Visite auf Zimmer in Krankenhäusern

Hallo,

ich habe mal eine Frage die vieleicht hier eher von Fachpersonal gelesen wird wie in der Technikbrettern:
In unserer Fachklinik möchten wir die Papierlose Patientenakte einführen, ich suche Krankenhäuuser die Erfahrung damit haben. Habe bis jetzt noch kein Haus gefunden das sowas macht .

wer kann mir weiterhelfen ?

Hallo !

Papierlos?
Du meinst, für jeden Patienten eine Diskette, die dann auf dem Visitenwagen im Laptop sitzt und vom Arzt gesehen werden kann?

Bist Du Dir klar darüber, daß dann ohne viel Probleme diese Diskette manipuliert werden kann?
Daß es ohne Papier dann doch nicht funktioniert, weil der Zugriff zu den Daten schnell gehen muß? Man kann nicht erst einen PC/Laptop rankarren, wenn ein Patient am Wochenende im Bett merkwürdige Sprünge macht und der diensttuende Arzt sich erstmal ein Bild seiner Krankheit machen muß.
Schneller gehts immer noch mit Papier!
Gruß Max

Hallo Max,

Ich darf Dir als medizinisch nichttätigem versichern, daß gerade die Datensicherheit es notwendig macht, Patientenakten zu elektronifizieren. Du ahnst nicht, wie leicht man in einer Klinik an Papierakten herankommt, auch wenn man eigentlich keinen Zugang haben sollte…

Entscheidend ist aber, daß man mit einer Suchmaske ganz gezielt und vor allem schnell auf bestimmte Daten zugreifen kann, ohne sich vorher durch eine Tonne Papier durcharbeiten zu müssen. Ganz zu schweigen davon, daß Doppeluntersuchungen zwischen verschiedenen Ärzten und Behandlungszentren entfallen, da jeder Zugriff auf die vom anderen zuvor erhobenen Daten hat.

In Bezug auf die Sicherheit gegenüber Datenverlust ist die Papierakte reichlich unsicher. Es ist aufwendig, sie zu kopieren oder mikrozuverfilmen, wird daher auch kaum gemacht, es kann nicht nachvollzogen werden, in welchen Händen sich die Akte befindet, und deshalb sind sie in großen Zentren regelmäßig nicht auffindbar, zum Teil sogar dauerhaft. Das hat wohlgemerkt nichts mit Schlamperei zu tun, sondern ist systemimmanent. Elektronische Daten sind viel einfacher zu sichern, man kann dazu natürlich multiple, unabhängige, räumlich getrennte Syteme verwenden, wenn man ganz sicher sein will.

Eine elektronische Akte ist also im klinischen Alltag schneller und sicherer zu handhaben als eine Papierakte. Und wer unbedingt das physische Papiererlebnis benötigt, kann sich ja die Akten täglich ausdrucken. Einen logischen Grund hierzu gibt es aber nicht. Ist nur Papierverschwendung.

Oliver

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Hallo Max,

Ich darf Dir als medizinisch nichttätigem versichern, daß
gerade die Datensicherheit es notwendig macht, Patientenakten
zu elektronifizieren. Du ahnst nicht, wie leicht man in einer
Klinik an Papierakten herankommt, auch wenn man eigentlich
keinen Zugang haben sollte…

Nun, das sind doch zwei Paar Schuhe: das eine ist die Sicherung von Daten, damit es notfalls ein „Back-up“ gibt, falls das Original verloren geht. Das andere ist die Absicherung von Daten gegen nicht authorisierten Zugriff - jedenfalls soweit als moeglich.

Entscheidend ist aber, daß man mit einer Suchmaske ganz
gezielt und vor allem schnell auf bestimmte Daten
zugreifen kann, ohne sich vorher durch eine Tonne Papier
durcharbeiten zu müssen. Ganz zu schweigen davon, daß
Doppeluntersuchungen zwischen verschiedenen Ärzten und
Behandlungszentren entfallen, da jeder Zugriff auf die vom
anderen zuvor erhobenen Daten hat.

Und wo ist die Sammelstation all dieser Daten? Vielleicht auf der Versicherungschipkarte? Zugegeben, das Geschrei vom „glaesernen“ Patienten ist oft uebertrieben, da viele Informationen ueber die Gesundheitsgeschichte oder Krankengeschichte von Menschen nicht wirklich relevant oder interessant ist (z.B. fuer Arbeitgeber, Nachbarn usw.). Aber wo beginnt es, dass Infos evtl. diskriminierend ausgenutzt werden koennten („wieso hat denn dieser Mann schon zweimal einen HIV-test gemacht…?!“), auch wenn es sich evtl. um voellig vernuenftige Aktionen handelt, die aber nur im Zusammenhang klar werden. Und das ist oft „physisch“ in der Akte einfacher als auf einem zweidimensionalen Bildschirm.

In Bezug auf die Sicherheit gegenüber Datenverlust ist die
Papierakte reichlich unsicher. Es ist aufwendig, sie zu
kopieren oder mikrozuverfilmen, wird daher auch kaum gemacht,
es kann nicht nachvollzogen werden, in welchen Händen sich die
Akte befindet, und deshalb sind sie in großen Zentren
regelmäßig nicht auffindbar, zum Teil sogar dauerhaft. Das hat
wohlgemerkt nichts mit Schlamperei zu tun, sondern ist
systemimmanent. Elektronische Daten sind viel einfacher zu
sichern, man kann dazu natürlich multiple, unabhängige,
räumlich getrennte Syteme verwenden, wenn man ganz sicher sein
will.

Elektronische Daten sind allerdings auch extrem schnell zu verlieren (Systemabsturz, Beschaedigung der Disk usw.). Und dann ist es oft komplett weg. Was ich in der Hand auf Papier halte, das fackelt in der Regel nicht einfach ab. Selbst wenn der Morgenkaffee drueberlaeuft, kann ich noch was mit anfangen.

Eine elektronische Akte ist also im klinischen Alltag
schneller und sicherer zu handhaben als eine Papierakte. Und
wer unbedingt das physische Papiererlebnis benötigt, kann sich
ja die Akten täglich ausdrucken. Einen logischen Grund hierzu
gibt es aber nicht. Ist nur Papierverschwendung.

Ist es (noch) nicht. Du brauchst schliesslich auch eine umfassende Ausstattung aller Beteiligten mit funktionstuechigen, sicheren, praktischen Lesegeraeten. Und Schreibgeraete auch. Ein Arzt ist oft nicht gut im Tippen, also kann es wieder ein Zeitfresser werden (ausser, wenn vielleicht hochwertige Spracherkennungssoftware verwendet wuerde).
Und falls Kopien etc. von Befunden/Berichten usw. notwendig, geht das meines Erachtens immer noch schnell, gut und vor allem verwechslungsarm per Fotokopie von Papier auf Papier.

Sepp

All diese Punkte haben wir ausreichend diskutiert.

Daten werden auf den Server gespeichert, es gibt keine Disketten ( könnte ja jeder mit nachhause nehmen) alle daten sind immer für alle Aerzte/Pfleger/schwestern/Therapeuten/Verwaltung vorhanden (natürlich nur unter den Gesichtspunkten, das es ein Berechtigungssystem gibt)
Aerzte brauchen nicht tippen, sie sprechen in den PC die WAV datei geht automatisch ans Schreibbüro, wo getippt wird, anordnugen gehen direkt an die Disposition, die Labor und Therapie Termine vergibt.
Einziger Knackpunkt ist die Notfallsituation, jeder Arzt bekommt ein Notebook mit Funklan, mit dem er sich in der gasnzen Klinik bewegen kann und immer online ist.
Aber Nachts in Notfällen kann er das natürlich nicht so ad hok booten und alles lesen, so wie in der Papier Akte.
Dafür brauche ich eine Lösung.

Einziger Knackpunkt ist die Notfallsituation, jeder Arzt
bekommt ein Notebook mit Funklan, mit dem er sich in der
gasnzen Klinik bewegen kann und immer online ist.
Aber Nachts in Notfällen kann er das natürlich nicht so ad hok
booten und alles lesen, so wie in der Papier Akte.
Dafür brauche ich eine Lösung.

Hmm,
da waere wohl das beste, wenn alle Infos direkt am Patientenbett abrufbar waeren, ohne booten - vielleicht auf Chip?
Oder verflixt nochmal doch auf Papier (zumindest das, was neu (z.B. Medikamente, neue Intoleranzen/Allergien usw.) und wichtig ist? Das nimmt nicht viel Platz weg, dauert nicht lange und ist auch fuer Aushilfskraefte ohne extra Einfuehrung oder technische Huerden benutzbar. Kann man ja alles nach Entlassung recht schnell wieder abspeichern.
In der Cyberzukunft wird uebrigens der Arzt entweder ein so hervorragendes Gedaechtnis haben, dass er sowieso alles weiss, oder es wird mittels im Hirn einsetzbarer Platine geregelt (das verkuerzt auch die Uebergaben betraechtlich). Nun, so weit sind wir aber noch nicht.
Ich glaube, die komplett e-technische Loesung fuer Patientendaten ist am ehesten momentan geeignet fuer Reha-kliniken (grosse Datenmenge, jedoch selten akut und bedrohlich), anstatt fuer super-akut-Haeuser (oft geringe Datenmenge von grosser Relevanz fuer Leib und Leben).

Sepp

Auch Hallo!

Wir haben das in Gießen gerade in den Test gegeben.
Das geht über Tablet-PC sehr gut.
Mehr darüber über Mail.
Grüße,

Marcus

Das Ganze läuft via WLAN über einen Server. Ist sehr gut, weil alle Informationen direkt über Zentralserver abrufbar sind.
Somit gibt es keine Laufburschen mehr.
Liebe Grüße,

Marcus