Vollfinanzierung - lohnt sich das?

Hallo an alle!
Habe mal einige Fragen zum Thema Immobilienfinanzierung. Ich bin gerade dabei mir ueber die Finanzierung eines Hauses Gedanken zu machen (kein Neubeu), und bin dabei auf das Thema ‚Vollfinanzierung‘ gestossen. Weiss jemand, ob sich das wirklich lohnt? Oder sollte man doch besser Eigenkapital mit einbringen? Und ausserdem - wird bestehendes Eigenkapital automatisch als Sicherung genutzt?
Ich danke Euch fuer Eure Hilfe.
LG, Jessica

Hallo Jessica,
ich gehe bei der folgenden Antwort davon aus, dass das Haus nicht vermietet werden soll!
Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto niedriger sind die Zinszahlungen ueber die gesamt Laufzeit. Also Eigenkapital einbringen! Allerdings nicht den letzten Cent (immer an eine Reserve denken).
Zur Sicherheit des Darlehens wird die finanzierende Bank eine Grundschuld eintragen lassen. Dies bedeutet, dass die Immobilie bis zur Hoehe des Darlehens an Sicherheit dient. Sollte die Bank den Wert der Immobilie niedriger einschaetzen, wird sie eventuell auf Ersatzsicherheiten bestehen.
Gruss,
Alfred

Hallo Jessica,

das ist eine ganz einfache Milchmädchenrechnung:

Ich gehe mal von einem Wert des Hauses von 300.000 € aus. Den Zinssatz definiere ich mal auf 5%. Die angenommene Laufzeit ist 30 Jahre.
Dann ergibt sich:

300.000 x 5% = 15.000 x 30 Jahre = 450.000 €
250.000 x 5% = 12.500 x 30 Jahre = 375.000 €

75.000 €
minus EK von 50.000 € - 50.000 €

Zins -Ersparnis 25.000 €

Rechnest du nun Zinsen und Rückzahlung, dann weißt du, was dich das Haus wirklich kostet:

300.000 + 450.000 = 750.000 €
250.000 + 375.000 = 625.000 € + 50.000 EK = 675.000 €

Also gesammt 75.000 € gespart.

Grüße aus Essen
Wolfgang

Hallo Wolfgang,
wenn man noch den Zinseszinseffekt dazunimmt, erhoeht sich der gesparte Betrag in Deinem Beispiel auf rund 96.480 Euro.
Zum Rechnen eine gute Seite:

http://www.baufi-world.de/cms21.php?=s=&upid=68112#a…

Gruss,
Alfrd

Hi Jessica,

wie es gerechnet wird, haben meine Vorredner ja schon gezeigt. Zusätzlich eine kleine Überlegung: Nichts ist so teuer wie Geld, das aufgenommen wird. Was Dir jemand leiht, muss der sich erstmal selbst beschaffen, auch das geht nicht ohne Kosten. Und von irgendwas muss der Verleiher schließlich leben.

Gruß Ralf

Sicher alles richtig, was die Vorredener gesagt haben.
Bei uns war es so, dass wir im Moment nur 10 Prozent EK aufbringen konnten. Wir wollten aber auf jeden Fall bauen (Eigennutzung).
In zwei Jahren hätten wir sicher 20 Prozent EK gehabt, in sechs Jahren 30 Prozent e.t.c.

Da die Zinsen für Immobilienfinanzierung z.Z. aber kräftig am steigen sind, allein 0,5 Prozent in den letzten drei Monaten und durch die Mehrwertsteuererhöhung nächstes Jahr Bauen/Kaufen auch nicht billiger wird kann sich eine Vollfinanzierung jetzt schon lohnen.
Bei den vorgenannten Berechnungen wird auch unterschlagen, dass in den zwei Jahren ja auch einiges an Mietzahlungen aufläuft.
Genau berechnen kann man es leider nicht, dass keiner weiss wie sich das Zinsnivau entwickelt.

Gruß
Marko

Hallo an alle,
Danke fuer die hilfreichen Ratschlaege, Berechnungen und Tipps. Hm, Hauskauf ist und bleibt wohl eine Sache, die es ein paar Mal zu ueberrechnen gilt.

-)

Danke nochmal und Gruss,
Jessica

Eine Vollfinanzierung lohnt sich immer, wenn die Rate der vergleichbaren Miete entspricht. Eigenkapital macht die Bank sicherer und eigenes Geld ist besser im eigenen Verfügungsbereich aufgehoben.

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