Verzeihen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Eure Meinung. Muss ich meinen Eltern alles verzeihen? Bin ich wirklich in höherem Maße für den Erhalt und die Pflege der Beziehung verantwortlich als sie? Sie sind doch viel älter und lebenserfahrener als ich! Oder ist das gerade der Grund? Muss ich als fast dreißig-Jährige schon Rücksicht auf die Vergreisung meiner Eltern nehmen, nach dem Motto: In dem Alter ändert man sich nicht mehr? Kann ich von einer 55-jährigen verlangen, ihr Verhalten mir gegenüber zu verändern? Und - für die anderen „Kinder“ hier - kann man es ohne seine Eltern aushalten? Was ist mit dem Recht meiner ungeborenen Kinder auf ihre Großeltern? Muss ich ihnen vergeben, weil ich ja nicht weiß, wie viel Zeit ich noch mit ihnen haben könnte?

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit fehlen sie mir so sehr, aber ich bin mit meinem Latein am Ende.

Gibt es hier Rat? Vielen Dank von Mira

Hallo Mira,

meine Meinung dazu: Nein, man muss seinen Eltern nicht alles verzeihen.
Die Eltern sind dazu da DIR Kraft zu geben und wenn es eher darauf
hinausläuft, dass sie Dir stattdessen Kraft rauben, bleiben Dir nur
zwei Möglichkeiten: 1. sie direkt auf das Problem ansprechen und 2.
wenn keine Besserung eintritt, eine gesunde Distanz halten.

Du wirst Deine Eltern nicht änder können, aber Du kannst Deine
Ansprüche und Deine Haltung ihnen gegenüber herunterschrauben und dann
kann eine oberflächliche Beziehung durchaus funktionieren.

Team: Artikel für Verschiebung bearbeitet

Puuuuh…
Hallo Mira,
ich hab mich ein wenig erschrocken, wie Deine Gedanken meinen ähneln.

Muss ich meinen Eltern alles
verzeihen?

Nein, schon gar nicht, wenn Sie das Problem nicht hören oder sehen wollen und deshalb auch nicht um Verzeihung bitten, das heißt in meinen Augen ein wenig Einsicht zeigen, Fehler zugeben, Interesse an einer „Miteinander-Lösung“ zeigen.

Bin ich wirklich in höherem Maße für den Erhalt und
die Pflege der Beziehung verantwortlich als sie?

Mein Ergebnis hier: Nein. Wenn Dir was dran liegt, eben schon. Tu, was Dir gut tut. Wenn Du merkst, dass der Kontakt Dich runterzieht, lass es. Das kann man (mühselig) lernen, ich kann es selbst noch nicht richtig.

Muss ich als fast dreißig-Jährige schon Rücksicht
auf die Vergreisung meiner Eltern nehmen, nach dem Motto: In
dem Alter ändert man sich nicht mehr?

Das ist der Satz, den ich auch schon 1000mal gehört habe. Es ist schon was Wahres dran. Auch hier gilt in meinen Augen: Tu, was gut für Dich ist. Bei echten Krankheiten der Eltern (Alzheimer o.ä.) sieht die Sache anders aus, finde ich. Darüber will ich gar nicht nachdenken.

Kann ich von einer
55-jährigen verlangen, ihr Verhalten mir gegenüber zu
verändern?

Nein, kannst Du nicht. Falls es zu so einem Gespräch kommt, kannst Du ihnen sagen, was Dich an Ihnen stört (Sie dürfen übrigens das selbe). Ob sie das ändern wollen oder nicht, liegt an ihnen. In meinem Fall wird es nie zu so einem Gespräch kommen. Es selbst herbeizuführen, fehlt mir der Mut (ich glaube, den daraus resultierenden Streit schon zu kennen).

Und - für die anderen „Kinder“ hier - kann man es
ohne seine Eltern aushalten? Was ist mit dem Recht meiner
ungeborenen Kinder auf ihre Großeltern?

Die Kinder haben nicht viel von einem gespannten Verhältnis zwischen Eltern und Großeltern. Ich habe mich übrigens sehr gewundert, wie gerade die Enkelkinder so ein Verhältnis ändern können. Nimm es wie es kommt, so wäre mein Rat. Finde einen Weg, auch mit den Enkelkindern, wie ihr gut zurecht kommt. Du mußt keinem zuliebe etwas tun, was Dir gegen den Strich geht.

Muss ich ihnen
vergeben, weil ich ja nicht weiß, wie viel Zeit ich noch mit
ihnen haben könnte?

Das gleich zweimal nicht.

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit fehlen sie mir so sehr,
aber ich bin mit meinem Latein am Ende.

Such Dir Ersatz für Deine Bedürfnisse, aber gib Deinen Eltern eine Chance, so sie eine wollen.

Gibt es hier Rat?

Vielleicht ein wenig, hoffe ich.

Eine Warnung an alle, die jetzt losschrein, dass sich das alles sehr egoistisch anhört: Was ich hier schreibe, fußt auf dem, was ich selbst erlebt (durchgemacht ist mir zu stark) habe. Seit ich meine Linie einigermaßen gefunden habe, geht es mir besser. Meine Eltern sehen das gar nicht, wundern sich anscheinend nicht einmal, warum ich z. B. Heilig Abend seit Jahren lieber nicht mit ihnen verbringe, Ihnen meinen Sohn nicht für mehrere Tage überlasse.

Und ich finde, jeder hat das Recht, auf seine Eltern wütend zu sein. Eine Verpflichtung für ewige Dankbarkeit sehe ich auch nicht, schließlich habe ich ja nicht drum gebeten, von ihnen geboren zu werden. Das war ihre Entscheidung, es mir jetzt mit einer Forderung nach „Gegenleistung“ quasi vorzuwerfen, finde ich nicht legitim. Es wäre leichter, dankbar zu sein, wenn es nicht ständig gefordert würde. Ich lasse mich nicht gern zwingen.

Ein gutes Verhältnis muss von beiden Seiten ausgehen. Im Endeffekt sehe ich Eltern mehr „in der Pflicht“, von denen sollte man es ja auch gelernt haben. Aber die Realität ist komplizierter. Aber wenn sie Dir so sehr fehlen, liegt Dir da wohl mehr dran, dann musst Du etwas tun.

Schöner wäre natürlich ein gutes Verhältnis zu den eigenen Eltern, aber wenn es einen nur runterzieht, ist kein oder wenig Kontakt das kleiner Übel.

Noch ein Buchtipp: „Sie haben es doch gut gemeint“ von Josef Giger-Bütler.

Leicht konfus niedergeschrieben, vielleicht ist was für Dich dabei
Schöne Grüße
kernig

Hallo Mira,
ich weiss ja nicht, was bei euch vorgefallen ist…aber wenn du sie vermisst, dann mach doch den ersten Schritt! Rede mit ihnen und sag ihnen, was ihr ändern müsst, was dir fehlt!
Stur seid ihr alle drei wahrscheinlich und wenn nicht einer den ersten Schritt wagt, dann wird es wohl so bleiben.
Meine Eltern könnt ich auch ab und zu auf den Mond und weiter schicken, aber es sind meine Eltern!!! Ich sags ihnen dann und meistens ist es dann auch wieder gut! Ich habe auch nur diese Eltern. Und wenn ich bedenke was ich schon alles fürn Mistbock fabriziert habe, ihnen weh getan habe…sie halten TROTZDEM zu mir!!!
Euch allen alles Gute!

Hallo Mira,

nein, man muss nicht alles verzeihen (kommt auf die Situation an) und man kann auch sehr gut ohne Eltern auskommen, wenn der Stress und der Ärger das normale Zusammensein bei weitem!!! übersteigt. Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter vor ein paar Jahren endgültig abgebrochen, da diese immer nur Unruhe, Zwist und Streitereien in die Familie gebracht hat und auch mein privates Umfeld nicht verschont hat. Da gab es Situationen in denen man wirklich am liebsten im Boden versunken wäre und die man nicht mit „was kann ich für das Verhalten meiner Eltern“ entschuldigen konnte, weil sie sich bewusst in mein Privatleben eingemischt hat und das nicht zu meinen Gunsten.

Demzufolge wird sie dann auch nicht unser Kind sehen, wenn es im Februar auf die Welt kommt - damit kann ich aber gut leben, weil meine Mutter für mich eine Person wie jede andere auch ist, der man so in der Fußgängerzone begegnet und da jeglicher emotionaler Bezug fehlt…daneben ist sie umgezogen und ich will auch gar nicht wissen wo sie jetzt abgeblieben ist…

Hallo,
es gibt immer mehrere Seiten.
Du wirst sie nicht wirklich ändern können!
Du musst nicht alles verzeihen!
Zwischen einer engen freundschaftlichen/liebevollen Beziehung und einem völligen Kontaktabbruch können noch verschiedene Zustände liegen - das kommt ganz auf dich und dein Geschick an, in welchem Maße du Einfluss und Gefühle zulässt.

Beatrix

moin,

nein, man muss nicht alles verzeihen!
ich hatte eine scheisskindheit, mein vater schlug mich mit einem „siepenpenter“ - das ist ein holzstock mit 7 lederriemen zum viehtreiben - spaeter hatte er an mir 2 der riemen abgeschlagen, da war es nur noch ein fuenfpenter…

mit 16 zog ich aus, dann doch noch mal kurz nach hause, um meine schule zu beenden - nach der schule zog ich 500 km von meinen eltern weg und sah sie maximal pflichtbewusst dreimal im jahr, manchmal auch gar nicht.
ich heiratete, wir hatten kinder, die grosseltern hatten sehr selten gelegenheit, sie zu sehen, obwohl sie wirklich bedarf hatten…

als ich fest im job etabliert und meine eigene familie bestens organisiert war, fragte mich meine mutter immer noch - ich war mitte 40 - warum ich denn nicht zum friseur ginge, wenn ich sie doch so selten besuche…

ich „bestrafte“ meine eltern mit abwesenheit. meine mutter verstarb unerwartet viel frueher, als mein vater, er lebte allein.
bei meinen seltenen besuchen wurden die gruende meiner ablehnung nie ausgesprochen, aber ich spuerte, dass mein vater ahnte, warum ich keinen drang hatte bei ihm zu sein…

ich war waehrend seines todes bei ihm: ich hielt seine hand - er konnte/wollte nicht sprechen, aber seine hand erzaehlte mir, dass es ihm alles wahnsinig leid tat, wie es gelaufen war…

ich habe es vergessen - verziehen nie.

gruss
khs

Hallo Mira

ich bitte um Eure Meinung. Muss ich meinen Eltern alles
verzeihen?

Wenn Du willst das es DIR besser geht ja!
Unverzeihung schadet Dir.

Bin ich wirklich in höherem Maße für den Erhalt und
die Pflege der Beziehung verantwortlich als sie?

Nein, Du machst Deinen Teil. Du verzeihst, damit Du langfristig frei (von Grioll etc) bist. Du bist bereit eine Beuziehung aufrechtzuerhalten und machst was es dazu braucht. Du bist aber nicht verantwortlich das zu tun, was sie tun müssen um die Beziehung zu erhalten

Kann ich von einer
55-jährigen verlangen, ihr Verhalten mir gegenüber zu
verändern?

Das kannst Du nicht, aber Du darfst sagen, das du eigentlich ein korrektes Verhaltn erwartest und was Du warum nicht gut findest.

Muss ich ihnen
vergeben, weil ich ja nicht weiß, wie viel Zeit ich noch mit
ihnen haben könnte?

Auch, aber mehr wegen Dir als wegen Ihnen.

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit fehlen sie mir so sehr,
aber ich bin mit meinem Latein am Ende.

Gerade in der wihnachtszeit ist ein kind geboeren, um die Sünden der anderen uns aller zu tragen.
Entscheide Dich zu verzeihen und denke daran, verzeihen kann nur der der im Recht ist.

LG
Beat

Was man bekommen hat weitergeben, nicht zurückgebe
Hallo an Alle,

Und ich finde, jeder hat das Recht, auf seine Eltern wütend zu

sein. Eine Verpflichtung für ewige Dankbarkeit sehe ich auch
nicht, schließlich habe ich ja nicht drum gebeten, von ihnen
geboren zu werden. Das war ihre Entscheidung, es mir jetzt mit
einer Forderung nach „Gegenleistung“ quasi vorzuwerfen, finde
ich nicht legitim. Es wäre leichter, dankbar zu sein, wenn es
nicht ständig gefordert würde. Ich lasse mich nicht gern
zwingen.

Ich finde man kann den Eltern nie zurückgeben was man bekommen hat (somit schon mal eine Frechheit dies zu verlangen) und aber ich denke auch nicht das man unendlich dankbar sein muß. Als Eltern hat man seinen Kinder mit Respekt zu behandeln. Ich habe selbst Kinder die ich über alles Liebe und für mich ist das selbstverständlich. Ich würde nicht erwarten das sie mir dankbar dafür sind (wie komme ich dazu?), eher würde ich mir wünschen das sie das selbe einmal an Ihre Kinder weitergeben.

Also eher das Prinzip des Weitergebens als das des Zurückgebens.

Vieleicht muß man das mal seinen Eltern so verdeutlichen, wen man selbst schon Kinder hat macht es das einem noch einfacher…

Gruß und nicht Ärgern lassen!

Regina

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Dankeschön
Liebe Expertinnen und Experten,
vielen Dank, dass Ihr mich in der Annahme bestärkt, dass es keine einfache Situation ist.
Vielen Dank.

Liebe Mira
Verzeihen MUSST Du Deinen Elern schon mal überhaupt nicht. Verzeihen hat mit MÜSSEN nämlich so gar nichts zu tun! Verzeihen KANN man oder man kann es eben nicht. Das ist ein Gefühl im „Herzen“, was man icht forcieren sollte.
Das ist ja auch so ein Grundfehler von Bert Hellinger mit seinem Familienaufstellen, dass der so schnell die Leute dazu treibt, ihren Eltern zu verzeihen. Das

Hi…

Kommt darauf an…Wenn, wie ich hier gelesen habe, der Vater einen geschlagen hat bis zum Erbrechen, ist es was anderes; da kann ich nicht mitreden…Ich kenne sowas nicht.
Meine Eltern haben allerdings sehr vieles übersehen und so manche Basissachen wie Selbstvertrauen uns nicht vemittelt worunter wir als Kinder bis ins hohe Erwachsenenalter sehr gelitten haben. Vieles mussten wir uns selbst beibringen, auch wenn sie sich sonst intensiv um uns gekümmert haben wie z.B. meine künstlerische Begabung fördern und die Liberalität in vielen Dingen. Heute weiss ich dass sie damals nicht anders konnten aus ihrer Erziehung heraus und dass sie als Gastarbeiter sehr sehr viel mit ihrer Situation in der neuen Heimat und mit sich selbst beschäftigt waren. Ich war lange lange Zeit sauer! Habe dann meine Mentalarbeit damit gemacht, mich beschäftigt damit und abgeschlossen. Auch mein Bruder. Heute versuchen wir mit unseren Eltern die Zeit die wir haben so angenehm wie möglich zu gestalten und merken dass auch die beiden sich ändern!

gruss Firdevsii

Hi,

Muss ich ihnen vergeben

Grundregel 1: Müssen muß man grundsätzlich gar nix!

Herzlichst,

MecFleih

Liebe Mira!

Muss ich meinen Eltern alles verzeihen?

Da schließe ich mich Branden an, dass man nur vom Herzen aus verzeihen kann, nicht aus einem Müssen heraus.
Dennoch möchte ich nachfragen, wie das Muss gemeint ist.
Müssen, weil gesellschaftliche Normen und Werte dies vorschreiben könnten?
Müssen, für dein eigenes Wohlergehen?
Müssen, weil …?

Kann ich von einer 55-jährigen verlangen, ihr Verhalten mir gegenüber zu verändern?

Nein, ich denke, das kannst du nicht verlangen. Allein aus der Tatsache heraus, dass sie deine Mutter ist.
Was du meiner Meinung nach tun kannst, ist, ihr zu sagen, dass du dieses (…) Verhalten nicht mehr duldest und deshalb den Kontakt meidest. Ob sie sich dann ändern will oder wird, bleibt ihre Entscheidung.

Und - für die anderen „Kinder“ hier - kann man es
ohne seine Eltern aushalten?

Ja, man kann.
Der Kontaktabbruch kam nicht von mir, sondern seitens meiner Mutter, die so mit Scham belastet ist ob ihrer Vergangenheit, insbesondere hinsichtlich uns Kindern, dass sie mit der gesamten Familie gebrochen hat.
Ich habe viele Jahre daran zu leiden und auch zu kämpfen gehabt, dass sie so desinteressiert an mir und an meinem Leben war. Nun endlich, seit ein paar Jahren, kann ich sie sein lassen, wie sie ist. Und es ist auch ok, was war.
Und: Ich muss dir sagen, dass es auch viele Momente gibt, in denen ich froh bin, dass ich keinen Kontakt zu ihr habe. Immer dann, wenn ich von Bekannten Geschichten höre wie diese, dass sie sich am Telefon stundenlang Gejammer von ihren Müttern anhören müssen, nach ihnen jedoch nie gefragt wird; Erwachsene, die immer noch von ihren Eltern zurecht gewiesen werden; Vater, der biertrinkend vor dem TV sitzt, die Tochter steht hintendran und wird ignoriert… ach, all die Geschichten von Eltern, bei denen man denkt „Wie gut, dass dies Schwert an mir vorüberzog!“

Auch: ich fühle mich nicht verantwortlich, sie zu pflegen (mir eine grauselige Vorstellung), falls sie mal pflegebedürftig würde; keine Pflicht-Sonntags-Besuche;…

Ich weiß, dass ich das, was ich mir von ihr wünschen würde, nämlich, sich für mich, ihre Tochter, zu interessieren, nie von ihr erhalten werde. Das entspräche einem Wunsch, der von vorneherein einer Totgeburt entspricht.

Ich bin im Frieden mit mir und im Frieden mit meiner Mutter, es geht also. Aber den Weg dorthin finde ich schwer, und wenn es etwas gäbe, dass mir ermöglichen würde, den Kontakt herzustellen, ich würde es tun.

Muss ich ihnen
vergeben, weil ich ja nicht weiß, wie viel Zeit ich noch mit
ihnen haben könnte?

Auch hier gibt es, denke ich, kein Muss, aber du solltest. Ich weiß zumindest aus Erzählungen, dass die Leute, deren Eltern starben, und sie lagen im Unfrieden mit ihnen, sehr darunter leiden.

Viele Grüße,
jeanne

Hallo Mira,

Das Lebensalter dürfte kein Grund sein, um nicht auch künftig solidarisch, respektvoll oder einfach nur friedlich mit einander umzugehen.

Das tut man, wenn man „verzeiht“. Fragt sich nur, auf welche Art und Weise? Wenn Deine Eltern offenkundig nichts weiter an Dich interessiert, als dass Du zu ihnen nur „lieb“ zu sein brauchst, dann sind sie bestenfalls nur zu bedauern. Damit hättest Du Ihnen bereits verziehen.

Ich sehe im übrigen nicht, dass Deine ungeborenen Kinder irgend ein „Recht“ auf die Großeltern hätten. Das erscheint ein bißchen arg weit hergeholt. Kopf hoch.

Gruß
guvo

ein gedanke dazu…
hi,

wer verzeiht, lässt das geschehene ruhen.

das ändert aber nichts am schaden.

wenn man das beides beachtet, kann man ruhe finden. oft wird einem suggeriert, mit dem verzeihen liesse sich das geschehene auch besser verarbeiten. das stimmt auch, aber erst, wenn man sich auch intensiv um die pflege der wunden kümmert, die aus dem schaden entstanden sind. DAFÜR ist man selbst verantwortlich, sonst niemand.

zu weihnachten kommt noch der druck hinzu, besonders friedvoll und „verzeihend“ sein zu müssen, weil es die kirchliche tradition so sagt. das kann man aber einfach mal beseite schieben und das tun, was dem schaden gegenüber angemessen erscheint. viele besuchen daher weihnachten ihre eltern, aber nur für 2 stunden…