Hab ein Video von miniDV-Cam aufn PC übermittelt.
Beim genauen Betrachten des Films (über WM2006) erscheinen bei Kameraschwenks und Bewegung Unschärfen u. horizontale Linien an den Personen und Objekten. Woran liegt das genau (Cam? ältere Sony DCR-VX 700E)und wie kann man sowas vermeiden?
Danke!
George
Hab ein Video von miniDV-Cam aufn PC übermittelt.
Beim genauen Betrachten des Films (über WM2006) erscheinen bei
Kameraschwenks und Bewegung Unschärfen u. horizontale Linien
an den Personen und Objekten. Woran liegt das genau (Cam?
ältere Sony DCR-VX 700E)und wie kann man sowas vermeiden?
Das liegt an der Datenkompression bzw. der begrenzten Datenrate.
Die digitale Datenübertragung hat den Nachteil, dass wesentlich höhere Bandbreiten benötigt werden als bei analoger Übertragung. Man kommt da schnell auf das 10 bis 40 fache. Entsprechend erhöht sich auch der Platzbedarf für die Speicherung.
Nun gibt es unterschiedliche „Tricks“ diese Datenflut zu reduzieren.
Wenn man sich ein typisches Videobild ansieht, besteht dieses aus Teilen welche sich selten Verändern (z.B. die weisse Wand im Hintergrund) und welche die sich von Einzelbild zu Einzelbild verändern (z.B. Das Männeken welches gerade durchs Bild läuft).
Nun bringt es aber keine Zusätzliche Information, wenn man mit jedem Einzelbild auch den immer gleichen weissen Bildpunkt im Hintergrund mit überträgt oder abspeichert.
Wenn man nun diese statischen Daten langsamer überträgt, kann man viel an Bandbreite einsparen.
Bei normalen Bildern funktioniert das auch recht Problemlos.
Bei einem Kameraschwenk und möglichst noch einem unregelmässigen Hintergrund, ändern sich aber alle Bildpunkte gleichzeitig.
Technisch kann man aber jetzt nicht einfach die Bandbreite für die Übertragung erhöhen, da diese normalerweise ein fester Wert darstellt. Also bleibt nur die Option, dass Informationen verloren gehen müssen.
Dies äussert sich im besten Fall darin, dass das Bild „verpixelt“, also aus groben Klötzchen zusammengesetzt wird.
Das menschliche Sehen funktioniert übrigens ähnlich. Scharf sehen kannst du nur in einem kleinen Bereich in der Mitte deines Sehfeldes, in den Bereichen ausserhalb ergänzt dann das Gehirn die nicht vorhandenen Informationen. Dies ist auch die Ursache für manche optischen Täuschungen.
Theoretisch könnte man das Problem der sichtbaren Verpixelung mindern, wenn der Computer wüsste welchen Bildbereich du genau betrachtest. Dort könnte man dann die Details übertragen und in dem Bereich ausserhalb würde eine gröbere Auflösung gar nicht auffallen.
Praktisch müsste der Computer aber dazu die Bilder verstehen und entscheiden können, welcher Bildausschnitt für die meisten Menschen gerade spannend sind.
Wenn du aber gerade den Schiri am studieren bist, während ein Fussballtor fällt hättest du dann trotzdem Pech gehabt, da der Computer den Bildbereich wo sich der Ball befindet scharf stellen würde …
Weil deine Sony mit einem Fernseh-Format (sprich PAL oder NTSC) arbeitet und daher das Video interlaced aufzeichnet. Sprich: Ein Bild mit den Zeilen 1,3,5,7 etc., das nächste Bild mit den Zeilen 2,4,6,8 etc.
Da Computermonitore schon seit über 20 Jahren nicht mehr interlaced arbeiten, muss der Rechner die Halbbilder irgendwie zusammenpfuschen, dabei kommt aber jetzt das Problem, das zwischen den Halbbildern eine 50tel Sekunde liegt - daher die verwaschenen bzw. ausgefransten vertikalen Kanten, wenn man die einfach übereinander knallt.
Mach eine DVD draus (die ist auch interlaced) und schau’s dir auf einem (Röhren-) Ferseher an - du wirst höchstwahrscheinlich eine wirklich tolle, scharfe Bildqualität zu sehen bekommen.
Deinterlacing ist eine Kunst, für die man außerdem (für wirklich gute Ergebnisse) derbe Rechnenpower braucht. Der Algorythmus, den der MediaPlayer (und die meisten anderen Player für den PC) dafür benutzt, gehört eher zu den armseligeren . . . .
Dieses Interlaced-Verfahren ist auch einer der Hauptgründe dafür, warum das normale Fernsehbilde und normale DVDs auf Plasma und LCS irgendwie nicht mit einer guten Röhre mithalten kann. Genau das gleiche Problem, auch wenn es langsam (durch darauf spezialisierte Elektronik) besser sird.