Liebes Forum, meine türkische Bekannte lernt gerade Deutsch und fragt mich, wieso „hereingehen“ durch das trk. „girmek“ (= eintreten´) oder "içine sig´mak" (das g mit Welle drauf = nach innen hineingehen´) wiedergegeben wird. "Sagt ihr nicht auch "herein", wenn ihr "drin" sitzt, und "hinein!", wenn ihr mit dem Gast noch vor der Tür draußen steht?" Nun ja, gutes Deutsch wählt auch gewöhnlich "gehen Sie hiNein!". Und es geht um das Eintreten, nicht um das "Reintreten" (man tritt ja oft lieber ein als rein, außer vielleicht Kurt bei Plonks, ins fette Näpfchen, nicht ins Bort)
Aber zumindest in der Umgangssprache, dagen wir da nicht immer: „Nu geh´ schon rein!" Klar, daß man nicht wirklich in etwas "(he)rein"gehen kann, nur hereinKOMMEN. Oder? Und "rein“ hört sich doch wie eine Verkürzung von „herein“ an, oder?
Müßte doch „logisch“ aber „neingehen´" heißen. Zum Glück will sich ja der Umgang nicht mit der formalen logik anlegen. Ist nun dies (eigentlich richtigere) "nun geh´ schon nein“ NUR unbequemer sprachlich wiederzugeben?
Wer findet sich und möchte nun „hergehen“ und uns sich hergeben, hier „Logik hreinbringen“?
Schade, Fritz, wenn Ihnen mein (?) Umgang wiedermal zuuu verkwâst ist!
Pst, moin, lieber Wolfgang, „Wolf“ ist nämlich „kurt“ im Türkischen. Wer muß nun vorsichtich sein? Ich komm´ leider nur schwer inne Gänge!
hi,
Liebes Forum, meine türkische Bekannte lernt gerade Deutsch
und fragt mich, wieso „hereingehen“ durch das trk. „girmek“
(= eintreten´) oder "içine sig´mak" (das g mit Welle drauf =
`nach innen hineingehen´) wiedergegeben wird.
„Sagt ihr nicht auch „herein“, wenn ihr „drin“ sitzt, und
„hinein!“, wenn ihr mit dem Gast noch vor der Tür draußen
steht?“
da hat sie (an sich) völlig recht.
Aber zumindest in der Umgangssprache, dagen wir da nicht
immer: „Nu geh´ schon `rein!“
das ist richtig; hör ich auch ab und zu. ich hab aber trotzdem auch „gehen sie bitte hienein“ / „geh jetzt sofort hinein“ im ohr. ich denke, es ist eine sache der perspektive. wenn die mutter ihrem 11-jährigen im garten sagt: „jetzt gehst du sofort rein“, dann „denkt sie von innen“; in ihrer rolle als erzieherin ist sie dort, wo sie das kind haben will. (unterstelle ich einmal.)
Klar, daß man nicht wirklich in etwas "(he)rein"gehen kann,
nur hereinKOMMEN. Oder? Und „`rein“ hört sich doch wie eine
Verkürzung von „herein“ an, oder?
ersteres würd ich verneinen, zweiteres ist richtig, meine ich. selbstverständlich kann ich beschreibend sagen: „x. geht ins haus herein“.
Müßte doch „logisch“ aber „`neingehen´“ heißen.
Zum Glück will sich ja der Umgang nicht mit der formalen logik
anlegen.
formale logik nicht, aber logik schon. sprache hat auch logik. ist halt nicht so formal. v.a. aber lässt sich die logik der sprache nicht völlig trennen vom denken, von imaginationen, von wunschvorstellungen u.dgl.
hth
michael
Pst, moin, lieber Wolfgang, „Wolf“ ist nämlich „kurt“ im
Türkischen. Wer muß nun vorsichtich sein? Ich komm´ leider nur
schwer inne Gänge!
???
Und „`rein“ hört sich doch wie eine
Verkürzung von „herein“ an, oder?
dann ist dieser dialekt halt falsch 
schriftdeutsch heißt es: herein = hierher zu mir nach drinnen, hinein = dorthin zu dir nach drinnen, hinaus = dorthin zu dir nach draußen und heraus = hierher zu mir nach draußen.
im steirischen (mundart,dialekt) wird scharf unterschieden:
hinaus - aussi
heraus - aussa
hinein - eini
herein - eina
„raus“ gibts nicht.
gruß
datafox
Schade, Fritz, wenn Ihnen mein (?) Umgang wiedermal zuuu
verkwâst ist!
Warum stellst du deine Fragen nicht klipp und klar?
Und lässt deinen Kwâst weg.
Man würde dir bereitwilliger antworten.
Die Adverbien „hin“ und „her“ bergen einige Probleme, da man Sprecher, Angesprochenen und die Richtungen berücksichtigen muss.
Du und datafox haben daz schon einiges klar gestellt.
Da die meisten Deutschsprecher aber immer noch Schwierigkeiten dabei haben, hat die Umgangssprache schon lange die Kurzformen „rein, raus, rüber, runter, rauf“ etc. gebildet, die sowohl „herein/hinein, heraus/hinaus, herüber/hinüber“ etc. ersetzen.
Egal, wie die Vorsilbe korrekterweise heißt.
Wie Datafox aber schon erwähnte, sind die Dialekte da noch genauer.
Im Schwäbischen gibt es „rein“ und „nei’“, „raus“ und „naus“, „rüber“ und „nüber“, „runter“ und „nunter“ etc.
Sag deiner Bekannten, sie solle sich an die Dialekte halten, und nur die Aussprache nach der Schriftsprache gestalten.
Fritz
Aber Vorsicht!
Im Schwäbischen gibt es „rein“ und „nei’“, „raus“ und „naus“,
„rüber“ und „nüber“, „runter“ und „nunter“ etc.
Sag deiner Bekannten, sie solle sich an die Dialekte halten,
und nur die Aussprache nach der Schriftsprache gestalten.
Lieber Fritz, Vorsicht mit der Verallgemeinerung.
Eine der ersten Eigenheiten der süddeutschen Dialekte, die mir sofort auffiel, war diese Differenzierung, die der Kölner Dialekt nicht kennt.
Dort gelten für beide Bezugspersonen und Richtungen nur die einfachen Formen:
eren / erus (kumm eren / erus, jangk eren / erus)
erop / eraf (kumm erop / eraf, jangk erop / eraf)
eröver (kumm eröver / jangk eröver)
Das entspräche dann nur den Formen: rein/raus, rauf/runter und rüber.
Grüße Alexander.