Hallo.
Ich bin 29 Jahre alt und vor gut einem Jahr wurden bei mir high risk Pap-Viren festgestellt. Seither wird alle 3 Monate ein Abstrich gemacht und beobachtet. Leider auch beim letzten Mal nicht mit der erleichternden Nachricht, dass der Virus verschwunden sei. Das letzte Mal hat meine Ärztin auch was von leichten Veränderungen erzählt (sie meint, die wären bei der Untersuchung davor auch schon dagewesen und hätten sich nicht weiter verändert… ich konnte mich nicht erinnern, dass sie die mir gegenüber überhaupt erwähnt hatte, aber ich will nicht ausschließen, dass mir das irgendwie entgangen wäre… mich überfordert das ganze ein bisschen).
Sie meint, wir würden das noch weiter beobachten, und wenn der Virus dann („dann“ hat sie nicht kongretisiert…sie hat wörtlich gesagt „Wir werden das beobachten, beobachten, beobachten…und dann“ … habe es so verstanden, dass wir jetzt noch drei Kontrolltermine abwarten) immernoch da ist, müsse sie mich an eine Klinik überweisen, wo dann ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt werden soll. Sowas sind freilich Szenarien, die man nicht gerne hören will.
Wie gesagt, die Situation überfordert mich etwas, da beruhigt es auch wenig wenn gesagt wird, dass die meisten Frauen den Virus nach einem Jahr wieder los sind (zumal das bei mir schonmal nicht mehr zutrifft). Es sind einige Fragen offen.
Zu meinen Fragen:
Es fühlt sich fürchterlich unbefriedigend an diesen Virus zu haben, und einfach mal abzuwarten, was passiert. Aber nachdem was ich so gelesen habe, kann man wohl tatsächlich nichts unterstützendes tun oder lassen, um das Zeug wieder loszuwerden? Nur hoffen?
Mir ist nicht so ganz klar, wann und wie ich mir den Virus eingefangen habe. Ich bin sexuell eigentlich nicht übermäßig aktiv. Bis vor 8 Jahren hatte ich 3 Sexualpartner (geschützter Verkehr mit Kondom… ist freilich kein 100%iger Schutz, ich weiß). 2006 ging eine mehrjährige Beziehung in die Brüche. In dieser gab es dann freilich auch Sexualkontakt, wo nur mit Pille verhütet wurde. Ich war zu der Zeit natürlich auch regelmäßig bei einem Frauenarzt. Nach der Beziehung bin ich umgezogen und habe auch den Frauenarzt gewechselt (zweimal). Meine derzeitige Frauenärztin ist nun die 4. seit der Beziehung. Sie hat direkt beim ersten Termin die Viren entdeckt (ich muss zugeben, ich war davor etwas nachlässig und ca 2 Jahre nicht beim Frauenarzt gewesen).
Ich habe gelesen, dass PapViren auch erst eine Weile schlummern können… aber tatsächlich so lange (4 Jahre minimum)? Gelesen habe ich was von einem Jahr.
Andere Übertragungswege als über den Geschlechtsverkehr sollen doch ziemlich unwahrscheinlich sein, oder? Haben die anderen Ärzte das Virus womöglich übersehen?
Meine Ärztin hat mich mit einer Aussage ziemlich verunsichert: Sie meint, wenn ich die Infektion überstanden hätte, soll ich doch mal darüber nachdenken, ob ich mich impfen lassen möchte mit dieser „Gebärmutterhalskrebsimpfung“. Ich hatte mich mit dem Thema schon vor Jahren beschäftigt, als es neu aufkam, und damals für mich beschlossen, dass das nichts ist, was ich machen lassen würde. Der Meinung bin ich nach wie vor. Aber aus der Beschäftigung damit blieb mir im Gedächtnis, dass eine Impfung nicht mehr möglich/sinnig sei, wenn man einmal infiziert war/ist bzw die Wahrscheinlichkeit dafür hoch sei (weswegen die Impfung ja hauptsächlich für junge Frauen gedacht war ursprünglich). Ist das mittlerweile anders? Ich habe meine Ärztin darauf angesprochen, aber sie hat irgendwie nicht mal richtig verstanden, worauf ich hinaus will, dementsprechend „hilfreich“ waren die Antworten. Nach dem ich das dritte mal meine Frage kongretisiert hatte, und die gleiche, unnützige Antwort (a la: " Es erkranken doch nicht nur junge Frauen, warum sollte man dann nur die impfen" … hä, das hatte ich nicht gefragt) und ein genervter Tonfall alles war, was ich erhielt, habe ich das nachhaken aufgegeben. Aber ich frage mich seither, wie kompetent meine Ärztin ist… also, kann sie jemand entlasten? Haben sich die Vorraussetzungen für eine Impfung mittlerweile geändert?
Ich würde mir einen Ärztewechsel eigentlich gerne ersparen wollen, zumal ich eh sehr kritisch bin was Ärzte angeht *zugeb*, und am nächsten vielleicht wieder was nicht passt.
Wie ist das jetzt eigentlich mit Sex? Ich Moment habe ich das Gefühl, dass ich guten Gewissens keinen haben kann, ob nun mit oder ohne Kondom. Immerhin ist es doch gut möglich, dass ich meinen Partner infiziere, und er dann vielleicht seine nächste Partnerin… Das sehe ich schon richtig, oder?
Mal angenommen, es kommt bei mir zum worst case und ein Eingriff wird notwendig. Da ich keinen Kinderwunsch hege (und mehr als stark bezweifle, dass sich das nochmal ändern wird… ich hatte solche Wünsche noch nie und kanns mir auch schlecht vorstellen) würde ich dann eventuell dazu tendieren gleich „das ganze Zeug“ rausnehmen zu lassen, nicht nur ein Teil vom Hals. Wäre dazu zu raten oder eher abzuraten? Ist es wahrscheinlich, dass sich das auf das Lustempfinden auswirken könnte?
Ich hoffe jemand kann mir etwas Licht ins Dunkel bringen
Vielen Dank im vorraus
Anna Nuehm