Nun habe auch ich einmal eine Kommafrage – fehlen in diesem
Satz nicht zwei Kommata?
«Das, was hinter uns liegt und das was vor uns liegt, ist
nichts, verglichen mit dem was in uns liegt.»
„… und das, was vor uns liegt, … mit dem, was in uns
liegt.“
Das, was hinter uns liegt, und das, was vor uns liegt, ist nichts verglichen mit dem, was in uns liegt.
(Das Komma vor verglichen kann man weglassen)
CF FJ
«Das, was hinter uns liegt(,) und das, was
vor uns liegt, ist nichts, verglichen mit dem, was in
uns liegt.»
Angesichts ihrer großen Anzahl besteht die Gefahr, dass die Kommas den Satz nicht strukturieren, sondern unklarer machen.
Meint Ihr, der minimalistische Ansatz wäre auch richtig ?:
Das, was hinter uns liegt und das, was vor uns liegt ist nichts verglichen mit dem, was in uns liegt.
Nun habe auch ich einmal eine Kommafrage – fehlen in diesem
Satz nicht zwei Kommata?
«Das, was hinter uns liegt und das was vor uns liegt, ist
nichts, verglichen mit dem was in uns liegt.»
Lieber Rolf,
du hast vollkommen recht.
Soweit ich sehe, hast du im wesentlichen inkorrekte bzw. ungenaue Antworten erhalten, und worauf Fritz z.B. gerne verzichtet oder nicht, ist eigentlich kein zureichendes Kriterium.
Die richtige Kommasetzung geht:
Das, was hinter uns liegt, und das, was vor uns liegt, verglichen mit dem, was in uns liegt.
s. auch mein Kommentar zu Fritz!
Grüße
Oranier
Hallo Fritz,
hier irrst du m.E.
Du gehst vermutlich bei dem „fakultativen“ Komma von den Regeln: Komma vor „und“ aus.
Tatsächlich wird hier ein eingeschobener Nebensatz obligatorisch durch Komma davor und danach abgetrennt, das „und“ verbindet hier nicht unmittelbar Gleichartiges, sondern führt den Hauptsatz weiter, der mit „Das“ beginnt.
Grüße
Oranier
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Sagen wir mal so: ich bin anderer Meinung als du, Oranier!
Du gehst vermutlich bei dem „fakultativen“ Komma von den Regeln: Komma vor „und“ aus.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über JEDES KOMMA VOR EINEM UND streiten kann.
Tatsächlich wird hier ein eingeschobener Nebensatz obligatorisch durch Komma davor und danach abgetrennt, das „und“ verbindet hier nicht unmittelbar Gleichartiges,
Das, was vor uns liegt und das was hinter uns liegt, ist zwar wohl durchaus verschieden, aber es doch insofern gleichartig, als es Ereignisse sind, die das Schicksal über uns verhängt hat, um einmal diese schwammige Terminologie zu wählen.
Aber um weitere Verwirrung zu vermeiden, akzeptiere ich den Komma als obligatorisches!
und worauf Fritz z.B. gerne verzichtet oder nicht, ist eigentlich kein zureichendes Kriterium.
Es wäre mir unlieb, wenn diese Formulierung falsch verstanden würde.
Sie drückt meine Konzilianz in diesen Dingen aus! Kommasetzung sollte, so wie Jean Paul es fordert und praktiziert, ins Belieben des Schreibers gestellt sein!
Diese Konzilianz teile ich z. B. mit einigen Weimarer Herren.
So sagte z. B. der Geheime Rat (ich zitiere ungenau:smile:
„Mit der Kommasetzung ist es wie mit der Religion. Mein Freund der (ich bin nicht sicher: Generalsuperindentant und Oberhofprediger Herder oder der Weimarische Prinzenerzieher Wieland) meinen dazu: Da ist es so wie mit den Nasen! Jeder hat seine eigene!“
Für das fragliche Komma gibt es aber gute Gründe! Und zwar bessere als für das vor dem „und“.
und worauf Fritz z.B. gerne verzichtet oder nicht, ist eigentlich kein zureichendes Kriterium.
Es wäre mir unlieb, wenn diese Formulierung falsch verstanden
würde.
Sie drückt meine Konzilianz in diesen Dingen aus! Kommasetzung
sollte, so wie Jean Paul es fordert und praktiziert, ins
Belieben des Schreibers gestellt sein!
Da herrscht zwischen uns kein Dissens.
Diese Konzilianz teile ich z. B. mit einigen Weimarer Herren.
Worunter man ja gnädig, wenn auch nur für kürzere Zeit, auch Jean Paul zählen könnte.
So sagte z. B. der Geheime Rat (ich zitiere ungenau:smile:
„Mit der Kommasetzung ist es wie mit der Religion. Mein Freund
der (ich bin nicht sicher: Generalsuperindentant und
Oberhofprediger Herder oder der Weimarische Prinzenerzieher
Wieland) meinen dazu: Da ist es so wie mit den Nasen! Jeder
hat seine eigene!“
Für das fragliche Komma gibt es aber gute Gründe! Und zwar
bessere als für das vor dem „und“.
verstehe ich leider nicht. Worauf beziehst du dich hier?
Du bist ja ein ganz Geschickter!
Wir wissen beide nur zu gut, dass die Normierungstendenz erst im 19.Jhd. kulminierte und dass der Umgang mit Rechtschreibung im 18. Jhd. allgemein viel freier war, nicht nur bei den Kommas.
War die Ausgangsfrage die nach Freiheit oder Sinn oder die nach der Norm?
Schaust du vielleicht mal in eins deiner vielen Handbücher, um die Frage verbindlich zu klären, oder bist du mal nicht durch das Bewusstsein beflügelt, Recht zu haben?
Diese Konzilianz teile ich z. B. mit einigen Weimarer Herren.
Worunter man ja gnädig, wenn auch nur für kürzere Zeit, auch
Jean Paul zählen könnte.
Mich dünkt dessen gedachte ich schon!
verstehe ich leider nicht. Worauf beziehst du dich hier?
Du willst ein Komma vor dem „und“ und hast Gründ dafür genannt. Ich verzichte darauf und habe - meiner unmaßgeblichen Meinung nach - bessere Gründe dafür.
Du bist ja ein ganz Geschickter!
Danke für das Kompliment: Aber dessen bin ich mir wohl bewusst!
Wir wissen beide nur zu gut, dass die Normierungstendenz erst
im 19.Jhd. kulminierte und dass der Umgang mit Rechtschreibung
im 18. Jhd. allgemein viel freier war, nicht nur bei den
Kommas.
Klaro!
War die Ausgangsfrage die nach Freiheit oder Sinn oder die nach der Norm?
Die Frage war schon: Was ist die Norm? Aber ich halte die Norm hier für fexibel!
Schaust du vielleicht mal in eins deiner vielen Handbücher, um
die Frage verbindlich zu klären, oder bist du mal nicht durch
das Bewusstsein beflügelt, Recht zu haben?
Nein! das Rechthaben erlebe ich so oft, dass es mich inzwischen eher langweilt! ;-}