Vogelzug

Da in der Natur nichts ohne Grund geschieht (hoffe ich doch) frage ich mich warum unsere Zugvögel 8Schwalben z.B.) im Frühjahr aus ihren Überwinterungsgebieten zurückfliegen. Nahrungsangebot in Afrika ist ausreichend, mach mal Urlaub und lern die Fliegen kennen, das Wetter ist immer o.k. Also warum 2x im Jahr gefährlichen Flug; nicht nur italienische Vogelfänger sind gemeint, wagen, der die Art reichlich dezimiert?
Bis heute habe ich keine Begründung gefunden.
Peter

im Sommer ist’s zu heiß in Afrika (oT)
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Hallo Peter!

Vielleicht muß man sich das so vorstellen : Sie wohnen hier, finden aber im Winter nichts zu fressen (denken sie) und fliegen deshalb dort hin.
Der Beweis ist, daß viele Zugvögel heute keine mehr sind und hier überwintern, weil die Winter und das Nahrungsangebot mehr und mehr stimmen. In Südengland zum Beispiel, bleiben viele engl. Zugvögel hängen, weil es dort für sie angenehm geworden ist.
Gruß Werner

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Die Temperaturen in Afrika sind das ganze Jahr gleichbleibend (28-33 Grad), am Äquator gibt es sowieso keine Jahreszeiten wie wir sie kennen.
MfG
Peter

Hi,

sehr gute Frage … habe ich noch garnicht drueber nachgedacht.
In einem anderen Posting wurde ja schon angedeutet, dass viele Voegel heute hier ueberwintern, die frueher gen Sueden gezogen sind (u.a. bedingt durch veraendertes Nahrungsangebot durch menschliche Eingriffe).
Weiterhin wuerde ich stark annehmen, dass die gleichen Arten waehrend der letzten Eiszeit ueberhauptnicht hier waren. Nimmt man beides zusammen, sieht man, dass das Zugverhalten der ganzen Art eine sehr grosse Flexibilitaet in Bezug auf locale Umweltaenderungen verleiht. Das wiederum stellt langfristig (bei den natuerlichen extremen Klimaschwankungen (u.a.) auf der Erde) einen sehr grossen Vorteil fuer die Art dar. Aus evolutionstheoretischer Sicht sollte man allerdings eher Individuen als die Art betrachten. Fuer Individuen ist das ganze etwas schwieriger zu erklaeren, da die genannten Schwankungen nur relativ selten auftreten (d.h. nur vielleicht jede 100ste bis 10.000ste Generation betrifft). Da die Evolution bei komplexeren Tieren wie Voegeln allerdings vergleichsweise langsam vorschreitet, kann man wohl annehmen, dass das Zugverhalten (die Anlage dazu) zumindest in einigen Individuen ueber viele Generationen vortbesteht und sich bei Eintritt einer groesseren Klimaschwankung wieder in der Population durchsetzt. Ausserdem sollte das Zugverhalten in Populationen, die neue Gebiete besiedeln ohnehin immer weitverbreitet sein.

Das ganze ist nur eine Theorie, die ich mir gerade aus dem Aermel geschuettelt habe und sollte nicht allzu ernst genommen werden, da das eigentlich nicht wirklich mein Fach ist. Es gibt mit ziemlicher Sicherheit jede Menge Literatur zu dem Thema. Dazu weiss ich allerdings nichts.

Gruss

Thorsten

Hallo Peter,

Die Temperaturen in Afrika sind das ganze Jahr gleichbleibend
(28-33 Grad),

Das glaube ich kaum!! Da brauchst Du nur mal auf eine Karte im Atlas schauen; ich bin mal im Herbst in Westafrika (Mauretanien gewesen; da war es anfangs tagsüber bis an die 40°C warm (nachts über 30°C), nach 6 Wochen, Anfang Dezember, war es tagsüber um die 20 °C, nachts wurde es empfindlich kalt. Und es schien meistens die Sonne! Die Temperaturschwankungen sind übers Jahr gesehen ebenfalls da, am Äquator etwas geringer, das mag sein.

Viele Grüsse, Deborah

Das waren aber verdammt kalte 28°C…
Die wir nachts in Namibia hatten

Hi Peter

Temperaturen August Namibia, Tsarisberge:
Tags 20 - 35°C, nachts 5°C
da wirst am Morgen schnell munter.
Im Südsommer geht es dann hoch bis 45°C

Vorletztes Jahr gabs im Südwinter 10 cm Schnee

SOOOO einfach ist es nicht.

Gruss
Mike

Saisonale Klimavariation gibt’s natürlich in Afrika auch. Einigermassen „jahreszeitenfrei“ ist wirklich nur der Kernbereich der Tropen. (Äquatornähe…).

Einer der Gründe für den Rückflug in gemäßigtere Gefilde ist sicherlich ganz einfach das Wasserangebot. Viele Vogelarten sind auf ausgedehnte Feuchtgebiete angewiesen, die z.B. in Nordafrika im Sommer knochentrocken werden können. Also nix wie zurück z.B. an die Mecklenburgische Seenplatte…

Gruesse

schwesig

Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit genetische Grundlagen für das Zugverhalten geben … wie stark die phänotypische Penetranz dieser Anlagen ist wird vermutlich von Umweltfaktoren modifiziert … Dies würde die Beobachtung klären, daß es Teilzieher gibt oder Arten, die durch menschlichen Einfluß zu Nichtziehern wurden !

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