VISA Karte für 'Existenzgründer', keine Chance?

Hallo.

Ich bin seit Dezember 2003 Selbstständig und bräuchte nun eine VISA Karte. Leider scheint dies als Selbstständiger der noch keinen Einkommenssteuerbescheid zurückbekommen hat unmöglich. Weiterhin, wenn ich diesen schon hätte, wäre er wahrscheinlich nicht ausreichend da für das Jahr 2003 (was ja nur ein Monat war) kein Gewinn besteht.

Ich kann der Bank allerdings, anhand meiner Kontoauszüge von 2004, nachweisen das mein monatliches Einkommen permanent besteht und sehr hoch ist und könnte auch eine Ersteinlage auf das damit verbundene Girokonto im 5-stelligen Bereich machen. Allerdings scheint das wirklich keine Bank zu interessieren (NetBank nur als Beispiel) und es wird auf einen Einkommensteuerbescheid bestanden. Absurdum wird die Karte selbst (bei nachweis von Bafög-Eingang) an Stundenten oder Schüler ausgegeben, aber nich an einen Selbstständigen der mehr als genug Nachweise bringen kann?

Wo liegt hier die Logik der Sache bzw. wie haben es andere Existenzgründer hinbekommen die VISA Karte zu erhalten? Da ich diese ab 2005 dringend brauche bin ich für jeden Tipp oder Link sehr dankbar!

MfG,
Lorenz

Hi Lorenz,

besorge Dir eine Visa Electron Card. Sie ist wie eine Kreditkarte einsetzbar, funktioniert aber nur auf Guthabenbasis d.h. Du bezahlst einen Betrag auf ein Konto ein und dieser Betrag ist Dein Verfügungsrahmen für die Karte.

Wenn Du die Karte z.B. zur Bezahlung von Waren im Ausland nutzen willst, ist das eine praktische Lösung.
http://www.kreditkarten-anbieter.de/kreditkarten-myb…

Bye
Rolf

Hi Rolf.

Ich hatte mir die VISA Electron auch schon angeschaut, aber die wird zu wenig online akzeptiert.

Was für alternativen gäbe es denn noch? Hat niemand eine Bank gefunden die eine richtige Kreditkarte anhand von Kontoauszügen der alten Bank und guter Ersteinzahlung eröffnet?

Viele Grüsse,
Lorenz

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Hallo Lorenz!

Du wirst im Laufe der Zeit anläßlich verschiedener Gelegenheiten von einer Bank irgendetwas wollen. Dabei ist das hier…

Ich kann der Bank allerdings, :anhand meiner Kontoauszüge :von 2004, nachweisen das mein :monatliches Einkommen :stuck_out_tongue:ermanent besteht und sehr :hoch ist

… eine ziemlich sichere Methode, damit bei der Bank alle Klappen herunter und alle Lichter auf rot gehen. Ohne verletzend wirken zu wollen, muß ich Dir in aller Deutlichkeit sagen, daß Du Dir mit der Ansicht, Kontoauszüge seien geeignete Einkommensnachweise, ein Schild auf die Stirn klebst, auf dem steht: „Ich habe vom Wirtschaften und von Betriebsführung nicht die leiseste Ahnung“. Nimm das erst einmal einfach hin und sag selbst: Würdest Du jemandem Geld leihen, von dem Du ganz genau weißt, daß er

  • keine Ahnung hat, wie man mit Geld umgeht
  • nicht weiß, wie er den Überblick behalten kann
  • und sich zu allem Überfluß dieser Schwächen nicht bewußt ist?

Kontoauszüge erlauben keinerlei Rückschluß auf das Betriebsergebnis! Du könntest der Bank ebenso gut das Fahrtenbuch oder die Portokasse zeigen. Eine Kreditkarte/ein Kredit hat stets etwas mit Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu tun. Dabei erhält das Vertrauen einen nachhaltigen Knacks, wenn Du derart deutlich zeigst, wie fremd Dir kaufmännisches Verhalten und Geldangelegenheiten sind. Ein Banker wird jedem Lehrling mit regelmäßiger Lohnabrechnung eher über den Weg trauen - mit Recht!

Genug gemeckert. In meiner Holsteinischen Heimat hieß es: Was de Buur nich kennt, dat freet er nich (Was der Bauer nicht kennt, das ißt er nicht). Der Bauer ist jetzt der Banker. Er sollte also gelegentlich erfahren, womit Du Deine Zeit so totschlägst. Das bekommt er in aller Kürze und in verständlichen Worten zu hören. Man kennt sich, pflegt den Kontakt, kann sich gegenseitig einschätzen, baut Vertrauen auf. Vertrauen ist gut, Zahlen sind besser. Aber nicht die Zahlen von Kontoauszügen, die kann sich der Banker nötigenfalls ganz ohne Dein Zutun selbst ausdrucken. Du brauchst kaufmännische Zahlen, sprich: Buchführung, Gewinn+Verlust, Bilanz. Dieses Machwerk rückst Du nicht erst zögerlich raus, wenn Dir Finanzamt und/oder Bank die Pistole auf die Brust setzen; Du hast diese Zahlen vielmehr auf dem Laufenden und auf Knopfdruck „am Mann“.

Ganz unabhängig von den Bestimmungen des HGB und der AO kommst Du im praktischen Leben des Selbständigen nicht an einer ordentlichen Buchführung vorbei. Auch wenn Du als Freiberufler umsatzunabhängig grundsätzlich nicht bilanzpflichtig bist, kommst Du schon im eigenen Interesse an der Notwendigkeit einer jederzeit zur Verfügung stehenden Bilanz nicht vorbei. Damit Du überhaupt weißt, wovon die Rede ist, empfehle ich Dir dringend den Besuch eines Buchführungskurses an der VHS. Ergänzend geeignet ist das Buch „Buchführung- Schritt für Schritt“ von Martin Lautenschlager, ISBN 3-581-66211-6 Buch anschauen. Oder noch besser, gut für den Selbstunterricht geeignet, aber vielleicht zu umfänglich für Deine Zwecke ist das Buch von Gerold Mus und Rolf Hanschmann "Buchführung, Grundlagen - Aufgaben, Lösungen.

Wie Du sicher schon gemerkt hast, geht es jetzt nicht nur um die olle Visakarte, es geht um die kaufmännische Betriebsführung und um Deinen Umgang mit der Bank sowie mit dem Finanzamt. Ohne betriebliche Zahlen, deren laufende Erstellung ein bißchen Grundwissen erfordert, kannst Du jedes Ansinnen an die Bank von vornherein knicken, ganz egal, wie groß oder klein die (für sich allein völlig nichtssagenden) Zahlen auf irgendwelchen Kontoauszügen sind. Mit vollständigen (!) Zahlen, also mit G+V und Bilanz, wirst Du erleben, wie Dir alle möglichen Kreditkarten förmlich hinterher getragen werden. Nur am Rande: Es gibt Leute, die haben vermutlich orgasmusähnliche Gefühle, wenn sie diverse Karten in Gold und Platin in der Brieftasche wissen. Dabei ist eine gewöhnliche Kreditkarte manchmal praktisch. Was darüber hinaus geht, ist zum Fenster rausgeschmissenes Geld, um Prolls zu beeindrucken.

Gruß
Wolfgang

Hallo

eröffne ein Konto in Luxemburg. Dann bekommst gegen Sicherungseinlage von 4800 Euro eine Visakarte von der dortigen Voba.

gruß Marco

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Hallo Wolfgang.

Ich habe vergessen zu erwähnen das ich der Bank auch eine vorläufige Einnahme-Überschuss-Rechnung für 2004 angeboten habe, interessierte allerdings auch nicht. Meine Buchführung *IST* korrekt und ordentlich und jederzeit nachvollziehbar gehalten und jederzeit einsehbar, aber es wird auf einen Einkommenssteuerbescheid bestanden, den ich für 2004, erst Ende 2005 erhalten werden.

Ich denke auch das du dir diesen sarkastisch Ton wirklich sparen kannst da du mich nicht wirklich kennst!

Viele Grüsse,
Lorenz

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Hallo Lorenz!

Ich habe vergessen zu :erwähnen das ich der Bank :auch eine vorläufige :Einnahme-Überschuss-Rechnung :für 2004…

Was ist „vorläufig“? Entweder hat man zu einem bestimmten Stichtag gültige Zahlen oder nicht. Das ist wie schwanger oder nicht schwanger. Vorläufig schwanger ist schwer nachvollziehbar.

Ich denke auch das du dir :diesen sarkastisch Ton :wirklich sparen kannst da du :mich nicht wirklich kennst!

Stimmt, ich kenne Dich nicht. Dafür erinnere ich mich (innerlich vor Scham errötend) nur zu gut, welcher Mist mir als Freiberufler vor einem Vierteljahrhundert wichtig war, welche Fehler ich machte. Ich sehe, daß kein Mensch wenigstens neue Fehler zustande bringt, sondern die alten immer wiederholt werden. Auch in diesem Brett tauchen immer wieder die gleichen Sachverhalte auf. Nichts Neues im www. Inzwischen wenigstens die meisten Dunghaufen vor dem Hineintreten riechend, muß ich Dich nicht persönlich kennen, um nach Deiner Schilderung die übliche Lage einschließlich der leider üblichen Defizite nach knapp einjähriger Selbständigkeit ungefähr erkennen zu können.
Ich schrieb ausdrücklich, daß die Ausführungen nicht verletzend wirken sollen. Es gibt keinen Anlaß für den Gang in die Schmollecke. Wenn es eine Buchhaltung gibt und Du verstehst, was dabei vorgeht, dann weißt Du auch, daß die Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle aus vielen Konten besteht; Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten, Miete, Fahrzeug, Kasse, Bank - um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Erst die Gesamtheit aller Konten, geordnet nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, ergibt einen halbwegs brauchbaren Überblick. Aus Deinen Kontoauszügen geht z. B. nicht hervor, ob Du bei einem Dutzend Lieferanten fürchterlich in der Kreide stehst. Damit kann man eigentlich nicht mehr auf die Idee kommen, durch Herzeigen des Bankkontos irgendetwas nachweisen zu wollen.

Meine Hinweise waren sehr gutwilliger Art. Wenn Du sie in den Wind schlägst, wirst Du absehbar ernsthafte Probleme bekommen. Was glaubst Du wohl, weshalb ich mir sogar die Mühe mache, Dir geeignete Literatur herauszukramen? Das Buch von Martin Lautenschlager ist übrigens bei Amazon gebraucht schon ab 47 Ct zu haben. Das anspruchsvollere Buch (trotzdem eingängig geschrieben und ganz einfach anfangend) von Dr. Gerold Mus scheint vergriffen zu sein, mußt eben bei Ebay probieren. Ansonsten steht es außer als Script in meinem Bücherregal in jeder Uni-Bibliothek.

Du wirst Dich eine Weile damit abfinden müssen, von Banken nur mit spitzen Fingern angefaßt zu werden. Junge Unternehmen haben immer etwas mit Risiko zu tun, das der Banker nicht einschätzen kann. Um solche Situationen macht er nach Möglichkeit einen großen Bogen. Das solltest Du auch tun, begib Dich also nicht in die Rolle des Bittstellers, wobei Du drauf und dran bist, in genau diese Rolle zu schlüpfen. Weil aber Banken von Kunden leben, denen sie Kredit geben, muß eine Zeit ins Land gehen, die mit transparentem Tun (sprich: Mit verläßlichen Zahlen), belegt ist. Danach hast Du Augenhöhe hergestellt. Du willst etwas von der Bank und die Bank will mit Dir ins Geschäft kommen. Zur gleichen Augenhöhe gehört regelmäßig, nicht ausschließlich mit anderer Leute Geld (also mit anderer Leute Risiko) zu arbeiten. Du brauchst deshalb Eigenkapital, sobald Du mehr von der Bank willst, als nur ein Girokonto zu führen. Ein noch so hohes Einkommen, das stets sogleich wieder verfrühstückt wird, ist kein Ersatz dafür. Es läuft übrigens auch bei der Antwort auf Eigenkapital hinaus, die Dir empfahl, ein paar T€ auf ein Luxemburger Konto einzuzahlen. Damit mutiert die Kreditkarte zur einfachen Kontokarte, die Dich berechtigt, Dein eigenes Geld abzuheben. Keine Spur von Kredit. Im Gegenteil, Kreditgeber bist zunächst einmal Du selbst.

Ansonsten rechtfertigt eine Visakarte keinen größeren Zauber, sofern Du vorzugsweise in Deutschland und im Bereich der EU unterwegs bist. Deshalb solltest Du jedenfalls nicht artig und vergeblich Männchen bei der Bank machen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

jetzt hab ich mich schon einen „Wolfgang Dreyer - Klassiker - Beitrag“ zurückgehalten aber jetzt ist es mit meiner Selbstbeherschung mal wieder vorbei.
Es nervt mich furchtbar, dass Du bei jeder nur möglichen Gelegenheit Deinen Buchführungsfetischismus hier auslebst und den Leuten einredest, dass eine Buchführung die zu jeder Zeit auf Knopfdruck aktuelle (meist falsche) Zahlen auswirft das wichtigste an jeder selbständigen Tätigkeit ist.

Meine Meinung dazu:
Wer schon nicht gesetzlich verpflichtet ist Bücher zu führen, der soll seine kostbare Zeit lieber damit verbringen seine Unterlagen in Ordnung zu halten, einen guten Überblick über sein Geschäft zu haben und das wichtigste sich um seine Kernkompetenz (sein Geschäft) kümmern.

Hallo Lorenz!

Ich habe vergessen zu :erwähnen das ich der Bank :auch eine :vorläufige :Einnahme-Überschuss-Rechnung :für 2004…

Was ist „vorläufig“? Entweder hat man zu einem bestimmten
Stichtag gültige Zahlen oder nicht. Das ist wie schwanger oder
nicht schwanger. Vorläufig schwanger ist schwer
nachvollziehbar.

Eine endgültige Einnahmenüberschussrechnung 2004 erstellt am 5.10.2004 ist allerdings auch sehr schwer nachzuvollziehen.

Aus Deinen Kontoauszügen geht z. B.
nicht hervor, ob Du bei einem Dutzend Lieferanten fürchterlich
in der Kreide stehst. Damit kann man eigentlich nicht mehr auf
die Idee kommen, durch Herzeigen des Bankkontos irgendetwas
nachweisen zu wollen.

Aus Deiner EÜR bzw. Bilanz auf Knopfdruck geht allerdings auch nichts über die Werthaltigkeit Deiner Forderungen hervor oder machst Du auch täglich eine Abfrage bei Creditreform.

@Lorenz:
Wenn Du so unbedingt eine Visa-Karte brauchst, dann wende Dich an eine Bank mit Filiale an Deinem Wohn-Geschäftsort, zeig Ihnen Deine Kontoauszüge, bring eine vorläufige BWA oder EÜR am besten vom Steuerberater mit, versichere Ihnen keine hohen Lieferantenverbindlichkeiten zu haben, wechsle mit Deinem Geschäftskonto (mit Guthaben) und alles was Du sonst noch hast zu ihnen, erklär warum Du unbedingt eine Visakarte brauchst… und dann müsste das doch wohl laufen.

Wenn Du das alles schon gemacht hast, dann hab ich auch keine Idee.

Grüße
Chris

Hallo.

Heute kam überraschender weise folgendes von der NetBank:

" Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank fuer Ihre Mitteilung.

Bitte entschuldigen Sie die vorherigen Aussagen. Selbstverstaendlich geben
wir Visa-Karten auch an selbststaendige Personen aus.
Wir benoetigen nur entsprechende Einkommensnachweise in Form von
aktuellen Einkommensteuerbescheiden, BWA’s, Gewinn- und Verlustrechnungen
oder Kontoauszuegen.
Bitte reichen Sie einfach einen Visa-Karten Antrag mit einer der o.g.
Nachweise ein."

Ich brauche die Karte nicht weil ich irgendein Proll bin, sondern weil ich ausschliesslich Dienstleistungen übers Internet anbiete, 90% meiner Kunden aus den USA sind und ich auch 95% meiner Ausgaben im Ausland übers Internet tätige. Da gibt es ausser PayPal sonst nämlich wenig Alternativen.

Vielen Dank für eure Mühe.

Grüsse,
Lorenz

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Hallo Chris!

Wer schon nicht gesetzlich :verpflichtet ist Bücher zu :führen, der soll seine :kostbare Zeit lieber damit :verbringen seine Unterlagen :in Ordnung zu halten, einen :guten Überblick über sein :Geschäft zu haben…

Tja, und wie funktioniert das? Alles im Kopf behalten oder auf fliegenden Blättern?

… und das wichtigste sich :um seine Kernkompetenz (sein :Geschäft) kümmern.

Das erste Ziel eines jeden Geschäfts besteht gewiß nicht darin, tolle Technik zu machen oder anderen Leuten die Haare zu schneiden. Das ist nur der Weg. Das Ziel ist immer gleich: Geld verdienen! Vor dem Start einer selbständigen Existenz macht man sich ein Konzept, um nicht planlos zu wurschteln. Zentraler Punkt des Konzepts, an dem oft genug die Realisierbarkeit hängt, ist ein Zahlenwerk. Dabei schreibt man auf, welche Sachen und wieviel Geld man in die Unternehmung einbringen kann, man schreibt Kosten auf und prognostiziert Einnahmen. Das macht man, um sich eine schmerzhafte Bauchlandung zu ersparen. Letztlich erstellt man dabei eine komplette Buchhaltung - und das sogar vorausschauend, ganz und gar freiwillig und ohne gesetzlichen Zwang! Buchhaltung betreibt man also in erster Linie freiwillig, um den Überblick zu behalten und um die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft nicht dem Zufall zu überlassen. Ganz nebenbei schaufelt man dabei auch noch Zeit frei für das, was Du mit Kernkompetenz bezeichnet hast.

Ein Beispiel: Du bestellst Ware aus dem Katalog eines Versenders. Bestellnummer raussuchen, evtl. telefonisch erfragen, ob die Ware am Lager ist, Bestellung schreiben und faxen, nach ein paar Tagen das Paket in Empfang nehmen, Übereinstimmung von Bestellung, Lieferschein und Lieferung sowie die beigefügte Rechnung prüfen, Ware ins Lager legen. Alles zusammen bedeutet sicher ein halbe Stunde Zeiteinsatz. Der Buchungssatz „Waren an Verb. aus Lief. u. Leist., Lieferant xy“ dauert 10 Sekunden. Seien wir großzügig: Eine Minute. Jetzt gucken wir mal, was dem Zeiteinsatz von einer Minute gegenüber steht (zweckmäßig eingerichtete Buchhaltung vorausgesetzt):

  • der Lagerbestand ist aktualisiert
  • im Lieferantenkonto xy steht ein kumulierter Betrag, was beim nächsten Gespräch über Zahlungskonditionen mit dem Lieferanten wertvoll sein wird
  • der Zahlungstermin (auch zur Wahrung der Skontofrist) geht nicht durch die Lappen (bares Geld gespart!)
  • der Vorsteuerbetrag für die monatlich fällige Vorsteueranmeldung ist automatisch gebucht (allein das erspart schon mehr als die eingesetzte Minute)
  • die demnächst fällige Rechnung ist in der Liquiditätsvorschau berücksichtigt. Das erspart u. a. vom Geldautomaten verschluckte EC-Karten, Füßeküssen beim Banker und einen gähnend leeren Kühlschrank.
  • Die Zahlen der Buchhaltung entstehen laufend ohne größere zeitliche Belastung, statt als blockierender Kraftakt, wenn das Finanzamt Drohhaltung angenommen hat.
  • Die automatisch von der Software durchgeführte Anpassung der Bilanz auf der Aktivseite unter Waren und auf der Passivseite unter Verbindlichkeiten brauchen wir nicht zu vertiefen, denn bilanzpflichtig ist der Fragesteller nicht (daß ich unabhängig von gesetzlichen Pflichten eine Bilanz für aufschlußreich und deshalb sinnvoll erachte, interessiert hier nicht).

Der zeitintensive Vorgang der Bestellung wird durch die Buchung nur geringfügig aufwendiger. Dem steht aber abseits aller gesetzlichen Pflichten vielfältiger Nutzen gegenüber, der an anderen Stellen mehr Zeit einspart, als aufgewendet wurde. Buchhaltung ist also kein Selbstzweck. Es geht um Überblick und Zeitersparnis. Es geht auch darum, daß der Betriebsinhaber seinen Kopf frei hält (statt sich z. B. Zahlungstermine zu merken) und Zeit für seine hauptsächliche Tätigkeit gewinnt.

Ich bin Ingenieur mit Leib und Seele und kein Buchhalter. Bei mir dauerte es sehr lange, bis der Groschen fiel und ich sehe bei zahllosen Gründern genau die gleichen Fehler und alle zahlen dafür einen hohen Preis. Wenn sich Erfahrung offenkundig nicht vermitteln läßt, kann es mir im Grunde egal sein. Dann müssen die Leute eben gegen den heißen Ofen laufen.

Gruß
Wolfgang

Hallo,
ich weiß nicht ob die Idee was taugt. Aber im Zusammenhang mit der Payback-Card(Real-Kauf, Kaufhof, Christ usw.) gibt es die Möglichkeit eine Visa-Card zu erhalten.
Wäre das eine Möglichkeit ?

Viele Grüße Gudrun