Vielfältige gesundheitliche Beschwerden

Hallo Wolf-Dieter,

ich habe seit einiger Zeit eine Reihe verschiedener gesundheitlicher Beschwerden, die mir aber alle zu unterschiedlich und jeweils zu akut sind, als dass ich (meiner Meinung nach) damit zum Arzt gehen könnte. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen, da Sie in dieser Richtung ja Experte sind.

Zu Beginn einmal möchte ich folgendes medizinisch Relevantes zu meiner Person sagen: weiblich, 20 Jahre alt, 167 cm, 65 kg.

Zu den Beschwerden:

  1. seit ca. einem halben Jahr mindestens 1x (meistens öfter) die Woche stechen im linken Torso, vorwiegend im oberen linken Torso, meistens kurzes Stechen, manchmal auch anhaltendes Drücken,
  2. seit ein oder zwei Monaten tiefes Röhren, wenn ich huste, aber kein anhaltender Hustenreiz als solcher,
  3. seit einigen Wochen ein- bis mehrmals täglich akut auftretendes Taubheits- und Schwächegefühle im linken Arm (vorwiegend im Unterarm und in der Hand), teilweise auch starkes Ziehen, bis in die Schulter hinein,
  4. seit einem Monat etwa ein überempfindlicher Darm, oft mit Durchfall (immer nur einen Tag lang), kurz darauf aber auch schon wieder Verstopfung (und damit in Verbindung steht womöglich auch die ständige Trockenheit meiner Lippen und die immer mal wieder auftretenden Mundwinkelrhagaden),
  5. hin und wieder Schwindel und das plötzliche Gefühl, ich würde gleich ohnmächtig werden (was aber bisher noch nicht passiert ist).

Bei weiteren Fragen hierzu, erzähle ich gern noch mehr. Ich hoffe, Sie können mir helfen. Falls nicht, leiten Sie diese Frage bitte an jemanden weiter, der sie zu beantworten weiß.

Mit freundlichen Grüßen und danke im Voraus,
Gullin

Hallo Gullin

Zuersteinmal danke ich für die sehr vorbildliche Schilderungen. Dennoch muß ich gleich vorweg schreiben, dass eine Ferndiagnose nie so treffsicher sein kann, wie eine Diagnose aufgrund einer Untersuchung. Ich beginne bei meinen Anmerkungen mit den aus ihren Infos naheliegendesten Möglichkeiten. Sollten diese nach Prüfung nicht zutreffen, dürfen sie gerne zurückschreiben.

Zuersteinmal zu den Beschwerden 1+3
Dabei blicken sie bitte auf die Tätigkeiten mit denen Sie sich beschäftigen. Schreibtischarbeiten, Arbeit in halb gebückter Stellung, … da der naheliegendeste Grund in diesem Alter an Verspannungen liegt. Auch ein zu dickes Kissen, schlafen auf dem Bauchkann zu Verspannungen führen - gerade über diesen langen Zeitraum.
Verspannungen im Nacken sorgen dafür, dass die ableitenden Nerven zu den Armen und Händen gereizt werden, was zu Senibilitätsstörungen bis hin zu Taubheit in den Armen führen kann, aber auch zu Taubheit in den Fingern führen kann. Ebenso auch herzinfarktähnlichen Sympthomen - Schmerzen im Torax und Atembschwerden haben hier häufig (in ihrem Alter) ihre Begründung.
ERste HIlfe und Überprüfung könnten Gymnastik und Massage sein. Ein heißes Duschbad, eine wärmende Salbe, oder auch eine Behandlung mit einem TENS Gerät. (TENS: Stromimpulsgerät, das durch Wirkung auf die Nerven und die Muskulatur für Entkrampfung sorgt und die Schmerzen lindert - mehr dazu auf Wunsch) Sollten sich die Beschwerden dadurch verändern lassen, kann man entweder mit langen Wartezeiten einen Ortopäden aufsuchen, oder den Hausarzt um Krankengymnastik bitten. Medikamente wie Dicofenac helfen hierbei auch sehr gut, greifen allerdings den Magen an. Sollten die Beschwerden sich nicht verändern, muß weiter überlegt werden.
Punkt 2 Ein anhaltender Hustenreiz ist eigentlich ein Zeichen für einen Infekt. Während die Schmerzen einen anderen Grund haben können. Nach Ihren ScHilderungen vermute ich mehrere Baustellen, die sich gegenseitig beeinflussen. Verspannungen und ein Infekt. Wieviel Bewegung ist in ihrem Alltag? Wieviel Zeit verbringen sie in einem Haus?
Selbsthilfe könnte ein regelmäßiges Inhallieren von Wasserdampf sein. Während früher kochendes Wasser in eine Schüssel gegeben und der Wasserdampf dann eingeatmet wurde, gibt es heute preiswerte Vernebler. Am einfachsten besort man sich eine „Gesichtssauna“. Diese hält eine geninge Menge heißes Wasser, welches durch gleichmäßiges erhitzen verdampft und inhalliert werden kann. Ein Zusatz von Eukalypthus kann b.B. hinzugefügt werden. Sollte sich nach einer Woche keinerlei Besserung zeigen, muß hier nach anderen Gründen geforscht werden.
eine Bronchitis, die medikamentös behandelt werden muß, eine Allergie, Asthma, ein Pilz,etc. , ebenfalls.

ZUm letzten Punkt Verstopfung und Schwindel
Zuersteinmal kommt Verstopfung häufig bei Flüssigkeitsmangel oder viel schwarzem Tee vor. Es wären hier ersteinmal auf Ihre ERnährungsgewohnheiten zu sehen. Hier fehlen mir solche Informationen. Wie sieht es mit Rauchen aus? Wie regelmäßig wird gegessen? Wird selbst gekocht? Wie lange liegen Lebensmittel im Kühlschrank? Wieviel Obst? Was wird getrunken?
Schwindel kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Vielleicht läßt es sich mit dem einfachsten Grund - zu wenig Flüssigkeitszufuhr - schon abklären. Das wäre schön. Kennen sie Ihren BLutdruckwert, wie sieht es mit Kopfschmerzen aus, Augenflackern?
Falls die Ernährung schon optimiert ist, müsste nach weiteren Gründen gesucht werden.
Für Durchfälle könnten als Ursache auch Gallensteine der Grund sein, doch die treten eher in späteren Jahren auf. Ich möchte daher nicht eine ganze Litarnei auflisten, die sie beim Lesen nur ermüdet, sondern schon den naheliegendsten Grund nehmen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Daher bin ich also auch auf Rückmeldung angewiesen.
Wie sieht es mit Sodbrennen aus?
Was passiert nach einem fetten Essen?
Zu welcher Tageszeit treten Beschwerden auf?
Wo waren sie im Urlaub?

Ich hoffe natürlich einige Punkte getroffen zu haben. Ein kurzes Feedback würde mir helfen.
Wo ich zu kurz oder nicht treffend geantwortet habe, kann das natürlich nachgeholt werden.
ERsteinmal wünschen ich ihnen gute Besserung und Erfolg beim Ausprobieren einiger Ideen

herzliche Grüße
Wolf-Dieter

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Hallo zurück,

ich möchte Ihnen zunächst erstmal für die sehr ausführliche Antwort danken.

Dass sich die Punkte 1 und 3 meiner Schilderung auf Verspannungen zurückführen lassen, klingt logisch, denn ich bin Student und da gilt es viel drinzusitzen und Arbeiten am Schreibtisch zu erfüllen. Was dies und auch meinen Hustenreiz angeht, so werde ich Ihre Empfehlungen ausprobieren und dann nach einiger Zeit nochmal berichten, wie es sich entwickelt hat. Danke auch für diese Ideen.

Zu Verstopfung (oder Durchfall) und Schwindel:

Zu Ihren Fragen zur Ernährung: Ich rauche nicht und trinke fast nie Alkohol (drei bis viermal im Jahr jeweils zwei Gläser Wein). Seit einem Monat etwa esse ich regelmäßig Frühstück (ein Brötchen mit Butter und Honig und schwarzer Tee), durch die Ausbildung und daher geregelte Schulungszeiten auch regelmäßig Mittag (da meistens belegtes Brot oder Brötchen), Abendessen, wenn ich gegen 6 nach Hause komme (hierbei auch wieder belegtes Brot); zwischendurch esse ich dann unregelmäßig immer mal wieder etwas, darunter verhältnismäßig wenig Obst und Gemüse, hin und wieder Süßes. Ich koche nicht selbst oder allenfalls am Wochenende. Die Lebensmittel im Kühlschrank sind alle frisch, gegessen werden sie bis zum Haltbarkeitsdatum. Ich trinke seit etwa einem Monat nur noch Wasser und Tee, selten Saft oder anderes; v.a. trank ich auch Cola und fast nur Säfte.

Körperliche Betätigung findet bei mir, v.a. dadurch dass ich von montags bis freitags jeweils von 7 bis 18 Uhr nicht zuhause bin, nur sehr selten statt. Innerhalb der Woche meistens gar nicht; dann nur am Wochenende Waldspaziergänge, von denen mindestens einer ausgedehnt ist (was heißt, er geht über 10 bis 15 km, mit Steigungen, etc.).

Zum Blutdruck: ich hatte vor zwei Jahren im Sommer einmal starke Probleme mit niedrigem Blutdruck, mit monatelang durchgängigem Schwindelgefühl, wobei ich aber nie ohnmächtig wurde. Seither habe ich immer mal wieder sehr niedrigen Blutdruck, ansonsten habe ich zwar einen niedrigeren Blutdruck als 120 / 80, aber – laut Ärzten – in einem akzeptablen Bereich (und ohne Beschwerden).
Kopfschmerzen habe ich recht häufig, Augenflackern selten, aber vorhanden.

Sodbrennen habe ich in letzter Zeit vermehrt, aber nicht anhaltend, sondern auch immer nur mal ein bis zwei Tage lang.

Fettiges Essen bewirkt, wie ich Samstag Nacht nach dem Rostern bemerken musste, Durchfall. Letztens reagierte ich auf kalte Milch auch mit Durchfall. Oft habe ich dann, nachdem das Dünne draußen ist (was es, wie ich nachgelesen habe, ja muss, damit die vom Darm als Schadstoffe erachteten Bestandteile der Nahrung aus dem Körper hinausbefördert werden), gleich im Anschluss, d.h. am nächsten Tag, wieder verstopfungsähnliche Darmzustände, bei denen es ein, zwei Tage dauern kann, bis ich wieder ein Geschäft verrichten kann (dieses aber dann mit festen Exkrementen).

Gibt es außer viel zu trinken und sicherlich auch Sport (oder körperliche Betätigung im Allgemeinen) noch andere Möglichkeiten den Darm zu unterstützen?

Freundliche Grüße und nochmals danke für Ihre Zeit und Ihre Gedanken,
Julia

Hallo Julia

Zuersteinmal danke für die Details. Sie gehören zu dem Personenkreis, dem gut zu helfen ist, weil sie auch sehr kritisch sich selbst beobachten. Daher fällt es leichter Ihnen zu helfen.
Kurz werde ich meine 10 Min. eben noch nutzen.

Der Darm ist ein sensibles Organ. Streß und Ärger können sehr starke Auswikrungen darauf haben. Und weil er so empfindlich ist, können auch Nahrungsmittel einen großen Einfluß haben. -Können- deswegen, weil wie ich herausgehört habe, bei Ihnen der Darm schon auf kalte Milch reagiert. Das ist nicht ungewöhnlich. Außerdem bekommen sie (auch bedingt durch wenig Sport) bei Konsum von shcwarzem Tee Verstopfung. Beides ist nicht ungewöhnlich, spricht aber für einen sensiblen Darm.
Was tun?
Am leichtesten wird es wohl fallen, wenn sie ihren Teekonsum ändern. Versuchen sie mal einen Monat lang keinen schwarzen Tee zu trinken - besser jeden Morgen einen anderen Tee oder ein bis zwei Tasssen Kaffee um wach zu werden. Grund: es gibt bei manchen Menschen eine Unverträglichkeit gegen das TEein im schwarzen Tee, was zu Verstopfungen führt. Hingegen bewirkt das Koffeein, das der Darm angeregt wird.
Sollte dies schon zum Erfolg führen, dann ist es ja gut, ansonsten sollte man sich Gedanken über mögliche Unverträglichkeiten in der Nahrung machen. Es ist nicht selten, dass im Ihrem Alter eine befristete Diät - nicht Reduktion zum Abnehmen, sondern Auslassen bestimmter Produkte- solche Probleme dauerhaft beseitigen. Aber mal Schritt für SChritt, ich will sie schließlich nicht verwirren.
In diesem Sinne eine schöne Woche noch. Melden sie sich doch mit Ihren Neuigkeiten.

Herzliche Grüße
Wolf-Dieter

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