Verwirrtheit nach Bypass-OP/Reha-Aufenthalt

Hallo, mein Vater (73) wurde am 16.04. operiert. Ein Herzkranzgefäß war verstopft und er hat einen Bypass bekommen. Nach der OP war er sehr verwirrt. Er hat lauter falsche Sachen erzählt und auch Menschen gesehen die nicht da waren. Sein Zustand hat sich nur sehr langsam etwas gebessert. Da es ihm körpelich sehr gut geht wurde er nun in die Psychatrie verlegt. Dort ist er nun eine gute Woche und hat erhebliche Fortschritte gemacht. Man kann sich normal mit ihm unterhalten, nur das Zahlengedächtnis ist weg. Er weiß nicht wie alt er ist und auch keine Geburtstage oder andere Daten. Wie lange kann so ein Zustand anhalten und geht er überhaupt noch einmal weg ? Kann er überhaupt zu einer Reha gehen. Die Ärzte meinen, dass diese zu anstrengend wäre ? Ist eine Reha nach einer Bypass-OP wichtig? Vielen Dank für Eure Antworten.

Moin,
dein Vater ist noch relativ ‚jung‘. Der Bypass hatte ja einen Grund. Die eingeschränkte Herzfunktion wird ihn körperlich sehr beeinflusst haben und seine Kondition ist z.Z. wahrscheinlich schlecht.

Leichte und angemessene Bewegung, die richtige Ernährung und Lebensweise, Aufbau der allg. Kondition - all das findet in der Reha statt. Deswegen denke ich schon, dass das nach einem Bypass sinnvoll ist. Man kann das zwar auch alleine machen, aber oft bringen die Leute die erforderliche Disziplin nicht auf und wissen auch gar nicht, wo genau sie anfangen sollen.

Die Desorientierung kann unterschiedliche Ursachen haben - vielleicht führte ein Blutdruckabfall während der Narkose zu einer zeitlich begrenzten Sauerstoffunterversorgung einzelner Gehirnbereiche… Für eine sog. TIA dauern die Ausfälle schon zu lange.
Evt. handelt es sich um ein ‚prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit‘ (PRIND). Auch das ist noch gut rückbildbar.
Die erforderliche Bypassoperation spricht für ein Arteriosklerose-Problem. Dazu sollten euch die Ärzte mehr sagen können. Wurde ein fMRT gemacht?

Aber was auch immer die Ursache ist - auch dann ist ein gezieltes Training gut, damit andere Gehirnbereiche evt. die verlorenen Fähigkeiten (teils) übernehmen lernen.

Natürlich ist es wichtig, dass die Reha auf die Fähigkeiten deines Vaters zugeschnitten wird. Was meinen die Ärzte mit ‚zu anstrengend‘?
Klar wird in der Reha gefordert - aber idR nicht überfordert.
Ich denke, dass eine Aktivierung immer besser ist als die Ruhigstellung. War das nicht das Ziel der OP?
Auf jeden Fall gute Besserung…lux

Hallo,

haben die Ärzte dir denn keine Diagnose genannt?
Ich habe primär an ein - früher gern so genanntes - Durchgangssyndrom gedacht. Das sind Psychosen, die häufig im Anschluss an z.B. eine schwere Operation auftreten. Das ist für die Angehörigen primär ein hochdramatisches Bild, gibt sich in der Regel allerdings von selbst wieder.

Das ist allerdings auf die Ferne und mit den wenigen bekannten Infos nicht mehr als ein Fischen im Trüben.

Grüße und euch alles Gute
Liete