Verzweiflung! Seit 3 Jahren Probleme mit Finanzamt

Liebe Experten,

was kann man tun, wenn man der Willkür des Finanzamtes ausgesetzt ist und das absolut unverschuldet? Eine Dienstaufsichtsbeschwerde im letzten Jahr hat dazu geführt, dass ein Jahr auf die Bearbeitung der Steuererklärung gewartet werden musste.

Seit drei Jahren erlaubt sich dieses Finanzamt einen Fehler nach dem anderen. Neuster Clue: Seit Monaten meldet sich das Finanzamt nicht, auf Nachfrage, was denn mit der Steuer sei, erhält man die Rückmeldung, dass die Steuererklärung nicht eingegangen sei. Zum Glück wurde der Eingangsbeleg penibel vom Bürger aufgehoben, sodass er den Nachweis erbringen kann, dass die Steuererklärung seit einem halben Jahr bereits vorliegt. Daraufhin findet man die Steuererklärung, die man aber nicht bearbeitet kann, da die Kollegin im Urlaub ist und nur diese das bearbeitet.

Dieses Prozedere geht nun seit drei Jahren so und ist noch eines der kleineren Vorkommnisse.
Unter anderem sind beim Finanzamt nachweislich Belege verschwunden, es wurden Belege bei der Abrechung übersehen, Geld wurde auf falsches Konto überwiesen, der Briefkontakt wurde mit dem Bürger gesucht, obwohl dies schriftlich belegt über die Lohnsteuerhilfe laufen muss usw.

Es muss doch irgendwo eine Anlaufstelle geben, an die man sich wenden kann ohne dass einem dies zum Nachteil wird. Wer weiß Rat? Zumal dies nicht der einzige Bürger ist, mit dem so umgegangen wird.

Vielen Dank!

Herzliche Grüße von Kim

Hallo,
hinter dem, was nach dem Posting beim FA zu beklagen ist, stehen idR ganz konkret benennbare Mitarbeiter/Menschen. Meine Empfehlung: mit denen sprechen. Kommt man damit partout nicht weiter, wendet man einfach direkt an deren Vorgesetzte.
Damit kommt man idR am besten zurecht.
Gruß
Karl

Hallo,

mit so wenig Angaben ist es unmöglich hier etwas zum Sachverhalt sagen zu können.

In aller Regel ist es bei Finanzbeamten genau gleich wie bei allen Menschen, wenn man sie nett behandelt, behandeln sie einen auch nett.

Was mich hier richtig stutzig macht ist die Tatsache, dass die ganze Angelegenheit über einen Lohnsteuerhilfeverein läuft, es aber im Posting sich so anhört, als würde hier alles selbst geregelt werden mit dem Finanzamt.
Dassins in der Regel die Mandanten, die man nicht braucht, weil so ein Verhalten höchst kontraproduktiv ist, wenn man Ansprüche durchsetzen will.

Gruß
Lawrence

Hallo,

ganz kurz: Es läuft an sich alles über den Lohnsteuerhilfeverein. Hier sitzten kompetenten Menschen, die schon mit dem sachbearbeiter gesprochen haben. Es ändert sich aber nichts. Ich bin mir sicher, dass der Verein keinen Grund hat, sich gegenüber dem Finanzamt pampig zu verhalten, da so viele Kunden über diesen betreut werden, dass der Verein schön dumm wäre, sich hier unbeliebt zu machen. Darin liegt auch das zweite Problem: Mehr als nett mit den Leuten reden, kann der Verein auch nicht. Wenn man dann aber hört, dass das Finanzamt hingegen pampig reagiert, auf die Bitte, das doch sachgemäß zu regeln, ist der Hinweis, dass man mit dem Sachbearbeiter freundlich reden sollte, ja auch für die Katz.

Und wie bereits im Ausgangsposting beschrieben: Der Bürger hat im letzten Jahr eine Beschwerde beim Vorgesetzten eingelegt, weil er sich nicht anders zu helfen wusste. Resultat war in diesem Jahr, dass das Finanzamt dem Verein mitteilte, dass die Steuererklärung gar nicht eingegangen wäre, als der Lohnsteuerhilfeverein auf Bitten des Bürgers nach 7 Monaten nachgefragt hat, ob es ein Problem gäbe. Daraufhin wurde der Eingangsbeleg vorgelegt und plötzlich war die Setuererklärung auffindbar. Lustigerweise war der bearbeiter des Finanzamtes derjenige, der gegenüber dem Verein völlig unfreundlich un dpampig reagierte. Die Betreuerin des Vereins erzählte, dass ihr dieser Ton in den 30 Jahren, in denen sie nun mit dem Finanzamt arbeitet, nochnicht untergekommen wäre.

Muss man das als Bürger denn alles so hinnehmen? Alle ERechte, wenn es ums Geld einkassieren geht, aber keine Recht, wenn es darum geht, Steuern an den Bürger zurückzuzahlen?

Schade, dass man hier so wenig helfen kann.

Gruß Kim

Teil 2:

Die Infos aus dem Ausgangsposting - sind das zu wenig Infos? Wenn ja, welche würden weiterhelfen?

Unter anderem sind beim Finanzamt nachweislich Belege verschwunden, es wurden Belege bei der Abrechung übersehen, Geld wurde auf falsches Konto überwiesen, der Briefkontakt wurde mit dem Bürger gesucht, obwohl dies schriftlich belegt über die Lohnsteuerhilfe laufen muss usw.

Teil 1:

Hallo,

ganz verstehe ich jetzt diesen Hilfeversuch nicht. Sie wissen doch bestimmt, wie der Lohnsteuerhilfeverein läuft und wissen dann auch, dass man als Bürger sehr wohl darüber informiert wird, was der Verein alles im eigenen Fall unternommen hat und dass man alle zurückgesendeten Unterlagen des Finanzamtes über den Verein wieder bekommt. Dann ist es doch wohl verständlich, dass man als Bürger über alles Bescheid weiß.

Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, auf einen Post zu reagieren, wenn man nicht wirklich bereit ist, zu helfen :frowning:

Aber gerne noch einmal: Alles läuft über den Lonsteuerhilfeverein und hier ist dies so geregelt, dass alle Kommunikation eigentlich über den Verein laufen sollte. Und hierin liegt ja auch schon ein Problem. Das tut es nicht. Finanzamt kontaktiert den Bürger direkt. Da liegt schon einmal das erste Problem. Der eigentliche Ansprechpartner wird gar nicht eingehalten. Der Verein hat bereits 5 Mal schriftlich darum gebeten, den richtigen Weg einzuhalten. Vergeblich. Was soll man denn da tun? Natürlich hat der Bürger das Finanzamt angerufen und freundlich darum gebeten, den richtigen Weg einzuhalten. Es hat hier gar keinen Grund gegeben, unfreundlich zu sein. Schließlich kann man sich denken, wohin Unfreundlichkeit führt.

Ich weiß ehrlich nicht genau, was ich eigentlich noch zu dem Problem sagen soll. Das da gehörig was schief läuft, steckt doch schon in den Infos des Ausgangspostings drin. Gerne noch einmal lesen, wenn man Hilfe wirklich geben möchte.

Bürger bittet einfach hier um Hilfe, mit der Frage, an wen er sich wenden kann, damit die beschriebenen Dinge geregelt werden können, da der Bearbeiter des Finanzamtes auf den Lohnsteuerhilfeverein nicht reagiert.

Außerdem kann man ja wohl davon ausgehen, dass im Verein auch kompetente und freundliche Leute sitzten, es gäbe gar keinen Grund für den Verein sich gegenüber dem Finanzamt pampig zu verhalten, da so viele Kunden über diesen betreut werden, dass der Verein schön dumm wäre, sich hier unbeliebt zu machen. Darin liegt auch das zweite Problem: Mehr als nett mit den Leuten reden, kann der Verein auch nicht. Im letzten Jahr war er allerdings durchaus wegen unserer Behandlung beim Vorgesetzten vorstellig geworden. Wenn man dann aber hört, dass das Finanzamt hingegen pampig reagiert, auf die Bitte, das doch sachgemäß zu regeln, ist der Hinweis, dass freundliches Reden mit dem Sachbearbeiter ja auch für die Katz.

Daher finde ich, dass es dem Bürger möglich sein sollte, hier etwas zu unternehmen. Denn es kann ja wohl kaum angehen, dass Belege verschwinden oder gar behauptet wird, dass die Steuererklärung nicht eingegangen ist. Der Antwortpost hört sich ja fast so an, als müsste der Bürger damit leben, dass so etwas passiert. Das verstehe ich aber nicht unter kompetenter Bearbeitung beim Finanzamt! Ich sehe hier eher Unkompeten und Unfreundlichkeit beim Sachbearbeiter gegen die man als Bürger nicht ankommt. Und das mag ich nicht einfach so hinnehmen! Jedes Jahr dann das gleiche Spiel. Das ist doch frustrierend, wenn man weiß, dass man dem Finanzamt bzw. dem Bearbeiter gar keinen Grund dafür liefert.

Gruß Kim

Wirklichkeit
Hi,

Schade, dass man hier so wenig helfen kann.

was für eine Hilfe hast du denn dir vorgestellt? welche Tricks?

Es gilt der alte Satz: wie man in den Wald hineinruft, schallt es heraus.

Und…
die Arbeit wird im Finanzamt fortlaufend verdichtet. Es werden große Teams gebildet, um damit Personalabbau zu kaschieren.

Personalabbau ist bei den Bürgern solange beliebt, wie sie selbst nicht warten müssen.

Eine Steuererklärung kann schon mal nicht auffindbar sein, wenn man bedenkt, dass bei so einem Team tausende Erklärungen eingehen.

Ein „Spezialfall“ kann durchaus als so schwierig erscheinen, dass da nur die Sachbearbeiterin, die schon vorher mit befasst war, auch weitermachen soll. Hat sie Urlaub, ist das Pech und dann dauert es eben länger.

Warum wurde die Erklärung nicht mit Elster abgegeben? Da sind Bearbeitungszeiten von 7 Monaten nicht mehr üblich.

Sachbearbeiter im Finanzamt sind auch Menschen mit guten und schlechten Tagen und auch Launen. Eben Menschen. Grundsätzlich werden sie auf Kundenfreundlichkeit und Geduld geschult.

Schöne Grüße
C.

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Hallo Kim,

Es läuft an sich alles über den Lohnsteuerhilfeverein. Hier sitzten kompetenten Menschen,

das behauptet der Verein von sich selber. Ob das tatsächlich immer so ist ?

die schon mit dem sachbearbeiter gesprochen haben.

Warst du dabei und weisst, wie die Gespräche abgelaufen sind ?
Gruß
Karl

Hallo,

okay, danke, jetzt wird´s klarer.

Wenn das Finanzamt sich nicht an den Bevollmächtigen (den Lohnsteuerhilfeverein) direkt wendet, der hoffentlich beim Finanzamt auch eine Vollmacht vorgelegt hat, so verstößt das Finanzamt gegen § 80 Absatz 3 Abgabenordnung (AO).
Der Steuerpflichte selbst soll nur dann direkt kontaktiert werden, wenn dies zur Aufklärung unbedingt notwendig ist.
Wendet sich das Finanzamt direkt an den Steuerpflichtigen so hat das Finanzamt den Bevollmächtigten davon zu unterrichten.

Diese Argumentation sollte der Lohnsteuerhilfeverein mal dem Finanzamt um die Ohren hauen.

Hier liegt nämlich eine falsche Adressierung vor und diese kann für das Finanzamt nur Nachteile bringen.
§ 122 der AO regelt, dass Steuerbescheide immer dem Empfangsbevollmächtigen zuzusenden sind.

Der falsch adressierte Steuerbescheid entwickelt zwar Rechtskraft, er wird aber erst 1 Monat nach Bekanntgabe an den Empfangsbevollmächtigten rechtskräftig. Eine solche Verlängerung von Einspruchsfristen liegt sicher nicht im Interesse des Finanzamts.

Auch bei einfachen Anfragen setzt das Finanzamt gerne Fristen. Diese können zwar nicht gesetzlich verfallen, sie entfalten im Falle einer falschen Adressierung aber auch keine Rechtswirkung und sind nicht einzuhalten.

Wenn das Finanzamt also weiterhin den Empfangsbevollmächtigen übergeht, so sollte das Finanzamt schriftlich auf alle möglichen Nachteile die der Finanzverwaltung dadurch entstehen hingewiesen werden.

So gesehen könnte man bei diesem Spiel das Finanzamt auch richtig ärgern, indem man den Bevollmächtigen immer erst kurz nach Fristablauf (den ja nur das Finanzamt unterstellt) reagieren lässt.

Macht dem Sachbearbeiter viel Aufwand, viel Papier, kostet den Staat Geld und recht bekommt in diesen Fällen immer der Steuerpflichtige.

Bei mehrmaligem Verstoß ist die Dienstaufsichtsbeschwerde kein falscher Weg, auch die Einschaltung des Vorgesetzten kann zu Lösungen führen.
Was immer etwas bringt ist ein Schreiben direkt an den Vorsteher (Amtsleiter) des Finanzamts, dies sorgt nämlich dafür, dass der zuständige Bearbeiter zu einem höchst unangenehmen Termin beim Amtsleiter zitiert wird.
Und wehe dem Sachbearbeiter, so ein Gespräch ist in einem Wiederholungsfall nötig.

Zu den verlornenen Belegen:
Wo gehobelt wird fallen Späne, klar. Das Gesamtbild lässt hier aber eine Schlamperei des Finanzamts vermuten, also könnte man genau auflisten, welche Belege verloren gegangen sind. Hieraus ließe sich unter Umständen ein Schadenersatzanspruch gegenüber dem Finanzamt ableiten, man stelle sich nämlich nur mal vor, es wären beispielsweise Garantiebelege dabei. Da man diese Rechnung nicht mehr vorlegen kann, erlischt die Garantie und eine Reparatur müsste aus der eigenen Tasche bezahlt werden.
Und das ist noch ein relativ harmloses Szenario.

So, ich hoffe, damit ist klar, dass ich durchaus gewillt bin, zu helfen.

Gruß
Lawrence