Vögeln

Ist der Genetiv Plural von…, aber jeder weiß,…
Und warum hat „gut zu Vögeln sein“ eigentlich 2 verschiedene „Bedeutungen“?
Am Gefühl beim Orgasmus (jedenfalls beim Mann) kanns nicht liegen - bin nie „geflogen“ dabei. Aber du?
Vielleicht eher die Bewegung dahin (zum O.) eine Art „fliegende“ Bewegung?
Weniger doch aber eine „fliehende“, eher drängliche…

Wir machen immer so gerne Witze: „wenn Menschen vögeln, was machen denn Vögel? Menscheln?“
Aber wer kann (ernsthaft) erklären,
warum/wie wir „vögeln“?

Ich möchte bitte keine „vuglären“ (was ist das???) Antworten, lieber poetische, und logisch: bio!
Denn nur wo Bio draufsteht…

Lieber Krüsse, Moinmoin, datt Aike

Minnelied ‚Unter der Linden‘ Walthers von der Vogelweide (1170-1230): Daz er bi mir lage, Das er bei mir lag- wessez iemen, wüsset es jemand- (nu enwelle got!) so schamt ich mich. (das nur wolle Gott nicht!), dann schämt ich mich. wes er mit mir pflaege, was er mit mir machte- niemer niemen, niemals möge jemand bevinde daz wan er und ich das erfahren, nur er und ich und ein kleinez vogelin, und ein kleines Vögelein, tandaradei, tandaradei, daz mac wol getriuwe sin. das wird wohl verschwiegen sein.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo, Manni,
ganz unpoetisch habe ich den Kluge rausgeholt und nachgesehen.
Dort gibt es einen Hinweis:

vögeln Vsw »begatten« std. tabu (15.Jh.) fnhd. vog(e)len. Vermutlich zu der gleichen Grundlage wie ficken (aus g. *fug-, *fukk-, also »(immer wieder) stoßen (iterativ). doch das Wort ist schon früh auf Vogel bezogen worden, sodass es in früher Zeit nur in bezug auf Vögel belegt ist. Vgl. im Limburgischen vogelen, fokkelen für das Begatten von Hühnern. Die Einzelheiten sind klärungsbedürftig.

fnhd.=frühneuhochdeutsch)

Grüße
Eckard.

Hallo, Aike -

WARUM in der deutschen Sprache mit dem Verb „vögeln“ der Liebesakt bezeichnet wird, kann ich Dir auch nicht sagen. Interessant ist aber, daß z.B. im Katalanischen der Penis des Mannes auch „Spatz“ („pardal“ sowie die Nebenformen pardalet, pardalot, pardaló, pardalango, pardaletxo) genannt wird, was an den deutschen „Piepmatz“ oder „Piephahn“ erinnert, wie man das „gute (?) Stück“ bei uns auch manchmal nennt (allerdings meist bei kleinen Buben.)

In einem sehr alten englischen Volkslied heißt es: „I gave my love a cherry, a cherry without a stone, my love gave me a chicken, a chicken without a bone …“. Es handelt sich um eine typische „Verschlüsselung“, wie sie im Mittelalter üblich war: Mit dem Wort „cherry“ (Kirsche) bezeichnet man (noch heute) die Jungfräulichkeit eines Mädchens, während „chicken“ (Hähnchen bzw. Hühnchen oder Küken) für den Penis steht. (Um WELCHE „Kirsche“ es sich hier drehte, ging aus dem Zusatz „ohne Stein“ hervor, d.h. es war nicht die „normale“ MIT Stein, und ebenso hat eben ein „normales“ Hähnchen immer Knochen …).

Vielleicht hat sich in Konsequenz zu dem „Vögelchen“ ja auch die Bezeichnung „Muschi“ (engl. „pussy“) für die Vagina entwickelt, denn das Kätzchen verleibt sich ja gerne das Vögelchen ein :wink: … Hier bleibt das Katalanische allerdings wie das andere deutsche Wort („Pflaume“) beim Obst: „sa poma“ (der Apfel). Und das erinnert wieder daran, daß Eva der Bibel nach Adam mit einem Apfel (!) verführt haben soll … schade, daß es anscheinend doch eine Tomate war …

Viele Grüße
Hermann