„Er hat für die Strecke ganze drei Stunden gebraucht.“
Im meinem bisherigen Sprachverständnis hieß das: „nur“ drei Stunden - sonst hätte ich „volle drei Stunden“ gesagt. Heutzutage hört man „ganze“ aber nur noch in der gegenteiligen Bedeutung: „Wir kommen mit ganzen 20 Leuten zur Party“ - gemeint sind viele, nicht wenige.
Hat sich die Bedeutung gewandelt, war meine Sicht vielleicht eine norddeutsch-lokal geprägte, oder hatte ich etwa immer eine ganz falsche Vorstellung???
wer-weiss-was?
voll und ganz
Hallo, Felix!
nach E. Wasserzieher: ganz´ eigentlich unverletzt, heil, mh. ah. ganz, kanz; ergänzen; wohl urv. lit. ganeti, aslaw. goneti, genügen (!) voll´ von gr. pim-ple-mi´= `fülle an´
(gehört auch Plunder dazu?)
„voll und ganz“, „ganze drei Stunden“ empfinde ich persönlich sowieso weder als „nur…“ oder als „hörmal: 3 Stunden lang!!!“.
Ist nur eine Betonung der Zahl 3 (nicht nur weil man vielleicht nur bis dahin zählt: denn wärs ja alles)
„Er hat für die Strecke ganze drei Stunden gebraucht.“
Im meinem bisherigen Sprachverständnis hieß das: „nur“ drei
Stunden - sonst hätte ich „volle drei Stunden“ gesagt.
Heutzutage hört man „ganze“ aber nur noch in der gegenteiligen
Bedeutung: „Wir kommen mit ganzen 20 Leuten zur Party“ -
gemeint sind viele, nicht wenige.
Hat sich die Bedeutung gewandelt, war meine Sicht vielleicht
eine norddeutsch-lokal geprägte, oder hatte ich etwa immer
eine ganz falsche Vorstellung???
Hallo Felix.
Da hat sich nach meinem Sprachempfinden gar nichts geaändert. Das hieß auch früher schon IN DEM ZUSAMMENHANG ‚lange‘.
‚Ich stehe jetzt schon ganze drei Stunden hier und nichts passiert‘ ist eine typische Redewendung.
Allerdings ist nicht die Bedeutung ‚kurz‘ oder ‚lang‘ entscheidend, sondern es verstärkt im negativen Sinne den Eindruck daß etwas Unerwartetes eintritt oder eingetreten ist.
‚Er pinselt schon drei Stunden und hat erst ganze drei Quadratmeter geschafft!‘ Hier bedeutet ‚ganz‘ nur. Oben hat man weniger erwartet und unten mehr.
‚Wir kommen mit ganzen 20 Mann‘ und ‚Ganze 20 Mann sind erschienen‘ veranschaulicht gut den Unterschied zwischen viel und wenig.
So empfinde ich das.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim