Vojeurismus

Hallo WWWlerInnen,

was treibt einen Vojeur zum vojeurismus aus psychologischer Sicht heraus. (Äh, hat´s was mit der Kindheit zu tun, oder so)

Ist eine echt ernstgemeinte Frage. (Sollte ich das Wort falsch geschrieben haben, bitte ich um Entschuldigung)

Nette Grüße

Hallo,

was treibt einen vojeur zum vojeurismus aus psychologischer
Sicht heraus. (Äh, hat´s was mit der Kindheit zu tun, oder so)

man kann bis heute keine endgültige Erklärung dafür geben. Es gibt aber mehrere Erklärungsversuche. Zwei greife ich mal heraus:

Die einen nehmen tatsächlich an, daß Kindheitserlebnisse die Ursache für voyeuristisches Verhalten sind: Klassische Psychoanalytiker gehen davon aus, daß Kinder einmal in ihrem Leben in einer Phase sind, in der sie Angst haben, kastriert zu werden (Jungen), bzw. darunter leiden, daß sie sich kastriert fühlen (Mädchen). Voyeurismus wird nun als ein Versuch angesehen, diese Angst zu bewältigen.

Ein anderer Erklärungsansatz geht davon aus, daß gelegentliches Spannen ein normales sexuelles Verhalten ist. Einige Menschen finden aber keine Partner, mit denen sie positive sexuelle Erlebnisse machen. Sie haben allerdings erlebt, daß Spannen und gleichzeitige Masturbation für sie befriedigend sind. Im Laufe der Zeit wird das zur Gewohnheit und sie haben kein Bedürfnis mehr zu einem anderem Sexualverhalten.

Grüße,

Oliver Walter

Quantität - Qualität
Hallo,

ich wollte dazu noch bemerken (bzw. auch anfragen), daß das
als „Voyeurismus“ bezeichnete Verhalten wohl nur eine
extreme, zwanghafte Variante von ansonsten normalem
sexuellen Verhaltensweisen ist.

Ich denke auch, daß fast jeder Mensch mehr oder weniger
eine Neigung zum Voyeurismus hat.
Daß dieses Verhalten in Verbindung mit sexuellen Interessen
steht, ist wohl auch normal?
Insofern kann ich die 2. Erklärung als sehr akzeptabel
ansehen.

Was die Sache nun so problematisch werden läßt, ist doch
IMHO nur die Tubuisierung sexueller Praktiken in unserer
Gesellschaft und die unbedingte Akzeptanz von Individualität
und Intimphäre, die eingefordert wird.

In einer Gruppe Bonobos, wo jedes Männchen mit jedem
Weibchen nach Bedarf in aller Öffentlichkeit poppen kann
gibt es dieses Problem sicher nicht.
Gruß Uwi

was treibt einen vojeur zum vojeurismus aus psychologischer
Sicht heraus. (Äh, hat´s was mit der Kindheit zu tun,

oder so)
man kann bis heute keine endgültige Erklärung dafür geben. Es
gibt aber mehrere Erklärungsversuche. Zwei greife ich mal
heraus:

Die einen nehmen tatsächlich an, daß Kindheitserlebnisse die
Ursache für voyeuristisches Verhalten sind: Klassische
Psychoanalytiker gehen davon aus, daß Kinder einmal in ihrem
Leben in einer Phase sind, in der sie Angst haben, kastriert
zu werden (Jungen), bzw. darunter leiden, daß sie sich
kastriert fühlen (Mädchen). Voyeurismus wird nun als ein
Versuch angesehen, diese Angst zu bewältigen.

Ein anderer Erklärungsansatz geht davon aus, daß
gelegentliches Spannen ein normales sexuelles Verhalten ist.
Einige Menschen finden aber keine Partner, mit denen sie
positive sexuelle Erlebnisse machen. Sie haben allerdings
erlebt, daß Spannen und gleichzeitige Masturbation für sie
befriedigend sind. Im Laufe der Zeit wird das zur Gewohnheit
und sie haben kein Bedürfnis mehr zu einem anderem
Sexualverhalten.

Hallo,

Was die Sache nun so problematisch werden läßt, ist doch
IMHO nur die Tubuisierung sexueller Praktiken in unserer
Gesellschaft

das sehe ich nicht ganz so. Zum einen gibt es heute nicht mehr so viele sexuelle Tabus. Wer z.B. eine nackte Frau sehen will, hatte früher mehr „Hindernisse“ zu überwinden als heute, wo man nur ins Internet gehen oder den Fernseher einschalten muß. Zum anderen ist es durchaus in Ordnung, daß nicht alle sexuellen Verhaltensweisen gesellschaftlich akzeptiert werden. Ich finde es zum Beispiel durchaus legitim, wenn Frauen nicht in der Umkleidekabine eines Kaufhauses oder im Solarium von Voyeuren aus allen möglichen Positionen heraus gefilmt werden dürfen.

In einer Gruppe Bonobos, wo jedes Männchen mit jedem
Weibchen nach Bedarf in aller Öffentlichkeit poppen kann
gibt es dieses Problem sicher nicht.

Daß viele Männer so etwas paradiesisch finden würden, ist evolutionsbiologisch verständlich. Allerdings gibt es auch Arten von Menschenaffen, bei denen das Sexualverhalten anders „geregelt“ ist. Es läßt sich daher schlecht mit einzelnen Tierbeispielen argumentieren, weil es zu jedem Beispiel auch ein Gegenbeispiel gibt.

Grüße,

Oliver Walter

5 „Gefällt mir“

Hallo,

das sehe ich nicht ganz so. Zum einen gibt es heute nicht
mehr so viele sexuelle Tabus. Wer z.B. eine nackte Frau
sehen will, hatte früher mehr „Hindernisse“ zu überwinden
als heute, wo man nur ins Internet gehen oder den Fernseher
einschalten muß.

Ja, das stimmt sicher.
Ich wollte nicht behaupten, daß Voyeurismus an sich völlig
unproblematisch ist.
Allerdings scheint mir die Grenze zwischen normaler sexueller
Neugier und Voyeurismus subjektiv oft etwas zu eng gezogen.

Gibt es eigentlich wissentschaftliche Erkenntnisse darüber,
ob sich durch die Allgegenwärtigkeit sexueller Motive in
allen Medien die Zahl sexueller Straftaten/Täter
verändert hat? Gibt es deswegen auch mehr oder weniger
Voyeure?
Ich weiß, das muß ein sehr schwieriges Thema sein, weil
ja gleichzeitig sehr viele andere Einflüsse wirken.

Zum anderen ist es durchaus in Ordnung, daß nicht alle
sexuellen Verhaltensweisen gesellschaftlich akzeptiert
werden.

Natürlich, das ist auch mir unzweifelhaft.

Ich finde es zum Beispiel durchaus legitim, wenn Frauen nicht
in der Umkleidekabine eines Kaufhauses oder im Solarium von
Voyeuren aus allen möglichen Positionen heraus gefilmt werden
dürfen.

Ist natürlich auch richtig. Allerdings denke ich daß es
weniger wegen dem Voyeurismus an sich so problematisch ist,
als vielmehr wegen weiterem Mißbrauch und daraus
resultierender Verletzung der Persönlichkeitsrechte.

Nach meiner Kenntnis sind Voyeure und auch Exibitionisten
kaum potentielle Vergewaltiger? Ist das prinzipiell so?
Wenn ja, müßte man vor diesen Leuten nicht wirklich
Angst haben.

Hm, wenn ich so drüber nachdenke, wird es vermutlich in
Praxis schwer sein, diese Leute sicher zu erkennen, weil
auch potentielle Vergewaltiger ihr Ofper oft erstmal
beobachten. Natürlich aus anderen Motiven.
Dann sind es diese Leute, die den Yoyuer scheinbar mit in
die gleiche Ecke ziehen (Voyeur = Vergewaltiger).

Daß viele Männer so etwas paradiesisch finden würden, ist
evolutionsbiologisch verständlich.

Jo:smile:
ob’s allerdings tatsächlich so wäre, wage ich zu bezweifeln,
zumindest bei dem von Mutter Natur gegebenen Sexualverhalten
gäbe es damit wohl viel mehr Probleme als Freude.

Allerdings gibt es auch
Arten von Menschenaffen, bei denen das Sexualverhalten anders
„geregelt“ ist. Es läßt sich daher schlecht mit einzelnen
Tierbeispielen argumentieren, weil es zu jedem Beispiel auch
ein Gegenbeispiel gibt.

Ja, ist natürlich richtig.

Allerdings sind die Gründe für anderes Sexualverhalten sicher
nicht mögliche Folgen von Voyeurismus?
Doch eher völlig anderes Sozialverhalten, z.B. mit
ausgeprägten Rangordnungen.
Das evolutionsbiologische Prinzip der Paarung mit dem
stärksten männlichen Vertreter („Platzhirsch“) hat
ja auch nicht zur Folge, daß Voyeurismus zum Problem wird,
oder?

Ich kenne keine Tierert, die zur Paarung nur wegen
möglichem Voyeurismus die unbedingte Abgeschiedenheit sucht.

Bei uns Menschen gibt es aber offensichtlich das Phänomen,
daß schon der Gedanke an „beobachtet werden“ Sex unmöglich
macht (sicher nicht bei allen, aber doch wohl bei den
meisten).

Da reicht schon ein Portait an der Wand oder der Hund/Katze
im Zimmer, welche das Gefühl von „beobachtet werden“
erzeugen können.

In dem Zusammenhang mutet es z.B. auch sehr befremdlich an,
wenn in vergangenen Jahrhunderten der Vollzug der Ehe
durch den anwesenden Hofstaat bezeugt werden mußte.
Wie mag sich da das junge Paar gefühlt haben? Oder war
das normal, weil es einfach den gesellschaftlichichen
Normen entsprach?
Auch war Sex in anderen Verhältnissen keinesfalls nur in
Abgeschiedenheit möglich. In einem Bauernhaus, wo 3
Generationen gemeinsamen in einem Bett/Raum schliefen,
konnte sowas ja auch schlecht geheim bleiben (nicht mal
den Kindern).
Gruß Uwi

Hallo Uwi,

Allerdings scheint mir die Grenze zwischen normaler sexueller
Neugier und Voyeurismus subjektiv oft etwas zu eng gezogen.

hast Du dafür ein konkretes Beispiel?

Gibt es eigentlich wissentschaftliche Erkenntnisse darüber,
ob sich durch die Allgegenwärtigkeit sexueller Motive in
allen Medien die Zahl sexueller Straftaten/Täter
verändert hat? Gibt es deswegen auch mehr oder weniger
Voyeure?

Ich war neulich bei einem Vortrag eines Sexualmediziners zum Thema „Sexueller Mißbrauch von Kindern“. In der Diskussion gab es - bezogen auf die Zahl von Sexualstraftaten - genau die Frage, wie Du sie stellst. Professor Bosinski antwortete darauf, daß die größere Freizügigkeit keine Auswirkungen auf die Zahl der Sexualstraftaten habe. Er meinte auch, daß Pornographie dies ebenfalls nicht habe, weil Pornographie nur vorhandene Bedürfnisse stille, aber keine wecke. So ist z.B. die Häufigkeit des sexuellen Kindesmißbrauchs seit den 50er Jahren in etwa konstant, obwohl es in früheren Jahrzehnten die heutigen Möglichkeiten zur Verbreitung von Kinderpornographie nicht gab (Internet).

Falls Dich der Inhalt des Vortrages interessieren sollte:

http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?ac…

Es soll aber auch experimentelle Forschungen geben, die zu der Schlußfolgerung Anlaß geben sollen, daß Pornographie doch Sexualstraftaten fördere.

Nach meiner Kenntnis sind Voyeure und auch Exibitionisten
kaum potentielle Vergewaltiger? Ist das prinzipiell so?
Wenn ja, müßte man vor diesen Leuten nicht wirklich
Angst haben.

Von Exhibitionisten sagt man, daß sie im Vergleich zu anderen Sexualstraftätern harmlos seien. Das ist richtig. Für Voyeure wird das vermutlich auch gelten. In dieser Hinsicht kenne ich mich aber nicht so gut aus.

ob’s allerdings tatsächlich so wäre, wage ich zu bezweifeln,
zumindest bei dem von Mutter Natur gegebenen Sexualverhalten
gäbe es damit wohl viel mehr Probleme als Freude.

Wir sind halt Menschen und keine Bonobos. :wink:

Allerdings sind die Gründe für anderes Sexualverhalten sicher
nicht mögliche Folgen von Voyeurismus?

Diese und Deine anderen Fragen zum „tierischen“ Voyeurismus wollte ich mit meiner Antwort nicht hervorrufen. :wink: Ich wollte nur sagen, daß Tierbeispiele nicht unbedingt eine gute Argumentationsgrundlage sind, wenn es um menschliches Sexualverhalten geht.

Bei uns Menschen gibt es aber offensichtlich das Phänomen,
daß schon der Gedanke an „beobachtet werden“ Sex unmöglich
macht (sicher nicht bei allen, aber doch wohl bei den
meisten).

Das ist - wie Du schon sagst - unterschiedlich. Man findet in pornographischen Filmen doch immer wieder Szenen, in denen Menschen beim Sex von anderen beobachtet werden. Allein das Drehen von Pornofilmen und die pornographische Photographie zeigen doch, daß Menschen durchaus in der Lage sind, sexuelle Handlungen unter Beobachtung durchzuführen.

Dennoch gibt es bei uns Menschen das Phänomen der Scham. Dies ist auch bei Naturvölkern so, selbst bei denen, die ihre Genitalien kaum oder gar nicht verdecken. Sie haben aber symbolische Kleidung (bei Yanomami-Frauen ist es eine dünne Schnur, die nichts verdeckt), deren Verlust geschlechtliche Schamgefühle auslöst.

Auch bei Tierarten kann man beobachten, daß sich Individuen zurückziehen und verbergen, wenn sie sich paaren wollen. Das hat wohl unterschiedliche Gründe.

In dem Zusammenhang mutet es z.B. auch sehr befremdlich an,
wenn in vergangenen Jahrhunderten der Vollzug der Ehe
durch den anwesenden Hofstaat bezeugt werden mußte.
Wie mag sich da das junge Paar gefühlt haben? Oder war
das normal, weil es einfach den gesellschaftlichichen
Normen entsprach?

In welcher Kultur war das der Fall?

Auch war Sex in anderen Verhältnissen keinesfalls nur in
Abgeschiedenheit möglich. In einem Bauernhaus, wo 3
Generationen gemeinsamen in einem Bett/Raum schliefen,
konnte sowas ja auch schlecht geheim bleiben (nicht mal
den Kindern).

Menschen sind erfinderisch. Manchmal reicht eine Besenkammer :wink:
Junge Kinder können sogar daneben stehen und fangen doch nichts damit an, was sie sehen. Das führt zu den merkwürdigsten Interpretationen, was Mami und Papi tun (Interpretation im Sinne von Gewaltanwendung zum Beispiel). Kann man bei Freud nachlesen.

Beste Grüße,

Oliver Walter

2 „Gefällt mir“

Hallo nochmal,

Allerdings scheint mir die Grenze zwischen normaler sexueller
Neugier und Voyeurismus subjektiv oft etwas zu eng gezogen.

hast Du dafür ein konkretes Beispiel?

Naja, ich denke Frauen werden jeden Spanner, der auch
nur per Zufall die Gelegeheit nutzt in die Ecke
(krankhafter) Voyeurist stellen.
Zumindest bei männlichen Jugendlichen scheint es ja auch
normal zu sein, daß sie versuchen etwas zu erblicken,
wo immer sich die Chance ergibt. Das ist aber sicher noch
nicht zwanghaft bzw. krankhaft.

vorhandene Bedürfnisse stille, aber keine wecke. So ist z.B.
die Häufigkeit des sexuellen Kindesmißbrauchs seit den 50er
Jahren in etwa konstant, obwohl es in früheren Jahrzehnten :die heutigen Möglichkeiten zur Verbreitung von
Kinderpornographie nicht gab (Internet).
Falls Dich der Inhalt des Vortrages interessieren sollte:
http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?ac…

Ja, sehr interessant.
Bestätigt z.B. auch die Vermutung, daß durch die Sensibiliserung der Gesellschaft gegenüber diesem Thema
das ganze teilweise auch aufgebauscht wird (von wegen
300tausend Fälle pro Jahr).

Ich frage mich allerdings, ob bei den Zahlen eben diese
Sensibilisierung berücksichtigt ist (Hellfeld - Dunkelfeld).

Ich denke, daß solche Vorfälle vor einigen Jahrzehnten noch
viel weniger bekannt wurden weil es weitgehend Tabu war und
man es deshalb seltener zur Anzeige brachte.

Es soll aber auch experimentelle Forschungen geben, die
zu der Schlußfolgerung Anlaß geben sollen, daß
Pornographie doch Sexualstraftaten fördere.

Naja, schwer zu sagen .
Es kann durchaus sein, daß die oft extrem machomäßigen
Darstellungen bei (männl.) Jugendlichen schon ein seltsammes
wirklichkeitsfernes Frauenbild projezieren.

Nach meiner Kenntnis sind Voyeure und auch Exibitionisten
kaum potentielle Vergewaltiger? Ist das prinzipiell so?
Wenn ja, müßte man vor diesen Leuten nicht wirklich
Angst haben.

Das ist - wie Du schon sagst - unterschiedlich. Man findet in
pornographischen Filmen doch immer wieder Szenen, in denen
Menschen beim Sex von anderen beobachtet werden. Allein das
Drehen von Pornofilmen und die pornographische Photographie
zeigen doch, daß Menschen durchaus in der Lage sind, sexuelle
Handlungen unter Beobachtung durchzuführen.

Ist aber doch in keiner heutigen Gesellschaft die Norm,
sondern eher mehr oder weniger gächtete Ausnahme.
Außerdem spielen andere Antriebe dabei sicher eine große
Rolle (Geld, soziele Sicherheit, auch krankhafte Neigungen).

Auch bei Tierarten kann man beobachten, daß sich Individuen
zurückziehen und verbergen, wenn sie sich paaren wollen. Das
hat wohl unterschiedliche Gründe.

Ja, sind oft wohl eher Sicherheitsaspekte.
Ist ja schließlich eine ungünstige Situation, wenn
Tiere beim poppen plötzlich zur leichten Beute werden.

Wie gesagt, bei den mir bekannten Tieren (auch alle Haus-
tiere wie Pferde, Kühe, Schweine, Hunde, Hühner, Karnickel
usw. ) kenne ich solche Scham nicht, obwohl oder gerade
weil das alles Herden oder Rudeltiere sind.

In dem Zusammenhang mutet es z.B. auch sehr befremdlich an,
wenn in vergangenen Jahrhunderten der Vollzug der Ehe
durch den anwesenden Hofstaat bezeugt werden mußte.
Wie mag sich da das junge Paar gefühlt haben? Oder war
das normal, weil es einfach den gesellschaftlichichen
Normen entsprach?

In welcher Kultur war das der Fall?

Na z.B. an europäischen Adels- und Herrscherhäusern gab es
sowas wohl öfter. (z.B. englicher Königshof).

Auch beim Besuch im Lovre wurde so eine Geschichte erzählt
(also zur Zeit Ludwig 14.).

Generationen gemeinsamen in einem Bett/Raum schliefen,
konnte sowas ja auch schlecht geheim bleiben (nicht mal
den Kindern).

Menschen sind erfinderisch.

Ja, aber auch bequem!
Glaubst Du, daß der Bauer da groß Rücksicht auf Großvater
und Kinder nahm, wenn er abends auf seine Alte wollte :wink:

Manchmal reicht eine Besenkammer ::wink:

Also z.B. im historischen Spreewalddorf Lehde kann man
sehen, wie die Leute lebten und schliefen.
Da lagen alle auf engen Raum auf dem Ofen.

Jungverheiratet verzogen sich aber wohl auch mal in die
Scheune. ich denke, aber nicht nur wegen der Scham.
Auch wegen der nächtlichen Unruhe für die restliche
Teil der müden Familie.

Junge Kinder können sogar daneben stehen und fangen doch
nichts damit an, was sie sehen. Das führt zu den
merkwürdigsten Interpretationen, was Mami und Papi tun
(Interpretation im Sinne von Gewaltanwendung zum Beispiel).
Kann man bei Freud nachlesen.

Ja, das ist ja bekannt. Da kann manche Kindergärtnerin
einen Schlag zu erzählen, wie die Kinder so darüber
berichten, wenn nachts der Papi die Mutti gequält hat.

Für ältere Kinder/Jugendliche gilt das dann aber lange
nicht mehr. Die waren früher wohl viel eher über solche
Vorgänge aufgeklärt, als viele Kinder heute, weil sie
die Praxis häufig auch schon bei Haustieren sahen.
Die wissen dann schon Bescheid, was da so passiert.
Nicht selten werden gerade auch Kinder/Jugentliche den
Paaren nachgeschlichen sein, um zu sehen was da passiert
(mit großer Schwester oder Bruder usw.)
womit wir wieder beim Thema wären :wink:
Gruß Uwi

Hallo Uwi,

Zumindest bei männlichen Jugendlichen scheint es ja auch
normal zu sein, daß sie versuchen etwas zu erblicken,
wo immer sich die Chance ergibt. Das ist aber sicher noch
nicht zwanghaft bzw. krankhaft.

ja, das denke ich auch.

Ich denke, daß solche Vorfälle vor einigen Jahrzehnten noch
viel weniger bekannt wurden weil es weitgehend Tabu war und
man es deshalb seltener zur Anzeige brachte.

Dann hätte die Anzahl der Anzeigen früher kleiner sein müssen als heute. Das ist sie aber gerade nicht. Die Anzahl der Anzeigen ist seit den 50er Jahren in etwa konstant bei ca. 16.000 pro Jahr.

Ist aber doch in keiner heutigen Gesellschaft die Norm,
sondern eher mehr oder weniger gächtete Ausnahme.
Außerdem spielen andere Antriebe dabei sicher eine große
Rolle (Geld, soziele Sicherheit, auch krankhafte Neigungen).

Die Beispiele sollten nur zeigen, daß es möglich ist und vorkommt.

Auch bei Tierarten kann man beobachten, daß sich Individuen
zurückziehen und verbergen, wenn sie sich paaren wollen. Das
hat wohl unterschiedliche Gründe.

Ja, sind oft wohl eher Sicherheitsaspekte.
Ist ja schließlich eine ungünstige Situation, wenn
Tiere beim poppen plötzlich zur leichten Beute werden.

Das wird als eine Ursache vermutet, ja.

Für ältere Kinder/Jugendliche gilt das dann aber lange
nicht mehr. Die waren früher wohl viel eher über solche
Vorgänge aufgeklärt, als viele Kinder heute, weil sie
die Praxis häufig auch schon bei Haustieren sahen.
Die wissen dann schon Bescheid, was da so passiert.

Obwohl es auch Jugendliche gibt, denen es trotz sexueller Erfahrungen nicht klar ist, was das ist, was sie erlebt haben.
Außerdem setzt heute die Pubertät im Vergleich zu früher im jüngeren Lebensalter ein.

Grüße,

Oliver Walter

1 „Gefällt mir“

Umkleidekabine … gefilmt werden

Ist natürlich auch richtig. Allerdings denke ich daß es
weniger wegen dem Voyeurismus an sich so problematisch ist,
als vielmehr wegen weiterem Mißbrauch und daraus
resultierender Verletzung der Persönlichkeitsrechte.

Gottseidank wurde diese Gesetzeslücke bereits geschlossen. Nein, es ist nicht nur die Angst, daß das eigene Bild irgendwo im Internet auftaucht, sondern das Filmen/Fotografieren selbst ist jetzt eine Straftat!

Nach meiner Kenntnis sind Voyeure und auch Exibitionisten
kaum potentielle Vergewaltiger? Ist das prinzipiell so?
Wenn ja, müßte man vor diesen Leuten nicht wirklich
Angst haben.

Auch wenn ich weiß, daß der Filmer kein potentieller Vergewaltiger ist, will ich trotzdem nicht gefilmt werden. Der Gesetzgeber hat das Recht auf Privatsphäre in Räumen, in denen man erwarten darf, daß man nicht gefilmt wird, anerkannt. Und das ist gut so.

Gruß dataf0x