Auf was muss man hier beachten? Ist es üblich 6 x der
Monatsbeiträge als Provosion zu geben?
Ich wollte z.B. Tempelton Growth als Fond auswählen.
Hallo Bulo,
vielleicht mal fürs leichtere Verständnis die Klärung einiger Begriffe:
Depotführende Stelle:
Das ist der Ort, wo die Fondsnateile aufbewahrt werden und Dein Geld in Fondsanteile umgetauscht wird (also die Fonds gekauft werden…).
Das kann zum Einen die Fondsgesellschaft selbst sein (z.B. wie in Deinem Bsp. Franklin Templeton), zum Anderen eine sog. Fondsplattform wie ebase, Frankfurter Fondsbank(FFB) usw. (FSB, FDB, AAB…). Im Prinzip hast Du dort dann einfach ein Wertpapierdepot, in welches Du dann später auch noch andere Fonds reinkaufen kannst.
Die hier anfallende Depotgebühr ist eben das, was die entsprechende Bank für die Depotführung veranschlagt.
Ausgabeaufschlag (AA):
Normal ist es, dass Fonds zu einem höheren Preis gekauft werden, als Du sie gleich wieder verkaufen kannst. Das sind z.B. 5%. Dieser Betrag ist größtenteils für den Vertrieb, also den Menschen, der Dir hilft den richtigen Fonds auszusuchen, die entsprechenden Formulare vorzubereiten und Deine Fragen rund um dieses Thema beantwortet.
Rechenbeispiel (vereinfacht):
bei 40,- euro mtl. Anlage gehen bei 5% AA jeden Monat 2,- euro weg. Im Jahr also 24,- euro.
Bei sechs Jahre Einzahlung (+ 1 Ruhejahr) vergütest Du also Deinem Berater 144,- euro.
Ein qualifizierter (freier) Berater kann Dir für diesen Betrag wohl etwa ein bis zwei Stunden seiner Zeit zur Verüfgung stellen. Wenn Du keinen AA zahlst, hast Du auf diese Zeit keinen Anspruch.
(OK, ein bisserl was kommt aus der Bestandspflege. Aber wollen wir hier wirklich über Kleinstbeträge diskutieren?)
„Vordiskontierte Sparpläne“
Das sind solche, bei welchen Du im Vorlfeld eine Gebühr bezahlst und anschließend ohne AA kaufen kannst.
Das kannst Du selbst leicht ausrechnen. Drei Monatsbeiträge vorab (3 x 40,- = 120) sind also ähnliche Kosten wie im obigen Beispiel. Alles darüber wird teurer für Dich.
Nachteil: Falls Du die sechs jahre Laufzeit nicht durchhälst, z.B. wegen Arbeitslosigkeit oder Weiterbildung oder Arbeitgeber, der keine VL zahlt, hast Du die Kosten in Voraus bezahlt und bekommst nichts zurück. Beim normalen AA zahlst Du nur, wenn Du auch Fondsanteile kaufst.
Noch ein Nachteil:
Auf den kompletten Kostenbetrag hast Du keinen „Zinseszinseffekt“. Das kann bei sieben Jahren Anlagedauer schon ein gutes Essen für zwei Unterschied machen. Beim normalen AA fehlt der abgeführte Betrag eben rein mathematisch nur 3,5 Jahre und nicht sieben jahre.
VL-fähiger Fonds:
Ob ein Fonds VL-fähig ist, entscheidet das Vermögensbildungsgesetz. Voraussetzung ist, dass er zu einem gewissen Mindestanteil in Aktien investiert. Es sollte also per Definition ein Aktienfonds sein.
Dann stellt sich nur noch die Frage, ob der Abwickler (Fondsgesellschaft, Plattform) diesen Fonds auch für VL anbietet.
(Das VL-Geschäft ist für den Abwickler ein erhöhter Aufwand mit wenig Ertrag. Deswegen ist das Angebot oft eingeschränkt).
FAZIT:
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wenn Du Dich in der Lage fühlst, selbst den richtigen Fonds für Dich herauszusuchen und den Papierkrieg zu bewältigen, dann nutze einen der Fondsdiscounter und kaufe ohne AA.
Wenn Du aber Hilfe brauchst, ist der AA gut angelegt.
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ein Modell wie von Dir beschrieben hat für Dich nur Nachteile, ohne Vorteile zu haben.
Der Berater, der Dir so etwas anbietet braucht dringend monatliche Abschlußprovisionen, sonst würde er Dir so einen Quatsch nicht anbieten. Schick den am besten heim!
Viel Erfolg!
Gruß Schorsch
P.S.: Der Templeton Growth ist so ein richtiger Klassiker. Aus heutiger Sicht ist mir nichts bekannt, was deutlich gegen diesen Fonds spricht.