Hallo und Guten Tag,
immer wieder gibt es ja im Winter Fälle wie diesen hier, dass jemand auf einem zugefrorenen Gewässer ins Eis einbricht und dann relativ schnell durch Unterkühlung stirbt - so scheint es jedenfalls.
Nun habe ich eine - deutsch kommentierte - Reportage der BBC auf „Spiegel-TV“ über die Norwegerin Anna Bågenholm gesehen, die nachdem sie bei Skifahren in einen zugefrorenen Bach gestürzt war, ebenfalls scheinbar den Kältetod gestorben war. Hier ist die Reportage:
http://www.spiegel.tv/filme/bbc-back-dead/
Siehe auch:
http://www.zeit.de/2000/12/Auferstanden_vom_Kaeltetod
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50578098.html
Anna Bågenholms Körpertemperatur war auf 13,7 Grad gesunken, ihr Herz schlug nicht mehr selbständig, ihr Gehirn zeigte keinerlei messbare Aktivität mehr, sie war von einer Toten nicht zu unterscheiden und wäre in Deutschland vermutlich für tot erklärt worden - und dennoch wurde sie von den Ärzten - sie ist selber Ärztin, also ihren Kollegen - nicht aufgegeben, und unter ständiger Herzdruckmassage und Sauerstoffzufuhr gehalten. Und das „Wunder“ geschah, nach eine Defibrillation fing ihr Herz irgendwann wieder an zu schlagen, nach einigen Wochen erwachte sie aus dem Koma und das Bemerkenswerteste ist, dass sie ihren anderthalbständigen vollständigen scheinbaren „Tod“ ohne irgendwelche Hirnschäden überstanden hatte - Anna Bågenholm war wieder vollständig „die Alte“ geworden! Die extreme Kälte hatte ihr Gehirn vor dem Absterben der Gehirnzellen, das normalerweise bei Kreislaufstillstand stattfindet, geschützt.
Jetzt meine Frage: Könnte es nicht sein, dass man viele derjenigen, die in den letzten Jahren bei uns in Deutschland ins Eis eingebrochen sind, auch genauso ins Leben hätte zurückholen können wie Anna Bågenholm? Dass man sie vielleicht vorschnell für tot erklärt hat, obwohl sie, wie Anna Bågenholm, nur scheintot waren und man sie genauso ins Leben hätte zurückholen können? Das wäre doch furchtbar tragisch, oder?
Vielen Dank im Voraus für Antworten und Meinungsäußerungen,
Jasper.