Hallo!
Wir haben unseren Anbau mit einem Metalldach versehen und sind damit bisher sehr zufrieden. Nun hat ein Rotschwänzchen eine Öffnung genutzt, um unter dem Dach sein Nest einzurichten und seine Jungen aufzuziehen. Man hört sie schon kräftig piepsen. Bei dem bisherigen Wetter war das alles kein Problem, jetzt aber sind Temperaturen bis 36 Grad vorhergesagt! Ich habe daran gedacht, eine dicke Styroporplatte auf die Stelle am Dach zu legen, wo das Nest ist, um die Sonneneinstrahlung abzuhalten oder entsteht dadurch erst recht eine „Bruthitze“?
Hat hier jemand einen Tipp, was ich tun könnte, um das Nest vor Überhitzung zu schützen?
Ob nötig oder nicht, die Styroporplatte nützt schon was.
Sie ist ein schlechter Wärmeleiter, sie schützt sowohl vor Kälte als auch vor Hitze.
das Blech wird weniger heiß.
Styropor muss aber möglichst dick sein, 4 cm Minimum. Beschwere sie mit Mauersteinen gegen Wegfliegen.
Und man muss bedenken, ein Metalldach ist über die Fälze flächig miteinander verbunden und die Wärme verteilt sich über alle Bleche. Es kommt also auch (etwas) Wärme von benachbarten, nicht isolierten Blechen.
die normale Körpertemperatur ist ca. 42°C. So kleine Organismen brauchen enorm viel Futter im Vergleich zu ihrem Körpergewicht, um diese aufrecht zu erhalten.
Insofern brauchst du dir da keine Sorgen zu machen. Die Eltern müssen lediglich nicht so große Mengen an Insekten ranschaffen.
Ich würde am Nistplatz so wenig wie möglich stören. I. d. R. bauen Vögel selten an klimatisch für sie ungeeigneten Plätzen.
Danke Dir. Ich dachte wirklich an ein größeres Stück Isolierung, weil ich auch überlegt habe, dass das Metall sich großflächig erhitzt. Wie Johnny unten schreibt, können die Kleinen Hitze gut vertragen, deshalb ist die Wärme, die von den Seiten her kommt, wahrscheinlich zu vernachlässigen. Mal abwarten, wie sich das Wetter hier entwickelt - noch ist es grau und schwülwarm.
Vögel können nie das Wetter über 4- 6 Wochen der Aufzucht einschätzen. Sie haben aber ein „Gespür“ für den richtigen Nistplatz - ansonsten wären sie (zu Recht) längst ausgestorben.
Ob Störungen und Veränderungen am Nistplatz von außerhalb auftreten, die zur Aufgabe der Brut führen, können sie zur Zeit des Nestbaues natürlich nicht wissen.
Gratuliere zum entzückenden Logiergast! Eine grosszügige Zusatzisolierung ist sicher kein Fehler.
Hausrotschwänzchen sind übrigens recht gut an die Anwesenheit oder Annäherung von Menschen gewöhnt, habe selbst einmal in einem Freiluftmuseumsdorf ein Nest gesehen, das kaum 2 m über Erdboden in einem Durchgang angelegt war, in dem (es war Tag der offenen Tür im Museum!) dauernd Menschen durchgingen; das Tierchen har ungeachtet der Leute fleissig gefüttert!
„Unser“ Nest ist auch genau über der Tür zum Garten, wo wir ständig ein- und ausgehen. Wir haben aber beobachtet, dass die Eltern schon sehr misstrauisch sind. Selbst wenn man still unten sitzt, probieren sie verschiedene Anflugmöglichkeiten, um mit möglichst großem Abstand zu dem komischen Etwas ihr Nest zu erreichen.
Ich habe nun eine dicke Styroporplatte auf das Dach geschoben (leider liegt sie nicht genau über dem Nest, wie ich von unten gesehen habe) und die Eltern waren extrem irritiert. Ich habe lange hinter der Gardine gestanden und gelauscht, ob ich die Kleinen piepsen höre, was sie tun, wenn sie gefüttert werden. Glücklicherweise haben sich die Eltern wohl mit dem Fremdkörper abgefunden, ich traue mich aber gar nicht,. noch mal nach oben zu gehen und die Platte weiter über das Nest zu schieben. Lassen wir der Natur ihren Lauf …
Heute wird eh’ noch viel Menschenbetrieb ums Haus sein, weil endlich trockenes Wetter ist und da muss gemäht werden, gejätet und und und ..
Falls ich das noch sagen darf, ohne ins Laberbrett verbannt zu werden: In unserem Garten ist ein Betrieb an Vögeln, man glaubt es kaum. Wenn man durch den Garten geht, muss man die Arme über dem Kopf schwenken wie in einem Mückenschwarm und heute Morgen habe ich in einer Futterröhre einen Spatz gesehen, der durch das Futterloch hineingekrochen war und seelenruhig die letzten Körner aufpickte. Ich glaubte erst, meinen Augen nicht zu trauen …
Und ich muss am Computer sitzen und arbeiten, während draußen die Natur leuchtet und zwitschert. Grrrrr!