Vogelkunde

Liebe/-r Experte/-in,
ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Antwort zu folgedem Sachverhalt geben würden:
Ich möchte gern Vogelnistkästen aufhängen und habe derzeit im Garten nur die Möglichkeit, dies im Süden zu tun. Der Schutz einer hohen Hecke oder durch hohe Bäume ist leider noch nicht gegeben.
Darf ich die (Holz-) Vogelnistkästen mit der Rückseite der Vollsonne aussetzen oder wird das zu heiß für die kleinen Nachkömmlinge ?
Vielen Dank vorab Ihrer Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen.
Michaela Doerfer

Hallo Frau Dörfer,
Der Nistkasten kann mit Rückseite zur Vollsonne gesetzt werden. Vorgeschlagen wird aber immer, das Einflugloch soll gegen Osten zeigen und damit abgeschirmt gegen die meist aus Südwest bis West kommenden Wind - und Regenböen.

Aus ERfahrung bitte beachten,dass die Kästen nicht der Erreichbarkeit von Katzen ausgesetzt sind !!!

Wir wünschen viel Freude beim Beobachten der Vogelwelt.

Freundliche Grüsse
A.Kohnle

Hallo,
lieben Dank für Ihre zügige, informative Rückmeldung und wertvollen Tipps, die ich auf jeden Fall beachten werde.
Die Kästen werden mit der Öffnung leicht nach Osten geneigt und im oberen Bereich (ca. 2m) von Rankgerüsten angebracht; dort kommen Nachbars Katzen nicht ran. Die Zweige der Rankpflanzen (Wein/Brombeere) werde ich zum Schutz an die Nistkastenrückwand leiten; das hält vielleicht auch noch etwas Hitze ab. Und wenn das alles nicht reicht, kann ich später vielleicht noch etwas Dachpappe oder Alufolie zwischen Rückwand und Rankgerüst legen, um die extreme Mittagssonne etwas abzuhalten(?).
Tatsächlich haben wir in diesen Wintermonaten bereits viel Freude gehabt mit unseren „Mitbewohnern“, da wir immer für reichlich Nahrung gesorgt haben. Meisen, Spatzen, Goldammern, Eichelhäher, Schwarzdrosseln und teilweise bis zu 18 Wachteln „wühlten“ zeitgleich geradezu Furchen in unsere Schneeberge.
Nun geb ich mir Mühe, dass der eine oder andere „Matz“ gern bei uns im Garten „haust“ auch wenn unsere Bäume, Büsche und Sträucher alle noch ganz klein sind.
Drücken Sie mir bitte die Daumen :smile:
Viele Grüße.
Michaela Doerfer

Hallo Frau Doerfer
Ihre Idee mit den Brombeerranken/Wein ist gut. Ebenfalls die Dachpappe.Bei Alufolie bin ich mir nicht sicher ob das glänzende Material die Vögel eher skeptisch stimmt.
Allerdings habe ich schon gehört daß Meisen sogar in Briefkästen ihre Brut großgezogen haben.
Bei uns hat eine Blaumeise ihre Eier sogar in einen Hummelkasten, der auf dem blanken Erdboden stand, gelegt. Allerdings kam sie nicht zum brüten zurück. Wahrscheinlich wurde sie Opfer von einer Katze oder Marder. Das Männchen hat sie noch tagelang gerufen aber vergebens.

Sicher wohnen Sie in der Nähe eines Waldes wenn bei Ihnen sogar Eichelhäher zur Winterfütterung vorbei kommen.
Wir hatten dieses Jahr auch Unmengen von Vögel zu Gast und haben jede Menge an Futter verbraucht. Nächstes Jahr besorgen wir uns gleich zu Beginn der Futtersaison einen großen Sack mit Körnern. In der Nachbarschaft wurde dieses Jahr fast gar nicht gefüttert. Dafür aber hatten wir jede Menge Freude mit unseren Freunden.
Die Schwarzdrosseln wartete schon jeden Morgen in den Zweigen auf ihr Apfelfrühstück. Gold- u. Grauammern hatten wir auch, und ein ganzer Schwarm von Bergfinken hat auf seinen Weiterflug in den Norden für ca. 3 Wochen bei uns Station gemacht und sich satt gefressen. Birkenzeisige waren auch in Scharen da Stiglitze, 3erlei Meisen, Feldsperlinge, die schon seit Jahren einige unsererNistkästen bewohnen und 1 Rotkehlchen. Die Stare kamen auch bald zurück obwohl überall noch Schnee lag.
Ach es ist so schön wenn sich wie Sie, Leute für die Vögel einsetzen. Es werden leider jedes Jahr weniger.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude mit unseren gefiederten Freunden.

Viele Grüße
Ady Kohnle

Hallo Herr Kohnle,
ja, die Alufolie könnte abschrecken, das lass ich wohl besser. Sie haben übrigens recht: Wir wohnen in einem Neubaugebiet unweit vom Wald entfernt. Mit etwas Glück haben wir hier und da den Anblick wunderschöner Rehe. Heute ist ein besonders schöner Tag für uns: Ein Meisenpaar hat unseren Pfahl-Nistkasten angenommen, den wir bereits aufgestellt hatten und eigentlich noch umplatzieren wollten. Tja, das mit dem Umstellen hat sich nun erledigt. Dann steht er wohl doch am richtigen Ort, sonst würden die kleinen Mätze ja nicht einziehen. Am Rankgitter ist nun auch ein Nistkasten und 2 Weitere werde ich wohl noch an die Pergolen bei den Kompostmieten hängen. Auf jeden Fall reicht ein Futterhaus nicht aus: Für die kommende Futtersaison werde ich mindestens eins mehr aufstellen und – auch – mehr Vorrat kaufen müssen. Ansonsten ists hier wie bei Ihnen: Die Gärten sind – teilweise gar von Firmen geführt – so aufgeräumt und übersichtlich, dass es für Tiere nicht ansprechend ist. Also Obstbäume beispielsweise sind hier in der Gegend kaum vertreten; wir heben den Schnitt mit 4 verschiedenen Sorten deutlich. Natürlich zupfe ich ebenso das Beikraut in den Beeten, weils dann schöner aussieht. Aber ich gebe mir auch Mühe, nützliche Pflanzen zu setzen, die von Schmetterlingen, Hummeln, Bienen und Co. geliebt werden wie z.B. Schmetterlingsflieder, Lavendel, Sonnenröschen, Holunder, Sanddorn usw. In einem Teil unseres Grundstückes säe ich zudem entsprechenden einjährigen ungefüllten Blumenmix aus. Da sind im letzten Jahr teilweise 4-5 Bienen gleichzeitig in einer Blüte gewesen. Da war richtig Trubel und Bewegung im Garten. Herrlich !!! Pflanzenschutz gibt es bei uns nur biologisch in Form von Brühen und Jauchen, um den Nützlingen nicht zu schaden. Und ich habe gelernt: Wer den Schmetterling liebt, muss die Raupe leben lassen. Auch sieht eine verwelkte Sonnenblume im Herbst sicher nicht schön aus, aber die kleinen Vögel, die sich an ihren Blütenkopf hängen und wippend die Kerne rausholen sind dafür umso schöner. Vogelbäder, ein Schmetterlingshaus, zwei kleine Bienenunterkünfte, ein Florfliegenhaus und kleine Behausungen für Ohrenkneifer haben wir auch schon. Unser Igelhaus blieb bisher leider noch unbewohnt; ich denke, es steht am falschen Ort. Ein Hummelhaus folgt noch. Mit einem Hornissenhaus tu ich mich noch schwer, weil ich Unverständnis der Nachbarn vermute. Ich möchte auch nicht, dass nach den Tieren geschlagen wird. Im letzten Jahr hatten wir Hornissen im Giebel über unseren Balkon. Vielleicht kommen die ja wieder, das dürfen sie auch; dann haben wir auf diese Art auch Wohnraum geschaffen. Die nächste Anschaffung wird dann ein Vogelkundebuch mit Bildern sein, damit wir unsere gefiederten Gäste auch alle beim Namen kennen.
Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Hilfe und wünsche Ihnen auch weiterhin viel Freude in Ihrem Garten.
Viele Grüße.
Michaela Doerfer