hallo
was würdet ihr als erzieherische maßnahme machen, wenn man euch euer kind mit der polizei nach hause bringt, weil es beim diebstahl erwischt wurde? (16 Jahre)
gruss croeti
Hallo Croeti,
was würdet ihr als erzieherische maßnahme machen, wenn man
euch euer kind mit der polizei nach hause bringt, weil es beim
diebstahl erwischt wurde? (16 Jahre)
Liebhaben…
Sei mir nicht böse, aber mit so knappen Informationen kann ich nichts anderes schreiben.
Du schreibst: „vertrauen verloren“ in den Betreff. Darf daraus geschlossen werden, dass ein Vertrauensverhältis vorher bestanden hat mit z.B. folgenden Kriterien:
-
entspannte) Gespräche zwischen Eltern und Kind
-
auch sonst der Kontakt zwischen den Eltern und dem Kind ist nicht auf Schule unf Funktionieren reduziert
-
das „Kind“ hat auch gerne erzählt von allem, was es tut.
Dann sollte es kein Problem sein, auch diesen Lapsus in einem Gespräch klären.
Ohne diese Voraussetzungen bräuchte sicher nicht nur ich etwas mehr aus dem Verhältnis „Eltern/Kind“
Gruß, Karin
Hallo croeti,
Lass Deinem Spross Deine Enttäuschung und Deine Ratlosigkeit spüren, aber suche das Gespräch.
Ich würde versuchen im Gespräch und durch meine Lebenserfahrung herauszufinden, was die Ursachen für das Fehlverhalten sind.
Das reicht von Abenteuerlust, über Langeweile bis zur Mutprobe in der Clique.
Und mache nicht gleich aus einer Mücke einen Elefanten. Wer hat nicht als Kind mal Äpfel beim Nachbarn geklaut. Und das ist rein rechtlich ein schlimmeres Vergehen,da man sich dazu ungefragt auf das Grundstück begeben muss, während der Ladenbesitzer den freien Zugang zu den waren zulässt.
Gruß
Knautschke
Bei mir wars so
Hallo Croeti,
mit den dürftigen Infos muss ich mal einige Dinge voraussetzen:
Es war das erste Mal und dein Kind ist bis dato sonst nicht weiter in diese Richtung auffällig gewesen, ist also quasi nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“ und pubertärer Neugier passiert und es hat seine Lektion gelernt.
Wenn das so zutrifft, kann ich dir sagen, wie’s bei mir war:
Nachdem ich mich ohnehin schon so gestraft genug gefühlt hab (Polizeiwache, Verhör, empf. Geldstrafe etc… ziemlich heavy für nen Jungendlichen), haben mich meine Eltern am Abend beiseite genommen und mir ins Gewissen geredet, dass man das nicht macht und wieso und überhaupt.
War aber auch nicht mehr wirklich nötig, weil ich aus der Sache schon gelernt habe weil ich den Zirkus nicht unbedingt noch ein zweites Mal haben wollte. Ich war damals 14 und habs eben einfach „mal so“ probiert - Dummheiten aus denen man halt nachher lernt, so wars dann auch bei mir.
Daher habens meine Eltern auch bei dem Gespräch belassen und keine weiteren „Sanktionen“ gesetzt, da ich sonst auch immer ein braver Junge war. *grins*
Die Geschichte war damals auch abgehakt und ist/war seitdem nie mehr ein Thema - gab auch keinen Grund dazu.
Ich hoffe, geholfen zu haben,
freundlichen Gruß
Jerry
hallo Croeti,
und der Polizist hat mich beiseite genommen und mir geraten,
das gleiche zu sagen, wie die auf der Wache. Sie war „geständig“ und sollte es nochmal passieren, müsse sie sich bei der Polizei verantworten. Klingt hart? Es ist nie wieder passiert.
Ich war geschockt (es ging um Malstifte, die sie zu Haus in Hülle und Fülle hat), da ich sowas nie getan habe, aber meine Mutter hätte mich wahrscheinlich auch totgeschlagen (Kleinstadt). Ich hab gemacht, was der Polizist gesagt hat. Bis heute hat sie nicht wieder geklaut.
Und es kommt meist noch dazu, daß sie nicht allein sind, wenn die Kinder stehlen.
Allerdings mit 16 sollte man schon in Erfahrung bringen, warum
er es getan hat. Dafür brauchts halt aber Gespräche, um Vertrauen zu geben.
Liebe Grüße
d.
was würdet ihr als erzieherische maßnahme machen, wenn man
euch euer kind mit der polizei nach hause bringt, weil es beim
diebstahl erwischt wurde? (16 Jahre)
gruss croeti
Hallo,
mal nicht aus der Sicht eines erziehenden, aber aus der Sicht vom jemand, der mal ein paar Monate für die Staatsanwaltschaft durch die Gerichte turnte und solche Fälle hin und wieder hatte. Allen Beteiligten war immer ganz wichtig zu sehen, wie die Eltern mit der Sache umgegangen sind, ob sie also übeerhaupt reagiert haben (leider offenbar immer mehr die Ausnahme), ob sie überreagiert haben (Schläge, vollkommen überzogene Strafen, die dann dazu führten, dass die Eltern im Gerichtssaal mehr kassierten als die Betroffenen
oder eben angemessen.
Als angemessen wurde von allen Jugendrichtern, Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe und eben auch von mir als Vertreter der StA immer angesehen, wenn es ausführliche Gespräche über die Hintergründe gab, wenn „Freundschaften“ hinterfragt wurden (wenn es Taten aus dem Gruppenzusammenhang -und -zwang waren) und dann eben auch eine gewisse Strafe ausgesprochen wurde. Diese sollte sich in Richtung der Strafen bewegen, die im Wiederholungsfall auch vom Gericht verhängt werden würden, also ein kurzfristiger Hausarrest, das Verbot für ein paar Tage gewissen als besonders schön empfundenen Dingen und Betätigungen nachgehen zu können (PC-/Fernsehverbot, Abgabe des Handys, Verbot des Discobesuchs oder des Besuchs einer Feier, …). Hierbei sollte dann immer klar gestellt werden, dass im Wiederholungsfall ein Freizeitarrest drohen könnte, der dann die Freiheiten noch erheblich mehr einschränken könnte. Alternativ wäre auch die Heranziehung zu ungeliebten Arbeiten im und am Haus, oder die Verpflichtung zu freiwilliger sozialer Arbeit zu nennen, die dann in Richtung einer gerichtlichen Arbeitsauflage gehen würde. Alles nicht zu streng und eben nur als kleinen Kontrapunkt, aber eben schon als Hinweis, was man sich im Wiederholungsfall einhandeln würde.
Als Anekdote noch ein Fall eines befreundeten Richters. Auch dessen Tochter hatte sich im typischen Alter erwischen lassen. Die Polizei merkte beim Namen und der Adresse auf, und rief beim Vater an und bot an, dass dieser seine Tochter ja auch abholen könnte (das Vorbeibringen durch die Polizei ist tatsächlich im Ermessen der Polizei und die Abholung wird nicht nur bei Richtern angeboten
Er war natürlich geschockt, bestand aber dann darauf, dass Töchterchen das ganze Procedere in vollen Zügen genießen sollte und erwartete sie dann mit väterlicher Güte und Strenge an der Haustür. Es gab ein intensives Gespräch, Töchterchen durfte einen Nachmittag Unkraut zupfen während die Freundinnen im Kino waren, und Schwamm drüber.
Das Verfahren wurde, wie bei Kleindelikten von jugendlichen Ersttätern üblich, noch von der StA eingestellt, und es gab auch keine offizielle richterliche Ermahnung (die gab es ja schon privat).
Gruß vom Wiz
hallo
was würdet ihr als erzieherische maßnahme machen, wenn man
euch euer kind mit der polizei nach hause bringt, weil es beim
diebstahl erwischt wurde? (16 Jahre)
gruss croeti
***
eben nicht überreagieren aber wie richtig…
…eben man will nicht überreagieren aber man kann es auch nicht so wegstecken…
es handelt sich bei der kurzen um meine 16 jährige nichte, seit 9 jahren halbwaise und von allen stinkverwöhnt, da die jüngste von dreien.
meine schwester macht und tut alles für ihre kids.
es besteht ein sehr gutes verhältnis zur mutter und den geschwistern und es wird immer offen über alles geredet.
auch jetzt. obwohl sich meine schwester sehr zusammennehmen mußte ist sie ruhig geblieben und hat ihr ordentlich ins gewissen geredet. es folgen handyverbot, erst mal hausarrest und ja was noch, denn:
-es war nicht das erste mal, der detektiv sprach von einer gewissen proffesionalität,
meine schwester ist in jüngster vergangenheit schon mal heftig von ihr hintergangen worden - ins gewissen geredet - reue - heulen… jetzt das.
jetzt hat meine schwester angst das die sanktionen wieder nicht richtig fruchten und probl. ihr zu vertrauen.
gruss croeti
Erwischt worden…
Hallo croeti,
Also von verlorenem Vertrauen würde ich da nicht reden.
ich würde das Kind fragen, wie es dazu kam und zwar mit Interesse nicht mit Vorwüfen, die gehen wahrscheinlich eh zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus…und das kind äh der Jugendliche verschließt sich noch mehr.
Mit offenem Interesse erreicht man da glaube ich viel mehr, auch evtl. wenn was ernstes dahintersteckt wie zB. Erpressung durch Mitschüler…nur mal so zum Nachdenken.
Vielleicht wars ja auch nur just for fun, dann sollte es bei dem einen Mal bleiben…habe ich auch schon hinter mir, allerdings hab ich wohl beim „Erwischt werden“ so treudoof aus der Wäsche geschaut, daß man davon absah die Polizei zu rufen 
Einige Zeit später erzählte ich den Vorfall dann doch meinen Eltern, meine Mutter wie zu erwarten war, reagierte total entsetzt…mein Dad dagegen, viel…wie soll ich sagen, undramatischer und meinte nur, daß man schon doof sein muß, wenn man sich auch noch erwischen läßt und die Frage ob das peinlich für mich war…und abschliessend ein „erzieherisch“ erhobener Zeigefinger:„Das machste aber nicht nochmal“…und das wars.
Gruß Maja
In diesem Fall…
…würde ich persönlich mit meinem Kind eine Beratungsstelle für Eltern und Jugendliche aufsuchen.
Gruß Maja
bitte?
Ich hab leider nicht die Zeit alle Postings durchzulesen, daher möge man bitte verzeihen, wenn ich etwas schreibe, was vielleicht schon vorhanden ist…
meine tochter wurde mit 16 oder 17 beim Klauen erwischt (Haarklemmen für DM 3,98) und ich musste sie aus Polizeigewahrsam abholen… als ich sie dort sah, wusste ich, was wichtig war: ich hab sie in den Arm genommen.
Paradox? neee, ganz und gar nicht. denn der Lerneffekt durch die Angst, die sie auf der Wache gemacht bekommen hatte, der Transport im Polizeiwagen etc. hatte ausreichend bewirkt, dass sie wohl nie wieder klauen würde (es ist ziemlich sicher bei diesem einen einzigen Mal geblieben).
Sie war fix und fertig, völlig aufgewühlt und war nur froh weinen zu dürfen - ohne Worte! Ich bin keine Übermutter und ich hab selbst in jugendlichem Leichtsinn geklaut und weiß, wie ich mich da gefühlt habe - meine Eltern hätten allerdings ganz anders reagiert als ich „heute“! und es war gut, dass sie es nie erfahren haben.
ich bin froh, dass meine Tochter darauf vertrauen (!!!) konnte, dass ich sowohl mit „Verständnis“ als auch Kritik reagierte (aber bitte schön erst nach der Rückkehr zu Hause und getrockneten Tränen…). Jedenfalls ICH kann nciht behaupten, dass das ein Grund dazu wäre, das Vertrauen in mein Kind zu verlieren, das halte ich echt für üblen Schwachsinn…(auch ohne dass ich antiautoritär „erzogen“ habe).
Ich glaube letztendlich kaum, dass meine Tochter sich positiver entwickelt hätte (und sie hat nicht erst seit gestern mit ihren inzwischen 20 jahren ein außerordentlich ausgeprägtes positives sozialverhalten), wenn ich in solch einer Situation (der ja auch noch ne Verhandlung und ne Strafe in Form von sozialer Arbeit folgte) mit irgendwelchen drastischen Maßnahmen reagiert hätte… aber jedem das seine natürlich!
Grüße
Gerry
Hallo,
Ich würde wenn es mein Kind wäre als erstes Fragen warum sie es getan hat, ganz klar. Aber in einem ruhigen Ton, egal wie wütend oder aufgebracht man ist. Denn wenn man das Kind die Wut spüren lässt schaltet es auf Durchzug und es kann sein das Du keine Antwort oder eine pazige (was dich noch wütender macht)bekommst. Das Kind soll spüren das Du Dir Gedanken, ernsthafte machst und ihm auch gerne helfen möchtest. Bau Vertrauen auf.
Wenn Du dann weisst warum es zu dem Diebstahl gekommen ist, frage Dein Kind, aber bloß nicht erzieherisch, überheblich oder belehrend wirkend, was es für eine Lösung hat gegen dieses Problem vorzugehen. Danach solltest Du Vorschläge machen und ihr solltet in Ruhe darüber reden. Wichtig ist das Du Vertrauen entgegenbringst, zumindest für den Moment, damit sich Dein Kind Dir gegenüber öffnet. Drohe nicht gleich mit Strafen, überlegt Euch gemeinsam welche Strafe angemessen ist, sein dabei aber bestimment. Findet einen Kompromiss und zeige dabei deutlich das dich das verletzt und das dein Kind nicht machen kann was es will sondern das es Regeln in der Gesellschaft gibt. Zeige ruhig Autorität, aber nicht überheblich.
Ich hoffe das hilft Dir. Du kannst ja mal mailen zu welchem Schluß ihr gekommen seid.
PS: Sprich nichts hinter dem Rücken des Betroffenen ab sondern beziehe dein Kind immer mit mit ein. Es soll dir auch zeigen das du ihm vertrauen kannst, als möglixher Lösungsansatz bzw. „Strafe“.
Ich selbst bin 18 und schreibe das was ich mir gewünscht habe, was meine Eltern gemacht haben in best. Situationen und das ich froh darüber war wie sie es angegangen sind und demzufolge aus meinen Fehlern gelernt habe.