In letzter Zeit komme ich wieder dazu mehr fernzusehen, wodurch ich mehr oder weniger interessante Reportagen sehen konnte. Leider musste ich feststellen, dass die Sprache oftmals stark verschandelt wird. Vor allem der Schwund vom S des Genitivs läßt mich immer häufiger die Stirn runzeln. Gestern Abend erst: „Eine kurze Geschichte des PC“ und darin der Satz: „… dank des Internet…“ (Hier sollte zwar eigentlich auch eher der Dativ stehen, aber darüber sehe ich jetzt mal hinweg.) Ist das in die Sparte „Sprachwandel“ zu setzen und ist es vielleicht doch ein mir unbekanntes Stilmittel?
je neuer ein Wort in der deutschen Sprache ist, desto größer scheint die Akzeptanz eines Genitivs ohne „s“ zu sein. Der DUDEN gestattet in diesem Fall beide Formen …
„… dank des Internet…“
… und in diesem Fall (noch) nicht.
(Hier sollte zwar eigentlich auch eher der Dativ stehen
Auch hier ist der DUDEN tolerant, denn im Falle eines folgenden Singulars nennt er Genitiv und Dativ als gleichberechtigte Alternativen.
Ist das in die Sparte „Sprachwandel“ zu setzen?
Yep.
Leider musste ich feststellen, dass die Sprache oftmals stark verschandelt wird.
Kleiner Hinweis am Rande: Man hat ungleich mehr Spaß, wenn man diese Position zugunsten der Ansicht „Die Sprache verändert sich eben“ verlässt und ein aufmerksamer Beobachter statt eines bedauernden Kritikers wird
Nicht alles, was von der Standardsprache abweicht ist Zeichen eines
Sprachwandels.
Aber natuerlich ist es wahr, dass Sprache einem Wandel unterliegt.
Es ist auch wahr, dass ein Teil der Menschen diesen Wandel
missbilligt und ihn als Verschandelung bezeichnet.
Das war immer schon so. Ungern geben wir wieder her, was wir gelernt
haben, woran wir uns gewoehnt haben und was uns vom einfachen Volk
mit seiner unbedachten Sprache unterscheidet.
Wie sich das bei deinen Beispielen verhaelt, weiss ich nicht so
genau. Schliesslich sind beides Fremdwoerter und es kann sein, dass
es solche sind, fuer die Sonderregelungen gelten.
Das muessen andere uns sagen.
Hallo, Michael,
vielfach gerät auch das Genitiv-s auf Abwege, wie man gelegentlich im Radio hören kann: „A.M. ist eine Ziehtochter des Altbundeskanzler Kohls.“
Das ist etwas, was mir die Zehennägel gen Himmel streben läßt.
Die besagte Dame ist entweder „Ziehtochter des Altbundeskanzlers Kohl“ oder „Ziehtochter Altbundeskanzler Kohls“.
Hallo, Christopher,
greift hier nicht auch die Abkürzungsregel? Ich denke dass man auch bei PKW, LKW etc. keine Deklinationsendungen anfügt.
Daher hinge es davon ab, ob man PC als Abkürzung oder als eigenständiges Wort auffasst.
Grüße
Eckard
Kleiner Hinweis am Rande: Man hat ungleich mehr Spaß, wenn man
diese Position zugunsten der Ansicht „Die Sprache verändert
sich eben“ verlässt und ein aufmerksamer Beobachter statt
eines bedauernden Kritikers wird
Diese Weisheit habe ich mir hinter die Ohren geschrieben! Ich war auch so einer …
Verdienst einen *
Erich