Vertrieb ? Verkauf ?

Hey, habe da mal wieder eine wichtige Frage.

Nehmen wir jetzt einmal an der ich und meine
kleine Firma unsere Produkte jetzt verkaufen
möchten.
Ich möchte aber auch keinen eigenen Laden eröffnen
In meinem fall geht es speziell um Caps und T-Shirts.
Wie kriege ich diese jetzt in Läden hinein die meine
Zielgruppe ansprechen(Snipes, mzee.com usw.)
Hingehen und in einer art hausieren ??
Oder eMail schreiben oder um Termine bitte
zur produkt vorstellung, oder einfach teile meiner
Produkte hinschicken ???
Und wie bilde ich den besten Preis ??
Soweit ich weiss kaufen die Geschäfte für weniger als
die hälfte ein als sie wieder verkauft wird ?!

Würde mich über ein paar helfende Antworten freuen

Gruß Fixe

Hallo Fixe

In meinem fall geht es speziell um Caps und T-Shirts.
Wie kriege ich diese jetzt in Läden hinein die meine
Zielgruppe ansprechen(Snipes, mzee.com usw.)
Hingehen und in einer art hausieren ??

Ja, das ist der aufwendigste Weg und Du kannst sicher sein, dass der
Einkäufer nicht auf Dich gewartet hat.

Oder eMail schreiben oder um Termine bitte
zur produkt vorstellung

Ja, das ist der erste Schritt. Dann hat der Einkäufer auch Zeit für
Dich.

oder einfach teile meiner
Produkte hinschicken ???

Ja, wenn Du Dir das leisten kannst.

Und wie bilde ich den besten Preis ??

Das ist Dir überlassen. Vielleicht orientierst Du dich an der
Konkurrenz?

Soweit ich weiss kaufen die Geschäfte für weniger als
die hälfte ein als sie wieder verkauft wird ?!

Das hängt von Dir und Deinen Kunden ab. Du kannst es mit „empfohlenen
Richtpreisen“ versuchen.

Steht Deine China-Connection schon?

Gruss
Heinz

Vertrieb ? Verkauf ?
Danke erstmal für deine Antwort…
Hat mir ein wenig weitergeholfen…

Jooar meine China-Connection läuft im
moment, kriege jetzt bald mein erstes
Muster geschickt um mich dann zu entscheiden

Du hast einen sehr wichtigen Punkt genannt !
Das keiner der Käufer auf mich wartet
Ich denke mal das das der schwerste Teil
der geschichte wird !
Aber mal schauen was sich das machen lässt…

Und du meinst wirklich das ich ihn einfach mal
anschreiben soll, hört sich irgendwie primitiv an
aber einen anderen weg kenne ich nicht 0o

Gruß

Hallo!

In meinem fall geht es speziell um Caps und T-Shirts.
Wie kriege ich diese jetzt in Läden hinein die meine
Zielgruppe ansprechen(Snipes, mzee.com usw.)

Ich hab zwar nicht den Schatten einer Ahnung, was „Snipes“ und „mzee“ sein könnte, aber das ist auch nicht wichtig. Entscheidend ist, daß Du offenkundig eine Vorstellung von Deiner Zielgruppe hast. Das ist aber nur ein Teil der Miete. Ein weiterer Teil besteht im Kundennutzen. Welchen Nutzen bietest Du Deinem Kunden? Das muß etwas mit einem Alleinstellungsmerkmal sein, also eine Produkteigenschaft, die andere Anbieter nicht bieten. Ohne Alleinstellungsmerkmal kannst Du nur über den Preis verkaufen und das wirst Du Dir ziemlich sicher nicht leisten können.

Mit Deinem Produkt mit Alleinstellungsmerkmal, einigen Mustern sowie Prospektmaterial klapperst Du inhabergeführte Händler, die Einkäufer der Ladenketten und die Messen der Branche ab. Wenn Du an den Einzelhandel gehen willst, kann es nützlich sein, Verkaufshilfen anzubieten, z. B. eine Schaufensterpuppe (oder ein Pappständer), die Dein T-Shirt trägt und auf ihren Plastikarmen einen Stapel Deiner T-Shirts feil hält.

Was nicht als Billig-Grabbeltischware verramscht werden soll, braucht einen Markennamen und die Marke muß bekannt gemacht werden. Dafür sind Inserate in der Zielgruppe angepaßten Zeitschriften oder z. B. als Kinowerbung zielführend.

Mal so nebenbei: Du willst in Fernost fertigen lassen. Ich vermute, Du erhoffst davon Preisvorteile. Die Art Deiner Fragestellung läßt vermuten, daß Du über keine Branchenkenntnisse verfügst, daß Du keine Qualitätsstandards setzen und kontrollieren kannst und über die Materialzusammensetzung, Eigenschaften und Fertigungsverfahren Deiner Ware wenig bis gar nichts sagen kannst. Falls ich damit ungefähr richtig liegen sollte, wirst Du Ware vorhersehbar bestenfalls verramschen können, aber auf keinen grünen Zweig kommen. Oder anders ausgedrückt: Was kannst Du, was z. B. Trigema nicht kann? Kannst Du bessere Qualität liefern und diese Qualität als Kundennutzen überzeugend darstellen?

Es ist ganz egal, was man herstellen und vertreiben möchte. Das Spiel läuft immer über Alleinstellungsmerkmale und Kundennutzen. Wenn man an diesen Stellen nichts zu bieten hat, kann man nur als billiger Jakob verramschen und wird Geld verlieren, aber nichts verdienen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfang.
Danke für deine Aufschlussreiche belehrung.
Sicher ist mir klar das ich ganz unten Anfange und viele
große Firmen aus „meiner branache“ mich ohne probleme
unterbuttern konnten, aber ich stelle mir hier die frage
wie ich sonst damit anfangen sollte ?
Klar ist es auf gut glück immer sehr riskant aber
wer nicht wagt der nicht gewinnt oder etwa nicht ?

Und zum thema was kann mein produkt was ein
anderes nicht kann ??
In erster Linie nicht viel, ich biete nur aus
meiner sicht ein besseres design, aber was kann eine
Cap oder ein T-shirt besser als das andere außer gut auszusehen ??

Freue mich auf rückantworten gruß Fixe

Hallo!

… und viele große Firmen aus „meiner branache“ mich ohne probleme unterbuttern konnten…

Am Markt etablierte Unternehmen werden Dich nicht unterbuttern, sie werden Dich gar nicht wahrnehmen, es sei denn, Du lieferst ein Produkt, das wenigstens regional wirtschaftlich interessante Käufergruppen findet.

Klar ist es auf gut glück immer sehr riskant aber wer nicht wagt der nicht gewinnt oder etwa nicht ?

Versuche „auf gut Glück“ muß man sich leisten können. Wenn das Scheitern der Existenzgründung am Versuch hängt, kann man sich solchen Versuch nicht leisten.

aber was kann eine Cap oder ein T-shirt besser als das andere außer gut auszusehen ?

Ich verstehe zwar nichts von Textilien, aber es gibt ganz sicher beträchtliche Qualitätsunterschiede bei Material, Verarbeitung und Paßform. Das Wäschestück kann z. B. nach einem Dutzend Waschgängen noch gut in Form sein. Es gibt hauchdünne Lappen und es gibt stabile Gewebe. Es gibt Material, das eher einer Plastiktüte entspricht und es gibt Material, das sich angenehm tragen läßt. Es gibt besonders farbechte Textilien und andere, die abfärben. Es gibt gesundheitlich bedenkliche, etwa allergene Textilfarben und es gibt besonders hautverträgliche Wäsche. Es gibt Textilien, die unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen gefertigt werden und Produktionen mit bestimmten eingehaltenen Standards. Es gibt Produzenten, die Material verwenden, das gerade billig am Markt zu haben ist und es gibt andere, die bis zum letzten Faden genau wissen, woher sämtliche Bestandteile kommen und die vor allen Dingen auf immer gleiche Qualität achten. Es gibt Produzenten, die ihre Kunden über Alleinstellungsmerkmale, Kundennutzen und Qualität finden und bei Zulieferungen z. B. auf regionale Nähe achten und es gibt Produzenten, die meinen, jeden Cent rausquetschen zu müssen, von ihrer regionalen Infrastruktur leben, aber ihrer Region nichts zurückgeben wollen. Es gibt Marktteilnehmer mit saumäßiger Organisation und es gibt kaufmännisch und organisatorisch vorbildlich geführte Unternehmen. Es gibt Schnellzahler und es gibt Klammfürsten, denen keine Ausrede zu dämlich ist, um nicht dennoch benutzt zu werden. Es gibt Lieferanten, die pünktlich liefern und bei Verzögerungen rechtzeitig Bescheid geben und es gibt Zeitgenossen, die Termine verstreichen lassen und es nicht für nötig halten, sich zu melden. Es gibt branchenkundige Fachleute, die genau wissen, was ein Händler verkaufen kann, welche Marge er braucht und wie die Ware präsentiert werden muß und es gibt Leute, die von all dem keine Ahnung haben. Es gibt Hersteller, die sich bei Reklamationen hartleibig verhalten und es gibt andere, die ihren Kunden in jeder Situation das Gefühl vermitteln, gut und fair betreut zu werden. Es gibt zahllose Unterschiede und Möglichkeiten, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

Ganz egal, welche Produkte Du in den Markt bringen willst, wird das Vorhaben nur mit qualitativ hochwertiger Ware im oberen Preissegment funktionieren. Etwas anderes kommt für Existenzgründer nicht in Frage; billige Massenware eignet sich nur für kapitalkräftige Leute. Hochwertige Ware kann man in Coesfeld herstellen, aber auch in China. Um Qualität zu sichern, braucht man unmittelbaren Kontakt mit dem Produzenten. Es reicht nicht, irgendwelche Agenten mit chinesischen Kontakten zu kennen. Man muß sich vielmehr vor Ort engagieren. Ohne solches Engagement sind Ideen, im Ausland etwas fertigen zu lassen, Schnapsideen. Jeden Tag gibt es Leute aus Unternehmen aller Größenordnungen, die das nicht glauben wollen und ausnahmslos ihre Vorhaben an die Wand fahren. Deshalb solltest Du Dich umgehend von der Idee trennen, in China fertigen zu lassen. Zuschnitt- und Nähmaschinen arbeiten im Inland nicht teurer als in China. Wenn Dein Produkt die Lohnkosten einer hiesigen Arbeitskraft nicht verträgt, ist das Produkt ungeeignet, darauf eine Existenz zu gründen.

Gruß
Wolfgang

Hallo !
Eine Website kann ganz hilfreich sein. Da kannst Du jeder Mail Deine Homepage-Adresse nennen. Der „Einkäufer“ kann dann vorbeisurfen und erst mal schauen, ob Deine Ware für Ihn interessant ist. Ich mache selten Termine mit Vertretern von Textilien die ich noch nicht kenne, oder je ein Teil davon gesehen zu haben. Es wird einfach zu viel Schund angeboten - meine Zeit ist wertvoll und kann besser für den Verkauf gebraucht werden. Nimm Dir einen Musterkoffer mit und fahre in die Städte. Frage in jedem Laden ob Du Ware vorlegen darfst.

Ich weiss nicht wie groß Du Dein Geschäft aufziehen willst: Eine gute Präsentationsmöglichkeit sind natürlich die entsprechenden Textil-Messen. Das ist aber auch ein finazieller Aufwand …

Bei Email-Angeboten wär ich sehr vorsichtig. Viele meiner Kollegen reagieren äußerst gereizt auf unaufgeforderte Werbung. Ausserdem tun die SPAM-Filter ihre Dienste. Wenn Du eine Email schreiben willst, ruf die entsprechende Firma vorher an. Das ist höflich und macht erstmal einen guten Eindruck. Ein kleines Beispiel: Ich bekomme am Tag ca. 100 Emails, davon viele schreckliche Angebote. Du glaubst sicher nicht, dass ich dann auf Deine Email gewartet habe, oder?

Was für Shirts vertreibst Du, hast Du Produktfotos? Vielleicht kommen wir ins Geschäft…

MFG
S.

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Also, was soll ich dann tuen ???

gruß fixe

Hallo!

Also, was soll ich dann tuen ???

Für Anregungen und Ideen solltest Du zunächst erzählen, weshalb Du Handel treiben willst, über welche kaufmännischen und anderen fachlichen Voraussetzungen Du verfügst und ob Kapital vorhanden ist.

Grundsätzlich gibt es in Deutschland keinen Mangel an Warendistribution; beliebige Waren stehen für jedermann über Ladengeschäfte und Versandhandel zur Verfügung. Das schließt natürlich nicht aus, daß Du eine noch nicht besetzte Marktnische entdeckst. Ohne diese Marktnische, also mit Waren, die es an jeder Ecke gibt, mußt Du Verdrängungswettbewerb betreiben und dafür werden Dir die finanziellen Mittel fehlen. Ob Du Schulranzen aus alten Autoreifen, Bademode aus Einkaufstüten, neuartige Autos oder einen noch nie dagewesenen Artikel anbietest, ist egal, solange Du weißt

  • was Deine Zielgruppe ist
  • wie Du die Zielgruppe erreichst
  • welchen Nutzen Du der Zielgruppe bietest
  • wie Du Dich vom Wettbewerb abhebst und
  • weshalb jemand bei Dir und nicht beim Wettbewerber kauft.

Erfahrungsgemäß scheitern Vorhaben, die darauf hinaus laufen, billiger als der Wettbewerb zu sein. Die meisten Waren werden hierzulande mit jämmerlichem Gewinn verschleudert, so daß man als Newcomer kaum die Verpackung für den Preis zustande bekommt, zu dem große Anbieter das komplette Produkt unters Volk bringen.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird Marktnischen ohne Ende entdecken, sei es eine Mikrowelle mit rechts angeschlagener Tür oder ein splittersicherer Badezimmerspiegel für eine behindertengerechte Wohnung …
Bei Nischenprodukten spielt Geld keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Fertigung in Fernost ist dafür nicht nötig. Wichtig sind einzig über jeden Zweifel erhabene Qualität und Kundennutzen sowie das Alleinstellungsmerkmal, am besten durch gewerbliche Schutzrechte gesichert.

Gruß
Wolfgang