habe als absolutes Greenhorn einen Garten übernommen, an dessen Rändern sich übel verwilderte Stellen befinden. Da wachsen Disteln, Brennnesseln, kleine Büsche und wilde Himbeer- und Brombeerranken fröhlich durcheinander. Nachdem ich nun in zweitägiger Intensivarbeit (Spitzhacke und Spaten, danach Mulchfolie und Rindenmulch) gerade mal 8 Quadratmeter geschafft habe, bitte ich euch um Hilfe…
Wie kann man so eine Wildnis vernünftig kultivieren (soll ja kein englischer Rasen drauf wachsen, aber ein bisschen geordnetes Wachstum wär mir schon lieber). Gibt es außer Spitzhacke, Grabgabel ( 2 haben schon dran glauben müssen) und Spaten vielleicht irgendwelche Geräte, die einem da die Arbeit erleichtern? Vielleicht bodentief abschneiden und dann mit so ner Elektrohacke (hält die das aus) drüber gehen?
Ich bin dankbar für jeden Tipp (stöhn!)
Hallo, Felicia,
wenn ich ehrlich bin, sind solche „verwilderten“ Gartenecken das, was einen Garten erst reizvoll macht. Hängt natürlich von der Größe des Grundstücks ab, wenn man auf jeden Quadratmeter angewiesen ist, wird man natürlich auch solche Ecken gern nutzen wollen. Aber je natürlicher die Umgebung, desto mehr werden sich Vögel, insekten und anderes Kleingetier dafür interessieren und heimisch werden.
Die Brennesseln z.B. sind die Nahrung für die Raupen des Tagpfauenauges http://www.insektenbox.de/schmet/tagpfa.htm
Verrottende Baumstämme geben vielen Insekten Unterschlupf und anderen Tieren Nahrung.
In einem steril genutzten Garten wird sich bestenfalls der Motorrasenmäher wohl fühlen.
Also empfehle ich hier Mut zur „Unordung“ oder wenigstens zum nachlässig geordneten Chaos. Da kommt dann manches „Unkraut“ auf, das auf seine bescheidene Weise dann doch eine Schönheit ist.
Hmm, das ist ja sehr schön für das Tagpfauenauge, aber für meine 13 Monate alte Tochter ist es weniger schön, wenn sie beim Krabbeln ständig Bekanntschaft mit Brennesseln und Dornenranken macht. Außerdem möchte ich noch ein paar giftige Sachen (Thuja, Immergrün und so was) entfernen. Eigentlich hab ich den Garten nämlich genommen, damit ich die Kleine auch mal rumkrabbeln lassen kann,ohne dass ich ständig dahinter stehen muss…
Hallo,
einen solchen Acker hatte ich auch einmal. Am besten erstmal umgraben und Kartoffel pflanzen. Kartoffeln halten den Boden einigermaßen von dem hartnäckigen Unkraut fern und der Boden wird weicher und pflegeleichter. Im nächsten Jahr hast du es dann einfacher mit dem graben. Rasen sähen wäre auch eine Möglichkeit. Wenn man eine Rasenfläche hat, kann man auch gut den abgemähten Rasen auf verwüste Flächen schütten und liegen lassen. Das ist eines der besten Unkraut-Ex, die ich kenne, auch für die hartnäckigen Sachen in den Ecken. Sieht zwar erstmal nicht so schön aus, daber es wirkt.
MfG Amelie
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Also, wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum ohne Knochenarbeit einen zumindest halbwegs nutzbaren Garten zu bekommen.
Deine Idee „erst einmal abschneiden“ würde ich favorisieren: Mit der Heckenschere alles platt machen (geht sehr schnell), antrocknen lassen (sonst fault es) und dann alles auf einen Haufen. Dann ein paar Wochen warten, ggf. das Platt-machen wiederholen, dann etwas umgraben. Wenn du nicht sofort einen nutzbaren Garten haben möchtest, sondern dich noch ein paar Monate gedulden kannst, ist das der einfachste Weg.
Hi
also um die Ecke wieder halbwegs gerade und pflegeleicht zu bekommen, kann ich mich an das „alles abschneiden“ anschließen.
Anschließend kann man ja mal mit ner Gartenfräse (muss schon etwas mehr Kraft als ne Elektrohacke haben, wegen den Wurzeln) drüber fahren. Ich würde empfehlen erstmal mit geringer Drehzahl drüberzufahren und erstmal grob zu hacken und dann nochmal mit hoher Drehzahl alles richtig schön klein hacken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das erst langsam drüber zu fahren sehr gut geeignet ist um Steine und Co. zu „finden“. Ich hatte mir mal nen Baustahl in das Werkzeug gewickelt, das war nicht so schnell wieder rauszukriegen.
Wenn du dann ne Wiese (2-mal im Jahr mähen reicht) drauf machst (den Samen gibts relativ günstig im Baumarkt), hast du nebenbei auch noch ein paar Tierchen im Garten, brauchst dir aber keine sorgen um dein Kind zu machen.
wenn man Himbeeren und Brombeeren roden will, wo sie einmal Fuß gefasst haben, sollte man auf Abschneiden (das macht die Stöcke kräftiger) und Fräsen (das bringt viele viele neue Stöcke aus den Wurzelstücken) tunlichst verzichten.
Eine Fräse kommt auch nicht so tief, wie die genannten Sträucher wurzeln.
Und wo Brombeeren sind, sind wohl auch Kratzdisteln nicht weit, die sehr ähnliche Ansprüche stellen. Die danken das Fräsen mit üppigstem Gedeihen.
Man kann sich die Mühsal etwas erleichtern, wenn man mit einer Grabgabel oder einer Rosengabel mehrfach lockernd - mit kippenden Bewegungen, nicht wenden - im Abstand von einigen Tagen durchgeht, bevor man sich an die Hauptsache macht.