Visueller Trick - bin verblüfft!?

Hi,
nen Freund hat mir dies zugeschickt:

http://www.patmedia.net/marklevinson/cool/cool_illus…

Es funktioniert nicht nur genauso wie beschrieben, es funktioniert auch unabhängig von den Farben (mein Monitor ist am A****, und gibt ganz andere Farben wieder als er eigentlich sollte).

Steckt da irgendein ganz einfaches, bekanntes, Prinzip dahinter, oder muss man sich fragen, was denn von dem, was wir wahrnehmen, auch tatsächlich so ist *g* ?

verwunderte grüsse,
isabel

wirklich erstaunlich! (owt)
.

Na ja,

es gibt einen blinden Fleck in der Netzhaut des Auges. Zwei Objekte, in richtigem Abstand zum Auge, werden dann ausgeblendet. Dabei spielt die Richtung keine Rolle. Das nun der Punkt trotzdem weiterkreist, es hat das Auge die Eigenschaft, bewegten Objekten zu folgen. Und im richtigen Abstand wird der Kreis eben ausgeblendet. Beachte, wie nah mußt du an deinen Monitor herangehen? Ist immer derselbe Abstand, egal ob Monitor oder Papier, bei demselben Punktabstand.

Gruß
André

Hallo,

das Prinzip beruht auf den physiologischen und anatomischen Eigenschaften des Auges. Ich werde es hier nur ganz kurz und allgemein darstellen, da eine genaue Erklärung den Rahmen sprengte.

Im Auge finden sich bestimmte Zellen, die bei dem Auftreffen von Licht bestimmter Wellenlänge elektrische Impulse an das Gehirn leiten. In diesen Zellen findet sich ein so genanntes Sehpigment, das für jede Zelle Licht aus einem bestimmten Bereich des Farbspektrum absorbiert, so dass einige Zellen für lang-, einige für mittel- und einige für kurzwelliges Licht empfindlich sind. Alle Farben entstehen durch die Reaktionen der drei Pigmentarten im Auge anhand des „Mischungsverhältnisses“ ihrer Aktivität durch auftreffendes Licht, ganz so wie man Farben aus einem Tuschkasten zusammenmischen kann.

Nun wird dieses Pigment bei Auftreffen von Licht „seiner“ Wellenlänge verbraucht, und die Zelle muss neues bilden, um weiter Informationen an das Gehirn liefern zu können. Dies geht blitzschnell, aber wenn man einen derartigen Versuch macht wie auf der Internetseite, dann wird das Pigments zur Wahrnehmung einer bestimmten Wellenlänge verbraucht ist und muss nachgebildet werden. Dies erklärt, warum die Kreise bei Konzentration auf das Fixationskreuz verschwinden.

Die Farbveränderung ist ein so genanntes Nachbild. Wenn ein visueller Wahrnehmungseindruck entsteht, obwohl die ursprüngliche Stimulationsquelle entfernt wurde, entsteht je nach ursprünglichem Reiz ein Nachbild in der komplementären Farbe (negatives Nacbild) oder eines mit der gleichen Farbe und gleichen Helligkeit (positves Nachbild). Dieses Phänomen wird durch die Verschaltung der Neuronen und Wahrnehmungszellen des Auges und die so genannten Gegenfarbzellen erklärt. Die Gegenfarbzellen zeigen dann eine Reaktion, wenn Licht einer bestimmten Wellenlänge auf sie trifft, werden aber durch Lichteinfall einer anderen Wellenlänge in ihrer Aktivität gehemmt.

Steckt da irgendein ganz einfaches, bekanntes, Prinzip
dahinter,

Wie Du siehst, steckt da selbstverständlich ein Prinzip hinter, aber „einfach“ ist es sicherlich nicht.

oder muss man sich fragen, was denn von dem, was wir
wahrnehmen, auch tatsächlich so ist *g* ?

Wahrnehmung ist ein psychologisches Phänomen.

Viele Grüße,
Sam

Hallo,

Sam hat ja das Prinzip schon erklärt. Wenn du das Phänomen mal in „langsam“ und ohne Technik haben willst, machst du folgendes: schau eine Weile starr auf einen einfarbigen Gegenstand, z.B. ein rotes Objekt auf weißem Hintergrund. Danach schaust du auf eine weiße Wand - du siehst einen Fleck in Form des Objekts und in seiner Komplementärfarbe an der Wand.

Gruß, Jens

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Kleine Korrektur :smile:
Gruß,

mit dem Blinden Fleck hat dieses Phänomen nichts zu tun. Der Blinde Fleck sitzt an einer und genau einer Stelle, bei jedem Auge außerhalb der Sehachse.

Dieses Phänomen ist vielmehr einer Ausfilterung monotoner Vorgänge durch das Gehirn und auch einer Ermüdung der Netzhaut zuzuschreiben.

Gruß
Moriarty

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Hallo,

das Prinzip beruht auf den physiologischen und anatomischen
Eigenschaften des Auges. Ich werde es hier nur ganz kurz und
allgemein darstellen, da eine genaue Erklärung den Rahmen
sprengte.

Hallo Sam,
wunderschöne Erklärung, STÄRNSCHE von mir :wink:
Nicht so ganz habe ich aber die „Ausblendung“ der rosa Kreise verstanden. Und warum ist der rotierende Kreis danach immer noch grün?

Es ist wirklich erstaunlich zu erleben, wie der grüne Punkt die rosa Punkte „auffrisst“: Eben sind noch alle da, dann ein Umlauf und er radiert sie aus. Genauso kann der rotierende Punkt sie wieder erscheinen lassen!
Deine Theorie von den Pigmenten lässt sich übrigens super überprüfen:
Decke alle bis auf einen Kreis ab, starre drauf und es zieht ein grüner Punkt vorbei. Zittere ganz leicht mit den Augen, und es zieht ein graues Loch vorbei ,)
Wer braucht bei so Erkenntnissen noch Drogen :wink:))

gruß
jartUl

Danke für Eure Erklärungen!
Hi,
und wie gesagt, danke!

Das mit dem ‚Negativbild‘ (es reicht, die Augen zuzumachen nach intensivem Starren) kenne ich gut. Aber dies, dies finde ich immer noch verblüffend, selbst mit Erklärung!

gruss, isabel

Hallo,

was haltet ihr von folgender Erklärung:

Die grünen Pünktels sind Nachbilder auf der Netzhaut. Sie sind grün, weil das die Komplementärfarbe der „real“ vorhandenen pinkfarbenen Pünktchen ist. Die pinkfarbenen Punkte starrt man „bewegeungslos“ an, so dass sie stets auf die gleichen Stellen der Netzhaut projeziert werden. Durch das Anstarren „verbrauchen“ sich die chemischen Substanzen, die für rotsehen gebraucht werden und bewirken - relativ gesehen - einen Überschuss der chemischen Substanzen für die anderen Farben. Wenn ein pinkfarbener Punkt dann kurz ausgeblendet wird, wirkt das grüne Nachbild.

Deshalb „verschwinden“ die pinkfarbenen Punkte nach kurzer Zeit auch: die pinke Farbpatrone in der Netzhaut ist alle, zumindest an den Stellen, wo sich die Punkte befinden. Das Bildbearbeitungsprogramm im Köpfchen schließt die Lücken im Bild, welches die Netzhaut liefert, indem es Bildinformationen aus der Nachbarschaft, hier die graue Umgebung, zum Lückenfüllen verwendet. So bleibt das Bild in der Wahrnehmung „komplett“, es hat also keine „schwarzen Löcher“.

Für den Augenblick, für den ein pink-Punkt kurz „real“ ausgeschaltet wird, empfängt die Netzhaut an dieser Stelle ja den realen grauen Hintergrund. Durch den oben beschriebenen Ermüdungseffekt liefert das Auge dann einen grünen Punkt ans Hirn (also nicht „Nichts“), weshalb die Bildverarbeitung im Hirn für diese Stelle nichts mehr zu interpolieren braucht, man sieht den grünen Punkt.

Grüße
always_online

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ok, danke (owT.)
.

Hallo,

eines verstehe ich hierbei nicht: Wieso „ermüden“ die Rezeptoren für pink, aber nicht die für grau?

Grüße,
Anja