Voller Verzeiflung

Manchmal kann das Leben echt grausam sein und man fragt sich was man eigentlich wohl früer so angestellt hat um das zu verdienen.
Ich habe schon recht früh zum ersten Mal geheiratet, war total verliebt - kannte den jungen Mann allerdings kaum. Ich wollte immer eine große Familie, mindestens drei Kinder, habe immer meine Freunde beneidet die bereits so weit waren. Leider stellte sich heraus das mein Mann von Kindern gar nichts hält. OK, das war vielleicht nicht unser einziges Problem aber die Ehe ist dran zerbrochen. War ziemlich unschön, viel Streit, jede Menge Terror und extreme Geldsorgen. Habe dann eine lange Therapie gemacht und mich wieder gefangen. Leben geht schließlich weiter.
Nun habe ich vor einigen Jahren meinen zweiten Mann kennen gelernt und bin mit ihm total glücklich. Wir harmonieren in jeder Hinsicht und haben die gleichen Wünsche und Träume. Eigentlich wollten wir beide eine Penthouse-Wohnung in der Stadt (wir sind halt Yupies :wink:, nur haben wir uns im letzten Moment dann doch für ein Haus am Stadtrand entschieden wegen der geplanten Kinder. Meine Freunde meinten auch das ein Garten mit Nachwuchs immer die bessere Alternative ist. Also haben wir viel Arbeit und Mühe in die Gestaltung des Eigenheims gesteckt und es ist perfekt.
Nun kann es losgehen denkt man und was passiert? Mein Mann ist unfruchtbar (mehrere Test in mehreren Kliniken…). Jetzt stehen wir da in unserem perfekten Haus. Mal abgesehen davon das es für uns zwei viel zu groß ist stellt diese Diagnose mein ganzes Leben auf den Kopf. Ich kann mir das ohne Kinder gar nicht vorstellen, zum adoptieren sind wir zu alt und das Kind eines anderen will ich nicht austragen.
Wir hätten nie dieses Haus gekauft wenn wir das gewußt hätten. Tja aber wer rechnet mit sowas??
Traurige Grüße, (erwarte keine Antworten, musste nur mal den Frust runterschreiben)
Jenny

Hallo JeLo,
ich kann Dich verstehen, aber warum macht ihr jetzt nicht das beste daraus?
Wenn schon unbedingt Kinder, warum muss(!!!) es dann umbedingt ein eigenes sein? Es besteht doch auch die Möglichkeit ein Pflegekind anzunehmen. Oder ihr wagt den grossen Schritt und adoptiert ein Kind und gebt vielleicht so einem oder mehrern Kindern eine neue Chance im Leben. (Materiell scheint es euch ja gut zu gehen…)
Immer daran denken: Wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich eine neue.
Grüße
Almut

grüss dich,

ersteinmal mein bedauern für euch beide. es muss schwer sein sich von einem ziel das einem so einfach erscheint - also die einfachste lösung (selbst zeugen und gebären) verabschieden muss. (an der stelel frage ich mich wie es deinem mann geht, wie er damit klarkommt, da es ja möglich wäre, dass er sich nicht vollständig fühlt ob der zeugungsunfähigkeit)

ich kann dir an der stelle von einem paar berichten dass zunächst pflegschaften übernehmen wollte - denn dazu muss man nicht „jung“
sein - sprich - auch z.b. mit mitte 50 geh das noch.
hier war aber deren sorge, dass ihnen das kind wieder weggenommen würde, da es irgendwann evtl wieder zu den eltern zurück muss.
doch haben sie dennoch der informations halber vorlesungen besucht die das jugendamt gibt. und sie waren knapp davor es doch zu tun.

doch haben sie sich dann entschieden eine auslandsadoption zu versuchen. es hat alles in allem 2 jahre gedauert und es war sicher nicht immer leicht. hier gibt es aber auch diese altersgremze nicht (was mal wieder zeigt, unsere gesetze sind durchaus nicht selten unsinnig). meine freundin ist z.b 11 jahre älter als ihr mann, auch das war kein problem - denn - sie waren einfach hervorragend geeignet tolle eltern zu sein.
und so bekamen sie vor inzwischen mehr als 7 jahren ihr erstes kind - sie war damals um die 42 - einen jungen aus vietnam - ein tolles kind mit dem ich mich sehr eng verbunden fühle (seelenverwandt oder sowas)
nach einigen jahren haben sie eine weitere adoption beanttragt - 4 jahre später war es - auch das wurde nicht abgelehnt - aber nat. wieder auf herz und nieren geprüft und damit wieder 2 jahre first in der wieder div. dinge auf herz und nieren geprüft werden - wobei die meiste zeit nat. eher eine wartezeit darstellt.

ich kann von dieser familie berichten - sie lieben ihre kinder wie ihre eigenen und sind hervorragende eltern - es könnte keine besseren geben und ich emfpinde es so - sie warne zu gut für eigene kinder - denn vor viele aufgaben die sie so toll meistern wären sie nie gestellt worden - und ihre kinder tun ihnen sehr gut!

aus anderen gründen habe ich keinen kontakt mehr zu ihnen und kann nun nicht sagen wie der adoptionsverein geheissen hat mit dem sie zusammen gearbeitet haben - er hat nämlich einen sehr guten ruf. - ich weiss aber noch, die gründerin hat selbst 13 kinder aus aller welt adoptiert (sehr wohlhabend) und war mehrmals bei stern-TV zu gast um zu berichten.

viellleicht denkt ihr über jene alternative in ruhe nach und informiert euch in ruhe - und wer weiss - vielleicht ist das ja genau das richtige für euch.

ich finde ausserdem, ihr solltet euch selbst keinen druck machen - das haus mag zu gross sein und euer plan war einst anders - aber ich finde - nach der akuten phase der verständlichen verzweiflung zumindest sollte man bedenken - welch ein druck für ein kind wenn es das seelenheil darstellen soll…auch dieser anteil in euch gehört bearbeitet - nach jener akuten phase - würde aber automatisch thema werden wenn ihr euch ernsthaft um eine adoption bemüht.
meine damaligen freundin hat freiwillig sogar eine therapie gemacht, damit sie dem 2 kind - einer tochter - nicht ihre altlasten mit auf den weg gibt - ich finde diese bemühung sehr verantwortungsvoll.

LG
nina

PS: fremdsperma wäre ja auch noch eine alternative - aber ob und was nun euer weg ist, müsst ihr selbst ergründen. ein leben ohne kinder muss nicht sein, nur auf welche weise - das ist die frage und hängt von euch ab. wege gibts reichlich - halt viele unkonventionelle (kindertagesstätte aufmachen z.b u.v.m.)

Hallo,

doch haben sie sich dann entschieden eine auslandsadoption zu
versuchen. es hat alles in allem 2 jahre gedauert und es war
sicher nicht immer leicht. hier gibt es aber auch diese
altersgremze nicht (was mal wieder zeigt, unsere gesetze sind
durchaus nicht selten unsinnig).

Es gibt kein Gesetz, was eine Altersgrenze bei Adoption
festlegt.
Es gibt lediglich Regeln, die von Adoptionsstellen
eingehalten werden.

ich kann von dieser familie berichten - sie lieben ihre kinder
wie ihre eigenen

Ich weiß, das klingt jetzt nach Korinthenkackerei aber:
es sind ihre eigenen Kinder!

Gruß
Elke

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Immer daran denken: Wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich
eine neue.

man muss sich oftmals nur entscheiden, die auch sehen zu wollen ;o)

Hallo Jenny,

was frustet Dich an dieser Diagnose am meisten?

Deinem Text entnehme ich, dass Ihr auf gute Ratschläge Eurer Freunde hin ein Eigenheim gekauft und viel Geld und Mühe hineingesteckt habt. Wie es sich jetzt zeigt, war das ein bisschen voreilig und Ihr wohnt jetzt im falschen Haus.
Das lässt sich doch ändern.

Ich lese weiter, dass Du Dir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kannst. Aber ein eigenes muss es sein. Und auf jeden Fall eines von Deinem Mann.

Du schreibst, dass Du so etwas nicht verdient hast:
Erst einen zeugungsunwilligen, danach einen zeugungsunfähigen Ehemann.
Das ist schon bitter, wenn man sich Kinder wünscht.

Würde sich an Deinem Frust etwas ändern, wenn DU die Diagnose erhalten hättest unfruchtbar zu sein und nicht Dein Mann? Könntest Du Dich dann leichter mit der Vorstellung eines kinderlosen Lebens abfinden?

Ich wünsche Dir Licht am Ende des Tunnels
Mara

Es gibt kein Gesetz, was eine Altersgrenze bei Adoption
festlegt.
Es gibt lediglich Regeln, die von Adoptionsstellen
eingehalten werden.

das meinte ich damit. - es ist von bundesland zu bundesland anders, aber eben unumgänglich.

ich kann von dieser familie berichten - sie lieben ihre kinder
wie ihre eigenen

Ich weiß, das klingt jetzt nach Korinthenkackerei aber:
es sind ihre eigenen Kinder!

das sehe ich ja auch so elke - doch habe ich es absichtlich so geschrieben um ihr ein wenig zu helfen auf ihrem weg - ich hätte
es anders schreiben sollen - mit der ergänzung die du geschrieben
hast - hab ich verpennt - deshalb um so besser dass du es getan hast!

LG
nina

hi mara,

ich finde auch - es stecken viele chancen hinter dem für sie so schrecklich klingendem ergebnis - und die liegen nicht nur in den
alternativen sondern eben auch darin sich über sich selbst klarer
zu werden und ggfs. einiges wieder ins lot zu bringen als bessere
basis für eine partnerschaft und ggfs. elternschaft.

LG
nina

Voller Verzweiflung
Hall JeLo, ich halte es nicht für angebracht, dass Dich hier Leute noch schulmeistern, Eure Planung kritisieren.
Ich kann verstehen, dass Ihr erschüttert seid und keinen Weg seht, aus dieser Enttäuschung herauszukommen.

Meiner besten Freundin ging es genauso: alles geplant und gute Verhältnisse, er aber dann als zeugungsunfähig diagnostiziert.
Nach einigen Jahren „Besinnungszeit“ haben sie sich dann entschlossen zu einer (drei) künstlichen Befruchtung, sie haben drei sehr wundervolle Kinder und sind tolle Eltern.

Ich wünsche Euch Kraft und gute Ideen und auch viel MUT für neue Wege.
Lasst Euch Zeit.
Herzliche Grüße
Habibi

Adoption
Noch eins:
ich habe mehrere Bekannte, die ein Kind adoptiert haben. Das ist in jedem der Fälle schief gegangen. Zu beschreiben warum würde hier zu weit führen.
Ich selbst habe auch eine Adoptivschwester.

Gruß
H.

hallo habibi,

ich glaube ehrlich gesagt nicht, das hier jemand schulmeistern wollte.
niemand stellt ihr leid in frage.
doch halte ich persö angebote für alternativen in den umgangsmöglichkeiten und auch sichtweisen des ist-zustandes für gar nicht so ungut - sicher mag es nicht nur schön klingen anfänglich, doch
bei genauerer betrachtung sind das angebote des alternativen umgangs die
das leben evtl nicht nur leichter machen sondern neue horizonte eröffnen. daran kann ich für meinen teil nichts falsches sehen.
im übrigen gibt es nunmal stets mehrere blickwinkel, die zu beleuchten kann für den betroffenen hilfreich sein.

ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nur lsen wollte, das man sie bedauert und ihr keine neuen möglichkeiten eröffnet - nicht nur was die alternativen in sachen kind betrifft sondern eben auch ihre verzweiflung und wege daraus.

ich finde deine aussage diesbezüglich destruktiv und wenig hilfreich für sie. aber das ist meine pers. sicht.

mit dem erhobenen zeigefinger konnte ich keinen beitrag feststellen und so stellt sich für mich eher die frage, wieso du es so wahrnimmst und ob das nicht eher mit dir selbst als mit den beiträgen zu tun hat.

nichts für ungut habibi, ich will dich nicht angreifen doch im sinne des leides der person um die es geht steht das im augenblick höher für mich und deshalb schreibe ich es - wobei es auch so gemeint ist, aber nicht verletzen „soll“.

LG
nina

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Geschäft ?
Hi Jenny,

Manchmal kann das Leben echt grausam sein und man fragt sich
was man eigentlich wohl früer so angestellt hat um das zu
verdienen.

glaubst Du wirklich, dass das Leben einem/einer gibt, was er/sie „verdient“?

Tja aber wer rechnet mit sowas??

es gibt keine verlässliche Zukunftsberechnung, auch wenn viele sie in sog. Lebensplanung sehen oder aus Horoskopen odgl. erhoffen.

Ihr habt für Eure Familienplanung alles gemacht, was Ihr selbst tun konntet - und dann spielt Euch die Natur scheinbar einen Streich. Du schreibst, für eine Adoption wäret Ihr zu alt - aber für eigene Kinder (die frühestens in 9 Monaten zur Welt kämen) fühlt Ihr Euch jung genug? Wie stünde es auf Deiner „Berechnung“, wenn das eigene Kind krank oder behindert wäre - wer „verdient“ sowas?

Ich fürchte, dass man mit dem Leben keine Geschäfte machen kann: Kinder, Gesundheit, Zufriedenheit usw. sind Geschenke - man kann das nicht erarbeiten i. S. v. sich verdienen.

Hi Habibi,

Hall JeLo, ich halte es nicht für angebracht, dass Dich hier
Leute noch schulmeistern, Eure Planung kritisieren.

Das habe ich nirgends rausgelesen.

Nach einigen Jahren „Besinnungszeit“ haben sie sich dann
entschlossen zu einer (drei) künstlichen Befruchtung, sie
haben drei sehr wundervolle Kinder und sind tolle Eltern.

Ja. Aber die „einige Jahre“ waren wohl notwendig.
Nichts ist schlimmer, als Eltern (ob nun durch künstliche
Befruchtung oder Adoption), die sich nicht die Zeit
genommen haben, mit der Situation fertig zu werden und
verschiedene Möglichkeiten im Geist durchgespielt zu haben.

Ansonsten verstehe ich die Bemerkung, die jemand anders
in Frage gestellt hat - zu alt für Adoption, aber jung
genug für eigene Kinder ebenfalls nicht.

Gruß
Elke

Find ich schon .

Wie es sich jetzt zeigt, war das ein bisschen voreilig und Ihr wohnt :jetzt im falschen Haus.

H.

na gut, dann findest du es. mal sehen wie sie es findet - denn darum gehts ja.

Find ich schon .

Vielen Dank für einige Hilfreiche Denkanstöße und Ratschläge. ICh war an dem Tag besonders deprimiert, wir kamen gerade vom Arzt, hatten uns furchtbar gestritten und mussten dann ins Büro und gute Miene machen…
Um mal für einige die Definition Alter zu klären. Ich bin 32 und mein Mann ist 39 Jahre. Und ja wir fühlen uns zu alt um ein Kind u adoptieren und nein, nicht zu jung um eigene zu bekommen. Es ist nun mal eine Tatsache das eine Adoption mehrere Jahre in Anspruch nimmt um zunächst den Papierkrieg zu regeln, dann kommt noch die Eingewöhnung für das Kind und und und. Es gibt sicher Familien wo die Adoption gut gelaufen ist (ob nun Ausland oder nicht), es gibt aber sicher auch genauso viele in denen es schief gegangen ist. Wir haben von beiden Parteien die Geschichten gehört und für uns entschieden das wir das nicht wollen. Ich denke das ist ein Standpunkt den man auch aktzeptieren sollte und für ich mich nicht rechtfertigen muss.
Vielleicht gehen wir irgendwann das Thema noch einmal an - zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht. Es war immer mein Wunsch ein Kind von dem Mann zu bekommen den ich liebe. Denn ich werde ihn nicht in den Augen eines adoptierten Kindes wiederfinden. Für mich sind Welten zwischen einem eigenem Kind und einem eigenem adoptierten Kind.
Wer das egoistisch findet mag das tun, ich kann - zumindest im Moment noch nicht - nicht gegen diesen Wunsch an.
Grüße, Jenny

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