Am 8.1.2007 kaufte mein Mann ein gebrauchtes 3 Jahre altes Auto bei einem Autohaus.
Nun stellte eine Werkstatt fest, das am Katalysator geschweißt wurde.
Ist das etwas, was das Autohaus hätte nicht verschweigen dürfen? Wenn es nicht mehr geschweißt werden kann, muss ein neuer Kat eingebaut werden, das sind nicht unerhebliche Kosten.
Frage: Verschwiegener Mangel?
Wie sieht es mit Gewährleistung aus, davon steht nix im Kaufvertrag?
Sollte das Auto zu einem Gutachter?
Danke schon mal für Antworten
Am 8.1.2007 kaufte mein Mann ein gebrauchtes 3 Jahre altes
Auto bei einem Autohaus.
Nun stellte eine Werkstatt fest, das am Katalysator geschweißt
wurde.
An der Abgasanlage zu schweißen war lange Zeit üblich.
In deinem Fall, stellt sich die einfach zu prüfende Frage, ob die Abgasewerte den geltenden Vorschriften entsprechen. Wenn die Werte stimmen, wo ist das Problem?
Ist das etwas, was das Autohaus hätte nicht verschweigen
dürfen? Wenn es nicht mehr geschweißt werden kann, muss ein
neuer Kat eingebaut werden, das sind nicht unerhebliche
Kosten.
Frage: Verschwiegener Mangel?
Wie sieht es mit Gewährleistung aus, davon steht nix im
Kaufvertrag?
Sollte das Auto zu einem Gutachter?
Der Gutachter kostet zunächst mal dein Geld, das du vorab bezahlen mußt und nicht sicher bist es wieder zu bekommen.
Danke schon mal für Antworten
An der Abgasanlage zu schweißen war lange Zeit üblich.
In deinem Fall, stellt sich die einfach zu prüfende Frage, ob
die Abgasewerte den geltenden Vorschriften entsprechen. Wenn
die Werte stimmen, wo ist das Problem?
Danke,
das war mir nicht bekannt…
Hallo Marlies,
es kommt darauf an, wo geschweißt wurde.
Am Ein- oder Auslasstrichter dürfte halb so wild sein. Schweißen am Gehäuse selbst ist nicht so toll. Der hohe Wärmeeintrag kann den Monolithen (das innere des Kats) schädigen oder zumindest stellenweise frühzeitig altern lassen.
Das würde ich nochmal abklären.
Schönen Abend noch,
Susanne
Moin,
…Der hohe
Wärmeeintrag kann den Monolithen (das innere des Kats)
schädigen oder zumindest stellenweise frühzeitig altern
lassen.
Eingebaut wird der Katalysator möglichst motornah,
da er erst ab einer bestimmten Temperatur (ca. 450°C) arbeitet.
Abgastemperatur liegt bei bis zu 900°C!
Und Keramik (Kat-Grundwerkstoff) verträgt mehr Hitze als Edelstahl.
http://www.kfz-tech.de/Katalysator.htm
as würde ich nochmal abklären.
mfg
W.
Selber moin,
Eingebaut wird der Katalysator möglichst motornah,
da er erst ab einer bestimmten Temperatur (ca. 450°C)
arbeitet.
Wenn es ins Konzept passt, ja. Motornahe Kats altern allerdings schneller, deshalb habe ich bisher verstärkt mit Unterbodenkats zu tun gehabt.
Abgastemperatur liegt bei bis zu 900°C!
Dann sind wir schon fast im Bauteilschutz, aber egal.
Und Keramik (Kat-Grundwerkstoff) verträgt mehr Hitze als
Edelstahl.
Es geht hier auch nicht um den Träger, sondern um die Beschichtung des Monolithen. Der Washcoat (sozusagen Grundierung mit feinsten Poren und Kanälen) altert ab Temperaturen von 900-1000°C sehr schnell ud verliert somit Wirkung.
Das würde ich nochmal abklären.
Gruß,
Susanne
Moin,
…
Es geht hier auch nicht um den Träger, sondern um die
Beschichtung des Monolithen. Der Washcoat (sozusagen
Grundierung mit feinsten Poren und Kanälen) altert ab
Temperaturen von 900-1000°C sehr schnell ud verliert somit
Wirkung.
Nicht gelesen, mit was die Keramik beschichtet wird?
Platin Schmelzpunkt 2045 K (1772 °C)
Palladium Schmelzpunkt 1828,05 K (1554,90 °C)
Rhodium Schmelzpunkt 2237 K (1964 °C)
Wash-Coat-Schicht - Aluminiumoxid Schmelzpunkt 2050 °C
Lese auch mal hier: http://biade.itrust.de/biade/lpext.dll/Infobase/uber…
Charakterisierung :
Nicht brennbarer Feststoff.
Praktisch unlöslich in Wasser.
Die sollten das also auch vertragen.
Zitat:
Die Wash-Coat-Schicht ist bei Metall-Katalysatoren auf feinste Blechwaben aufgebracht. Bevor er vorsichtig in das Blechgehäuse einer Abgasanlage gepresst wird, erhält er noch eine umhüllende Schicht, die ihn auch bei extremen Temperaturen von über 1000°C noch fest in dem Gehäuse hält.
Das würde ich nochmal abklären.
Zur Auslösung der chemischen Reaktionen benötigt der Kat aber auch eine Mindesttemperatur, die sogenannte Anspringtemperatur. Um eine 50% Konvertierungsrate zu erreichen, muss die Temperatur des Kats bereits 250 bis 280°C erreicht haben. Diese Temperatur erreicht der Kat ca. 30 - 90 s nach dem Kaltstart. Deshalb wird der Katalysator möglichst nahe am Ansaugrohr verbaut. Gealterte Kats springen erst bei höheren Temperaturen an.
Der beste Arbeitsbereich liegt in etwa zwischen 400 und 800°C.
Beim „Schweißen“ kann es, in dem betroffenen Bereich, zur Verkleinerung der Oberflächen durch Sintervorgänge bei Temperaturen oberhalb von 800°C bis zum Abschmelzen kommen.
Chemische Vergiftung
Chemische Reaktionen mit Fremdstoffen (Kraftstoff, Öladditive), die katalytische Schicht wird zerstört
und
Mechanische Vergiftung
Abdeckung der aktiven Schicht durch z.B. Blei und Schwefel aus Kraftstoff und Öl
[Quelle: www.kfztech.de ]
Diese Zerstörung betrifft immer die gesamte Oberflache des Kat und dürfte wesendlich häufiger vorkommen.
Solange die Abgaswerte eingehalten werden, braucht man den Kat also auch nicht austauschen.
Gruß,
Susanne
mfg
W.
Moin, moin
Moin,
Nicht gelesen, mit was die Keramik beschichtet wird?
Muss ich nicht.
Platin Schmelzpunkt 2045 K (1772 °C)
Palladium Schmelzpunkt 1828,05 K (1554,90 °C)
Rhodium Schmelzpunkt 2237 K (1964 °C)Wash-Coat-Schicht - Aluminiumoxid Schmelzpunkt 2050 °C
Sehr schön, ich denke beim Altern allerdings nicht ans Schmelzen.
Die sollten das also auch vertragen.
Zitat:
Die Wash-Coat-Schicht ist bei Metall-Katalysatoren auf
feinste Blechwaben aufgebracht. Bevor er vorsichtig in das
Blechgehäuse einer Abgasanlage gepresst wird, erhält er noch
eine umhüllende Schicht, die ihn auch bei extremen
Temperaturen von über 1000°C noch fest in dem Gehäuse
hält.
Was hat das damit zu tun?
(Ich weiß nicht, ob ich je unter 2000°C geschweißt habe.)
Das würde ich nochmal abklären.
Zur Auslösung der chemischen Reaktionen benötigt der Kat aber
auch eine Mindesttemperatur, die sogenannte
Anspringtemperatur. Um eine 50% Konvertierungsrate zu
erreichen, muss die Temperatur des Kats bereits 250 bis 280°C
erreicht haben. Diese Temperatur erreicht der Kat ca. 30 - 90
s nach dem Kaltstart. Deshalb wird der Katalysator möglichst
nahe am Ansaugrohr verbaut.
… oder es werden geeignete Katheizmaßnahmen eingeleitet. Wahrscheinlich bin ich bisher echt auf Attrappen hereingefallen. Oder habe Schalldämpfer vermessen. Irgend so etwas muss es sein 
Der beste Arbeitsbereich liegt in etwa zwischen 400 und 800°C.
Beim „Schweißen“ kann es, in dem betroffenen Bereich,
zur Verkleinerung der Oberflächen durch Sintervorgänge bei
Temperaturen oberhalb von 800°C bis zum Abschmelzen kommen.Chemische Vergiftung
Chemische Reaktionen mit Fremdstoffen (Kraftstoff,
Öladditive), die katalytische Schicht wird zerstört
und
Mechanische Vergiftung
Abdeckung der aktiven Schicht durch z.B. Blei und Schwefel aus
Kraftstoff und Öl
[Quelle: www.kfztech.de ]
Fein recherchiert, muss ich schon sagen.
Diese Zerstörung betrifft immer die gesamte Oberflache des Kat
und dürfte wesendlich häufiger vorkommen.
?
Solange die Abgaswerte eingehalten werden, braucht man den Kat
also auch nicht austauschen.
Ich würde es anders ausdrücken: Solange die Lampe nicht angeht, tut es nicht Not. Ärgerlich ist nur, wenn das bereits nach 50000km geschieht und die Gebrauchtwagengarantie abgelaufen ist. Noch ärgerlicher ist es, wenn der Kat noch ausreichend konvertiert und die Diagnose aufgrund einer partiellen Alterung zuschlägt.
Ich habe der Posterin nur geraten, es noch einmal abzuklären. Und das auch nur, weil das Fahrzeug gerade angeschafft war und man noch etwas reklamieren könnte.
Nichts für ungut, aber einen Werkstoffkunde-Grundkurs hatte ich nicht erwartet.
Schönen Tag noch,
Susanne
Hallo Marlies,
es kommt darauf an, wo geschweißt wurde.
Am Ein- oder Auslasstrichter dürfte halb so wild sein.
Schweißen am Gehäuse selbst ist nicht so toll. Der hohe
Wärmeeintrag kann den Monolithen (das innere des Kats)
schädigen oder zumindest stellenweise frühzeitig altern
lassen.
Das würde ich nochmal abklären.
Danke nochmals für eure Antworten, diese waren sehr hilfreich. Die Werkstatt wird uns sicher auch noch raten, was letztendlich zu tun ist.
Allen ein schönes Wochenende
und herlichen Gruß
Marlies