der Fußbodenbelag, den wir für ein Spielzimmer bzw. Kinderzimmer benötigen, muss fußbodenheizungsgeeignet sein. Wir haben in den anderen Räumen Fliesen und Bambusparkett – Fliesen sind mit FBH ja eh top geeignet, Bambus Hartholz ebenfalls.
Auf das Vinyl kamen wir, da es ebenfalls als FBH-geeignet ausgewiesen ist, fußwarm und trotzdem sehr strapazierfähig ist; Aufbau 2,0 mm Vinylauflage, 0,3 mm Overlay, 6 mm quellreduzierter HDF-Träger, 1,5 mm Korktrittschalldämmung.
Nun habe ich mir aber das Datenblatt angesehen und sehe einen Wärmedurchgangswiderstand von 0,11 …max. erlaubt seien 0,17. Der Verkäufer sagt ganz klar, dass Vinyl natürlich nicht einen so guten Wert haben könne wie Hartholz.
Wir sind nun verunsichert. Hat jemand Erfahrung mit so einem Vinylboden auf FBH?
Nun habe ich mir aber das Datenblatt angesehen und sehe einen
Wärmedurchgangswiderstand von 0,11 …max. erlaubt seien 0,17.
Allein vom mathem./physikalischem Verständnis:
Je kleiner der Widerstand, desto besser die Wärmeleitung.
Demnach ist alles, was unter 0,17 liegt, geeignet.
Gruß
Rochus
Vinyl lässt sich grundsätzlich auf einer Warmwasserfußbodenheizung verlegen, sofern der Hersteller angibt, dass sich seine Ware dafür eignet. Wichtig hier (wie du schon richtig sagtest): der Wärmedurchlasswiderstand. Je niedriger dieser ausfällt, desto günstiger ist es für die Wärmeabgabe. Ebenfalls wichtig: die Wärmeleitfähigkeit. Je nach Dicke und Material schwankt der Wert. Bei einem 2 mm starken Boden liegt der Widerstand bei nur noch ca. 0,02 m² K/W, bei einer Bodendicke vom 3,5 mm würde er beispielsweise bei O,05 m² K/W liegen. Ihr könnt die Heizung also niedriger stellen als bei Hartbelägen wie Parkett oder Laminat, um auf die gleiche Raumtemperatur zu kommen. In jedem Fall empfehlenswert: eine vollflächige Verklebung des Bodens. Der Wärmedurchlass ist dadurch etwas besser als bei schwimmender Verlegung.
Wenn ihr bei diesem Bodenbelag einen Widerstand von 0,11 vorliegen habt, ist das zwar hoch im Vergleich zu dünneren PVC-Belägen, aber mit Fertigparkett vergleichbar. Dieses hat einen Widerstand von 0,10- 0,15 m² K/W. Hartholz wie Bambus eignet sich auf Grund seines Quell- und Schwindverhaltens besser als Weichhölzer als Belag auf einer Fußbodenheizung.
Fazit: Ich sehe also keinen Grund, es nicht mit dem PVC zu probieren.
Viel Erfolg!
Das Team von http://www.selbst.de - Infos rund ums Heinwerken, Renovieren, Dekorieren, Haus & Garten!
Hallo Rochus,
„Pinkhammer“ hatte da entscheidende Hinweise gegeben.
Bodenbeläge, die auf Fußbodenheizungen eingesetzt werden, dürfen keinen zu hohen Wärmedurchlasswiderstand haben. 0,15 m² x K/W sollten nicht überschritten werden.
Der Wert von 0,17 war früher; die Obergrenze gilt heute nicht mehr, da herabgesetzt!
Entscheidend ob aller Bewertungen und Berechnungen sind einzig und alleine die (verbindlichen) Herstellerangaben des jeweiligen Produkts. Aber da hattest Du Dich ja über das Produktdatenblatt (PD) bereits informiert. Das PD ist keine „frei gestaltbare“ Werbeschrift, sondern führt herstellerseitig-verbindliche Materialeigenschaften auf.
Bei den 0,11 m²K/W wären die Bedingungen für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung erfüllt.
„Rochus“ schrieb bereits, dass sich eine Verklebung des Belags auf der Estrichoberfläche (damit eine Verbesserung des thermischen Übergangswiderstands) im Gegensatz zur schwimmenden/losen Verlegung sehr vorteilhaft auswirkt. Das ist richtig und wichtig.
Das Produkt muss frei gegeben sein für die Verklebung und darf nicht ausschließlich für die schwimmende Verlegung ausgelobt sein.
-.-.-.-.-
Gruß: Klaus
Dass Fußbodenbelag, der für eine FBH freigegen ist, auch darauf verlegt werden darf, ist schon klar. Auch dass einer mit einem Widerstandswert von 0,1 gelegt werden darf, weil er unter 0,15 liegt, ist klar.
Auf dem Boden verklebt werden darf er nicht, weil eine Dampfsperrfolie auf den Estrich muss - Nut und Feder werden wohl verklebt.
Mich hätten Erfahrungen interessiert, die schon mit Vinyl auf FBH gemacht wurden. Muss man nur eine längere Vorlaufzeit einplanen, bis die Wärme durchkommt, oder muss man dauerhaft die ganze Heizperiode mit höher eingestellter Heizung und somit mit höheren Kosten rechnen?