Verwendung von OSMOL WB-4 im Dachstuhl 14.02.09

Guten Abend,

wir möchten ein 1959 erbautes Haus erwerben und sind beim Betreten des Dachbodens auf einen Zettel am Dachstuhl gestoßen der darauf hinweist, dass der Dachboden mit **„OSMOL WB 4“**behandelt worden ist.

Ergänzend sei vermerkt, dass das Dach selber neu eingedeckt wurde. Das Datum ist nicht bekannt, „Ziegel sehen jedoch noch ok aus“. Der Dachboden selbst ist über eine Lucke zu betreten, die üblicherweise geschlossen ist, da der Dachboden nicht genutzt wird.

Nun unsere Fragen:

  • Handelt es sich hierbei um einen bedenklichen Stoff? Wozu dient der Stoff? Woher bekomme ich ergänzende Informationen? Über den Begriff selber werden wird nicht richtig fündig.

Wenn der Stoff bedenklich ist:

  • Wie hoch ist die Bedenklichkeit einzuschätzen? Wie hoch mag die Intensität z. B. nach 20 (?) Jahren noch sein?
  • Wen sollte man für etwaige Messungen der Konzentrationen beauftragen?
  • Wie sollte man reagieren? Reicht event. „nur“ die Nicht(dauer-)nutzung des Dachbodens oder muss event. eine Komplettsanierung des Dachs inkl. Dachstuhl erfolgen?

Für Informationen bedanken wir uns vorab!

Beste Grüße,
diastema

Hallo,

„OSMOL WB 4“

Das ist ein Hydrogenfluoridsalz, vermutlich ein Alkalihydrogenfluorid, entwickelt von einem gewissen Bruno Schulze am Laboratorium für Holzschutztechnik des Materialprüfungsamtes in Berlin-Dahlem.

  • Handelt es sich hierbei um einen bedenklichen Stoff? Wozu
    dient der Stoff?

Es ist ein biozider Wirkstoff, der als Holzschutzmittel benutzt wurde.

  • Wie hoch ist die Bedenklichkeit einzuschätzen? Wie hoch mag
    die Intensität z. B. nach 20 (?) Jahren noch sein?

Hydrogenfluoridsalze sind wasserlöslich. Wenn es nicht in Strömen durchs Dach geregnet hat, wüsste ich nicht, warum der Wirkstoff weg sein sollte.

Die biozide Wirkung beruht zwar auf der Freisetzung von Fluorwasserstoff (Giftgas). Muss aber nicht heißen, dass das Giftgas „einfach so“ ausdünstet und nach 50 Jahren komplett weg ist.

Ich weiß nicht, ob der Dachstuhl jetzt unbedingt abgebaut werden muss, aber wenn er mal abgebaut wird, würde ich mich darauf einstellen, dass das Holz auf den Sondermüll kommt.

  • Wen sollte man für etwaige Messungen der Konzentrationen
    beauftragen?
  • Wie sollte man reagieren? Reicht event. „nur“ die
    Nicht(dauer-)nutzung des Dachbodens oder muss event. eine
    Komplettsanierung des Dachs inkl. Dachstuhl erfolgen?

Einen Sachverständigen fragen. Am besten jemanden, der kein Problem mit älterer Literatur hat. Wenn man nämlich bei Google Books nach „Osmol WB 4“ sucht, findet man hauptsächlich Bücher aus den 1950er-Jahren.

Gruß