ich gehe mal davon aus, dass sich viele grobe Fehler in einem Bewerbungsgespräch mit gesunden Menschenverstand vermeiden lassen, z.B. unangemessene Kleidung oder beleidigendes Verhalten.
Aber ein Personaler wird bei der Bewertung des Bewerbers andere Maßstäbe anlegen, als der Normalbürger.
Meine Frage an euch, in welche Fallen kann ein ein Bewerber auch ohne besondere Dummheit hereintappen?
Gruß
Carlos
(auf die eine oder andere interessante Anekdote hoffend)
Aber ein Personaler wird bei der Bewertung des Bewerbers
andere Maßstäbe anlegen, als der Normalbürger.
Auch Personaler sind nur Menschen und reagieren menschlich.
Meine Frage an euch, in welche Fallen kann ein ein Bewerber
auch ohne besondere Dummheit hereintappen?
Geruch (Knoblauchdunst, Alkoholfahne, zu aufdringliches Parfüm …)
zu lautes oder zu leises Reden
Unaufmerksamkeit, mangelnde Vorbereitung
zu spät zum Termin kommen
versuchen witzig oder cool zu sein, wo es nicht angebracht ist
Auch ein Bewerber wird nicht immer „optimal“ behandelt. Ich musste mich ne Zeit lang (ob meines Berufs) bei niedergelassenen Ärzten bewerben und es hat mich gestört, wenn man dann (mit zeitgenauem Termin!) ins Wartezimmer verfrachtet wurde … und dort zum Teil ziemlich lange auf sein Gespräch warten musste.
Anekdoten hab ich diesbezüglich keine zu bieten, aber ich bin gespannt, was die Personaler so alles an Bewerbern stört (und vielleicht auch, was sie postitiv finden, wenn wir schon mal dabei sind
Meine Frage an euch, in welche Fallen kann ein ein Bewerber
auch ohne besondere Dummheit hereintappen?
die Internetseite http://www.wiwi-treff.de bietet zu dem Thema einen extra Artikel: Links im Menü -> Di: Job & Karriere -> Vorstellungsgespräch -> Die 10 häufigsten Fehler :
Dabei werden im Überblick genannt:
unzureichende Vorbereitung
Unpünktlichkeit
unklare Vorstellung vom Job
mangelhafte Selbstdarstellung
Lebenslauf und Aussagen stimmen nicht überein
Desinteresse signalisieren
mangelnde Identifikation mit der eigenen „Geschichte“
Zurückhaltung praktizieren
unrealistische Gehaltsvorstellungen
In der Serie gibt es noch eine Reihe anderer guter Artikel rund um das Thema Vorstellungsgespräch, aber auch allgemein rund um Bewerbung, Karriere & CO. Viel Spass beim Nachlesen!
Was will ein Personaler (oder wer auch immer auf AG-Seite sitzt) aus dem Bewerbungsgespräch an Informationen ziehen?
In der Regel ist das Fachliche weitgehend vorher klar, sonst würde das Bewerbungsgespräch nicht statfinden (außer bei Jobs mit geringer Qualifikation - aber da ist es eh fast egal).
Normalerweise sind beim Vorstellungsgespräch nicht nur Personaler und Bewerber anwesend, sondern auch der fachliche Vorgesetzte. Wenn der dann fachlich auf den Zahn gefühlt hat (Papier ist geduldig, und gute Zeugnisse sagen nicht immer etwas über den tatsächlichen Kenntnisstand des Bewerbers aus!), sollte es eigentlich nur noch um die Chemie gehen.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Wenn man nicht die offensichtlichen Böcke schießt (wuden schon genannt), dann kann man nicht viel falsch oder richtig machen. Entweder, es passt, oder halt nicht.
Ich verbrachte mal ein Bewerbungsgespräch (als Bewerber) mehr kniend als stehend, weil die Personalreferenting mit der Kaffeekanne gestolpert ist und selbige über Tisch und Boden entleerte. Da haben wir halt zu zweit geputzt
Der Einstellende hat bestimmte Vorstellungen, welche Eigenschaften der Kandidat haben muss, unhd welche er nicht haben darf. Diese Erkenntnis/Gewißheit versucht der Personaler (bzw. der spätere Vorgesetzte) durch Fragen zu erhalten.
Mir fallen 3 Klassiker ein, die man falsch machen könnte:
Seinen eigenen Lebenslauf nicht erklären können
Nicht (genau) wissen, was der potentielle neue AG eigentlich macht (ich meine: dass die Dt. Bahn nicht nur Personen befördert, sondern auch ein bedeutender Logistik-Dienstleister ist, sollte man wissen, wenn man dort anfangen will)
Als Bewerber KEINE EINZIGE Frage zu stellen oder nur Fragen wie „wie viel Urlaub“, „gibt es einen Dienstwagen“, „in welchem Turnus wird man befördert“.
Anekdoten hab ich diesbezüglich keine zu bieten, aber ich bin
gespannt, was die Personaler so alles an Bewerbern stört
Hallo,
hier so einiges selbst erlebtes:
-Bewerber ist gekleidet wie einer von den Leningrad Cowboys (Stelle im Außendienst). Echt wahr!
-Bewerber kommt zu spät, weil er die Firma nicht gefunden hat, was schon peinlich genug ist. Der Berwerber steigert das aber mit der Aussage, dass er sich am Wochenende davor bereits die Firma ansehen wollte und diese da auch schon nicht gefunden hat
-Bewerber sagt nach einer halben Stunde dass er nur wenig Zeit mitgebracht hätte und wegen weiterer Termine nun los müsse
-Bewerber weigert sich Fragebogen auszufüllen, da die dort gefragten Dinge keinen etwas angingen (Beruf des Ehepartners)
-Auf die Frage, was denn der Bewerber über das Unternehmen weiß, antwortet dieser „schlechte Produktqualität“ (Mitarbeiter Service)
-Auf die Frage nach Schwächen kommt die Antwort „Faulheit“ (Vertriebsleiter)
Ansonsten die Klassiker:
-Frage nach Gewerkschaft/Betriebsrat
-Frage nach Überstundenvergütung
-Frage nach Bildungsurlaub
-Absolut nichts über das Unternehmen wissen
-Viel zu früh erscheinen
-Ständiges Unterbrechen des Gesprächspartners
-Anrede mir „Du“, „Ihr“, „Euch“
-Negative Äußerungen über vorherige Arbeitgeber
-Angebot Kundenlisten o.ä. des vorherigen Arbeitgebers mitzubringen
(auf die eine oder andere interessante Anekdote hoffend)
Da kommt mir das Vorstellungsgespräch eines Aussendienstmitarbeiters in
den Sinn: Der sass korrekt (Anzug und Krawatte) gekleidet auf dem Sofa
und hat von seinen Erfolgen erzählt.
Während dem Gespräch legte er dann beide Arme ausgestreckt auf die
Rücklehne des Sofas. Das Jackett blieb zugeknöpft.
Das hat sowas von prollig ausgesehen, dass seine Erfolgsgeschichten
völlig verblasst sind.
-Bewerber weigert sich Fragebogen auszufüllen, da die dort
gefragten Dinge keinen etwas angingen (Beruf des Ehepartners)
womit er nicht ganz Unrecht hat, oder?
Na ja. Die Frage, was der Ehepartner beruflich macht, finde ich durchaus legitim. In den meisten Fällen findet sich diese Info sogar im Lebenslauf. Beantworten muss das natürlich niemand. Genauso wenig wie die Firma ein Gespräch mit Bewerber führen oder diesen einstellen muss. Das war auch die Antwort, die der Bewerber aufgrund seiner Weigerung den Bogen auszufüllen bekommen hat.
die meisten Klöpse gibt es wahrscheinlich in den schriftlichen
Bewerbungen (handgeschrieben auf kariertem Papier, Gedichte als
Arbeitsproben …). Die nettesten Sachen bei Vorstellungsgesprächen:
Bewerberin (31) bringt Mutter mit
Bewerber kann einen Parkplatz von einer Ausfahrt nicht
unterscheiden - das Bewerbungsgespräch wird von der Polizei
unterbrochen
Bewerberin bringt Hund mit, der fängt mit dem Agenturhund eine
Rauferei an
Bewerber kommt eine Stunde zu spät und lässt sich auch durch
mehrmaliges Unterbrechen nicht abhalten, ausführlich über die
Schwächen des öffentlichen Nahverkehrs zu referieren
Bewerberin zündet sich Zigarette an. Frage: „Sehen Sie hier einen
Aschenbecher?“ „Nein, … aber lassen Sie mal, ich nehm die
Kaffeetasse.“
Na ja. Die Frage, was der Ehepartner beruflich macht, finde
ich durchaus legitim.
Wozu?
Ich will gar nichts dazu sagen, dass die Frage in einem Bewerbungsgespräch gestellt wird - da gehört das sogar irgendwie zur „Plauderei“. (auch wenn es nicht legitim ist)
Aber in einem Personalbogen hat das nichts zu suchen!
gehört das sogar zur „Plauderei“. Aber in einem Personalbogen hat das
nichts zu suchen!
… und gebe Dir uneingeschränkt recht! Sehr ungewöhnlich, dies in die Personalakte mit aufnehmen zu wollen (zumindest habe ich selbst das noch nie erlebt).
… und gebe Dir uneingeschränkt recht! Sehr ungewöhnlich,
dies in die Personalakte mit aufnehmen zu wollen (zumindest
habe ich selbst das noch nie erlebt).
Ich bekam mal den Bogen eines großen amerikanischen „Gastronomiekonzerns“ in die Hand - die wollten noch GAAAANZ andere Dinge wissen.
War so heftig, dass eine ganze Klasse von Personalern samt Arbeitsrechts- und Personalführungsdozenten sprachlos bis hysterisch lachend reagierte…
War so heftig, dass eine ganze Klasse von Personalern samt
Arbeitsrechts- und Personalführungsdozenten sprachlos bis
hysterisch lachend reagierte…
Ich bin ja nicht neugierig … *hüstel* … aber mich würd schon mal interessieren, was die wissen wollten. (Komm schon paar Sachen daraus haste sicher noch im Gedächtnis … wir wollen auch mal staunen/lachen)
Angefangen bei der (erwarteten) Frage der Gewerkschaftsmitgliedschaft über die Frage nach der Religionszugehörigkeit (mit Extra: Ich erkläre, nicht der Scientology Chruch anzugehören) oder der Frage, ob man jeweils aktives Betriebsratsmitglied war, endete es in so Dingen wie geplante Schwangerschaft, Familienverhältnisse (nicht der Stand, sondern, ob es da „Probleme“ gab - ich gehe jetzt auf die genannte Probleme nicht näher ein), vererbliche Krankheiten in der Famile usw.
Da gibt es so einiges zu erzählen! Obwohl meist die schriftlichen Unterlagen viel mehr Anlaß zu Heiterkeit oder Sprachlosigkeit bieten, als die Vorstellungsgespräche…
Bisher bei Bewerbern erlebt:
Bewerber (techn. Kundendienst) fand weder beim ersten noch beim zweiten Vorstellungsgespräch unsere Firma und rief mehrfach von unterwegs an, um uns mitzuteilen, in welcher Straße er sich denn nun befände und wartete auf eine genaue Wegbeschreibung von uns
Bewerber brachte sein kleines Kind mit zum Vorstellungsgespräch, welches wähernd des Gesprächs unser Büro verwüstete
Bewerber antwortete auf die Frage, ob er sich denn im Vorfeld über unsere Firma ein wenig informiert hätte mit: Nö, hat mich nicht interessiert.
Bewerber spricht den etwaigen Arbeitgeber unaufgefordert mit „Du“ an
Bewerber kommt mit „verkleidet“ als Fußballfan von Schalke (mit Trikot, Schal und allem, was sonst noch so dazugehört)
Bewerberin beschwert sich lauthals, dass die Personaldisponentin Schuld sei, das sich die Bewerberin verfahren hätte, weil die Wegbeschreibung nicht ausführlich genug gewesen sei
Bewerberin erzählt auf die Frage, warum sie sich für diesen Job bewerbe, dass sie Geld brauche, weil ihr Mann Alkoholiker sei, sie regelmäßig schlagen würde, sie aber auch schon fremdgegangen sei, sie Schulden am Hals hätte wegen einer krummen Sache, die ihr Mann gedreht hätte und sie nun mit dem Vater ihres Mannes heimlich zusammen wäre und dringend Geld brauchen würde für die neue Wohnung
Bewerberin fragt mich allen Ernstes in einem Bewerbungsgespräch, was ich denn hier in der Firma so vedienen würde
Bewerber (Produktionsmitarbeiter) kommt 3 Stunden (!) zu spät zum Bewerbungsgespräch und erklärt allen Ernstes als Entschuldigung, er hätte heute mal ausschlafen müssen
Bewerberin fragte uns nach Ende des Gesprächs, ob wir sie mal schnell zum Bahnhof fahren könnten
usw.
Mir fallen bestimmt noch ein paar andere Sachen wieder ein
Bewerber (Produktionsmitarbeiter) kommt 3 Stunden (!) zu
spät zum Bewerbungsgespräch und erklärt allen Ernstes als
Entschuldigung, er hätte heute mal ausschlafen müssen
Hallo,
das erinnert mich an einen Mitarbeiter, der an seinem ersten Arbeitstag völlig verkatert und geschlagene 5 Stunden (!!) zu spät kam. Begründung: Er hätte am Vorabend mit seinen Kumpels den neuen Job gefeiert und sich dabei so richtig einen auf die Lampe gegossen.
Ich persönlich hätte den sofort wieder nach Hause geschickt. Der Verantwortliche ließ sich damit noch ein wenig Zeit. Die Karriere des MA war aber nicht von langer Dauer.
Eure Erfahrungsberichte erzählen von schönen Beispielen an Dummheit oder Unverfrorenheit.
Ich muss zugeben auch mal eine geschlagene Stunde zu spät zu einem Bewerbungsgespräch gekommen zu sein. Der Arbeitgeber lag abseits im ländlichen Gebiet und ich wusste nicht, dass dort im Feierabendverkehr extreme Staus üblich sind.
Seit dem weiß ich, dass es sinnvoll ist, vor einem Bewerbungsgespräch zu zu der entsprechenden Zeit vorbeizufahren, wenn es machbar ist.
Ein besonderer Grund warum ich diese Frage stellte, war unter anderem ein Fernsehbeitrag, den ich gesehen hatte und eine Personalvermittlerin Bewerber sinngemäß folgende Frage stellte:
„Ihr Chef hat Ihnen Anweisungen gegeben, die Ihrer Meinung nach verkehrt sind, aber er beharrt auf seiner Meinung. Was machen Sie nun?“.
Die Bewerberin sagte, dass sie halt die Anweisungen des Chefs ausführt. Eine Antwort, wie sie wohl 95% der geistig gesunden Bevölkerung gegeben hätte. Die Personalvermittlerin erklärte danach, dass es der Bewerberin an Konfliktfähigkeit mangelt. Häähhh?
Auch die Diskussion mit der Sinnhaftigkeit von Karriere als unabdingbare Motivation neulich führte mich auf die Idee, dass es bei Personalern Werte und Vorstellungen gibt, die sich etwas von der Normalbevölkerung unterscheiden.
Deswegen auch die Frage nach Fehlern, die sich eben nicht mit gesundem Menschenverstand vermeiden lassen.