Verunfallt

Hallo … heute morgen habe ich auf dem Radiosender Antenne Bayern zum ersten Mal in meinem Leben das Wort „verunfallt“ gehört … und irgendwie kriege ich bei dem Wort Gänsehaut :frowning:(((
Ist „verunfallt“ gutes, korrektes Deutsch oder eine neue Wortschöpftung des Senders in Sinne von „verunglückt“…

Viele GRüße, Kai :wink:

Hallo !

Wird schon (fast) immer in Unfallberichten so benutzt.

Ist doch auch viel einfacher zu sagen : Der Verunfallte, als : Der, der einen Unfall hatte.

In einem Unfallbericht klingt „der Verunfallte“ sehr einfach und logisch.

Schön, dass die Bayern sich immer mehr uns Deutschen anpassen.

gruß Max

Hai Kai,

vor 20 - 25 Jahren hab ich nebenbei im Rettungsdienst gearbeitet und da war dieses Wort schon üblich.
Mag sein, das es Jargon ist, aber eine Gänsehaut krieg ich dabei nicht, eher dann, wenn Verletzte geborgen werden, denn ‚Bergen‘ ist das Einbringen von Toten und Material.

Gandalf

Hallo Gandalf,

aber in der Obhut eines so sorgfältigen (unterstell ich mal) ReSas haben sich Deine Fahrgäste doch geborgen (= geschützt, vgl. Burg, Bergfrid, frz. bourg) gefühlt?

Hofft

MM

Das Wort wir in der Amtssprche benutzt und ist meiner Meinung nach etwas steif fuer einen Radiosender. Wahrscheinlich hat der Journalist einfach den Wortlaut des Polizeiberichts uebernommen… ist halt einfacher als das ganze Ding umzuschreiben

der Verletzte auf der Bahre…

Hai Kai,

aber eine Gänsehaut krieg ich

dabei nicht, eher dann, wenn Verletzte geborgen werden,
denn ‚Bergen‘ ist das Einbringen von Toten und Material.

Hallo zusammen,
Jaaa, und wenn die Verletzten auf der Bahre abtransportiert werden…
Dabei werden auf der Bahre nur Tote aufgebahrt, wie der Name schon sagt…

Liebe Leut,

genau deswegen wird auch jeder Sani so traurig, wenn man diesen Begriff für eine Trage benutzt. Das sind nämlich verschiedene Dinge.

Meint

MM

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Hi,

das ist eine korrekte, wenn auch sehr selten vorkommende Wortschöpfung. „Ver“ als passivierendes Präfix setzt sich ja häufig vor eine flexierte Verbform, selten eben auch vor ein Substantiv - dieses nimmt sich zum Abschluss des Wortes dann noch eine künstliche substantivische Endung oder eine künstliche Flexion. Die substantivische Endung ist in diesem Fall nur in Kombination mit dem passivierenden Präfix erlaubt. „Unfallen“ ist falsches Deutsch, „Verunfallen“ dagegen richtiges. Ebenso: der „Unfallte“ ist falsch, der „Verunfallte“ richtig.

Gruß aus Köln, Joachim