weiß der Geier was, schimpft/schimpfen
darf oder nicht.

Aber jemand der bodenständiger ist, hat meist nicht die Probleme, die die s.g. Intellektuellen haben - zumindest aus
meiner Erfahrung. Denen fehlt eben eher die emotionale Intelligenz. Da brauch ich nur den Mann, den ich liebe herzu-
nehmen. Sie sind viel ängstlicher in solchen Dingen, da man soz. Intelligenz halt nicht messen, aufwiegen oder „weis der Geier“ :smile: damit machen kann…

Warum kommst Du Dir ‚klein‘ vor??? Weil Du nicht oder nicht zu
Ende studiert hast und Dir kein Dipl.-Ing. oder Ähnliches auf
die Visitenkarte drucken lassen kannst?

Ich hab zwar Abitur und eine solide Ausbildung, aber studiert hab ich bisher nur das Leben…:smile: Darauf kommts mir aber gar nicht an, mit klein meine ich so was, wie wenn Du im unpassensten Moment weinen mußt. Du bist plötzlich verletzlich klein.

Dein Selbstvertrauen solltest Du vielleicht ein bißchen
aufpolieren…

Oh nein, bloß nicht, dann heb ich ab, hahahaha, ja Du hast recht, aber ich vertraue mir schon, nur nicht immer, wer kann das schon von sich erwarten…? Ich glaub, daß wäre auch nicht gut.

Da fällt mir gerade ein Zitat von Georg C.

Lichtenberg ein (das Ding hat mir ein Scherzkeks von Exfreund
vor meiner Abschlußprüfung anstatt des versprochenen
Spickzettels in die Tasche gestopft):

‚Bei Ausarbeitungen habe vor Augen: Zutrauen auf dich selbst,
edlen Stolz und den Gedanken, daß andere nicht besser sind als
du, die deine Fehler vermeiden und dafür andere begehen, die
du vermieden hast.‘

Ein Exfreund mit Humor *herzlich gelacht*, das ist doch Klasse.
Du, das ist auch sowas: ICH HAB NOCH NIE GEPIcKT!!!
Und was Mathematik betrifft, konnt ich nie, kann ich nicht, werde ich nie können. Das ist keine Resignation, sondern eine einfache Einschätzung, die meine Eltern, speziell meinen Vater zur Weißglut getrieben hat…Aber zum spicken war ich mir immer zu stolz. Ich weis, was ich kann und ich weis, was ich nicht kann. DAS bin ich.

In diesem Sinne und in der Hoffnung, keinen Fehler gemacht zu
haben *g*

Fehler - hoffe nie, daß man keinen macht, schließl. …na Du weißt schon.

Ganz lieben Dank und auch für die Geduld, das hier zu lesen…:smile:

Beste Grüße auch an Dich

H.-D.

bitte schaut unter meiner Antwort auf TessaV. nach, da hab ich ausführlich geantwortet, Eure Aussagen im Kopf und mit dem Versuch einer Erklärung.

Ganz herzlichen Dank für die Antworten von Euch, wenn Euch noch etwas dazu einfällt, ich freu mich auf jeden Hinweis.

Liebe Grüße
H.-D.

Hallo,

Vielleicht kennt es ja der eine oder andere auch. Im Umgang
mit Menschen stoßen wir ja immer mal auf Mißverständnisse,
aber
die Menschen, an denen uns liegt, deren Meinung uns wichtig
ist, verletzen einen oft am meisten und ganz sicher auch
umgedreht.

Ja das stimmt aber sicher weil man mit anderen nicht über
Dinge redet, die einen persönlich sehr nahe gehen. Und in
solchen Sachen ist man halt verletzlicher. Auch ist es
teilweise schwer sowas in Worte zu verpacken, was
Mißvertändnisse beim Zuhörer weiter fördert.

Gut ich sage es Dir, aber es wird Dir vielleicht unangenehm
sein. Lapidare Antwort: Ja, dann ist mir schon klar, wie Du
denkst.

Vielleicht hat er einfach nur Trost gesucht, auch wenn er
sich unklar ausgedrückt hat. Ist doch nicht so selten, das
man seine wahren Wünsche hinter irgendwelchen Floskeln ver-
steckt, vermutlich aus einen innerlichen Widerspruch heraus

  • einerseits sich Dir anzuvertrauen, andererseits prinzipielle
    Hemmungen.

Und immer wieder fällt mir dabei auf (keine Wertung!!!) das
vorwiegend Intellektuelle so reagieren.

Das ist interessant und auch nicht abwegig. Intellektuelle
dürften einen stärkeren „Verhaltenskodex“ unterliegen, als
der Durchschnittsbürger. Insbesondere die Forderung nach
rationalen Verhalten, führt zu einen innerlichen Widerspruch,
wenn es darum geht, gefühlsmäßiges mitzuteilen. Dazu kommt
m.M. das die Basis des Intellekts ohnehin die Gefühlswelt
ist, d.h. auch diese wird beim Intellektuellen komplexer
und damit schwerer nachvollziehbar für andere sein.
Zur Frage was Du gegen solche Mißverständnisse machen kannst.
Das einzige was mir dazu einfällt, ist sich in den Bekannten
„hineinzufühlen“ und die wahre Absicht seiner Frage im Vorfeld
zu erkennen. In diesen speziellen Fall weißt Du ja jetzt, daß
er nicht das meint, was er sagt.

Gruss
Enno

Hallo,

. Ist doch nicht so selten, das
man seine wahren Wünsche hinter irgendwelchen Floskeln ver-
steckt, vermutlich aus einen innerlichen Widerspruch heraus

  • einerseits sich Dir anzuvertrauen, andererseits prinzipielle
    Hemmungen.

So gesehen, stimmt das, ich bin da Meister drin.

Das ist interessant und auch nicht abwegig. Intellektuelle
dürften einen stärkeren „Verhaltenskodex“ unterliegen, als
der Durchschnittsbürger. Insbesondere die Forderung nach
rationalen Verhalten, führt zu einen innerlichen Widerspruch,
wenn es darum geht, gefühlsmäßiges mitzuteilen.

Genau diese Erfahrung mache ich immer wieder. Früher dachte ich immer (naiv gedacht), gerade diese Menschen müßten das Leben
doch viel einfacher meistern, heute weiß ich es besser, was es aber auch einfacher macht, im Umgang mit ihnen.

Zur Frage was Du gegen solche Mißverständnisse machen kannst.

Das einzige was mir dazu einfällt, ist sich in den Bekannten
„hineinzufühlen“ und die wahre Absicht seiner Frage im Vorfeld
zu erkennen. In diesen speziellen Fall weißt Du ja jetzt, daß
er nicht das meint, was er sagt.

Ja, aber das es dann doch nicht hören wollen…find ich nach wie vor …ich sags mal nicht…Gut verletzend, es ist mittlerweile ausgesprochen und einen Aspekt hab ich dabei völlig
außer Acht gelassen…nämlich m e i n e Angst davor, ihn nicht als den starken, intelligenten Menschen zu sehen, sondern auch seine eigne Verletzlichkeit anzunehmen und ihn dennoch zu mögen und vielleicht sogar noch mehr zu lieben, einfach dafür, daß er
der Mensch ist, der er auch ist.

Danke für Deinen Beitrag, den fand ich sehr hilfreich für mich.

H.-D.

Ich hab mich ein paar Tage mit einem großen und nicht wirklich aufschreibbaren Kloß an Gedanken zu deinem Problem beschäftigt und versuche nun mal einen anderen Ansatz. Nämlich ich stelle einfach mal ein paar Fragen:
Welcher Teil an „Dann weiß ich schon, wie du darüber denkst.“ trifft dich denn so sehr? Ist es, dass der andere bereits zu wissen meint, was du denkst? Ist es, dass er es eigentlich nicht wissen kann? Ist es nur, dass er es nicht hören will? Ist das bei allen Leuten so oder wirklich nur bei denen, die dir nahestehen?
(Achtung - bei der letzten Frage genau beobachten! Wenn du meinst, das wäre nur bei denen, die dir nahestehen so (wie du bereits angedeutet hast), könnte das auch daran liegen, dass du bei denen die naheliegende Kompensation „Dann gebe ich auf ihn halt auch nichts.“ nicht gerne anwenden willst. Oder anders ausgedrückt: Wie fühlst du dich bei einem Fremden, der deine Meinung plötzlich abblockt, wenn du bewusst keine „Kompensation“ anwendest?)
Welches ist die „verdeckte“ Aussage, die du in den abblockenden Satz des anderen hineinliest?
Es versteht sich fast von selbst, dass der andere auch mindestens eine verdeckte Aussage in seinen Satz hineingelegt hat, nämlich wie folgt:
Offene Aussage: Ich weiß, wie du denkst.

  1. Verdeckte Aussage: Du brauchst deine Meinung nicht mehr zu schildern.

Kommen bei dir weitere verdeckte Aussagen an?
Und: Welche davon trifft dich und warum?

Und auch: Hatte vielleicht schon die eigentliche Frage deines Freundes eine versteckte Aussage bzw. kam bei dir eine an?
In den vorangehenden Antworten wurde ja schon eine Vermutung geäußert (nämlich „Ich brauche Bestärkung in meiner Meinung.“). Trifft die zu?

Worauf genau bezieht sich „sowas“ bei „Sowas bringt mich um!“? Beschränkt sich das Problem nur auf den Fall, dass erst jemand nach deiner Meinung fragt und sie dann aber nicht zu Ende hört oder gibt es andere Erlebnisse, die ähnliche Emotionen auslösen?

Ich habe bereits einige Ideen zu deinem Problem, will aber erstmal deine Antworten abwarten.
Du brauchst natürlich nur die Fragen zu beantworten, zu denen dir etwas einfällt und bei denen du keine Vorbehalte hast. Aber das versteht sich hoffentlich von selbst. :smile:

Herzliche Grüße,
Torsten

Hallo,

das find ich ja richtig spannend, ob Deines Alters, Dich damit auseinanderzusetzen. Und das mein ich ernst . Ich versuche jetzt mal, die von Dir gestellten Fragen nach bestem Empfinden zu beantworten:

„Dann weiß ich schon, wie du darüber denkst.“

trifft dich denn so sehr? Ist es, dass der andere bereits zu
wissen meint, was du denkst? Ist es, dass er es eigentlich
nicht wissen kann? Ist es nur, dass er es nicht hören will?
Ist das bei allen Leuten so oder wirklich nur bei denen, die
dir nahestehen?

  1. Das nicht Hören wollen, das Verstecken, ich seh praktisch die Angst bei meinem Gegenüber, sich weiter mit sich auseinanderzusetzen, falls die falsche Antwort kommt

  2. NUR bei Leuten, die mir w i r k l i ch nahestehen (und ich glaub ich weis warum das so ist).

(Achtung - bei der letzten Frage genau beobachten! Wenn du
meinst, das wäre nur bei denen, die dir nahestehen so (wie du
bereits angedeutet hast), könnte das auch daran liegen,
dass du bei denen die naheliegende Kompensation „Dann gebe ich
auf ihn halt auch nichts.“ nicht gerne anwenden willst.
Oder anders ausgedrückt: Wie fühlst du dich bei einem Fremden,
der deine Meinung plötzlich abblockt, wenn du bewusst keine
„Kompensation“ anwendest?)

Käme auf den Fremden an, weil ich nicht jedem was zu sagen habe, oder bereit bin, etwas zu sagen, oder noch einfacher, ich habe gelernt, nicht jeden Menschen so wichtig zu nehmen, daß er meiner Meinung wert wäre…:-o

Welches ist die „verdeckte“ Aussage, die du in den
abblockenden Satz des anderen hineinliest?
Es versteht sich fast von selbst, dass der andere auch
mindestens eine verdeckte Aussage in seinen Satz hineingelegt
hat, nämlich wie folgt:
Offene Aussage: Ich weiß, wie du denkst.

  1. Verdeckte Aussage: Du brauchst deine Meinung nicht mehr zu
    schildern.

siehe nich hören wollen

Kommen bei dir weitere verdeckte Aussagen an?
Und: Welche davon trifft dich und warum?

Und auch: Hatte vielleicht schon die eigentliche Frage deines
Freundes eine versteckte Aussage bzw. kam bei dir eine an?
In den vorangehenden Antworten wurde ja schon eine Vermutung
geäußert (nämlich „Ich brauche Bestärkung in meiner
Meinung.“). Trifft die zu?

…es ist sehr unangenehm, jemandem, den man seit vielen Jahren kennt, schlichtweg „Knüppel zwischen die Beine“ werfen zu müssen, um ihn vor sich selber zu schützen, noch dazu, wenn der Mensch einen fast erzogen hat, zumindest, wenn er Dir - in dem Falle mir - sehr viel beigebracht hat. Aber ich kann nun mal nicht anders, außer ehrlich meine Meinung kund zu tun.

Worauf genau bezieht sich „sowas“ bei „Sowas bringt mich um!“?
Beschränkt sich das Problem nur auf den Fall, dass erst jemand
nach deiner Meinung fragt und sie dann aber nicht zu Ende hört
oder gibt es andere Erlebnisse, die ähnliche Emotionen
auslösen?

Ja, es gibt Erlebnisse, aber die möchte ich hier nicht be/umschreiben…und wenn ich sage, es bringt mich um, ist das fast wörtlich gemeint, es tötet immer etwas in mir…und wenns nur eine Illusion ist…
Gerade gestern nacht hab ich mit einem Freund gesprochen und gesagt, weißt Du, ich hab diese „Gefühlsdusselei“ satt, ich ziehe mich lieber wieder in vertrautes Gebiet zurück. Er hat nur gelacht und gesagt, DU wärst dann nimmer DU…und er hat recht
*lächelt*

Jetzt bin ich wirklich ehrlich gespannt auf Deine Antwort, aber richtig und ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag, ob Du es glaubst oder nicht, es hat mir schon etwas geholfen, nochmal drüber nachzugrübeln…

LG
H.-D.

Hallo Dilarah,

das find ich ja richtig spannend,

Ich habe auch ein *chen gegeben.

ob Deines Alters,

*gg*
seiner JUGEND ?

Kerbi
*öhrchenspitz*
ääähh
*äugleinschärf*

Hallo,

das find ich ja richtig spannend, ob Deines Alters, Dich damit
auseinanderzusetzen. Und das mein ich ernst .

Vielen Dank!
Damit du im Folgenden auch ein wenig genauer weißt, woran du bei mir bist und nicht bist:
Ich habe ein paar Semester Informatik studiert, festgestellt, dass das nichts für mich ist und seitdem beruflich im informatischen Sektor gearbeitet.
In der Zwischenzeit war ich in etwa an dem Punkt, an dem du jetzt bist: Ich habe „registriert“, dass ich teilweise „unlogisch“ fühle und handle - aus irgendwelchen inneren Zwängen heraus, die ich nicht greifen kann. Selbst wenn ich anders wollte - ich konnte nicht anders.
So habe ich angefangen, mich selbst genauer zu erforschen und meine Nase in einige schlaue Bücher zu stecken. Mittlerweile bin ich mit mir selbst schon viele große Schritte weiter, und was dabei herausgekommen ist, sind massig wirklich wertvolle Erfahrungen über die Funktionsweise des menschlichen Geistes und das Wissen darum, wie sich ein und dieselbe Blockade aus Sicht dessen darstellt, der sie hat und aus Sicht dessen, der sie nicht hat.
Ich habe das Gefühl, dass mir das hilft, Lösungsansätze für andere bei ähnlichen Problemen zu sehen.
Eine bekannte Psychologin hat mir mehr oder weniger offen gesagt, dass sie findet, dass ich allgemein Talent für dieses Feld habe, und so habe ich mich vor kurzem entschieden, Psychologie zu studieren. Im Moment ist in der Folge dieser Entscheidung eher eine Verstärkung meines Wissens- und Erfahrungsdursts festzustellen. Jede freie Minute fließt in die Beschäftigung mit Psychologie.

Ich versuche

jetzt mal, die von Dir gestellten Fragen nach bestem
Empfinden zu beantworten:

[snipp]

Ich muss da als Ganzes drübergehen.
Immer noch fallen mir zu viele Varianten ein, wie die Dinge liegen könnten. Aber ich denke, weitere Fragen sind einfach zu viel für dieses Medium (zumal sie wegen feiner Bedeutungsunterschiede den direkten Kontakt bräuchten) und unseren Bekanntheitsgrad.
Deswegen schreibe ich mal ein paar Gedanken auf und überlasse den Rest deiner Entscheidung. :smile:

Es scheint mir, das Problem gliedert sich in zwei Teile, nämlich in mindestens je ein Problem „für“ dich und deinen Freund.
Das wird nicht zuletzt der Grund dafür sein, dass du selbst so schlecht „durchsiehst“. Eigene Probleme erkennt man meist nur richtig gut im Spiegel eines „gesunden“ Gesprächspartners (andere aber dann gerade nicht).

Du schreibst zumindest indirekt, du hast das Gefühl, dein Freund wollte aus inhaltlichen Gründen nicht hören, was du zu sagen hattest.

Variante 1:
Angenommen, du fühlst das richtig (und ich glaube, da bist du dir recht sicher - wahrscheinlich nicht zuletzt, weil du das Thema eurer Unterhaltung kennst):
Dann wäre irgendwo ein „Schwindel“ im Spiel von seiner Seite. Entweder sind ihm Gedanken über deine Meinung nicht neu gewesen - sonst hätte er sie nicht so entschlossen abblocken können (sondern hätte erst darüber nachdenken müssen). Oder er hat richtiggehend Angst vor einer Einsicht oder einer „Nachdenkverpflichtung“, die ihm deine Antwort beschert hätte und hat sie deshalb abgeblockt. Als Angst bezeichne ich hier nur etwas, was den Charakter einer „Besessenheit“ hat, d.h. eine Angst, die in ihrem Ausmaß bzw. ihren Auswirkungen nicht rational begründbar ist. Solche Angst sorgt im Allgemeinen dafür, dass man ein Thema verdrängt statt den angstmachenden Faktor zu überprüfen und bewusst als logisch richtig oder unrichtig einzuordnen. (Zweiteres hätte in einer Diskussion geendet statt im Abblocken.)
Was nun zutrifft, kann ich nicht genau beurteilen, aber das ist ja auch nicht primär Thema unserer Unterhaltung.
Fakt ist (sofern obige Annahme zutrifft): Er musste sich im Vorhinein auf irgendeiner Ebene (ob bewusst oder unbewusst) darüber klar sein, dass er eigentlich nicht deine Meinung hören wollte. Vielmehr wollte er offenbar etwas Bestimmtes hören. Es war aber nicht das, was du sagen wolltest, also wollte er es gar nicht hören.
Er hat dann unter Aufrechterhaltung seiner Verdrängung nicht einfach und direkt geantwortet „Diese Antwort hatte ich mir nicht gewünscht. Sie trifft mich vielmehr. Bitte sei ruhig.“, sondern den von dir geschilderten Satz.
(Warum er sich deine Antwort nicht gewünscht haben könnte, siehe oben.)

Variante 2: Du irrst dich, und der Inhalt deiner Aussage war für ihn nicht der ausschlaggebende Faktor:
Auch hier kommen mehrere Möglichkeiten in Frage - davon angefangen, dass er sich ständig zwanghaft in Zeitdruck fühlt (kann auch nur während Gesprächen sein oder nur während Telefongesprächen mit Frauen in deinem Alter oder nur während des Wochenendes - die Logik muss man auch hier bei oberflächlichen Betrachtungen erstmal beiseite stellen) bis dahin, dass er einfach so aus Effizienzgründen das Gespräch abkürzen wollte und sich überhaupt nicht dessen bewusst war, dass seine (in dem Fall) „höflich formulierte Abfuhr“ immer noch jemanden treffen kann. Möglicherweise war er sich sogar sicher, dass du dir sicher bist, dass er wirklich weiß, was du denkst. „Warum also dann nochmal herbeten lassen?!“ könnte ihm durch den Kopf gegangen sein. „Andernfalls kann sie ja immer noch Zweifel anmelden.“ wäre dann der zweite Gedanke gewesen. Beides ohne jeglichen Hintergedanken.

So, und jetzt zum eigentlichen Faktor: Deinem Problem.
Hier muss ich jetzt auch erstmal in zwei große Bereiche trennen.
Sie entstehen aufgrund einer einfachen Annahme: Du (kennst deinen Freund und) „weißt“ zumindest intuitiv, was von oben Gesagtem zutrifft und auch schon, warum dein Freund überhaupt seine Frage gestellt hat. Ob du die intuitive Wahrnehmung deshalb „greifen“ kannst, ist eine andere Frage.
Hier soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass in deinem Bewusstsein sogar das völlige Gegenteil von dem ankommen kann, was die Intuition wahrnimmt. Das würde dann mit eigenen Verdrängungsfaktoren zusammenhängen. (Das ist übrigens der größte Fallstrick bei dem Versuch, eigene Verdrängungen zu finden - dass sich die Wahrnehmung von der Wirklichkeit durch die Verdrängungen verzerrt, man es aber selbst nicht merkt. So scheint die Wirklichkeit die Ursachen der eigenen Verdrängungen immer zu bestätigen statt sie zu widerlegen.)
Wie dem auch sei: Die Annahme ist: Die Intuition funktioniert.

Variante 1 (nimmt Variante 1 von oben an):
Du weißt intuitiv, dass dein Freund selbst etwas verdrängt, aber statt diesen Fakt wahrzunehmen und eine folgerichtige Handlung einzuleiten, bist du getroffen.
Warum?
Mögliche Antworten gibt es viele. Ich will aber mal davon ausgehen, dass deine Antworten auf die ähnlichen Fragen meines letzten Postings zumindest ungefähr in die richtige Richtung gehen. Ansonsten wird das hier zu umfangreich.
Die Annahme lautet also: Du bist direkt oder indirekt getroffen, weil du von deinem Freund viel gelernt hast, er dir wichtig ist und du das Gefühl hast, dass er nun in Schwierigkeiten schlittert. Du glaubst, einen besseren Weg zu sehen als den, den er beschreiten will und willst ihm diese Einsicht gerne so vermitteln, dass er die von dir befürchteten Fehler nicht begeht.
Als wahrscheinlichste Erklärung fällt mir irgendwas ein in Richtung „Schuldgefühle“, „Helfersyndrom“, „unbewältigte Dankbarkeit“ oder „unverstandene bzw. ignorierte kindliche Affektion“. Letzteres ist, als würde bei dir im Kopf unterschwellig folgendes Gespräch in Schleife laufen: „Guck mal Mami!!“, „Jetzt nicht.“, „Doch, das ist wichtig, Mami!!“, „Ich hab doch gesagt: Jetzt nicht!“, „Och Mami!..“, „Ich hab’s doch schon gesehen.“.
Gespräche dieser Art sind für Kinder schmerzhaft (aber sie finden eben immer genau in den Momenten statt, wo ihnen nichts übrig bleibt, als sie runterzuschlucken), und wenn es bei dir (im Kopf) ablaufen sollte, könnte das genau deine Gefühle auslösen.
Die Sachlage aus der Sicht des Kindes: Ich bin auf Mami angewiesen, ich verdanke ihr so viel, aber ich kann es nicht zurückgeben, weil sie die tollen Dinge, die ich weiß, nicht annimmt. (Wer weiß, wann ich ihr zu viel werde.) Ich bin OHNMÄCHTIG.
(Bitte die letzte Folgerung in jeder Hinsicht auf der Zunge zergehen lassen.)

Wie dem auch sei: Ich kann Erklärungsvarianten hier nur anschneiden. Es wird ja so schon ein riesiger Text. :smile:

Ich denke aber, du wirst mit einigem Nachforschen selbst dahinter kommen, warum es dich so trifft.

Variante 2:
Dein Freund hegt keine inhaltlich verdrängenden Absichten in irgendwelcher Hinsicht, sondern nur irgendwie den Wunsch oder auch Zwang nach „Effizienzsteigerung“.
Dass es dich hier trifft, hätte ähnliche Gründe wie bei Variante 1. Da du aber intuitiv weißt, dass nix Schlimmes im Spiel ist (zumindest nicht gegen dich oder deine eigentliche Aussage - ja, dass sie ja sogar „gehört“ und als Meinung angenommen wird), muss irgendeine schlechte Erfahrung aus der Vergangenheit dafür verantwortlich sein, dass du es bei dieser Wahrnehmung nicht einfach belassen kannst.
Es könnte z.B. tatsächliche Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Erlebnisse wie oben geschildert oder Ähnliches in deiner Kindheit gegeben haben (Wiederholungen wären notwendig, um zu einer solchen Ausprägung zu kommen). Das Ohnmachtsgefühl wird mit jedem ähnlichen Ereignis wieder vorbewusst aktiviert und fühlt sich dann buchstäblich an wie „ein Stich ins Herz“. Eben genau die gleiche kindliche Ohnmacht.

Alles in allem bin ich fast sicher, dass in jedem Fall dein sogenanntes Kindheits-Ich deine Emotionen auslöst.
Das K repräsentiert die Erfahrungen deiner Kindheit, die im Erleben des Kindes steckengeblieben und nie auf die Ebene des Erwachsenen gehoben wurden (oft aus „Vergessenheit“). Es repräsentiert auch den naiven, kreativen, intuitiven, hingebungsvollen, natürlichen Teil deiner Persönlichkeit. Allerdings meist nicht alles gleichzeitig. Es kommt halt immer drauf an, wie man als Erwachsener sein Potential nutzt und wie das Kindheits-Ich selbst zu seinem Potential steht und damit umgeht.


Noch eine Anmerkung zum Schluss:
Du schreibst in deiner Visiten-Karte, du seist „aus tiefstem Herzen Dichterin“.
Ohne, dass ich hier mit dem Rasenmäher drüberfahren will (Gott bewahre!)… ein Gedanke dabei war bei mir:
Könnte es nicht sein, dass dies auch irgendwie einem vorbewussten Wunsch deines Kindheits-Ichs entspringt, etwas zu sagen zu haben,… Dinge so auszudrücken, dass Menschen sie aufsaugen wollen statt sie wegzuschieben wie eine Zeitungsmeldung von gestern,… die Herzen der Menschen direkt anzusprechen und damit die konfliktträchtige Kommunikationsebene (wie eben bei deinem Telefongespäch) zu überwinden? Und vielleicht auch: Dankbarkeit und Anerkennung dafür zu ernten, dass es - DU - etwas gesagt und Herzen berührt hat/hast.

Das ist nur ein Denkanstoß. Denn wenn es so wäre, würde das auf einen Konflikt hindeuten, der nicht nur den Umgang mit deinen Freunden betrifft, sondern deine ganze Persönlichkeit.
Wie auch immer die Dinge stehen: Ich will dich ausdrücklich ermutigen, die kreative Seite deines Kindheits-Ichs zu fördern. Ich versuche nur, ihm das nötige Selbst-Bewusstsein zu geben, dass es allen Ballast loslassen und sich ohne Angst oder „Zwangshandlung“ seiner Kreativität hingeben kann.


Natürlich kann ich mich auch irren bzw. den wesentlichen Faktor völlig übersehen haben, und so sehr ich versucht habe, das zu vermeiden, ist die Wahrscheinlichkeit angesichts der mir zur Verfügung stehenden Daten noch recht hoch.
Wenn’s so wäre - bitte sieh es mir nach, glaube an meine ehrlichen Absichten, und nicht zuletzt: Gib mir die Chance, meinen Fehler zu entdecken und daraus für die Zukunft zu lernen.
Vertraue mir nicht blind, sondern vor allem dir. Wenn sich etwas von Obigem „falsch“ anfühlt, sei skeptisch gegenüber oberflächlichen Urteilen, aber versuche auch nicht, deine Gefühle zu betrügen. Wenn man sich ehrlichen Herzens erkennen möchte, hat man oft ein bemerkenswert gutes Gespür für den richtigen Weg - trotz aller Verdrängungen. :smile:

In der Hoffnung, dir ein wenig weitergeholfen zu haben,
Herzliche Grüße,
Torsten

PS: An dem Satz „Es wird dir nicht gefallen, was ich jetzt sage“ ist prinzipiell nichts Verkehrtes. Es kommt nur darauf an, ob man ihn als Erwachsener oder als Kind sagt. Wenn als Kind (bzw. aus dem Kindheits-Ich), ist es empfehlenswert, dessen Motivation dabei unter die Lupe zu nehmen, denn dann ist es wahrscheinlich, dass sich unter dem Satz ein (unbewältigtes) Problem verbirgt.
(Wenn als Erwachsener, kann das natürlich auch nix schaden. :smile:

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Also mal ganz abgesehen von meiner Verwirrung, diese, also meine Antwort auf Dein Posting wird wohl eine ganze Weile dauern, weil ich erstmal „aufnehmen“, bzw. annehmen muß…ich bin verblüfft und beeindruckt, aber es ist etwas für mich schlimmmes passiert, ich mußte gerade weinen u. das ist mir lange nicht - einfach so - passiert.

Und das irre daran ist, dafür dank ich Dir sogar, und ich bin nicht verrückt…:smile:
Lies mal in Storys den Brief meiner Oma, sie stand mir sehr nahe, war die Mutter meines Vaters und der Brief war von mir lange lange Zeit verloren geglaubt, habe ihn heute im Kleider-
scjrank meiner Tochter gefunden…sind das Zufälle, Wiederholungen.

Ich danke Dir und werde ausführl. antworten, sobald ich alles gut erfasst hab.

Ganz herzl. Grüße
d.