Weißt du, Oranier,
wo du Recht hast, hast du Recht. Aber ebenso ist das Rechthaben bisweilen doch eine recht lästige Sache, besonders für andere.
Ich weiß das; aus eigener Erfahrung.
Zeichensetzung und Ortografie beruhen auf Konventionen. Man kann sich an Konventionen halten; man kann es aber auch lassen.
Ich besitze keinen Anzug und ich trage nie feste Schuhe, sondern nur Sandalen. Also kann ich nicht in konventionellem Aufzug in die Oper oder zu einem Bankett gehen oder zu sonst einem Anlass, wo sowas heute noch verlangt wird.
Als Knabe habe ich gelernt, dass man bei einem Gottesdienst, oder wenn man ein Gotteshaus - ich verwende jetzt mal diese wirre Terminologie - betritt, die Kopfbedeckung abnimmt. Den jungen Leuten auf der Marienwiese gestern war das offensichtlich Wurst.
Und dann noch das:
**Kommas werden dort gesetzt, wo man beim Sprechen eine Pause setzen würde.
Sie helfen beim Schreiben, den Satz klar zu strukturieren und beim Lesen, den Satz besser zu verstehen. Zweideutige Konstruktionen können durch Kommas eindeutig gemacht werden.
Beispiel: Immer funktionierte unser Auto nicht, ohne Bedenken habe ich es verkauft. Immer funktionierte unser Auto, nicht ohne Bedenken habe ich es verkauft.
Die neue Rechtschreibung hat die teilweise widersprüchlichen Kommaregeln von früher beseitigt und nur mehr relativ wenige verpflichtende Kommas übrig gelassen. Viele Regeln der alten Rechtschreibung dürfen aber nach wie vor verwendet werden. Gerade bei komplexen Satzstrukturen ist auch eine Anwendung nach manch alter Regel sinnvoll.**
=> http://www.lernpfad.at/html/kommaregeln.html
Unten gibt es einige Test. Erzählst du nachher, welche Ergebnisse du erreicht hast?
Hör auch mal, unserem Innenminister, zu. Der redet auch, viele Pausen also Kommas, an, falscher Stelle.
Wieso „an falscher Stelle“?
Das ist nach deinen Grundsätzen gesprochen!
Der befleißigt sich der allgemeinen Verfertigung der Gedanken beim Sprechen und bedient sich der Rupprichtschen Freiheit
Ebendebendebend! Das wollte ich dir doch klarmachen!
Alles übrige schenk ich dir.
Gruß Fritz
Ach übrigens, nun bin ich schon wieder gefragt worden, was du für einer seist. Man vermutet in dir eine Reinkarnation eines früheren WWW-Nutzers.